Antworten
Seite 1 von 8 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 72
  1. Inaktiver User

    Verzweifelt - Wie soll es jetzt nur weitergehen?!

    Hallo liebe Community,

    ich bin neu hier und was mich hergeführt hat ist (habt ihr euch sicher schon gedacht), nicht schön. Brauch einfach grad mal etwas Feedback und Trost von Leuten, die nicht persönlich involviert sind und einen klareren Blick haben.

    Mein Mann und ich sind seit 15 Jahren zusammen und seit 10 Jahren verheiratet (ohne Kinder). Eigentlich wollten wir dieses Jahr groß feiern. Jetzt wird es vielleicht eine Scheidungsparty, da er eine Affäre hat (hatte?) und auch sonst plötzlich etwas unrund läuft.

    Also (sorry, das wird jetzt etwas lang), wir waren immer sehr glücklich, nur in den letzten Jahren haben wir uns etwas entfernt, da wir beide viel beruflichen Streß haben und hatten und es bei mir noch einige Probleme mit Arbeitslosigkeit und Co. gab/gibt. Ich dachte es ist so ein normales Alltag-frisst-Zuneigung, das man wieder reparieren kann. Es gab nie größere Streits und wir hatten immer den Deal, dass wir über alles reden würden. Was wir früher auch getan haben. Ich habe ihn auch ein paar Mal angesprochen, ob wir mal wieder reden müssten, aber nee, angeblich alles ok. Man muss dazu sagen, dass die einzige echte Charakterschwäche meines ansonsten ganz wunderbaren Mannes ist, dass er vor emotionalen Konflikten wegläuft. Probleme mit seinen Eltern, Jobs… wenn er nicht mehr weiter weiß rotzt er den Leuten seinen Scheiß vor die Füße und verpisst sich einfach. Von daher hatte ich irgendwie damit gerechnet, dass er den aktuellen, sehr sehr stressigen Job auch bald hinschmeißen würde. Nur im Bezug auf uns hat er sich früher zumindest immer Mühe gegeben, mit mir über alles zu reden.

    Vor gut einem Jahr schon gab es so eine Situation, wo seine Kollegin unbedingt darauf gedrängt hat, dass er ihr in einer emotionalen Patsche hilft. Und ich habe damals schon gesagt, wenn wir nicht darüber reden würden, warum er unbedingt ihr Held in schimmernder Rüstung sein will, würde er in ihrem Bett landen. Da hat er so getan als ob ich überempfindlich wäre. So schroff zu sein sieht ihm gar nicht ähnlich. Dann hat sich rausgestellt, dass sie gelogen hatte und ihre „Notsituation“ nicht so schlimm war, aber er wollte trotzdem mit ihr befreundet bleiben… Mit so jemandem verlogenes nur zu sprechen sieht ihm auch gar nicht ähnlich. Da hab ich wieder was gesagt. Nix. Vor 5 Tagen habe ich ihn dann so lange gelöchert, bis er zugegeben hat, dass er sie seit ca. 8 Monaten (leider ungeschützt) auf dem Parkplatz hinter der Firma vögelt! Angeblich liebt er mich seit 2 Jahren nicht mehr so sehr (aber noch freundschaftlich und begehren würde er mich angeblich auch noch) und sie aber schon (allerdings meint er auch, er liebt sie nicht so, wie er mich früher mal geliebt hat). Und plötzlich will er auch Kinder (der Wunsch ist angeblich schon länger da und hat nix mit ihr zu tun).
    Jetzt versaufe ich hier in ziemlich üblen Emotionen: Trauer vor allem, weil das, wenn man vom letzten Jahr mal absieht, eine der besten Ehen war, die die Welt je gesehen hat und weil er nichts gesagt hat. Ich würde ja auch nicht bei ihm bleiben wollen, wenn er mich wirklich nicht mehr liebt. Aber, das kann natürlich die Verdrängung sein, ich glaube ihm zumindest schonmal nicht, dass er sie wirklich liebt. Ich glaube, wir hatten eigentlich nur so eine ganz normale Krise und er hat jetzt unbewusst absichtlich was ganz Schlimmes angestellt, damit er nicht emotionale Arbeit investieren muss, um das zu reparieren, sondern damit ich es ihm leicht mache und ihn vom Hof jage. Dann kann er wie bei seinen Jobs früher so tun, als ob es am anderen gelegen hätte. Aber so einfach mache ich es ihm nicht. Er ist jetzt auf eigenen Wunsch ausgezogen (wohl noch so eine Vermeidungsstrategie), aber ich bestehe auf Paartherapie und wenn es nur zu einer gütlichen Trennung führt.

