Hallo Liebe Community!
Nach jetzt langem passiven mitlesen, habe ich mich auch endlich dazu entschlossen meine (verdammt! sehr lange!)Geschichte aufzuschreiben. Ich habt bisher gute konstruktive Tipps parat und ich erhoffe mir hier ein wenig Stärkung.
Ich war 4 ½ Jahre mit meinem Freund zusammen. Die ersten 2 Jahre eine Fernbeziehung. Dann bin ich zu ihm hin gezogen. Wir hatten Höhen und Tiefen, ich hab das immer als ganz normalen Beziehungswahnsinn wahrgenommen, wobei mir schon aufgefallen ist, dass er sehr autark ist und ich auch für mich konzentriert sein muss, da er weniger was für unsere Beziehung tut, wenn er keine Lust dazu empfindet. Ihn dazu zu zwingen (obwohl wenig Lust vorhanden, mal zu Freunden zu gehen oder ähnliches, oder auf Konzerte) ,endeten eher in einer Katastrophe. Solche Sachen habe ich lieber alleine unternommen. Er meinte von Anfang an dass er beziehungsunfähig sei, aber ich hab ihn (leider) nicht ernst genommen. Hab gedacht die Liebe wird’s schon richten. Und wenn er dieses Argument mit der Beziehungsunfähigkeit im Streit anführte, klang das immer so wie eine Generalvollmacht. Ach so, dass Thema Kinder haben wir beide nie ernsthaft angesprochen. Ich, 38 und er 41. Wir haben uns nie aktiv gegen Kinder ausgesprochen, aber auch nie aktiv dafür: Das „Ja“ zu Kindern haben wir immer auf die lange Bank geschoben.
Letztes Jahr hatten wir wirklich zu kämpfen aber meines Empfindens nach haben wir uns beide seit Anfang 2015 zusammen gerauft und es war so schön wie niemals vorher. Dann fing es an, dass mehrere befreundete Pärchen aus meinem und seinem Freundeskreis schwanger wurden. Es hinterließ eigentlich eher das Bild bei mir, dass es ihm sehr zu denken gab, aber dass er auch eher Lust dafür verspürte auch über Familie nachzudenken. Ich weiß, dass ich ihn nicht unter Druck setzten darf und da ich aber auch nicht sofort hinterher schwanger werden wollte, war das kein Thema für mich.
Vor 3 Monaten war es dann soweit, dass er aus einem nichtigen Streit, (ich weiß gar nicht mehr das Thema) Schluss gemacht hat. Er kann nicht mehr. Er will nicht mehr und nie wieder. Nicht mit mir. Er will schon gar keine Familie mit mir gründen. Da stand ich da! Am Boden zerstört.
Glücklicherweise hat mir eine Freundin Ihre Wohnung angeboten zum Übernachten. Als ich mein Auto gepackt hatte, ist er zusammen geklappt und hat das alles als Missverständnis hingestellt. Ich hätte mich verhört. Wenn überhaupt sei es eine Auszeit. Ich bin dankend da geblieben, habe aber die Tage darauf gemerkt, es geht nicht mehr. Nach einem weiteren Streit ein paar Tage später, den ich eher als kindisch empfand hat er nochmal Schluss gemacht. Als ich nach 4 Wochen ausgezogen bin hat ers wieder zurückgenommen und als Auszeit tituliert. Außerdem mach ich ja Schluss. Er hat mich weder geschlagen noch ist er fremd gegangen und ich hau einfach ab. Hä? Geht’s noch?
