Langer Text mit der Bitte um Tipps zum Thema: Meine Frau hat einen Freund - wie kann es weitergehen und wie kann ich meine Hoffnungen realistischerweise begraben?
Ich habe ein Problem, wie es - das weiß ich nun - recht häufig vorkommt: Nach 17 Jahren Beziehung mit zwei Kindern (9 und 11), einem Haus und einer gesicherten finanziellen Situation und Phasen von abwechselnder Unzufriedenheit und Zufriedenheit meinerseits hat meine Ehefrau nun einen Freund.
Angefangen hat alles wie so oft viel früher. Ich habe beruflichen Frust (mein Job war die Hölle) oft an meiner Frau ausgelassen. Anstatt meine Einstellung oder meinen Beruf zu ändern, war ich nur noch unzufrieden mit allem. Vor 2 Jahren habe ich mich verändert, arbeite nur noch halbtags und kümmere mich viel mehr um die Kinder.
Doch genau zu der Zeit - der Höhepunkt meiner Frustphase und kurz vor meinem beruflichen Kürzertreten - lernt meine Frau einen anderen Mann kennen. Sie traf ihn dann ab und zu und hat gemeinsame Hobbies und gemeinsame Vorstellungen vom Leben - Dinge, die meine Kinder und ich nicht unbedingt mögen. Aber sie bezeichnet ihn immer als platonischen Freund. Dieses Jahr dann gesteht sie ihm die Liebe und bricht deshalb von sich aus den Kontakt ab. Er tut so, als falle er aus allen Wolken, hätte nichts bemerkt. Übles Spiel, meiner Meinung nach, doch sie häkt ihn weiter für einen ehrlichen Ehrenmann. 3 Monate später hält es meine Frau nicht mehr aus und nimmt Kontakt auf. Ich stimme zu, da ich sie nicht leiden lassen will - anstatt dessen leide ich. Sie sagen beide, es sei nur Freundschaft, aber vor 6 Wochen dann gesteht er ihr seine Liebe und sie sind nun wohl ein Paar.
Meine Frau sagte es mir vor 4 Wochen, er sei ihr Seelenverwandter und die Liebe ihres Lebens. Eigentlich wollte sie heimlich fremdgehen und hier bei ihrer Familie bleiben. Aber ich sprach sie damals an! Sie sagte, sie liebt mich nicht mehr, sie mag mich noch, aber ich hätte mich zu wenig bemüht und sei damals vor eiinigen Jahren richtig böse gewesen. Das ist richtig, teilweise war ich fies, aber es gehören immer zwei zum Streiten und von ihr kamen auch kaum Bemühungen. Und ein offenes Wort kam auch nicht. Sie meckerte und ich blockte. Immerhin sagte sie, damals hätte sie mich sofort verlassen, heute ist es nicht mehr so einfach. Meine Veränderung und Bemühung in den letzten 2 Jahren hat sie also schon bemerkt.
Ich bin am Ende, überlege hin und her und habe schreckliche Angst um das Seelenheil unserer Kinder - für sie ist die Vorstellung den Kindern zu schaden auch unerträglich, aber unsere Tochter hat schon etwas gemerkt und auch gesagt. Wir hane sie erst mal beruhigt und wollen trotzdem noch dichthalten, denn 100% endgültig ist noch nichts entschieden. Und vorher wäre es sträflich, etwas zu sagen, was man nicht mehr zurücknehmen kann. Aus diesem Grund stimme ich zu, ihr Zeit bis Januar zu geben, um sich zu entscheiden. Und uns nicht sofort zu trennen. Wir leben weiter zusammen, schlafen im selben Bett, aber ich weiß, daß ich gegen ihre Liebe zu ihm machtlos bin. Nur meine eigene Liebe zu ihr spüre ich wieder. Oder die Angst vorm Verlassenwerden? Ich weiß es nicht.
