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    kämpfen, aber wie

    Hallo,

    ich bin neu hier, habe mich extra angemeldet, weil ich gerde so leide und so gerne ein paar tröstende Worte hätte. (oje , ist ellenlang geworden)

    Ich bin mit meinem Freund 5 Jahre zusammen, er fast 50, ich Mitte 40.

    Eigentlich war mein Beziehungsleben desaströs, und meine jetzige Beziehung ist die längste bisher, und auch die intensivste.

    Er Ist leider sehr krank geworden nach dem wir ca. 1 Jahr zusammen waren.

    Es war nicht einfach, weil ich immer das Gefühl hatte, dass er mir eine Mitschuld gab, dass er so krank wurde, weil wir zu der Zeit sehr sehr heftig gestritten haben.

    Ich hatte mich schon getrennt, aber als er so krank wurde, und auch so hilfsbedürftig war, brachte ich es nicht übers Herz und kehrte zu ihm zurück. (er hat keine Eltern mehr, und auch kein gutes Verhältnis zum Rest der Familie-keiner war für ihn da!)

    Ich kann aber nicht sagen, dass ich nur aus Mitleid zurück kehrte-die Krankheit hat ihn verändert und er zeigte plötzlich seine weichen Seiten. Er war so unglaublich lieb, und ich fühlte zu ihm Liebe wie zu einem Kind, welches man nicht im Stich lassen kann.
    Das war so stark.


    Hinzu kommt, dass ich mich auch danach nochmal trennte, ca. noch mal 1 Jahr später, weil wieder die alten Konflikte aufbrachen und er mir dann immer viel Schuldgefühle machte, das hielt ich nicht aus-war aber auch emotional so eng an ihm dran, dass ich die Trennung dann doch nicht durchhielt, weil es mir ohne ihn noch viel schlechter ging.

    Wir hatten kaum noch Sex, die Medikamente schlugen auch auf seine Libido.

    Er macht inzwischen Therapie, und hat die Medikamente reduziert, aber ist immer noch krank, allerdings mit Schwankungen, dann geht es ihm besser, dann wieder nicht...ein stäntiges Auf und Ab.
    Richtig arbeiten kann er nicht. Ob er die Medikamente jemals absetzen kann, ist fraglich.

    Ich bin ein aufbrausender Mensch und kann mit Konflikten nicht gut umgehen.Ich wollte nicht, dass weitere Konflikte ihn wieder schwächen. Deshalb habe ich mir angewöhnt, mich anzupassen, damit er sich nicht so aufregt und damit wir endlich friedlich miteinander sind.

    Der Preis ist, dass er mich nicht mehr anrührt.

    Immer wenn es Frühling wird, und die Sonne wieder die Natur erobert, bekomme ich einen Rappel.

    Normalerweise folgte dann eine Phase in der wir wieder stritten, und irgendwann kehrte ich doch reumütig zu ihm zurück- seine körperliche Distanz hat das natürlich nie verändert.

    Ich bin ein körperlicher Mensch (!) treibe viel Sport, habe eine gute Figur, sehe jünger aus, bin attraktiv und sonst mit meinem Leben soweit zufrieden, auch wenn ich ungewollt kinderlos bin.

    Aber ich weiss dass ich in der Beziehung sehr abhängig bin und mir wird immer klarer, dass ich anfangen muss, etwas zu tun, denn ich leide so darunter, dass ich von ihm keine körperliche Nähe bekomme.

    Er ist ansonsten ein guter Zuhörer, hochintelligent, wir lieben die gleiche Musik und die gleichen Filme, wir haben den gleichen Beruf, er ist ein Seelenpartner.

    Und doch ist da dieser schwarze Fleck.

    Er ist als Kind von seinem Bruder (!) missbraucht worden.

    Er ist logischerweise dadurch sehr belastet und er ist auch deshalb so ausgeflippt, weil ich ihn lange bedrängt habe mit mir zu schlafen.

    Am Anfang der Beziehung wusste ich das nicht, wir hatten traumhaften Sex und ich war sogar 2x schwanger, habe das Kind aber 2 Mal verloren. Auch das war eine Riesenbelastung.
    Kurz danach wurde er so krank.

    Ich bin immer die Schuldige in unseren Streitereien, sogar seine Therapeutin hat mir gesagt, ich könne von ihm keinen Sex verlangen, weil er traumatisiert sei.

    Aber mein Gefühl ist, dass er sehr wohl Sex haben kann, und ihn ja auch geniessen kann. Ich weiss ja noch wie es am Anfang war.

