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  1. Avatar von silberklar
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    AW: Haben wir eine Chance

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    Hättest du über Monate hinweg mit einem fremden Mann solche Nachrichten ausgetauscht, könntest du dann so einfach einen Neuanfang starten? Würdest du die Nachrichten offenbaren? Würdest du sie für dich behalten? Würden sie dich belasten?
    Ist es wirklich so ein riesen Problem, dass die Frau mit einem Mann Nachrichten austauschte? Da wird geflirtet, ein bißchen geträumt und fabuliert. Geht davon die Welt unter? Ist ja schließlich auch vorbei.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass das für jemanden genau so schlimm ist, wie wenn die Frau mit dem Mann regelmäßig im Bett gewesen wäre. Für mich ist das ein riesiger Unterschied und beides wäre nicht miteinander zu vergleichen.

    Das Problem ist, dass deine Frau ihre Gefühle für dich nicht mehr präsent hat. Aber Schreiberei, bitte, da sind die Gekränktheitsschwellen schon sehr niedrig, wenn die so ein Erdbeben auslöst, das nichts Schlimmeres mehr hätte passieren können.

    Die Nachrichten sollten natürlich für sich behalten werden, denn, was sollen sie dem Partner bringen außer ihn zu verletzen.
    Mich persönlich würde es sowohl belasten solche Nachrichten vom Partner zu lesen als auch selbst welche heimlich auszutauschen.
    Durchsage:

    "Achtung, es wurde eine herrenlose Damenhandtasche gefunden ..."


  2. Registriert seit
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    AW: Haben wir eine Chance

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen

    Dass hier evtl. mehr gelaufen sein könnte, was sie mir bisher nicht offenbaren wollte, um mich zu schützen, wäre möglich. Dieses Thema meidet sie sehr und hat das Gespräch darüber bisher immer sehr schnell unterbunden. Sie versucht es zu bagatellisieren, so in der Art: "Es ist ja eigentlich ausser ein paar Nachrichten und Telefonaten gar nichts gewesen." Klar, sind solche Gesprächsthemen für sie nicht angenehm. Aber sie meidet sie so sehr, dass das schon mein Misstrauen weckt. Sie verwendete bei allen Gesprächen um dieses Thema auch immer die selben Worte und Sätze, was darauf hindeuten könnte, dass sie hier etwas zu verbergen versucht.


    Das müsst ihr klären, Du musst in dieser Angelegenheit die Wahrheit wissen, sonst wird dies immer zwischen euch stehen.

    Fordere sie auf dir in dieser Hinsicht das wahre Geschehen mitzuteilen, aber versichere ihr auch, dass Du weiterhin bereit bist, in eure Ehe zu investieren.

    Sie braucht dir keine Einzelheiten mitzuteilen, das große Ganze ist ausreichend.

    Hast Du sie inzwischen schon gefragt, wie stark deine berufliche Laufbahn ihre Entscheidung beeinflusste?

    lg jaws


  3. Registriert seit
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    AW: Haben wir eine Chance

    @silberklar

    Natürlich wären ein paar Flirt-Mails mit einer fortgesetzten intimen Nebenbeziehung nicht zu vergleichen. Dieser Vergleich ist jedoch hier nicht zutreffend.

    Zum Einen lebt er 500 km weit weg. Daher war dauerhafter direkter Kontakt gar nicht möglich. Zum Anderen gingen die Nachrichten wohl doch ein Stück über reinen Flirt und Träumerei hinaus. Sie hatte sich, bevor er Schluss machte, vorgenommen, ihre Koffer zu packen und in seine Nähe zu ziehen. Die emotionale Affäre wurde von ihm unter einem Vorwand beendet. Sie konnte also nie durch den Alltag entzaubert werden. Sie redet darüber nicht aber ich denke, in ihren Gedanken ist er bzw. die Gefühle, die er in ihr hervorrief immer noch präsent.

    Ich habe über das, was da wohl geschrieben wurde, ziemlich klare Vorstellungen. Lesen möchte ich die Nachrichten aber nicht. Zum Einen wäre das eine Demütigung, die ich ihr nicht zumuten wollte. Zum Anderen kann ich mir im Groben schon denken, was drin steht. Es würde nur zusätzlich belasten, das alles wieder aufzurühren. Die Geschichte ist vorbei und sollte daher auch irgendwann zu den Akten gelegt werden. Wäre das für mich eine zu große Verletzung, würde ich hier ganz bestimmt nicht in dieser Art und Weise schreiben.

