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  1. Registriert seit
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    Haben wir eine Chance

    Ich lese hier schon seit einiger Zeit mit und möchte mich nun mit meiner Geschichte zu Wort melden. Vielleicht kann mir jemand auch einen gute Rat geben.

    Ich bin 46 Jahre alt, seit 21 Jahren mit meiner 44-jährigen Frau verheiratet. Wir haben 4 Kinder im Alter von 6 – 18 Jahren. Vor 13 Jahren kauften wir unser gemeinsames EFH.

    Unsere Ehe lief bis vor ca. 5 Jahren recht stabil mit den üblichen Höhen und Tiefen. Dann vor 5 Jahren platzte bei mir eine berufliche Chance, die mich enorm weitergebracht hätte. Ich hatte seinerzeit alles versucht aber es klappte einfach nicht. Ab diesem Zeitpunkt bemerkte ich bei ihr einen Rückgang von Respekt und Vertrauen. Sex wurde seltener. Abwechslung oder Neues gab es gar nicht mehr. Wir stecken seitdem in der Krise. Darüber reden wollte sie nicht.

    Im Jahr 2015 begann sie wieder in Teilzeit zu arbeiten. Kurz danach war sie immer öfter am Handy und bewachte dieses auch permanent. Darauf angesprochen, hiess es nur, das seien Arbeitskollegen bzw. Freunde. Ich bräuchte mir deswegen keine Gedanken zu machen. Im Sommer 2016 eröffnete sie mir dann, dass sie keine Gefühle mehr für mich hätte. Auf die Frage nach Gründen dafür, was wir anders machen sollten, wo sie unzufrieden wäre, wich sie aus. Kurz darauf stellte sich dann heraus, dass sie einen Mann kennengelernt hatte, der 400 km entfernt wohnt und mit dem sie regelmässig schrieb und telefonierte.

    Unser Haus ist so aufgebaut, dass die Führung von 2 getrennten Wohnungen kein Problem ist. Die beiden Großen 15 und 18 wohnen seit Oktober 2016 mit mir im Erdgeschoss, sie mit den beiden kleinen oben. Ich sehe die beiden täglich und sie sind gerne bei mir. Die Beziehung zu dem anderen Mann ist seit Mitte November 2016 beendet. Nach ihren Aussagen, und das glaube ich ihr, ist ausser Telefonaten und Mailverkehr nichts gelaufen.

    Ich ging Ende November 2016 auf sie zu und fragte sie, ob sie sich vorstellen könnte, dass wir wieder zusammenfinden. Sie meinte, sie wolle das auch aber sie bräuchte einfach noch etwas Zeit, denn sie sei sich nicht sicher, ob sie mich noch liebt.

    Nun, ich gebe ihr diese Zeit. Wir gehen wieder regelmässig miteinander aus, verbringen manchen Abend miteinander, haben auch ein gemeinsames Wochenende ausser Haus verbracht und unterstützen uns gegenseitig.

    Jedoch kann sie sich bis heute nicht durchringen, wirklich wieder in die Beziehung zu starten. Wir führen in Abständen von 4 bis 8 Wochen immer wieder Gespräche über das Thema. Es kristallisiert sich dabei immer mehr heraus, dass sie zum Einen Angst hat, wieder in der Situation vor dem Kennenlernen des anderen Mannes zu landen. Zum Anderen hat sie Angst, das was geschehen ist, könnte zu einem Ungleichgewicht führen, da sie ja Dinge getan hat, die nicht so einfach zu verzeihen seien und sie damit nur schwer umgehen könne.

    Nun bin ich einigermaßen ratlos, da diese Hängepartie schon seit Monaten andauert und ich ehrlich gesagt, kein Ende sehe. Klar, ich könnte handeln. Aber die einzige Option zu handeln, wäre, den finalen Schlußstrich zu setzen. Mit diesem Gedanken habe ich schon mehrfach gespielt. Das Problem dabei ist, ich liebe sie und ich liebe meine Kinder.

    Vielleicht könnt ihr mir ja sagen, wie ihr darüber denkt und mir den einen oder anderen Tipp geben.