    Was mich am meisten irritiert und stört: ich kann ihn nicht hassen. Er tut mir nur leid. Ich kann mich kaum um meine Emotionen kümmern, weil ich so Angst um ihn habe. Das ganze Verhalten (bis auf das Weglaufen), also mich emotional hintergehen, seinen Job riskieren (wenn sein Chef das rauskriegt sind die sicher beide raus, arbeitet in einem konservativen Zweig), ungeschützter Sex, mich so zu verletzen sieht ihm gar nicht ähnlich und ich habe die große Befürchtung, dass das massive Verdrängen von tausend Dingen ihn in Depressionen/Burnout o.ä. getrieben hat. Ich hasse die Schlampe mit der er fremdgeht zwar mit der ganzen Inbrunst, mit der ich ihn nicht hassen kann, aber wenn er nicht seine Gefühle weggedrängt hätte, hätte sie bestimmt auch keine Chance gehabt. Hoffe, dass er sich einen eignen Therapeuten für diese Sachen sucht, glaube aber noch nicht dran.

    Als ich ihn gefragt habe, warum er mich nicht einfach umgebracht hat, dann wäre es für mich schneller vorbei gewesen und er hätte zu seiner kleinen Fickfreundin gehen können, da hat er ganz schlimm geweint (weint sonst nie, jetzt aber ständig) und gesagt, er wolle doch, dass es mir gut geht?! Ich bin einigermaßen verwirrt.

    Hab so Angst vor der „Trennung auf Probe“: Was, wenn er wieder nur wegläuft und dann mit ihr heile Beziehungswelt spielt, statt an sich und uns zu arbeiten?!

    Danke für’s zuhören/lesen. Habe zum Glück zwar liebe Freunde, aber denen kann ich nicht alle Details zumuten, da sie teilweise auch mit ihm befreundet sind und es soll sie daher nicht belasten.

  2. User Info Menu

    AW: Verzweifelt - Wie soll es jetzt nur weitergehen?!

    Eine schwere Krise und eine schlimme Erfahrung für dich

    Deine Sorge, dass der Gute keine Lust hat seinen Trennungsschmerz unaufgefangen zu durchleben ist natürlich enorm berechtigt und sehr wahrscheinlich. Seine neue Flamme wird bestimmt gerne ihre warmen Arme für ihn öffnen und ihn als einzige Frau richtig verstehen und für ihn da sein. (Gibt hier grad einen Stang der Userin Hin-und-Weg oder so, die es geschafft hat das ihr Geliebter sich trennt, der auch ganz fertig deswegen ist, sie ist aber froh die Nebenbuhlerin los zu sein - es läuft immer gleich). Ob er sie nun liebt oder nicht, es wird sich besser anfühlen, dieses Angebot zu nutzen anstatt alleine durch all die dunklen Gefühle zu gehen, die dir nicht erspart bleiben.

    Miese Sache
    Durchsage:

    "Achtung, es wurde eine herrenlose Damenhandtasche gefunden ..."

  3. User Info Menu

    AW: Verzweifelt - Wie soll es jetzt nur weitergehen?!

    Liebe TE,

    das ist tatsächlich eine große Krise, jedoch nichts, was es nicht schon mehrfach in Beziehungen gegeben hat. Das soll die Sache nicht kleinreden, sondern dir signalisieren, du bist nicht allein mit diesem Mist.

    Dein Mann hat wohl durch seinen Job eine persönliche (negative) Veränderung mitgemacht. Plötzlich kann er nicht mehr mit dir darüber reden, was ihn bewegt. Warum? Fühlte er sich schwach, meinte er, er kann in der Firma den Erwartungen nicht standhalten? Du schreibst etwas von deiner Arbeitslosigkeit. Als Mann fällt es einem leichter, seine Frau in dieser Situation zu trösten, ihr Ratschläge zu geben. Wenn jedoch ein Mißerfolg oder gar ein "Ich schaffe diesen Job nicht" bei einem Mann sich abzeichnet, so ist dies auch ein Versagen seiner Männlichkeit. Er sieht sich außerstande, hier Ratschläge einzufordern. Wenn ihr vorher über alles reden konnte, warum dann nicht darüber? Schämte er sich? Falsch verstande Eitelkeit?