Das geht nun 4 Wochen, mir kommt es ewig vor! In den letzten Tagen hat mich meine Frau zwar öfters in den Arm genommen, aber sie ist angeblich hin- und hergerissen. Leider aber wohl nicht zwischen ihm und mir, sondern zwischen ihm und der Familie. Sie weiß, daß ich nicht ewig leiden kann und daß sie sich entscheiden muß. Sie will nun in zwei Monaten so viel wie möglich mit ihm machen und ich glaube sie hofft insgeheim auf ein Wunder (z.B. ich finde eine Freundin und wir leben eine offene Beziehung, das hatte sie schon vorgeschlagen). Und ich glaube wirklich, sie hofft zu einem ganz geringen Teil auch, daß er sie enttäuscht und ihre Liebe weniger wird. Aber in 3 Monaten passiert so etwas nicht.
Dennoch hat sie in den letzten Tagen zugegeben, daß nicht alles Gold ist, was an ihm glänzt. Eine oder zwei Macken hat sie wohl erkannt. Sie hat auch die Aussage relativiert, er sei die Liebe ihres Lebens und sie liebe mich überhaupt nicht mehr. Und daß sie ihn wohl verlieren wird, denn die Familie gehe ihr über alles. Dann ist sie sehr zärtlich und weich. Am nächsten Tag dann (sie hat wohl mit ihm telefoniert oder ihn gesehen) ist sie wieder sehr hart. Und mein Wohlbefinden hängst sehr von ihrem Verhalten mir gegenüber ab. Ich selbst habe für mich entschieden daß ich sie noch liebe und meine Einstellung gründlich überdacht. Denn das Beste, das es geben kann hatte ich schon ewig, ohne es zu schätzen: Meine Familie. Ja, ich weiß, man merkt vieles erst, wenn es zu spät ist.
Nun zu meinem momentanen Problem:
Mein Herz sagt dauernd "das wird schon wieder". Ich hoffe auf das Unwahrscheinliche. Ich bin nett und lieb zu ihr und kümmere mich. Dabei leide ich sehr und sie ist teilweise genervt.
Mein Bauch sagt "Es könnte noch was werden, ganz ausgeschlossen ist es nicht".
Der Verstand sagt, daß die Liebe bei ihr nicht zurückkommen wird und nur zusammenbleiben, weil wir ein angenehmes Leben führen, kann ich selbst auf Dauer nicht. Mein Verstand weiß, daß ihre Freundlichkeit keine Liebe ist und ihre Streicheleinheiten nur Mitleid sind. Die Liebe zu ihm wird am Ende siegen. Und wenn sie ihn doch sausen läßt wird sie nicht mehr richtig glücklich. Ich werde das nicht auffangen können, daher wird eine Trennung unvermeidlich sein.
Wie bekomme ich diese drei Ebenen übereinander. Wie kann ich meine Hoffnungen begraben, wo doch die Hoffnung das einzige Licht ist, das ich habe.
Kann mir jemand einen Rat geben, wie ich mich in den nächsten drei Monaten aufbauen kann, wie ich für mich und meine Kinder da sein kann, wie ich den Kindern die Sorgen nehmen kann und wie ich dann das unvermeidliche akzeptieren kann? Ein Auszug kommt für mich und sie momentan nicht in Frage. Bis Januar soll es nun im Haus zu viert weiterlaufen, aber ich brauche einfach Strategien, wie ich es aushalten kann! Denn ich möchte am Ende zumindest nicht der sein, der überstürzt alles aufgegeben hat, nur weil er nicht einige Monate Leid ertragen konnt. Meine Frau mußte auch unter mir leiden, als ich vor Jahren so frustriert war - jetzt muß ich ein wenig durchhalten. Aber wie?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 56
-
06.11.2013, 18:18
Wie kann ich das Unvermeidbare akzeptieren und positiv denken - für meine Kinder und
-
06.11.2013, 18:43
AW: Wie kann ich das Unvermeidbare akzeptieren und positiv denken - für meine Kinder
Ich würde sie rauswerfen! Das habe ich mit meinem Ex auch gemacht, als er mich betrog. Ich hätte sonst meine Selbstachtung verloren. Außerdem sollte es man dem Betrüger auch nicht zu einfach machen. Abgesehen davon ist die Rolle als Jammerlappen extrem unsexy.