  2. Avatar von ja-aber
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    AW: Haben wir eine Chance

    Bei einem Bekannten hat dieser Prozess vier Jahre gedauert. Ich würde es nicht thematisieren (reden), sondern handeln. Behandle sie wie eine Frau, in die Du Dich frisch verliebt hast.

  3. Avatar von Scooter2
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    AW: Haben wir eine Chance

    Wolfgang,wäre es möglich,dass Du mit ihr sprichst und ihr die Beziehung öffnet,so dass beide Partner andere Partner haben könnten,wenn sie denn wollten.Wie fühlen sich die Kinder mit der jetztigen Lösung,fühlen sie sich wohl?
    Ich finde es gut wenn man sich so einrichten kann,wie ihr das derzeit habt;eine gewisse Nähe und doch nicht zu nahe und einigermassen anständig miteinander umgehen können.
    Hier Entsetzen über Menschen,die in KIK und Co. gehen mit dem Spruch auf den Lippen:dann können sich die Kinder was zu Essen kaufen(die,die arbeiten müssen anstatt zur Schule gehen zu können)....den eigenen Enkel aber praktisch vergolden


  4. Registriert seit
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    AW: Haben wir eine Chance

    Zitat Zitat von ja-aber Beitrag anzeigen
    Bei einem Bekannten hat dieser Prozess vier Jahre gedauert. Ich würde es nicht thematisieren (reden), sondern handeln. Behandle sie wie eine Frau, in die Du Dich frisch verliebt hast.
    Kannst du mir etwas mehr darüber erzählen, wie dieser Prozess bei deinen Bekannten ablief?


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    AW: Haben wir eine Chance

    Zitat Zitat von Scooter2 Beitrag anzeigen
    Wolfgang,wäre es möglich,dass Du mit ihr sprichst und ihr die Beziehung öffnet,so dass beide Partner andere Partner haben könnten,wenn sie denn wollten.Wie fühlen sich die Kinder mit der jetztigen Lösung,fühlen sie sich wohl?
    Ich finde es gut wenn man sich so einrichten kann,wie ihr das derzeit habt;eine gewisse Nähe und doch nicht zu nahe und einigermassen anständig miteinander umgehen können.
    Die Kinder kommen damit recht gut klar. Sie haben permanent Zugang zu uns beiden. Wir regeln und unternehmen Vieles gemeinsam. Eine Öffnung der Beziehung kann ich mir nicht vorstellen. Zum Einen ist mir Exklusivität wichtig. Zum Anderen wüsste ich nicht, wie ich das meinen Kindern beibringen sollte.


  6. Registriert seit
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    AW: Haben wir eine Chance

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    Die Kinder kommen damit recht gut klar. Sie haben permanent Zugang zu uns beiden. Wir regeln und unternehmen Vieles gemeinsam. Eine Öffnung der Beziehung kann ich mir nicht vorstellen. Zum Einen ist mir Exklusivität wichtig. Zum Anderen wüsste ich nicht, wie ich das meinen Kindern beibringen sollte.
    Ob ihr eure Beziehung öffnet oder nicht​, geht deine Kinder nun rein gar nichts an.


  7. Registriert seit
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    AW: Haben wir eine Chance

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen

    Wir führen in Abständen von 4 bis 8 Wochen immer wieder Gespräche über das Thema.

    Lass das einfach, es ist doch inzwischen alles gesagt, da wird es keine neuen Erkenntnisse mehr geben, oder?

    Werde etwas eigenständiger und zeige ihr nicht deine Bedürftigkeit (lass den Dackelblick weg), denn das ist nicht wirklich attraktiv und begehrenswert.

    Bist Du jeden Abend zuhause, oder verbringst Du auch mal Zeit mit Freunden oder guten Bekannten, oder kümmerst dich um ein Hobby, suchst irgendwo Ausgleich, etc., pp.?

    lg jaws


  8. Registriert seit
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    AW: Haben wir eine Chance

    Zitat Zitat von jaws Beitrag anzeigen
    Lass das einfach, es ist doch inzwischen alles gesagt, da wird es keine neuen Erkenntnisse mehr geben, oder?

