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  1. Registriert seit
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    Bekommen wir noch eine Chance? Kämpfen mit Kind

    Hallo!

    Seit Tagen überlege ich hier meine Geschichte zu erzählen.

    Ich möchte gar nicht so viel über uns preisgeben. Wir sind über 10 Jahre zusammen und haben eine kleine Tochter (1,5). Wir hatten Pläne für ein Haus und neulich erst ein Grundstück gekauft.

    In den letzten Jahren waren wir beide mit ein paar Sachen unzufrieden, dachten aber das wird schon und haben es auf andere Sachen geschoben ( meine ehemalige Angststörung, Schwangerschaft, usw). Richtig geredet haben wir selten.


    Vor ein paar Wochen sprach mein Freund nun von einer großen Unzufriedenheit und dass es ihm nicht gut ginge. Daraufhin habe ich auch gemerkt, dass ich die Beziehung als selbstverständlich sah und ihn nicht mehr richtig im Fokus hatte. Ich nahm mir nun vor, mehr zu geben als zu nehmen und ihm mehr Zeit zu widmen. Letzte Woche kam nun raus, dass er schon so weit ist, dass er meine Bemühungen nun nicht mehr möchte. Er weiß nicht, wie es weiter geht und ob er nochmal die Motivation findet, daran zu arbeiten.

    Wir haben viel miteinander gesprochen und geweint. Er hat es wohl länger für sich behalten, was er nun natürlich als Fehler betrachtet.

    Ich fühle mich wie in einem falschen Film. Zum einen befürchte ich nun die Trennung, zum anderen kommt dann das Leben als Alleinerziehende dazu. Meine Gefühle schwanken zwischen hoffnungsvoll, traurig und wütend. Wütend, da er es so lange verschwiegen hat und uns keine richtige Chance gegeben hat. Ich sehe auch unsere Tochter als Motivation. Sie sollte kein Hauptgrund fürs Zusammen bleiben sein, aber auch für sie sollten wir doch alles versuchen. Man gibt doch nicht einfach seine Familie auf.

    Diese Woche hat er nun einen Termin bei einer Paartherapeutin. Er wollte zunächst alleine hin und dann bei einem weiteren Termin zu zweit. Das bringt mir etwas Hoffnung, aber gestern stellte sich wieder raus, dass er die Motivation noch nicht gefunden hat.

    Ich male mir viele Szenarien aus und mein worst Case Ist, dass er sich schon entschieden hat und es nur nicht übers Herz bringt uns zu verlassen. Aber warum dann zur Therapeutin? Will er dort mit Hilfe Schluss machen? Oder sortiert er da seine Gedanken und findet seine Probleme raus? Vielleicht sieht er dort, dass wir noch eine Chance haben und mit Hilfe der Therapeutin an unserer Beziehung arbeiten.

    Nun zu meiner eigentlichen Problematik (bzw ein Problem unter vielen). Wie viel bekommt unsere Kleine mit? Ich finde, dass sie viel anhänglicher geworden ist (noch mehr Mamakind als sonst) und sie will nachts wieder öfters die Brust. Wasser oder Schnuller haben sonst oft gereicht.

    Wir streiten nie, wir reden und weinen zusammen. Und das zu 95 % wenn sie im Bett ist. Aber sie wird merken, dass es mir gerade schlecht geht.

    Mein zweites Problem Ist, wie komme ich im Falle einer Trennung über ihn hinweg? Ich liebe ihn immer noch und stelle es mir mit wöchentlichem Kontakt durchs Kind schwer vor.

    Puh, ist doch viel geworden. Ich muss meine Gedanken sortieren, es prasseln gerade so viele Dinge auf mich ein. Hauptfokus ist jetzt die Rettung der Beziehung. Trotzdem mache ich mir Gedanken, was in 5 oder 10 Jahren ist.