Werf sie raus und mache es dir mit deinen Kindern zuhause so schön wie möglich. Sie kann die Kinder dann jedes 2. Wochenende abholen.
Du musst die Frau nicht auch noch verwöhnen, die dich mies behandelt. Mache ihr das Leben ruhig ein wenig unbequem.
Wenn sie alles, was schön war, nicht mehr genießen kann, kommt sie eher zur Vernunft. Wenn es nicht klappt, was ziemlich wahrscheinlich ist, ist es für dich leichter, sie nicht ständig zu sehen und auf deinen Gefühlen herumtrampeln zu lassen.
-
06.11.2013, 20:09
AW: Wie kann ich das Unvermeidbare akzeptieren und positiv denken - für meine Kinder
Nun, ich habe bisher einige Tipps bekommen:
"Wirf sie raus"
"Zieh aus"
"Lass Dir Zeit"
Einige Leute, die mir viel bedeuten haben mir geraten, nichts zu überstürzen.
Auch eine Eheberaterin, die ich jetzt (alleine) aufsuche riet mir dazu, mir und ihr Zeit zu lassen, wenn ich das kann. Ich habe mich entschieden, daß ich das will. Drei Monate ist nicht lange und sie hatte unter mir in meiner schrecklichen Phase sicher länger zu leiden.
Dann werde ich natürlich eine Entscheidung fordern oder selbst entscheiden. Ich habe auch schon viel nachgedacht, wie es weitergehen kann, auch nach einer Trennung, die Kinder, die Finanzen, Wechselmodell, Nestmodell, etc. Aber die nächsten drei Monate soll das noch nicht passieren, sondern erst, wenn es endgültig feststeht - einfach, um die Kinder nicht unnötig lange zu verunsichern.
Ich weiß, daß das unverständlich erscheint, aber ich will nicht der sein, der das Band zerbricht. In 3 Monaten muß sie dann Farbe bekennen und obwohl ich die Kinder keinesfalls gegen sie aufbringen will, muß sie dann auch den Grund nennen. Das werde ich dann nicht schönreden und dann ist es auch aus mit dem trauten Heim. Das weiß sie und das nährt natürlich auch meinee Hoffnung und macht es dadurch sehr schwer jetzt schon loszulassen. Aber vor Weihnachten und Silvester werde ich meinen Kindern die Mutter nicht aus dem Haus werfen.
Mir geht es eher um Strategien, wie ich selbst nun mit der Entscheidung zurechtkomme und mich aus dem Sumpf ziehe. Und auch wieder schöne Tage erleben kann, ohne meine Frau, aber ab und zu mit den Kindern oder alleine. Ich brauche Techniken, um positiv zu denken. Das soll mir jetzt und auch später helfen. Und ich möchte mich in den drei Monaten auch schon emotional von ihr verabschieden. Was schwer ist, wenn sie da ist. Aber wichtiger als ich sind meine Kinder. Die können nix dafür und für die mag ich nochmals halbwegs schöne Weihnachten und eine Trennung, die nicht davor oder kurz danach ist, damit sie nicht jedes JAhr an dieses Erlebnis denken ...
-
06.11.2013, 21:58
AW: Wie kann ich das Unvermeidbare akzeptieren und positiv denken - für meine Kinder
ich wünsche dir ein soziales netz und liebe freunde. unternimm was mit den kids, geh auch mal alleine (!) weg, tue was für dich.
ich wünsche dir viel kraft in dieser situation. du hast immerhin durch deine harte arbeit ein tolles zuhause geschaffen, versuche das zu geniessen mit den kids und lass die mutter deiner kinder auch mal aussen vor. sie hat sich ausgeklinkt, also soll sie auch damit klarkommen.