Ich habe derweil versucht mich zu ordnen, wieder zu Kräften zu kommen und wieder gerade aus gucken zu können. In der Zwischenzeit ist so gut wie nichts passiert. Er hat sich immer unregelmäßiger gemeldet. Wenn er zufällig irgendwo in der Nähe war (wir wohnen 20 km auseinander) hätten wir uns mal sehen können. Das habe ich dann abgesagt. Wenn wir uns dann doch mal gesehen haben, weil ich nachgegeben habe, war er immer aufgewühlt, hat mich in den Arm genommen, hat an mir rumgenestelt usw. Aber er wurde nie konkret. Eine „Einladung“ die Nacht bei hm zu verbringen habe ich dankend ausgeschlagen. Über uns geredet haben wir nie wirklich. Er sagt immer nur, dass er so viel um die Ohren hat und keinen Zeit hat über uns nachzudenken… Wer bin ich denn?
Nach unserem letzten Treffen bei ihm, wo er seine Komfortzone wieder nicht verlassen konnte und ich dann fast sauer war, habe ich den Kontakt nun abgebrochen. Ich hab hier im Forum mal das Wort „Rosinenpicker“ gelesen und das trifft es ziemlich gut. Ein bisschen Nähe, ein bisschen Zuneigung, aber sobalds verbindlich werden soll, darf ich wieder in mein neues Zuhause zurück. Tschüss! Vergiss es!
Ich glaube schon, dass ich das richtige tue. Aber es tut verdammt weh! Ich richte mich darauf ein, dass er nie zur Vernunft kommt und immer unverbindlich bleibt. Da habe ich keinen Bock drauf. In meinem Hirn debattier ich mit ihm und komme immer wieder zu dem schmerzhaften Punkt, dass es nicht funktioniert. Aber mir bleibt die Luft weg vor Schmerz. Hat er überhaupt eine Ahnung, was er da anrichtet?
Hätte gerne von euch ein paar Wegweiser, ob ich mich auf dem richtigen Weg befinde, oder ob ich auch etwas zu stolz bin. Wie kann ich den Schmerz aushalten und überwinden? Wie kann ich nach vorne schauen? Ich habe gemerkt, dass durch das Beziehungsende mein Wunsch nach einer Familie mit Kindern doch eindeutig vorhanden ist, und dass er mir das in meinem jetzigen Alter so ziemlich genommen hat. Bis ich wieder Vertrauen zu ihm oder zu irgendeinem anderen Mann habe, bin ich zu alt fürs Kinderkriegen. Das schmerzt doppelt. Aber das wusste ich vorher ja auch nicht.
Danke für Eure Geduld.
Melinda
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06.08.2015, 16:36Inaktiver User
Benötige ein kleines bisschen Seelenheil!
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06.08.2015, 17:03
AW: Benötige ein kleines bisschen Seelenheil!
Hallo Melinda,
ja, dass das wehtut glaube ich dir aufs Wort!!! Da geht es nicht "nur" um Liebeskummer sondern um so viel mehr.
Mir wurde vor 5 Jahren das Herz gebrochen und ich habe fast drei Jahre gebraucht, um mich davon zu erholen. Und diese ganzen vermeintlichen Hilfen a lá "Die Zeit heilt alle Wunden" helfen im Moment nicht. Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber ich für meinen Teil habe mich im ersten Jahr mit Wut, Weinen, Freundinnen, Arbeit und Vino über Wasser gehalten. Die ersten Monate bin ich jeden Morgen mit dem Gefühl wach geworden, nicht frei atmen zu können. Es wurde dann im Laufe der Monate besser, aber es dauert einfach irre lang und ist anstrengend. Bei mir war es ein täglicher Kampf.
Du machst es ganz richtig! Gewinne Abstand zu ihm und eurer gemeinsamen Wohnung. Er scheint tatsächlich nicht beziehungsfähig zu sein, sonst würde er sich mit dir über eure Probleme unterhalten und dir damit ja auch helfen, zu verstehen, was wann schief gelaufen ist.
Und NEIN, er hat keine Ahnung was er da angerichtet hat. Das wird er auch nicht begreifen, selbst wenn du es ihm verbal einprügeln würdest. Ich glaube, er hat einfach vergessen, im Laufe seiner 41 Lebensjahre erwachsen zu werden und sich unangenehmen Situationen zu stellen. Erst alles kaputthauen und dann weinen, dass alles kaputt ist. Kein Charakter mit dem ich kein Leben verbringen wollen würde.
Er hat auch keine Ahnung, dass er dich 4 kostbare Jahre in der Familienplanung gekostet hat. Und das ist es, was mir an der Trennung noch am unfairsten erscheint. Wenn man sich auf eine Frau 30+ einlässt, sollte Mann ernsthaft mit ihr sprechen, ob sie einen Kinderwunsch hat. Das heißt ja nicht, dass gleich am ersten Date das Thema bis ins kleinste Detail ausdiskutiert werden muss, aber es ist bei Frauen 30+ nun mal ein Thema.
Eine liebe Freundin hat während meiner Trennungsphase etwas sehr Kluges gesagt, das ich bis heute als hilfreich empfinde "Das ist das erste Mal im Leben, dass du wirklich Geduld haben musst. Aber es wird sich lohnen." Und sie hatte recht.
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06.08.2015, 17:17Inaktiver User
AW: Benötige ein kleines bisschen Seelenheil!
Diesen Gedankengang kann ich gut verstehen. Wann und ob du den "richtigen" Mann kennen lernen wirst, weiß natürlich niemand, aber oft entscheiden sich solche Dinge ab einem gewissen Alter recht schnell.
D.h. in meinem Bekanntenkreis ist es nicht nur einmal vorgekommen, dass sich Paare nach einer langjährigen, kinderlosen Beziehung getrennt haben und danach relativ rasch neue Partner gefunden, geheiraten und Kinder bekommen haben.
Kopf hoch
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06.08.2015, 17:30
AW: Benötige ein kleines bisschen Seelenheil!
Najaa ... sie haben es doch beide auf die lange Bank geschoben, das kann man jetzt nicht nur ihm anlasten. Sie hätte ja ihren unterdrückten Kinderwunsch ansprechen können, falls er dann da war (als so viele im Umfeld schwanger wurden).
ich sag auch "Hä?" ... Ich denke, irgendein Tropfen hat's überlaufen lassen ...
Ich vermute, dem wurde das über die Jahre zu eng, aber er war zu feige, den Mund aufzumachen. Daher der Ausbruch ("Er kann nicht mehr. Er will nicht mehr und nie wieder. Nicht mit mir. Er will schon gar keine Familie mit mir gründen")
Du ebenfalls ("Ich weiß, dass ich ihn nicht unter Druck setzten darf") ... so habt ihr vielleicht einfach vorsichtig aneinander vorbei gelebt.see you on be friends online!
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06.08.2015, 17:37
AW: Benötige ein kleines bisschen Seelenheil!
Hört sich tatsächlich nach bindungsgestört an bei dem Mann. Ich denke, der kann sich da schon recht gut selbst einschätzen. Dein "Fehler" war, dass du ihm das nicht geglaubt hast, bzw. gehofft hast, dass es bei dir anders ist.

In den ersten beiden Jahren eurer Beziehung ist das sicherlich noch nicht aufgefallen - für Bindungsphobiker sind Fernbeziehungen generell ideal. Hinterher, nach dem Zusammenziehen, wurde es dann aber fix zu eng für den Herrn. Das ist nicht deine Schuld, es gibt so Menschen, die es nie länger als einige wenige Jahre an der Seite eines Anderen aushalten.
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06.08.2015, 17:58Inaktiver User
AW: Benötige ein kleines bisschen Seelenheil!
Ich danke Euch recht herzlich schon mal für die Antworten.
Dass das so schnell bei Euch geht, tut richtig gut.
@Satc78 und auch @Rotweinliebhaberin:
ja, den Punkt kann ich ihm so nicht vollständig ankreiden. Ich habe nicht gewusst, dass ich diesen konkreten Wunsch habe und ich mal nach der Zeit einfach schauen sollte. Ich hab den Punkt verpasst. Da bin ich auch selber schuld.