    Aber wir reden nicht darüber. Er bezieht mich nicht ein in seine seelischen Nöte. Ich kann mit ihm seinen Missbrauch nicht aufarbeiten, weil er mich total ausklammert.
    Er vertraut mir nicht, und ich kann mich auf den Kopf stellen: Er rührt mich nicht mehr an und schweigt über das Thema.


    Also habe ich mich auch nicht mehr gerührt- der Sex starb dann ganz aus-ich bin dann vor einer Woche ausgetickt und die ganze angestaute Frustration kam raus.

    Ich versuche jetzt mit ihm dazüber zu reden.

    Ganz schnell entstehen destruktive Streitmuster.

    Ich glaube ich suche mir jetzt auch einen Therapeuten.

    Wie soll es nur weiter gehen?

    Vielen Dank fürs lesen

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    AW: kämpfen, aber wie

    hi

    therapeuten suchen ist doch schon mal gut, kann aber ja dauern, alo nichts für die ganz schnelle lösung.

    klingt ja auch ganz schön viel, bei euch beiden - kommunikation scheint schwierig,
    unterschiedlicher umgang mit körperlichkeit,
    unterschiedlich starkes bedürfnis nach sex,

    aber auch bei dir alleine:
    dein unerfüllter kinderwunsch,
    zweimal der kummer einer fehlgeburt,
    ein leben, was du dir anders vorgestellt hattest,
    evtl. auch die midlife-crisis?

    und bei ihm ebenfalls:
    schwere krankheit,
    missbrauch als kind,
    familienlosigkeit.

    hut ab vor euch allen dreien (dir, ihm und eurem beziehungsversuch)

    worum möchtest du eigentlich kämpfen?
    um eure beziehung
    oder darum, ein sexuell erfülltes frauenleben leben oder wieder aufnehmen zu dürfen?
    um dein glück?

    liebe ist ja leider echt so ein mäanderndes oder amöbenförmiges ding, das nicht unbedingt in schubladen wie "ist doch ne liebe wie zu einem kind" und "leidenschaft zwischen mann und frau" passt.

    wenn er keinen sex will, kannst du ihn nicht zwingen auch nicht mit "doch, du wolltest früher mal"
    jeder hat das recht, sich zurückzuziehen.
    (weiß nicht, wie weit das mit der pflegebedürftigkeit durch krankheit zusammenhängt, aber ich wette, dass ein mann, der über ein jahr lang hilfebedürftig war, nicht ausgerechnet mit der helfenden person intim sein will ab dem moment, wo es besser geht - irgendwie will man dann doch nicht mehr so "ausgeliefert" sein wie in krankheitszeichen, was ja gerade männern auch schwer fallen kann).

    andererseits zwingt er dich (im rahmen eures zusammenlebens) eben auf sex-verzicht, jedenfalls, so lange ihr eine exclusive beziehung haben wollt.

    genial wäre es, wenn einem das gelingen würde, ohne aufbau von vorwürfen mit ihm zu besprechen, dass du lust auf ein leben mit sex und er auf eines ohne gemeinsamen sex hat, und folgen zu bedenken.
    folgen oder das thema auszublenden, ist natürlich keine lösung.

    paar-therapie würde bei euch sicher ganz viel licht ins dunkel bringen können!

    und den respekt vor euch und euren schicksalen zu wahren und eure unterschiedlichen belastungen auch zu WÜRDIGEN,
    das wär sicher auch ein sinnvoller und guter boden unter allen weiteren überlegungen.

    liebe grüße
    kaffeewasser
    Das Leben ist schön.

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    AW: kämpfen, aber wie

    Hallo Kaffeewasser,

    Du hast meinen Beitrag nicht nur gelesen, Du hast Dir auch die Mühe gemacht, darüber nachzudenken.
    Deine Worte haben mir sehr geholfen.

    Gestern ging es mir nicht gut, und das Aufschreiben war, wie die ganze Geschichte mal "abzulegen".

    Es ist für mich ein Geschenk, dass es jemanden gibt, der einfach "zuhört" und seine Gedanken dazu äußert.

    Kaffeewasser, ganz lieben Dank!
    Deine Antwort war sehr einfühlsam und bedacht.

    Ich habe eine Therapeutin angeschrieben, die ich privat zahlen muss, dafür werde ich aber sicherlich schneller einen Platz bekommen.
    In Ihrer Biografie steht, dass sie ein Psychologiestudium hat, in der Psychatrie tätig war und lange in USA gearbeitet hat, und auch die Methode von Dr. Schnarch kennt (dessen Buch ich gerade verschlinge, ein sehr spannender Ansatz)

    Deshalb habe ich sie mir ausgesucht.