luciernago
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
-
07.11.2013, 07:21Inaktiver User
AW: Wie kann ich das Unvermeidbare akzeptieren und positiv denken - für meine Kinder
Lieber bearnd,
hier in der bri gibt es einen alten Strang von prion "Der Mutmachthread" Ihm scheint es vor Jahren so ergangen zu sein, wie dir. Vielleicht möchtest du da mal nachlesen, wie er mit einer ähnlichen Situation umgegangen ist und wie er diese schließlich positiv meistern konnte.
lg und Kopf hoch, Igraine
-
07.11.2013, 07:54
AW: Wie kann ich das Unvermeidbare akzeptieren und positiv denken - für meine Kinder
Danke für eure Worte. Heute früh war es mal wieder sehr traurig. Meine Frau ist meilenweit weg von mir, obwohl sie neben mir sitzt und liegt.
Aber es geht ihr auch nicht gut. Sie sieht so traurig aus wie ich. Mein Verstand sagt mir, sie kann Dir nie mehr nahe sein, aber mein Herz sagt: "Kämpfe weiter". Und ich denke ihr Verstand sagt "bleib bei der Familie" aber ihr Herz ist bei ihm. Ich habe ihr das gesagt, wir haben uns umarmt und es war trotzdem traurig. Ich habe ihr nochmals gesagt, daß ich weiter kämpfe, solange ich kann, aber es irgendwann nicht mehr geht und dann ein ENDE mit SCHRECKEN besser ist als ein Schrecken ohne Ende. Es fällt mir schwer vom Ende zu reden, aber ich muß!
Ich will nicht mehr, daß es mir nur gut geht, wenn sie mir Trost spendet.
Ich will, daß es mir gut geht, weil ich es will!
Ich werde auf jeden Fall mal weiter planan und das Nestmodell genauer betrachten und auch schon einmal die ganzen Konsequenzen (Umbau am Haus, Finanzen, Trennungsjahr, Kinderbetreuung, Umstellung meiner Arbeitszeiten, etc...) durchdenken und mich Anfang nächsten Jahres juristisch beraten lassen. Nicht um sie fertig zu machen, sondern um eine faire Lösung zu finden, damit wir uns weiterhin in die Augen sehen können und halbwegs freundschaftlich weiterleben - einfach nur, um gute Eltern zu sein. Ein Anwalt kann ja dann auch als Mediator fungieren.
So ein Nestmodell müßte man dann wohl 5, 6 oder 7 Jahre versuchen aufrechtzuerhalten, dann sind die Kinder sowieso mehr am Ausgehen und am Nightlief als an einem Häuschen in der Vorstadt interessiert und man könnte sich dann anders orientieren. Dann können die Kinder auch sagen, wann sie wo wohnen wollen.
Doch davor habe ich auch Angst. Was wenn sie nur noch zu ihr wollen? Momentan ist es so, daß unsere Tochter den Freund meiner Frau hasst - für die Tochter ist es offiziell ein Freizeitfreund, aber sie spürt, daß da mehr ist! Unser Sohn merkt das noch nicht so stark, spürt aber auch etwas. Das spielt mir natürlich in die Hände, denn der Freund ist "das Böse". Wenn wir uns dann wirklich trennen, werde ich auch nicht so tun, als ob wir uns nur auseinandergelebt haben, sondern schon auch die Wahrheit sagen - aber ohne die Kinder gegen meine Frau aufzuhetzen. Denn das eine haben wir uns versprochen: Wir wollen uns nicht die Kinder wegnehmen, so gerne sie jeder von uns auch hätte. Aber die Kinder sollen spüren, daß wir beide weiterhin ihre Eltern sind, die immer für sie da sind (Vielleicht nicht jeden einzelnen Tag, aber sie sollen wissen, daß sie nach den Tagen bei Mama wieder zu Papa kommen und umgekehrt). Ein reines Umgangsrecht wollen wir beide nicht, es geht eigentlich nur das Wechselmodell oder das Nestmodell. Da der Freund meiner Frau weit weg ist, wird sie froh sein jede Woche ein paar Tage frei zu haben. Und ich werde das irgendwann dann auch genießen. Auch wenn es mir jetzt noch unmöglich scheint.