    Oft passiert es dann, das man nicht sich selbst kritisiert, sondern der Partner, der ja nicht unbedingt alles 1 : 1 mitbekommt, wird seine Empathie "aberkannt". Der Partner agiert ja oft auch als Blitzableiter, im Positiven, wie im Negativen. Hier hat es aber nicht einmal gedonnert, da er sich verschloss.

    Nun war diese Frau ein Lichtblick, sie brauchte Hilfe, er kann wieder männlich sein. Er sieht die Frau dann aber auch als etwas Neues, du kannst in diesem Moment nur verlieren. Er setzt sich also nicht mit dir, mit seinem Job, mit der schlechten Situation auseinander, sondern "übertüncht" dieses mit einer Geliebten. Die nimmt das, was er ihr bietet, wahr und findet es toll.

    Wenn er wirklich an eurer Ehe noch Interesse hat, dann wird er sich über Kurz oder Lang mit seiner Situation auseinandersetzen müssen. Dann wird ihm auch klar, dass diese Frau nur ein Kompensat von seiner Verweigerung ist, Dinge die schief laufen, anzugehen. Sein Gefühlausbruch (weinen) hat dies schon gut gezeigt, dass deine Einschätzung (warum hast du mich nicht gleich umgebracht) ihn die Tatsachen, so wie sie nunmal sind, kurz aufgezeigt haben.

    Seine häusliche Trennung zeigt auch, dass er erst einmal Aussteigen muss, er kann sich (noch) deiner Nähe nicht stellen. Dass du eine Paartherapie anstrebst, ist eine gute Idee. Sie verhilft ihm vielleicht auch, mal eine Inventur in seinem Leben vorzunehmen. Ihr hattet bis dahin eine sehr gute Ehe. Diese Basis sollte bei allem im Fokus bleiben, dies ermöglicht euch vielleicht auch, über diese schwierige Zeit zu kommen. Euer Fundament hat Risse bekommen, m. E. sind diese jedoch auffindbar und reperaturfähig.
    Der Humor ist die Maske der Weisheit. Maskenlos ist die Weisheit unerbittlich. - Dürrenmatt -

  4. Inaktiver User

    AW: Verzweifelt - Wie soll es jetzt nur weitergehen?!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Als ich ihn gefragt habe, warum er mich nicht einfach umgebracht hat, dann wäre es für mich schneller vorbei gewesen und er hätte zu seiner kleinen Fickfreundin gehen können, da hat er ganz schlimm geweint (weint sonst nie, jetzt aber ständig) und gesagt, er wolle doch, dass es mir gut geht?! Ich bin einigermaßen verwirrt.
    Sorry, aber darüber hätte er vorher nachdenken müssen.
    Ich kann ja verstehen, dass er dir Leid tut, dass du die Schuld bei ihr suchst, aber bitte, denke darüber mal nach!!!!!!!
    Er ist sicher nicht von ihr zu irgendetwas gezwungen worden.
    Denke vor allem auch an dich und daran, dass er bestimmt nicht an dich gedacht hat, als er mit ihr rumgev***lt hat.

    Es wird nicht mehr so, wie es einmal war.
    Ob mit oder ohne Trennung auf Probe...

  5. Inaktiver User

    AW: Verzweifelt - Wie soll es jetzt nur weitergehen?!

    Ich möchte Dich trösten, das ist furchtbar, was Dir passiert ist. Ich kenne das, ich habe das mitten im Urlaub herausfinden dürfen, seither ist mein Ex mit der anderen zusammen.

    Ich möchte Dich aber auch darauf hinweisen: indem Du über ihn nachdenkst, Dich um ihn sorgst, überlegt, wie "sie" nur konnte, bist Du AUCH nicht bei DIR und DEINEM Wohlbefinden. Ich rate Dir von einer Paartherapie ab. Und ich mag Dir auch sagen warum, denn ich habe all das ja auch schon erlebt.

    Dein Mann hat ACHT MONATE gewusst, dass er ein doppeltes Spiel treibt. Er ist also in seiner Gedankenwelt viel weiter und sortierter als Du. Er hat sich das Beste aus beiden Welten geholt. Den schnellen aufregenden riskanten Sex auf dem Parkplatz UND das liebevolle Zuhause. Vermutlich auch da mit allem Drum und Dran. Egopushing pur. Und genau auf diesem Höhenflug willst Du jetzt Paartherapie? Bei mir war da ein völliges Ungleichgewicht drin. Ich war am Boden, und er hatte Oberwasser. Er hatte überhaupt keinen Kopf dafür, sich mit meinem Kleinkram zu befassen, er hatte denselben nämlich in den Wolken und war viel mehr daran interessiert, mit seiner neuen Flamme in den Liebesurlaub zu düsen. Das Geld dafür ging von unserem gemeinsamen Konto ab. Jaja, er wollte auch, dass es mir gut ging.