    Eben das, was du im letzten Satz ansprichst, sehe ich genauso. Wäre ich an ihrer Stelle, würde ich die Nachrichten auch nicht offenbaren. Sie würden mich jedoch definitiv belasten. Vor allem dann, wenn ich mit der Affäre emotional noch nicht wirklich abgeschlossen hätte.


  4. Registriert seit
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    AW: Haben wir eine Chance

    @jaws

    Sie hat mir versichert, dass keine intimen Kontakte stattfanden. Das glaube ich ihr.

    Mit "mehr gelaufen" meine ich, dass die Kommunikation über Flirt und Träumerei hinausging und sie wirklich, ich hatte das eben schon geschrieben, eine tiefere Beziehung zu diesem Mann sah und diese Geschichte, die von ihm unter einem Vorwand beendet wurde, in ihr immer noch präsent ist.

    Eben an diesem Punkt aber blockt sie ab, wird einsilbig und versucht pauschal zu bagatellisieren. Wenn in solchen Gesprächen weisse Flecken auftauchen, die vom Gegenüber geschützt werden, dann macht man sich darüber natürlich Gedanken.

    Über die Auswirkungen meiner beruflichen Laufbahn haben wir schon gesprochen. Das ist aber schon eine Weile her. Sie sagte mir, sie hätte immer zu mir aufgeschaut. Ich sei irgendwie immer ihr "Held" gewesen, weil ich immer alles hätte regeln können. An diesem Punkt hätte dieses Bild Risse bekommen und die Anziehung hätte nachgelassen. Sie hätte danach erwartet, dass ich die Firma verlasse, was sie mir aber nie sagte. Ich sah dazu auch keine Veranlassung, hatte ich durch die angedachte neue Position ja schon deutlich mehr Gehalt und Kompetenzen bekommen.
    Geändert von Wolfgang11 (17.04.2017 um 13:45 Uhr) Grund: Eränzung


  5. Registriert seit
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    AW: Haben wir eine Chance

    Mal einfach dich als Frau gefragt. Hättest du über Monate hinweg mit einem fremden Mann solche Nachrichten ausgetauscht, könntest du dann so einfach einen Neuanfang starten? Würdest du die Nachrichten offenbaren? Würdest du sie für dich behalten? Würden sie dich belasten?
    Lieber Wolfgang,

    deine Frage ist für mich nicht abstrakt, sondern ich antworte dir jetzt aus tiefer eigener Erfahrung, weil genau damit unser Schlingerkurs vor drei Jahren begann.

    (Das stimmt so aber auch nicht, weil der Schlingerkurs eigentlich damit begann, dass wir uns soweit voneinander entfernt hatten, dass das überhaupt möglich war. Oder besser gesagt, dass ich meinem Mann nicht zeigte, wie wichtig er mir nach all den Jahren noch ist, wie anziehend ich ihn finde und dass ich ihn wertschätze, obwohl es eben gerade nicht der superduper Karierertyp ist oder anders herum betrachtet, dass er es irgendwie nicht mehr bemerkte, wenn ich es tat. Das gemeinsame gut funktionierende Leben war eine Selbstverständlichkeit. Und der Schlingerkurs begann auch damit, dass wir für unsere beider Bedürfnisse nicht mehr genug Körperkontakt hatten. Wir schliefen zwar miteinander, aber wir hatten getrennte Schlafzimmer, weil mich sein Schnarchen oft nicht schlafen ließ.)

    Mein Mann lernte eine junge, nette Frau kennen und verguckte sich in sie und wollte es nicht so recht wahr haben.
    Schrieb ihr nette Mails mit liebevollen Worten voller Sehnsucht, schickte ihr kleine Aufmerksamkeiten, telefonierte mit ihr, .., - und irgendwann hinter her erzählte er mir in Häppchen davon. Und er zeigte mir anfangs nicht, was er geschrieben hatte, versuchte mich mit den Worten, sie wäre mir so ähnlich, zu beruhigen (Wie beruhigend! ha, ha) ... und ich fühlte mich nicht mehr sicher, fühlte mich nicht mehr wertgeschätzt, fühlte sie und ihre Bedürfnisse über mich gestellt ("Ich habe ihr versprochen, Dir nicht zu zeigen, was wir geschrieben haben." ...)