    Liebe Grüße

  2. gesperrt
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    AW: Bekommen wir noch eine Chance? Kämpfen mit Kind

    Mit was ist er denn konkret unzufrieden?
    Und wie beurteilst du eure Beziehung?


  3. Registriert seit
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    AW: Bekommen wir noch eine Chance? Kämpfen mit Kind

    Ein Thema, das uns über die letzten Jahre begleitet hat, war, dass er mehr Sex wollte und ich mehr Zärtlichkeiten von ihm. Mal eine Umarmung oder einen Kuss oder mal vor dem Fernseher kuscheln. Was jetzt zu der großen Krise geführt hat, weiß ich nicht. Er fühlt sich nicht gut und kann es wohl auch noch nicht exakt benennen. Irgendwie schwimmt er und weiß nicht wohin.

    Ich habe auch gemerkt, dass es seit der Geburt schwieriger wurde. Ich würde es auch sehr begrüßen an uns zu arbeiten bzw an der Beziehung. Trotzdem ist bei mir die Basis, die Liebe, noch vorhanden. Da ist er bei sich nicht sicher.

    Wir sind tolle Eltern und ziehen da voll an einem Strang, das sagt er auch. Auch so verstehen wir uns gut, wir haben nur ewig die Paarebene vernachlässigt.

  4. Avatar von ja-aber
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    AW: Bekommen wir noch eine Chance? Kämpfen mit Kind

    Ihr seid seit 10 Jahren zusammen, habt ein Kind und Hochzeit war nie ein Thema?
    Habt Ihr gemeinsames Sorgerecht und hat er das Kind anerkannt bzw. steht als Vater in der Geburtsurkunde?
    Wem gehört das Grundstück?
    Wie seid Ihr finanziell aufgestellt => beide berufstätig? Wer finanziert Eure Beziehung? Wer kümmert sich um den Haushalt?

    Du schreibst, dass Ihr die Unzufriedenheit auf Themen geschoben habt, die im Grunde bei Dir liegen - Angststörung, Schwangerschaft, will weniger Sex. Siehst Du das tatsächlich so - er macht alles "richtig" und Du "falsch"?
    Bist Du in der Lage, auf Abstand zu gehen? Eine Woche ausziehen oder so?

    Momentan seid Ihr in einem Ungleichgewicht, er will nicht mehr, Du schon.
    Mein Punkt wäre: sind ihm die Konsequenzen einer Trennung wirklich bewusst?

    Ich würde ganz klar überlegen, was gefällt mir an dem Mann, was missfällt mir. Ein Punkt für MICH wäre, dass der Fehler nur bei mir gesucht wird. Ein Kind ist für beide Partner eine Umstellung und für die Frau ganz klar auch eine physische Belastung, die bei Dir, wenn Du stillst, ja auch noch andauernd. Schlafdefizit zum Beispiel.


  5. Registriert seit
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    AW: Bekommen wir noch eine Chance? Kämpfen mit Kind

    Zitat Zitat von ja-aber Beitrag anzeigen
    Ihr seid seit 10 Jahren zusammen, habt ein Kind und Hochzeit war nie ein Thema?
    Habt Ihr gemeinsames Sorgerecht und hat er das Kind anerkannt bzw. steht als Vater in der Geburtsurkunde?
    Wem gehört das Grundstück?
    Wie seid Ihr finanziell aufgestellt => beide berufstätig? Wer finanziert Eure Beziehung? Wer kümmert sich um den Haushalt?
    Doch, Hochzeit war ein Thema. Er ist kein Fan von Hochzeiten und großer Romantik. Kirchlich sowieso nicht. Wir haben das gemeinsame Sorgerecht und die Vaterschaft vor Geburt anerkannt.
    Das Grundstück gehört uns beiden zur Hälfte. Geld ist erstmal geschenkt bzw geliehen von den Eltern. Wir sind noch in keiner Finanzierung. Ich bin zurzeit noch in Elternzeit, wir wohnen aber in meiner Eigentumswohnung. Ich mache den Haushalt und er arbeitet.