Der Punkt mit dem vorsichtig aneinander vorbei leben.... Poah! muss ich nochmal drüber nachdenken. Eigentlich wollte ich ihm immer seinen Freiraum gönnen und war auch froh über meine Unabhängigkeit. Aber vielleicht habe ich auch nur meine eigene Unverbindlichkeit ausgelebt.
zu allen:
Hier fallen direkt schon Schlagwörter, die ich gar nicht so auf den Tisch bringen wollte, da ich meinen Exfreund ja neutral und nicht als "den Schuldigen" darstellen wollte. Aber dass er beziehungstechnisch nicht erwachsen handelt und auch sonst ein großes, großes Kind ist, habe ich schon im Laufe der Jahre gemerkt. Wenn es klappt kann man das noch mit Augenrollen und Schulterzucken verpacken und weitermachen. ( Nach allem was ich mit Freunden und Familie bis zum aus-den-Ohren-wieder-raus-kommend- bequatscht habe, fällt mir zu seinem Entschluss nur ein, dass er kalte Füße bekommen hat.)
Ich bin noch hin und her gerissen, was MEINE Entscheidung angeht. Von außen betrachtet, muss ich mich wirklich fragen, ob ich ihn den wirklich zurück haben will, da dann das Ganze von vorne Anfängt und wir nach einer geraumen Zeit wieder an unserem jetzigen Punkt enden ( mal abgesehen davon, ob er überhaupt noch will).Die Antwort KANN nur "NEIN" lauten.
Mein Gefühl sagt mir aber, dass der Schmerz sofort aufhören soll und ich einfach das Handy schnappe und dort... menno! Und die Schönen Zeiten und überhaupt..
Danke, Melinda
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10.08.2015, 09:04
AW: Benötige ein kleines bisschen Seelenheil!
welches ein Naturgesetz ist das Frau nicht ansprechen muss oder kann oder darf ?
Wie darf Mann dies verstehen werden hier ein paar Sachen zu einem Eintopf gemacht die nicht zusammengehören ?
Haben Frauen 30+ keine Münder und planen ohne mit dem Manne gesprochen zu haben ?
Eine Eigenartige Erwartungshaltung.
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10.08.2015, 09:09
AW: Benötige ein kleines bisschen Seelenheil!
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10.08.2015, 09:40
AW: Benötige ein kleines bisschen Seelenheil!
wenn du wirklich ein Kind möchtest würde ich mich schnellstmöglich von ihm versuchen zu lösen und gleichzeitig mich nach einem potentiellen Partner umsehen mit dem es passt und ihr gemeinsam eine Familie gründen wollt. Wenn du den nämlich gefunden hast wirst du allemal deinen Exkasper vergessen, der nur rumeiert und sich nicht festlegen mag, wobei schließlich die fruchtbare Zeit bei Frau nicht ewig andauert,
Souvenir
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10.08.2015, 11:48
AW: Benötige ein kleines bisschen Seelenheil!
@ Rocus: Vielleicht habe ich mich da etwas schwammig ausgedrückt.
Ich selbst bin 30+. Und als ich mich mit Anfang 30 als Neu-Single wieder in die Datingwelt begeben habe, habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Thema idR bei einem der ersten Dates auf den Tisch kam. Und ich für meinen Teil habe es (nach dem ersten "Schreck") immer als Erleichterung empfunden! In meinen 20ern wäre ich vermutlich vor Schreck umgefallen, aber mit 30+ fand ich es durchaus okay.
Frauen haben durchaus Münder und ich war nie zu schüchtern, um klar zu sagen, dass ich keinen Kinderwunsch habe. Aber ich denke, dass es nicht richtig ist, seinen Partner im Unklaren zu halten, ob man Kinder möchte oder nicht. Auch wenn in diesem Falle sicherlich beide nicht klar darüber gesprochen haben, macht es die Sache nicht besser.


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