    Ich habe versucht zu vertrauen, denn mein Mann hat am Silberhochzeitsfest in einer feinen freien Feier mit unseren Freunden das Eheversprechen erneuert. Dann waren wir ohne Kinder ein paar Tage unterwegs und es stellte sich heraus, dass er mit ihr immer noch Kontakt hatte. Gefühlt tat sich der Boden unter meinen Füßen auf und ich kam auf der anderen Seite der Welt wieder heraus. Tränen, Vorwürfe, Streit,... Unsicherheit.

    Und diese Unsicherheit ist nicht lustig. Immer, wenn ich wieder sicherer wurde, zu vertrauen begann, kam ein Nachschlag. Ich muss jetzt nicht alles aufzählen. Es waren eigentlich Kleinigkeiten, aber durch meine Bewertung ergaben sie immer den einen Schluss: Sie ist ihm wichtiger. Ich reiche ihm nicht aus. Und vor allem, ich kann ihm nicht vertrauen... Übrigens, das Lesen der ganzen Mails hat bewirkt, dass ich vergangenes Ostern wütend unser Hochzeitsalbum zerrissen habe. Würde ich heute nicht mehr tun, also die Mails lesen. Denn ich weiß, auch aus eigener Erfahrung, dass da wie eine Parallelwelt entsteht, die gar nichts mit dem eigenen Partner zu tun hat.

    Es war nie mehr als das Geschreibe, Telefonieren, die Unehrlichkeit... Aber auch das war für mich zu viel. Für Frauen wiegt der emotionale Betrug oft schwerer als der körperliche, vor allem, wenn es über einen langen Zeitraum geht.

    Irgendwann dachten wir, wir wären wieder beieinander angekommen, aber wir waren lange noch nicht wirklich durch
    ... und experimentierten in Richtung Öffnung der Beziehung. Das hatte seinen Ursprung viel früher und wäre jetzt ein bisschen lang zu beschreiben. Aber, ich lernte einen Mann kennen, der mich in den kurzen aus der Zeit gefallenen Augenblicken der Begegnung sehr wertschätzte und den ich sehr anziehend fand, weil er mich so wertschätzte und begehrte. Das ergab dann die nächste Achterbahnfahrt. Ich war immer offen zu meinem Mann und ich habe mich in den anderen Mann nicht verliebt, ... und dennoch erschütterte ihn diese Situation verständlicher Weise.

    Fazit ist, wir haben gesprochen, gesprochen, gesprochen und dabei immer versucht, den eigenen Blickwinkel loszulassen und aus der Perspektive des anderen darauf zu schauen. Wir haben uns völlig neu und bis auf den Grund kennengelernt, jeder sich selbst und den anderen. Wir wissen beide, was wir am anderen Wertschätzen. Wir kennen unsere Schatten, wir kennen die Schatten des anderen. Wir wissen, um unsere Vergangenheit. Wir kennen unsere Lebensthemen und wissen, was sie miteinander zu tun haben. Wir können beide anerkennen, dass wir Fehler machen. Wir haben beide viel dazu gelernt und wir vertrauen uns wirklich, weil wir beide den anderen wertschätzend durch den Schlamassel durchgekommen sind. Wir wollten uns nie bewusst verletzten und haben es dennoch getan.

    Mein Kindheitstheme ist, dass ich niemanden vertrauen, sondern mich letztendlich immer nur auf mich selbst verlassen kann. Genau da hat mich mein Mann getroffen als ich nicht mehr wusste, woran ich bin.



    So, zu deinen Fragen:

    Ja, ich kann einen Neuanfang wagen, nachdem über Monate hinweg mit einem fremden Menschen Nachrichten ausgetauscht wurden. (und der Neuanfang kann sich wirklich lohnen.)

    Heute würde es keine langen Nachrichten, die geheim sind mehr geben. Von beiden Seiten. Sondern sehr schnell ein Gespräch, wo man gerade ist. Offenheit also. (Ich weiß, dass das Kopfkino alles noch viel schlimmer macht. Deshalb würde ich die Nachrichten zeigen. Aber das setzt das Vertrauen voraus, dass der andere das mit der Brille der Vergangenheit liest und nicht aus dem Jetzt heraus. Ich habe das nicht geschafft. Mich haben die Worte aus der Vergangenheit in der Gegenwart verletzt. Das hat uns das Hochzeitsalbum gekostet.)

    Uns hat es geholfen, viel gemeinsam zu lesen und darüber zu sprechen.