    Werde etwas eigenständiger und zeige ihr nicht deine Bedürftigkeit (lass den Dackelblick weg), denn das ist nicht wirklich attraktiv und begehrenswert.

    Bist Du jeden Abend zuhause, oder verbringst Du auch mal Zeit mit Freunden oder guten Bekannten, oder kümmerst dich um ein Hobby, suchst irgendwo Ausgleich, etc., pp.?

    lg jaws
    Ich bin regelmäßig mit Freunden/Bekannten unterwegs. Ich sitze nicht permanent zuhause. Ich unternehme auch viel mit den Kindern ohne sie.

    Ich führe meinen Haushalt mit den beiden großen komplett eigenständig.

    Dass da wohl keine neuen Erkenntnisse rauskommen, dürfte ziemlich hinkommen.

    Vielleicht hast du Recht und ich sollte einfach etwas mehr das Leben genießen; unabhängig von ihr.

  9. Avatar von Scooter2
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    AW: Haben wir eine Chance

    Das mit der Exklusivität ist ja schon nicht mehr gegeben...
    Ja,lebe Dein Leben eigenständiger,das tut Dir und Deinen Kindern gut.Im Übrigen kann man eine Öffnung der Ehe den Kindern sehr gut erklären,sie begreifen ja jetzt schon vieles;es muss ja nicht alles und jedes Detail erwähnt werden.Derzeit besteht doch wohl auch noch kein Bedarf diesbezüglich.
    Hier Entsetzen über Menschen,die in KIK und Co. gehen mit dem Spruch auf den Lippen:dann können sich die Kinder was zu Essen kaufen(die,die arbeiten müssen anstatt zur Schule gehen zu können)....den eigenen Enkel aber praktisch vergolden

  10. Moderation Avatar von Sternenfliegerin
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    AW: Haben wir eine Chance

    Hallo Wolfgang,

    herzlich Willkommen in diesem Forum.

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    Ich lese hier schon seit einiger Zeit mit und möchte mich nun mit meiner Geschichte zu Wort melden. Vielleicht kann mir jemand auch einen gute Rat geben.

    Ich bin 46 Jahre alt, seit 21 Jahren mit meiner 44-jährigen Frau verheiratet. Wir haben 4 Kinder im Alter von 6 – 18 Jahren. Vor 13 Jahren kauften wir unser gemeinsames EFH.

    Unsere Ehe lief bis vor ca. 5 Jahren recht stabil mit den üblichen Höhen und Tiefen. Dann vor 5 Jahren platzte bei mir eine berufliche Chance, die mich enorm weitergebracht hätte. Ich hatte seinerzeit alles versucht aber es klappte einfach nicht. Ab diesem Zeitpunkt bemerkte ich bei ihr einen Rückgang von Respekt und Vertrauen. Sex wurde seltener. Abwechslung oder Neues gab es gar nicht mehr. Wir stecken seitdem in der Krise. Darüber reden wollte sie nicht.


    Vielleicht könnt ihr mir ja sagen, wie ihr darüber denkt und mir den einen oder anderen Tipp geben.

    Ich habe Dir den für mich herausspringenden Schlüsselsatz oben hervorgehoben.

    Hier sehe ich tatsächlich die Wurzel Eurer Probleme, verstärkt noch durch den zweiten:

    Darüber reden wollte sie nicht
    Vielleicht konnte sie damals nicht darüber reden, weil sie es selbst nicht in Worte fassen oder sogar selbst ihre Gefühle nicht fassen/greifen konnte, vielleicht wollte sie tatsächlich nicht.
    Vielleicht wollte sie Dich - und Eure gemeinsame große Familie- auch tatsächlich "schützen" vor ihren Empfindungen oder diese waren (noch?) so diffus, daß sie sie zwar spürte, nicht aber verstehen und damit benennen konnte.

    Ich habe da so eine bestimmte Idee, in welche Richtung es gegangen sein könnte.

    Falls sie damals nicht wollte/konnte, ist das verständlich, nun wäre es aber an der Zeit, diese Thematik erneut anzusprechen.