    An Deiner Stelle würde ich zuallererst einmal Fakten schaffen: er muss sich klar sein - beides gibt es nicht. Und Dich gibt es nicht mehr unter den alten Bedingungen.

    Gleiches Recht für beide könnte ein Thema sein - wenn er sich eine Geliebte suchen darf, dann darfst Du Dir auch einen heißen Lover suchen, mit dem alles Sexuelle großartig läuft. Warum soll nur einer treu sein? Er hat jetzt vorgelegt, also bist jetzt Du dran. Selbst wenn Du das gar nicht willst: ihm muss vor Augen geführt werden, wie sich das anfühlt, nicht zu wissen, wo ist mein Mann, was treibt er gerade, lügt er mich an.

    Und dann würde ich ganz klar finanziell trennen, falls Ihr das nicht seid. Mach ihm klar, dass Du sicher nicht irgendwelche Sperenzchen zu finanzieren gedenkst. Mein Ex war sehr erstaunt, dass auch die Mediatorin dafür war, dass er doch die Liebesreise bitte komplett allein bezahlt. Unterlagen sichern ist auch immer gut.

    Und mach nicht den Fehler die Frau zu hassen. Die hat angeklopft und er hat geöffnet. Oder umgekehrt! Weißt Du nicht, vielleicht hat auch er sie angebaggert. Und ihr dann die übliche Geschichte von "mit meiner Frau läuft nix mehr" erzählt. Das glaubte die Next auch hier lange. In meinem Fall zahnt sie jetzt seit Jahren daran, wie ihre Beziehung gestartet ist und begleitet ihn reichlich oft auf Dienstreisen... man weiß ja, wie der Mann seinerzeit so tickte. Meins wär das nicht. Und deshalb hab ich ihn auch ziehen lassen. Ich kann keinem Mann vertrauen, der mich monatelang anlügt.

    Bitte schau nur auf Dich selbst. Burnout - tja. Er hätte doch mit Dir reden können. Am Ende stehst Du vielleicht - man weiß es nicht - auf vermeintlich verlorenem Posten. Aber Du kannst gestärkt aus der Sache herausgehen.

  6. User Info Menu

    AW: Verzweifelt - Wie soll es jetzt nur weitergehen?!

    Was mich am meisten irritiert und stört: ich kann ihn nicht hassen. Er tut mir nur leid. Ich kann mich kaum um meine Emotionen kümmern, weil ich so Angst um ihn habe. Das ganze Verhalten (bis auf das Weglaufen), also mich emotional hintergehen, seinen Job riskieren (wenn sein Chef das rauskriegt sind die sicher beide raus, arbeitet in einem konservativen Zweig), ungeschützter Sex, mich so zu verletzen sieht ihm gar nicht ähnlich und ich habe die große Befürchtung, dass das massive Verdrängen von tausend Dingen ihn in Depressionen/Burnout o.ä. getrieben hat. Ich hasse die Schlampe mit der er fremdgeht zwar mit der ganzen Inbrunst, mit der ich ihn nicht hassen kann, aber wenn er nicht seine Gefühle weggedrängt hätte, hätte sie bestimmt auch keine Chance gehabt. Hoffe, dass er sich einen eignen Therapeuten für diese Sachen sucht, glaube aber noch nicht dran.

    Ich glaube, Dein Hass auf sie ist eigentlich mehr ein "umgeleiteter" Hass auf ihn. Sie ist nicht die richtige Adressatin, denn nicht sie hat Dich belogen und betrogen. Ich gehe mal davon aus, dass Ihr Euch nicht kennt; sie nicht eine Freundin oder so von Dir ist. Klar hat sie falsch gehandelt, aber der, der Dir wirklich weh getan hat, ist Dein Mann.
    Du musst gar niemanden hassen, weder ihn noch sie.

    Dass er Dir leid tut, lenkt Dich nur von Deinen eigenen Gefühlen ab, die Du nicht so intensiv - weil schmerzhaft - fühlen möchtest. Kümmere Dich um Dich und nicht um ihn, und nimm ihn nicht in Schutz.