    Sie hat noch nicht geantwortet weil sie auf Vortragsreise ist.

    Ich habe schon Therapie versucht, hatte bisher aber kein Glück mit den Therapeuten, oder war einfach noch nicht am richtigen Punkt.
    Hoffentlich bringt es diesmal mehr.

    Liebe Grüße

    Gesine

  4. Inaktiver User

    AW: kämpfen, aber wie

    Zitat Zitat von Gesinestabroth Beitrag anzeigen
    Er ist ansonsten ein guter Zuhörer, hochintelligent, wir lieben die gleiche Musik und die gleichen Filme, wir haben den gleichen Beruf, er ist ein Seelenpartner.
    Könntest du dir evt. vorstellen, ihn nur noch als guten Freund zu behalten? Würde er das mitmachen?

  5. Inaktiver User

    AW: kämpfen, aber wie

    Ich bin da ein wenig anders....

    Dein Engagement ist um so vieles größer als sein - und wofür das alles?

    Das mit dem Kämpfen ist mir sowieso ein Rätsel - Liebe ist freiwillig. Er kann nicht, oder will nicht - was gibt es da zu kämpfen?

    Was würde eine Therapie an seiner Liebe zu dir ändern? Ich sehe da nicht viel Liebe von ihm.

    Seelenpartner? Du meine Güte.

    Du hast nur ein Leben.... willst du den Rest deines Lebens so verbringen?

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    AW: kämpfen, aber wie

    Hallo Gesine,

    oh, das ist wirklich eine komplizierte Situation bei Euch.

    Du scheinst diesen Mann sehr zu lieben, weil Du den Weg gehen möchtest, dass Ihr einen besseren Umgang miteinander lernen könnt.

    Ich denke, das ist nicht unmöglich,
    aber glaube auch, dass es ein längerer -
    aber wenn Ihr das schafft,
    sehr wertvoller Prozess für Euch beide sein kann.

    Zum Thema seiner Traumatisieren, der Missbrauch.

    Es ist gut - ich glaube, es ist sogar SEHR gut, dass er dieses Thema nicht zusammen mit Dir aufarbeitet,
    denn dieser Umstand gehört eindeutig in professionelle Hände.
    Wenn er Dir freiwillig irgendetwas darüber erzählen möchte,
    dann ist es o.k -
    doch dränge ihn bitte nicht.

    Ganz viel Vorsicht ist hier geboten...von beiden Seiten.

    Wenn du selbst auch einen Therapeuten oder eine Therapeutin hast, wirst Du viele Dinge besser verstehen und Dein Verhalten ihm gegenüber veränder können.
    Daraus wird sich automatisch auch eine Verhaltensänderung von seiner Seite aus ergeben.

    Momentan denke ich, wäre es noch zu früh für eine Paartherapie,
    denn dieses komplexe Thema braucht in meinen Augen zunächst einmal den Schutz des 'sich-allein-ausreden-könnens' -
    um all seine Fragen, Ängste und Befürchtungen aussprechen zu können.

    Ihr seid in meinen jetzt am Anfang eines neuen Weges.

    Könnte es nicht sein, dass seine Sex-Unlust auch von seiner Erkrankung herrührt?
    Nimmt er Medikamente ein?
    Manche Medikamente können durchaus impotent machen - und wenn er in diesem Bereich traumatisiert ist, vielleicht traut er sich aus diesem Grund dann auch nicht, sich Dir anzuvertrauen?

    Denn mich lässt ein wenig stutzen, dass Euer Sex am Anfang sehr erfüllend war -
    irgendetwas muss geschehen sein, dass er sich nun so komplett zurückgezogen hat.

    Die Erkrankung eines Partners ist auch eine Belastung für eine Partnerschaft -
    ein bisschen habe ich den Verdacht,
    dass hier u. U. mehr verborgen sein könnte als in seinem Trauma.


    Ganz liebe Grüße,
    Nanuu
    Du musst selbst die Veränderung sein, die du in der Welt sehen willst!
    (Mahatma Gandhi)

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    AW: kämpfen, aber wie

    Hallo Nanuu, Dharma und Visurgis (was für lustige Nicks)

    auch Euch allen lieben Dank fürs Lesen und "zuhören" meines Endlosbeitrages.

    Zum einen die Feststellung (Dharma): "Wozu das alles"

    In der Tat hatte ich mich das sehr oft gefragt.
    Das Problem war immer, dass ich mich nac meinen verzweifelten Trennungen immer noch viel schlechter gefühlt hatte, richtige Depressionen bekam, und jedes Mal wieder zurück zu ihm musste.

    Auch deshalb möchte ich einen Therapeuten-weil ich mich frage ob ich abhängig bin-oder ob das einfach diese starke Liebe ist...Vielleicht auch beides.

    Fakt ist, dass ich selber anscheinend sehr labil bin . Ihm aber auch nicht den Halt geben kann, den er braucht und einfordert.

    Heute bekam ich eine mail, in der schreibt er mir, ich solle es endlich lassen, ihn so zu drangsalieren.
    Ich würde bei ihm immer wieder eine Wunde aufreissen.

    Er hat das total drastisch geschrieben. Im Grunde empfinde ich es wie eine Drohung. "Wenn du die Wahrheit sprichst (nämlich die, dass es mir sehr schlecht geht damit, dass er mich nicht mehr berührt von sich aus" ) dann breche ich zusammen"


    Kennt sich jemand aus mit dem Thema Missbrauch?
    Was geht denn da vor sich?
    Wie soll ich damit leben, wenn ich MEINE Gefühle nicht betonen darf in der Beziehung?
    Ich greife ihn an, weil ich mir eine intime Beziehung zu ihm wünsche...für mich ist das eine Pattsituation.

    Ich bin irgendwie auch so wütend darüber, dass er sich immer auf seine Vergangenheit berufen kann-und ich bin immer die Böse fordernde Frau.

    Ich habe ihm geschrieben dass ich jetzt erst mal fachliche Hilfe in Anspruch nehme und wir dann ja weiter reden können.

    Hoffe dass ich dann besser durch steige, was genau hier abläuft.

    Uff.
    Viele Grüße
    Gesine
    Geändert von Gesinestabroth (20.05.2015 um 22:05 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: kämpfen, aber wie

    Zitat Zitat von Gesinestabroth Beitrag anzeigen


    Er war so unglaublich lieb, und ich fühlte zu ihm Liebe wie zu einem Kind, welches man nicht im Stich lassen kann.
    Das war so stark.


    Das ist keine Basis und deine bereits zweimal ausgesprochenen Trennungen beweisen auch, dass dir das selbst klar ist.

    Du bist nur selbst nicht stark genug, um den finalen Schritt zu gehen, obwohl ihr beide wisst, dass ihr euch so nicht gut tut.

    Dein Partner muss erst einmal selbst wieder Eigeninitiative entwickeln, augenblicklich scheint er mir zu stark eingeschränkt zu sein, um überhaupt eine Beziehung führen zu können. Solange er nicht seine Dämonen angeht, braucht er nicht zu hoffen, dass er eine Partnerschaft leben kann.

    lg jaws

  9. gesperrt

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    AW: kämpfen, aber wie

    Liebe ist freiwillig und Gesine, du müsstest ja selbst bereits bemerkt haben, dass dir dieser Mann nicht entgegenkommen mag und sich alles andere als partnerschaftlich verhält.
    Ob er jetzt ein sexuelles Trauma hat oder nicht, Fakt ist, er will keinen Sex mit dir und das Thema auch nicht auflösen.
    Er beschäftigt sich nur alleine mit sich und da bleibt kein Platz für dich Gesine.

    Mich wunderts, dass du noch an ihm hängst,
    es besteht evtl. eine emotionale Abhängigkeit bei dir;

    Souvenir

    Souvenir

  10. User Info Menu

    AW: kämpfen, aber wie

    Es geht nicht um Missbrauch, der Grund warum ein Mensch seine Libido verliert ist vielfach und Männer haben dann auch ein Problem damit nicht mehr Mann zu sein.

    Dieses auffordern baut unendlich Druck bei ihm auf für etwas was er wirklich aktuell nicht geben kann.

    Ich habe Dir eine PN geschickt!

    Aber dieser Kühlschrank in dem man mit so etwas leben muss ist emotional so heftig, wie lebendig begraben... Das OdB unerreichbar und da muss man schon einen Menge kämpfen damit man einen gemeinsamen Weg findet.

    Das hat nicht nur was mit Liebe zu tun (Beitrag Dharma), dass ist ein schwieriges komplexes Thema, denn auch als Frau fühlt man sich emotionale reduziert.

    Bin ich nicht mehr attraktiv, liebt er mich nicht,.... das geht auch an das eigene Selbstbewusstsein
    Das Leben macht was es will und ich auch!

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