    Eure Ehe ist darüber und die sich daraus vollziehende emotionale Entfernung praktisch zerbrochen, es ist viel Zeit seitdem vergangen und vielleicht ist sich Deine Frau auch mittlerweile klarer, was damals in ihr "zerbrach" oder ihr bewußter wurde, denn so wirkt das auf mich.

    Da Du selbst von "Respekt und Vertrauen" schreibst, die sie verlor, wird die Situation damals auch für sie sehr intensiv gewesen sein.

    Du brauchst hier dazu nichts zu schreiben, es ist eine reine Vermutung von mir (anhand eigener Erfahrungen), aber könnte es sein, daß Du das Scheitern dieser beruflichen Chance als das eigentliche Problem wahrgenommen hast, sie aber Dein Verhalten in dieser Phase?

    Z.B. Egozentrik in dieser Zeit, also Fokussierung lange nur auf den Beruf und nicht auf sie und die Kinder?

    Denn da Du von Vertrauensverlust schreibst, deutet das für mich in so eine Richtung.

    Eine Frau verliert normalerweise nicht ihr Vertrauen und ihren Glauben in einen gestandenen, berufserfahrenen Mann, nur weil eine berufliche Chance sich nicht erfüllt. Das kennen wir alle und da spielen ja meist mehr Faktoren rein.

    Aber man ist durchaus zutiefst enttäuscht, wenn sich ein Mann voller Kraft, Energie und mit viel Zeitaufwand in ein Projekt stürzt, das ihn voll in Anspruch nimmt - und man sehr langfristig viel zu wenig gesehen wird, zu sehr "geliebtes Beiwerk" ist und nicht genug wahrgenommener Partner.

    Den Respekt-Aspekt würde ich an Deiner Stelle unbedingt auch intensiver beleuchten,
    es könnte einerseits je nach Situation tatsächlich so sein (für mich schwer vorstellbar), andererseits könnte es auch etwas sein, was Du so interpretiert und damit "gesehen" hast und es war ganz anders, siehe oben.

    Für Dich manifestierte sich da meiner Interpretation nach ein anderes Bild als für sie- und Eure unterschiedlichen Wahrnehmungen und Interpretationen haben die Kluft zwischen Euch noch vergrößert.


    Aber egal wie, das Wichtigste wäre, jetzt über all das in Ruhe und Zugewandtheit wieder ins Gespräch zu kommen.

    Gerade, daß sie sich einem anderen Mann schreibend und telefonierend zugewandt hatte ist für mich ein Hinweis, daß sie Dir gegenüber verstummt ist und daß Du nur dann wieder Zugang zu ihrem Herzen bekommen kannst, wenn Ihr beide wieder ins Gespräch kommt.

    Wie wäre es, falls sie dazu bereit ist, wenn Ihr z.B. einmal in der Woche oder im Monat einen Spaziergang macht oder einen Ausflug und dabei solche Themen besprecht.

    Ich würde sie fragen, wo Du sie verletzt und enttäuscht hast (ich vermute es in dieser Job-Chance-Phase) und ich würde sie zu ihren Wünschen an Dich, die Familie, sich selbst und ihr Leben, zu ihren Träumen und Hoffnungen befragen und ihr genauso von Deinen erzählen.

    Ihr seid verstummt, Ihr kennt einander gar nicht mehr wirklich, Ihr habt Euch emotional verloren,
    dieser schreibende Mann wußte zu dieser Zeit und vielleicht insgesamt sehr wahrscheinlich viel mehr von ihr als Du seit längerer Zeit.


    Wie Du Dir denken kannst nach meinem Beitrag, vermute ich einige Parallelen zu eigenen Erfahrungen.



    Dir und Euch alles Gute.
    I don´t know where I´m going- but I´m on my way... Carl Sagan

    Vielleicht geht es auf dem Weg gar nicht darum, irgendwas zu werden.
    Vielleicht geht es darum, alles abzuwerfen, was wir nicht sind,
    so daß wir das sein können, wofür wir bestimmt sind.
    Paulo Coelho



    Moderatorin in den Foren: Beziehung im Alltag und Der "gebrauchte" Mann- ansonsten normale Nutzerin
    Geändert von Sternenfliegerin (16.04.2017 um 10:34 Uhr)

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