    Es tut mir leid, was Du da durchleben musst. Aber gehe davon aus, dass es mit und bei der Anderen nicht so toll ist, wie Du es Dir jetzt in den leuchtendsten Farben ausmalst. Lass Dir Zeit und ihm auch.
    Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
    Aber macht!


    ausgeborgt von Uli_F-2009

  7. Inaktiver User

    AW: Verzweifelt - Wie soll es jetzt nur weitergehen?!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen


    Als ich ihn gefragt habe, warum er mich nicht einfach umgebracht hat, dann wäre es für mich schneller vorbei gewesen

    Was sollen solche Fragen bewirken?

    Es gibt nämlich keine Antworten darauf, und Du wolltest auch (wenn Du ehrlich zu dir selbst bist) keine Antwort haben.

    Dein Mann ist doch keine Affäre eingegangen, weil er dir was Böses wollte, da waren andere Gründe maßgebend.

    Und wenn ihr diese thematisieren, ansprechen und analysieren wollt, dann braucht es eine andere Kommunikation untereinander, und weder weitere Vorwürfe deinerseits noch Rechtfertigung und Verteidigung seinerseits.

    Ob ihr das alleine hinbekommt, wage ich zu bezweifeln, da wäre eine neutrale dritte Fachperson sicherlich hilfreich.

    Nur damit ihr mal in konstruktive Gespräche einsteigen könnt.

    lg jaws

  8. Inaktiver User

    AW: Verzweifelt - Wie soll es jetzt nur weitergehen?!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dein Mann ist doch keine Affäre eingegangen, weil er dir was Böses wollte, da waren andere Gründe maßgebend.
    Und wenn ihr diese thematisieren, ansprechen und analysieren wollt, dann braucht es eine andere Kommunikation untereinander, und weder weitere Vorwürfe deinerseits noch Rechtfertigung und Verteidigung seinerseits.
    Ich bin - wie gesagt - skeptisch, dass das überhaupt möglich ist, so lange nicht beide "auf Augenhöhe" sprechen können. Aus meiner Sicht muss da die Augenhöhe erst einmal wieder hergestellt werden. Nicht durch Vorwürfe/Rechtfertigungen, da stimme ich Dir zu. Sondern durch Abgrenzung. Der Mann der TE hat wissentlich und willentlich eine Grenze verletzt. Selbst jetzt wo er weint und sagt, er will, dass es der TE gut geht, wäre zumindest ich SEHR skeptisch, ob er das wirklich von Herzen will oder einfach den Status Quo (zwei Frauen) irgendwie sichern möchte. Ich finde seinen Auszug deshalb nur richtig. Auch wenn die TE das wohl nicht wollte.

    Der Mann ist eine Affäre eingegangen und das ist nicht "wieder gut", nur weil man mal bei der Paartherapie drüber geredet hat. Denn, zumindest aus meiner Erfahrung zumindest: das Lügen ist das schlimmste. Sie hat ihn mehrfach angesprochen, alles war angeblich okay. Und erst im Kreuzverhör ist er doch mit der Wahrheit rausgerückt, und die war gleich ziemlich plakativ. Für mich zumindest ist "ungeschütztes Vögeln seit acht Monaten mit einer Kollegin im Auto auf dem Firmenparkplatz" noch was anderes als "wir haben uns einmal heimlich bei ihr getroffen und - da ist es halt passiert".

    Wie soll denn so ein Gespräch laufen: "Du, ich hatte einfach mal Bock auf verbotenen Sex auf dem Firmenparkplatz, und mit Dir ging das ja nicht, und die Kollegin ist schon echt süß, ich bin voll scharf auf die. Aber hey, mit Dir hat das nichts zu tun." - "Ach so, ja dann..." ?!
    Ich verstehe die TE völlig, dass das jetzt ein Schock ist (und deshalb kann sie vermutlich noch gar nicht klar über ihre Gefühle nachdenken), aber ER ist doch jetzt seit Monaten mit dem Thema befasst und sagt doch jetzt direkt zwei Dinge:
    a) er liebt die andere mehr als die TE
    b) er will Kinder