    So, wir wollten aber beide unsere Beziehung weiter leben und haben gerüttelt und gefegt, uns gehalten und uns ausgehalten bis alles durchfühlt, durchlitten, geweint, gesagt und verstanden war. (3 Jahre lang!!!) Wir wollten uns. Nicht um der gemeinsamen Kinder willen, nicht um der gemeinsamen Vergangenheit willen, sondern weil wir miteinander zu tun haben auch in einem zuküftigen Sinne, weil wir den anderen immer noch spannend, inspirierend, erregend für das eigene Sein finden, weil da immer noch eine enorme Anziehungskraft zusammen mit einer großen Vertrautheit ist, weil da immer noch ganz viel zwischen uns strömt, weil der andere immer noch überraschend ist.

    Liebe Grüße


  6. Registriert seit
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    AW: Haben wir eine Chance

    Nachtrag:

    Lieber Wolfgang,
    wenn ich deine Worte nochmal lese, lese ich immer wieder, sie will eigentlich nicht. Ihr Bild von Dir hat Risse bekommen und damit die Anziehung nachgelassen. Sie weiß nicht, sie ist sich unsicher...

    Auch wenn ich mich wiederhole, Paar-Beziehung, das sind zwei Menschen.
    Wenn von ihr nichts kommt, dann ist aus meiner Sicht die Suppe gelöffelt.

    Und, du machst es ihr superbequem. Wenn man/frau sehr im Alltag eingerichtet ist, warum sollte man/frau sich da für den anderen anstrengen. Sie wohnt bequem in der Wohnung, du unterstützt sie, ihr lebt Alltag, unternehmt etwas als Familie, als Paar auch?, aber sie bekennt sich nicht zu dir - das wäre mir zu lau, zu lau für die Mitte des Lebens.

  7. Moderation Avatar von Charlotte03
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    AW: Haben wir eine Chance

    Ganz wunderbar beschrieben und aufgedröselt @einfach_ nur_ich
    Genieße deine Zeit.
    Denn du lebst nur jetzt & heute.
    Morgen kannst du gestern nicht nachholen und später kommt früher, als du denkst.
    Moderatorin in "Schule, Uni, Studium und Ausbildung" "Gehören Kinder zu einem erfüllten Leben dazu?" und...Userin


  8. Registriert seit
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    AW: Haben wir eine Chance

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen

    An diesem Punkt hätte dieses Bild Risse bekommen und die Anziehung hätte nachgelassen. Sie hätte danach erwartet, dass ich die Firma verlasse, was sie mir aber nie sagte.

    Musst Du entscheiden, ob Du tatsächlich noch einmal mit deiner Frau weitermachen willst, meines wäre es bei solchen Vorgaben wohl eher nicht, aber ich weiß auch selbst, wie schwierig eine Trennung mit mehreren Kindern ist.

    M.E. zeigt deine Frau viel zu wenig Engagement zur Erhaltung der Ehe, wenn sie da wirklich etwas erreichen möchte, müsste einfach viel mehr von ihrer Seite aus kommen.

    Und ich stimme hier @einfach nur ich zu, dass sie es viel zu einfach und bequem hat, denn sie erkennt ja gar nicht, was tatsächlich bei einer Trennung auf euch alle zukommen würde.

    Und genau das solltest Du ihr sagen, und das darf auch mal mit offenen Worten übermittelt werden, und muss nicht schonungsvoll und zurückhaltend sein.

    lg jaws


  9. Registriert seit
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    AW: Haben wir eine Chance

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen

    Wir sind laufend im Gespräch. Wir sehen uns täglich, verbringen Abende miteinander, gehen miteinander aus, schreiben uns Nachrichten und sind uns zumindest in Worten über den Neuanfang und wie dieser aussehen soll, einig. Wenn es dann aber ans Handeln geht, bekommt sie Angst und rudert zurück.
    Ich frage mich, ob Du den Kontakt nciht mal radikal runterfahren solltest. Du musst sie mal aus ihrer Komfortzone herausholen.
    Zutreffend sagst Du, dass Du sie nicht drängst. Sie steht ja auch nicht unter Druck, weil sie Deiner völlig sicher ist.
    Erst wenn sie sieht, dass Du Dich von ihr abwenden könntest, kommt wieder Bewegung in die Sache.

    Mein Vorschlag wäre, nur Dinge wegen der Kinder zu besprechen, ansonsten nichts.
    Geh raus, kümmere Dich um Dich, mach Sport, triff Freunde. Sie aber lässt Du links liegen.

    Wie soll sie Dich denn vermissen, wenn Du dauernd da bist?

  10. Avatar von Marta-Agata
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    AW: Haben wir eine Chance

    Wolfgang, liest du hier noch?
    Wie geht es dir?

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