    Zitat Zitat von ja-aber Beitrag anzeigen
    Du schreibst, dass Ihr die Unzufriedenheit auf Themen geschoben habt, die im Grunde bei Dir liegen - Angststörung, Schwangerschaft, will weniger Sex. Siehst Du das tatsächlich so - er macht alles "richtig" und Du "falsch"?
    Bist Du in der Lage, auf Abstand zu gehen? Eine Woche ausziehen oder so?

    Momentan seid Ihr in einem Ungleichgewicht, er will nicht mehr, Du schon.
    Mein Punkt wäre: sind ihm die Konsequenzen einer Trennung wirklich bewusst?

    Ich würde ganz klar überlegen, was gefällt mir an dem Mann, was missfällt mir. Ein Punkt für MICH wäre, dass der Fehler nur bei mir gesucht wird. Ein Kind ist für beide Partner eine Umstellung und für die Frau ganz klar auch eine physische Belastung, die bei Dir, wenn Du stillst, ja auch noch andauernd. Schlafdefizit zum Beispiel.
    Nein, wir haben beide Fehler gemacht. Es waren nur schwere Zeiten, dazwischen ging es mir aber gut und die Beziehung war auch stabiler.

    Er denkt auch viel nach, auch über das Leben unserer Tochter. Da war ich mir nicht bewusst, ob er wirklich versteht, was das für sie bedeutet. Aber er meint, dass es ihm ganz schlecht wird wenn er an sie denkt.

    Ausziehen möchte ich ehrlich gesagt nicht. Es ist meine Wohnung und ich habe manchmal das Gefühl, dass er nur noch wegen der kleinen da ist. Aber wenn er sich schon entschieden hätte, müsste er nicht so lange rummachen und Termine bei der Paarberatung vereinbaren.

    Wir reden auch relativ normal miteinander. Nicht nur für sie, sondern auch für uns. Es geht uns beiden schlecht damit und ohne etwas Normalität würde ich damit noch weniger klar kommen. Nur Umarmungen oder Küsse möchte er grad nicht. Aber das ist okay. Ich schwanke zwischen „das kriegen wir hin, er weiß gerade nicht was los ist“ zu „er hat sich bestimmt entschieden“.

    Ob mit oder ohne Kind. Ich würde meine große Liebe verlieren. Davor habe ich wahnsinnige Angst. Angst in ein Loch zu fallen. Die kleine sollte so wenig wie möglich gerade mitbekommen, aber ich denke sie hat feine Antennen und bekommt mehr mit als uns lieb ist.

    Wir haben in den letzten Tagen mehr gesprochen als in den letzten Jahren. Da war es auch kaum möglich. Ich habe immer sofort geweint und wollte das Gespräch nicht vertiefen aus Angst davor, dass wir uns immer mehr Vorwürfe machen und uns trennen und er war immer sofort beleidigt, wenn ich etwas angesprochen habe. Kommunikation hat bei uns nie gestimmt. Bei mir hat es nun Klick gemacht. Die Beziehung war immer zu selbstverständlich, wir waren trotzig und haben dem anderen nicht das gegeben, was er brauchte weil wir es ebenso nicht bekommen haben. Ich würde sehr gerne daran arbeiten und zwar mit Hilfe.


  6. Registriert seit
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    AW: Bekommen wir noch eine Chance? Kämpfen mit Kind

    Viele junge Eltern machen doch so Phasen durch. Ich fühle mich oft missverstanden und zu wenig gewürdigt und denke, dass er nicht weiß, wie anstrengend ein Tag mit Kind ist ( vor allem da sie nicht durchschläft). Er denkt jetzt aber nur an sein Glück und es macht mich sauer, dass er so lange nix gesagt hat und als er es angesprochen hat, waren ihm meine Bemühungen schon nicht mehr gut genug. Das nenne ich keine Chance und das habe weder ich noch die Kleine verdient.

    (Wie ihr seht, schwankt es bei mir zwischen todtraurig und wütend)

  7. gesperrt
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    AW: Bekommen wir noch eine Chance? Kämpfen mit Kind

    @New Age, dein Partner macht es,sich nicht leicht. Genauso wenig wie du möchte es die Familie zerstören und als der Böse dastehen, der sein Kind verlassen hat. Aber... Ich fürchte, er hat sich ebtliebt. Das sagt er durch die Blume, wenn er meint, ihm fehle die Motivation. Dagegen kannst du nichts machen, das muss er mit sich ausmachen. Wenn er dir das so sagen würde, wäre die Familie zerstört und die Verantwortung dafür will er nicht übernehmen.

  8. Avatar von paula0970
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    AW: Bekommen wir noch eine Chance? Kämpfen mit Kind

    Liebe New Age,

    leider kommt mir deine Geschichte sehr vertraut vor.Auch mir es es vor vielen Jahren so ergangen...wir hatten ein Häuschen gebaut,zwei tolle Söhne aber wir hatten durch die Geldsorgen,Baustress etc uns als Paar aus den Augen verloren.Ich aber dachte trotzdem keine einzige Sekunde über eine Trennung nach ,bis er sagte er weiss nicht mehr ob er so leben möchte, ob das alles war,ob er mich noch liebt ?Ich war am Boden zerstört weil ich schon spürte,dass etwas nicht passte aber nicht wie weit es schon war.
    Leider hat in so einer Krise jemand Dritter leichtes Spiel ,wass bei uns auch zutraf.
    Rede viel mit deinem Freund und hinterfrage auch ob jemand anders der Grund für seine Demotivation ist.

    Ich wünsche dir ,dass ihr alle Drei glücklich miteinander oder füreinander werdet

    Glg Paula


  9. Registriert seit
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    AW: Bekommen wir noch eine Chance? Kämpfen mit Kind

    Ihm geht es tatsächlich nicht gut und er meint, dass er sich wie ein A... fühlt. Die Frage ist, hat er sich wirklich entliebt oder sind die Gefühle nur überschattet? An jemand drittes glaube ich nicht, dafür ist er zu ehrlich. Die bevorstehende Belastung durch Haus und Finanzierung war wohl eine große Last.

    Aber warum dann einen Termin zu zweit bei der Therapeutin?

    Ich fühle mich überrannt. Zwar habe ich gemerkt, dass er in den letzten 2 bis 3 Monaten anders wurde, aber dass es schon so schlecht steht hätte ich nicht gedacht. Warum hat er dann ein Grundstück mit mir gekauft? Warum erst einen Urlaub mit Freunden gebucht? Was wird daraus nun?

    Ich weiß nicht, ob ihm wirklich bewusst ist das es für ihn, mich und unsere Tochter bedeutet.

    Ich habe Angst um mich und frage mich, wie ich mich von ihm jemals entliehen kann und auch nie eifersüchtig werde wenn wir doch wöchentlich Kontakt haben müssen.

    Auch um meine Tochter habe ich Angst. Ich will sie zu nichts zwingen. Eine Nacht bei Papa? Wäre jetzt undenkbar und ich hoffe er besteht darauf nicht. Weihnachten ohne meine Tochter? Kann ich mir nicht vorstellen, aber wir müssen ja einen Umfang finden.

    Vielleicht sollte ich erstmal meine Gedanken abschalten. Ein Schritt nach dem anderen.

  10. gesperrt
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    AW: Bekommen wir noch eine Chance? Kämpfen mit Kind

    Er will halt auch die Bilderbuchfamilie mit Haus und Kind. Aber er kann wohl nicht. Er will sich selbst quasi dazu zwingen, ein glücklicher Familienvater zu sein.

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