    Mal abgesehen davon, dass er wissentlich und willentlich seinen Job riskiert hat. War bei uns genau so. Am Ende gab es dann eine "einvernehmliche Trennung" im Job. Bei uns mit Folgen für den Kindesunterhalt (ich will von dem Mann kein Geld).
    Geändert von Inaktiver User (21.02.2017 um 14:35 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Verzweifelt - Wie soll es jetzt nur weitergehen?!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hab so Angst vor der „Trennung auf Probe“: Was, wenn er wieder nur wegläuft und dann mit ihr heile Beziehungswelt spielt, statt an sich und uns zu arbeiten?!
    Hab davor bitte keine Angst. Klar, auch ich dachte monatelang - ich sitz hier in der Scheiße und die genießen ihr Leben. Aber die Zeit hat für mich gearbeitet. Und immer wieder Signale gesendet, dass da auch nicht alle schick ist. Zum Beispiel die Eifersucht der Next auf meine Zeit mit ihm. Die Ausgrenzung unser gemeinsamen Kinder in deren Leben. Mittlerweile kann ich gar nicht mehr verstehen, was ich an diesem Mann jemals gefunden habe. Ich liebe nicht, ich hasse nicht, er ist mir weitgehend egal. Eine Beziehung, die "so" gestartet ist, würde ich nie im Leben führen wollen.

    Ja, vermutlich fühlt es sich so an wie ein Umgebracht-werden. Aber nach einer Zeit des Schocks, der Wut und der Trauer geht es wieder vorwärts. Und dann wirst Du auch sehen, was an Deiner perfekten Beziehung vielleicht doch nicht so perfekt war.

  10. Inaktiver User

    AW: Verzweifelt - Wie soll es jetzt nur weitergehen?!

    Hallo,

    vielen Dank schonmal für Euren Zuspruch. Das tut gut.

    Nur um ein Missverständnis zu vermeiden, ich weiß schon, dass die andere Frau nur der Auslöser und nicht der wahre Grund für die Affäre ist. Ich hasse sie eben nur stellvertretend. Sie kriegt ja nicht viel davon mit und ich fühle mich halt besser, wenn ich mir Luft machen kann. Ich wundere mich halt nur über mich selber, ich dachte, ich würde ihm das Ding abschneiden wollen, aber kein bisschen.

    Und um noch eins deutlich zu machen, ich bemitleide ihn nicht, weil er unsere Ehe kaputt gemacht hat. Sondern, weil ich glaube, dass das ein Symptom für Schlimmeres sein könnte. Weil, keiner der ihn kennt, nicht mal er selber, hätte gedacht, dass er zu sowas fähig ist. Vielleicht ist das eben Teil des ganzen Problems: wenn man seine inneren Dämonen nicht kennt, fällt man ihnen um so leichter zum Opfer. Ich für meinen Teil habe zum Beispiel auch deshalb immer wieder versucht, das Gespräch mit ihm zu suchen, als ich in den letzten Monaten gemerkt habe, dass er sich abwendet, weil mir klar war, dass wenn man sich ungeliebt fühlt, man für Seitensprünge offener wird. Ich wollte das halt auf keinen Fall. Und Rachsex? HM nee, nichts für mich.

    @Admaro: ich fand deine Anmerkungen so interessant, dass Männer und Frauen ganz anders mit beruflichen Schwierigkeiten umgehen. Ich habe meine Arbeitslosigkeit nach einem sehr stressigen Projekt genutzt, um mich beruflich neu umzuschauen, strebe eine Umschulung an, arbeite an mir, mache mehr Sport usw.. Ich frage mich grade, inwiefern ihn dieser umgekehrte Spiegel Ich - nutze die beruflichen Probleme um mich weiterzuentwickeln, Er - stürzt sich in mehr und mehr und noch mehr Arbeit und verstrickt sich in Streß und Büromachtenschaffen, ihn besonders empfänglich für dieses Beuteschema "jüngere Kollegin, die ihn anhimmelt und beruflich "versteht"" gemacht hat.

    Dazu kommt, dass sie wie gesagt scheinbar ein sehr verlogener Mensch ist (habe sie ein, zweimal im Umfeld seiner Firma getroffen und war schon entsetzt darüber, als die beiden noch "nur" Freunde waren), aber manchmal ist so sehr wiedersprüchliches Verhalten, wie das von ihr, ja auch Zeichen von psychischen Problemen. Ich will keinen von beiden entschuldigen, aber vielleicht erkennt er sich in der "Kaputten" (ist jetzt nicht mal rachemäßig gemeint) grade auch besser wieder, als in mir, die dann an sich arbeitet. Würde auch dafür sprechen, dass er grad nicht so beieinander ist.

    So wie er grade ist will ich ihn natürlich nicht zurück. Ich hätte gerne den zurück, der er mal war oder etwas das dem nahe kommt. Ist jetzt vielleicht auch nur mein irrationales Verdrängungshirn, das da spricht.

Antworten
Seite 1 von 8 123 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •