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  1. Registriert seit
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    AW: Haben wir eine Chance

    Zitat Zitat von einfach_nur_ich Beitrag anzeigen
    Kannst du denn verzeihen, wenn das ihre große Sorge ist?

    Verzeihen ist von meiner Seite aus nicht das wirkliche Problem. Das weiss sie auch. Ich bin nicht nachtragend und menschliche Schwächen sind mir durchaus vertraut. Der Neuaufbau von Vertrauen wäre da schon schwieriger. Dazu wäre Offenheit notwendig, an der es eben hapert. Die Sache mit dem anderen Mann beschränkte sich nach ihren bisherigen Aussagen auf zwei kurze Treffen bei ihr auf Arbeit, also keine Intimität und Nachrichten bzw. Telefonate. Dass hier evtl. mehr gelaufen sein könnte, was sie mir bisher nicht offenbaren wollte, um mich zu schützen, wäre möglich. Dieses Thema meidet sie sehr und hat das Gespräch darüber bisher immer sehr schnell unterbunden. Sie versucht es zu bagatellisieren, so in der Art: "Es ist ja eigentlich ausser ein paar Nachrichten und Telefonaten gar nichts gewesen." Klar, sind solche Gesprächsthemen für sie nicht angenehm. Aber sie meidet sie so sehr, dass das schon mein Misstrauen weckt. Sie verwendete bei allen Gesprächen um dieses Thema auch immer die selben Worte und Sätze, was darauf hindeuten könnte, dass sie hier etwas zu verbergen versucht.

    In diesem Fall würde ihr Zaudern und Zögen natürlich Sinn machen. Nur, wie spricht man das an, ohne gleich den Vorwurf von Lüge und Betrug zu erheben?


  2. Registriert seit
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    AW: Haben wir eine Chance

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Was wäre denn dieses Handeln und wie soll der Neuanfang aussehen?
    Geht es darum, dass die Wäsche wieder zusammen gewaschen wird, oder dass es wieder Sex gibt oder ... ?

    Es müsste ja tatsächlich geachtet werden, dass ihr nicht wieder "in altes Fahrwasser" geratet.

    Ich verstehe auch nicht, in welchem Sinne du gescheitert sein solltest bzw. warum sie dich so sieht.
    Was mir aber auffällt, ist, dass euer jüngstes Kind 6 Jahre alt ist und das alles vor 5 Jahre war - da war also Kleinkindphase und da verlieren sich viele Paare ein Stückweit - und es ist nicht untypisch, dass sich die Frau "alleine gelassen" fühlt.
    Unter Handeln verstehe ich das, was besprochen wird, auch durch Taten mit Leben zu füllen. Wenn es aber daran geht, rudert sie immer wieder zurück und stellt einmal gemeinsam aufgestellte Pläne wieder in Frage.

    Wäsche waschen wäre wohl das kleinste Problem. Sex ja, aber natürlich nicht nur. Das Ganze erstreckte sich von der Aufteilung der Hausarbeit über ihren sowie meinen Job, die Betreuung und Erziehung der Kinder, gemeinsame Unternehmungen, Urlaub, Freiräume für Einzelaktivitäten, emotionale Nähe bis zu Leidenschaft und natürlich Sex.

    Dass wir dabei nicht in das alte Fahrwasser geraten dürfen, ist uns beiden sehr bewusst. Wie das vermieden werden kann, darüber haben wir gesprochen.
    Geändert von Wolfgang11 (16.04.2017 um 23:04 Uhr) Grund: Ergänzung

  3. Inaktiver User

    AW: Haben wir eine Chance

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    Unter Handeln verstehe ich das, was besprochen wird, auch durch Taten mit Leben zu füllen. Wenn es aber daran geht, rudert sie immer wieder zurück und stellt einmal gemeinsam aufgestellte Pläne wieder in Frage.
    Was macht das denn mit Dir? Bist Du da nicht total traurig und stinkwütend bei so einem Verhalten ihrerseits? Und was sagt sie denn, warum sie sich nicht daran hält dann in der Praxis? Ein schlauer Mensch hat mal gesagt: Eine Partnerschaft sollte man behandeln wie eine dritte Person - wie eine beste Freundin, sprich jeder der zwei Beteiligten schaut auf die "Dritte" (die Partnerschaft) wie auf die beste Freundin.

  4. Avatar von Marta-Agata
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    AW: Haben wir eine Chance

    Wolfgang, verstehe ich richtig, dass ihr sozusagen eine "Blaupause" besprochen habt, wie der Neuanfang aussehen soll - aber davon werden noch nicht einmal Schritte umgesetzt?

    Und ich wiederhole noch einmal meine Frage, ob ihr manchmal streitet.


  5. Registriert seit
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    AW: Haben wir eine Chance

    @Vienna_

    Natürlich bin ich nach einem Rückzug enttäuscht und wütend. Alles Andere wäre ja wohl nicht normal. Sie vertröstet mich damit, dass sie eben noch etwas Zeit braucht.

    Hier wirds dann problematisch. Druck aufzubauen, wäre sicher kontraproduktiv. Keinen Druck aufzubauen bedeutet dann erst mal wieder Stillstand.


    @Marta-Agata

    Ja, dein Vergleich mit der Blaupause trifft es ganz gut. Die Umsetzung jedoch wird von ihr verzögert und erst mal in die Zukunft verlagert.

    Ja, wir streiten auch manchmal. Meist geht es dabei aber nicht um unsere aktuellen Probleme sondern um alltägliche Dinge.


  6. Registriert seit
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    AW: Haben wir eine Chance

    Lieber Wolfgang,

    Verzeihen ist von meiner Seite aus nicht das wirkliche Problem.
    hm, wenn du verzeihen könntest, wäre es denn ein Problem, wenn da mehr gewesen wäre? Oder wäre es unwichtig, um einen Neuanfang willen.

    Vielleicht noch ein wenig mehr von mir/uns. Vielleicht findest du eine Ähnlichkeit zu deinen Fragen. Als wir noch gar nicht so lange verheiratet waren, sechs Jahre oder so, stellten wir unser Leben ziemlich auf den Kopf und mein Man hatte es erst einmal schwer, im neuen Leben Fuß zu fassen. Er zog sich zurück, war für mich nicht mehr so greifbar...und ich verguckte mich in einen anderen Mann. Ich bin aber eine Treue Seele, so grundsätzlich. Deshalb habe ich meine Gefühle in Gedichte gesteckt, die der andere nie erhalten hat. Ich habe das ganze Verliebtsein über die Gedichte veratmet, bis es wieder weg und ich bei meinem Mann angekommen war. Kurz nach der Geburt unseres dritten Kindes - also ungefähr acht Jahre später - habe ich meinem Mann alten Papierkram zum Wegschmeißen in die Hand gedrückt. Kalender, Notizbücher, Zettelei,.. Du ahnst, was dabei war. Lange konnte er mir nicht glauben, dass da nie etwad gelaufen ist, Dass der andere von meinen Gefühlen nicht mal etwas gewusst hat. Er hat sich irgendwann - als wir unser Leben wieder einmal sehr umkrempelten - entschieden, loszulassen, weil ihm bewusst wurde, wenn da etwas gewesen wäre, wäre es unwichtig, weil ich bei ihm bin und nicht bei dem anderen Mann. Heute weiß er, dass da wirklich nichts war, weil er meinen Worten glauben kann. Damals aber bin ich hoch und runter gesprungen, weil keines meiner Worte glauben fand. Ich war schon nah dran, eine Affaire zu erfinden, damit er endlich etwas Greifbares hat.

    Ich glaube (oder ich weiß von uns) vertrauen kann man/frau nur, wenn dem Gefühlen und dem Schmerz des Partners Raum gibt und nach langen Beziehungssjahren gibt es einfach Unerlöstheiten. Ich hatte z.B. meinem Mann lange nachgetragen, dass er mit dem Verlust eines unserer Kinder nicht genauso trauernd umgegangen ist, wie ich. Heute verstehe ich ihn und er mich. Reden ist Gold, wenn es ohne Vorwurf gelingt, mit dem Ziel, den anderen wirklich noch mal kennenlernenzuwollen, ihn neu zu entdecken. Die Brille, die in über 20 Jahren entstanden ist, abnehmen und schauen, wie ist der andere wirklich.

    Die ganze Wahrheit ist für den anderen manchmal auch schwer vor sich selber auszuhalten. Es hat lange gedauert bis mein Mann verstehen und anschauen konnte, was sein Anteil an unserem Schlingerkurs war, weil es für ihn selbst nicht aushaltbar war, mich so verletzt zu haben und für mich hat es genau das gebraucht, um mir all seinen Schmerz bis auf den Grund anhören zu können...aber ohne Vorwurf.

    Ich vertraue meinem Mann wie nie zuvor und er mir auch, aber den Satz kann ich noch nicht lange so schreiben.

    Klärt, ob ihr einen Versuch wagen wollt, ob ihr noch neugierig auf euch seid, ob die Beziehung es euch wert ist, auszuhalten, dass man den anderen auch verletzen kann, obwohl man ihn liebt, weil man vielleicht gerade zu sehr bei sich selbst ist und welcher Weg der richtige ist, um zueinander zu finden.


  7. Registriert seit
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    AW: Haben wir eine Chance

    @einfach_nur_ich

    Dazu müsste man erst mal definieren, was du unter "mehr gewesen" verstehst. Ich denke, du meinst damit sexuellen Kontakt. Das würde mir mit Sicherheit nicht mehr Probleme bereiten, als eine emotionale Affäre mit Nachrichten und Telefonaten über mehrere Monate. Sehr viel problematischer würde ich jedoch die damit verbundenen Lügen und Heimlichkeiten ansehen. Ich denke jedoch, dass sie mir hier die Wahrheit sagt.

    In dieser Zeit wurden zwischen den beiden viele Nachrichten und viele Worte am Telefon gewechselt. Ich kenne die Inhalte nicht wirklich, kann mir aber denken, dass da so ziemlich alles von harmlosem Geplänkel über anregende Flirts, Erotisches, bis hin zu Liebesschwüren und Zukunftsplänen ausgetauscht wurde. Da bin ich schon soweit realistisch, als ich mir da was Anderes vormachen würde.

    Du hast ja selbst gesehen, welche Sprengkraft die alten Gedichte bei deinem Mann hatten. Und nun übertrage es auf die Nachrichten, die hier monatelang ausgetauscht wurden. Dieses Schwert über dem Kopf kann durchaus lähmen.

    Mal einfach dich als Frau gefragt. Hättest du über Monate hinweg mit einem fremden Mann solche Nachrichten ausgetauscht, könntest du dann so einfach einen Neuanfang starten? Würdest du die Nachrichten offenbaren? Würdest du sie für dich behalten? Würden sie dich belasten?
    Geändert von Wolfgang11 (17.04.2017 um 00:57 Uhr) Grund: Ergänzung


  8. Registriert seit
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    AW: Haben wir eine Chance

    Lieber Wolfgang,
    mir scheint, dass Du Dich zu verständnisvoll, zu weich gibst. Deine Frau kann alles mit Dir machen und stößt immer wieder auf Verständnis.
    Nach meiner Erfahrung ist es schwierig, wenn die Liebe einmal weg ist. Vielleicht möchte Deine Frau die Familie retten. Aber möchte sie auch euch als (Liebes-)paar retten?

  9. Moderation Avatar von Charlotte03
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    AW: Haben wir eine Chance

    Liebe kann... Aus meiner Erfahrung heraus... verschüttet sein.

    Sie auszugraben ist aber eine aktive Sache. Weihnachtsgefühle kommen auch nicht einfach. Das kannst du nicht alleine. Du wirkst sehr rational... das ist nicht per se schlecht oder gut.

    Was hat dir in den letzten Jahren an eurer Ehe gefallen und was nicht?
    Genieße deine Zeit.
    Denn du lebst nur jetzt & heute.
    Morgen kannst du gestern nicht nachholen und später kommt früher, als du denkst.
    Moderatorin in "Schule, Uni, Studium und Ausbildung" "Gehören Kinder zu einem erfüllten Leben dazu?" und...Userin

  10. Moderation Avatar von Charlotte03
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    AW: Haben wir eine Chance

    Nach so einer Entfremdung ist die Ehe nicht mehr so wie zuvor. Es ist eine andere und auch die beteiligten Menschen sind andere. Das wahrzuhaben, dass man selber ein anderer ist... ist nicht so leicht.
    Genieße deine Zeit.
    Denn du lebst nur jetzt & heute.
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    Moderatorin in "Schule, Uni, Studium und Ausbildung" "Gehören Kinder zu einem erfüllten Leben dazu?" und...Userin

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