-
07.11.2013, 09:58
AW: Wie kann ich das Unvermeidbare akzeptieren und positiv denken - für meine Kinder
Du denkst ja wirklich schon sehr viel nach, wie es nach der Trennung weitergehen kann. Teilweise sehr reflektiert. Wenn es dann aber dazu kommt, würde ich den Freund völlig aussen vor lassen. Die Wurzel des Übels liegt ja viel früher. Damit die Kinder sich nicht einen Schuldigen suchen, würde ich nicht unbedacht sagen, ja aber Deine Mutter hat ja nun einen Freund, deswegen geht es nicht mehr. Du sagst ja auch selbst, Du magst die Kinder nicht aufhetzen.
Vom Wechselmodell halte ich persönlich nichts, das Nestmodell, hmmm da fehlen mir Erfahrungen.
Aber soweit ist es ja noch nicht. Ersteinmal muss das ganze ja überhaupt geklärt werden, wie gehts nun weiter.
Das mit Weihnachten habe ich übrigens schon oft gelesen, man will nochmal heile Familie sein/spielen und dann kommt im Februar vielleicht der Geburtstag von XY, dann Ostern usw. Pass auf, dass Du da nicht in eine Falle läufst. Nach allem, was Du schreibst, kann es gut sein, dass der Knall noch vor Weihnachten kommt. Damit musst Du rechnen. Gedanken in die Zukunft sind gut, aber wappne Dich auch dafür, wie Du mit einem Knall noch vor Jahresende umgehst.
Vor allem finde ich immer wichtig, Kindern nichts vorzumachen. Klar, nicht früher verunsichern als nötig, aber die spüren ja schon, dass da was im Busch ist.
Ich würde sie, also Deine Frau, auch spätestens im Januar rauswerfen, wenn Sie dann noch rumeiert. (Das Unvermeidliche) Du wirst erst dann wirklich zur Ruhe kommen (Das Positive) Dieses gemeinsame, was ihr da jetzt aufrechterhaltet, ist doch für Euch beide und nicht zuletzt die Kinder, die Hölle.Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar - Antoine de Saint-Exupéry
-
07.11.2013, 10:12
AW: Wie kann ich das Unvermeidbare akzeptieren und positiv denken - für meine Kinder
Ich würde sie auffordern, die Affäre sofort zu beenden oder auszuziehen. Noch diesen Monat. Alles andere ist Lug und Trug und bestimmt für die Kinder auch nicht gut.
Wie soll das denn gehen? Weihnachten in der Hölle?
Rechtsbeistand solltest du sofort suchen, sie muss es erst mal nicht erfahren.
Und die Sache mit dem Nestmodell ist nicht so einfach, wie es scheint. Wir hatten da vor kurzem einen interessanten Strang im Jobforum, der inzwischen geschlossen wurde.
Mein Mann hat eine Geliebte an meinem neuen Arbeitsplatz
Die Sache mit dem Nestmodell wurde auch diskutiert. Grundsätzlich war die Entwicklung der Geschichte bemerkenswert und ich denke, man kann viel daraus lernen.
-
07.11.2013, 11:19
AW: Wie kann ich das Unvermeidbare akzeptieren und positiv denken - für meine Kinder
Ich würde dir zunächst raten, jetzt schon anwaltlichen Rat einzuholen.
Es gibt nicht besseres - aus meiner Sicht - als seine Rechte und Pflichten und Möglichkeiten zu kenne.
Das gibt dir mehr Ruhe und Selbstbewusstsein.
Ansonsten würde ich nichts überstürzen und durchaus mit allen konkreten Handlungen bis Anfang des Jahres abwarten. Ein überstürzter "Rauswurf" bringt in eurem Fall vermutlich nicht viel, außer ein heiloses Hin- und Her. Ihr habt jetzt eine Frist vereinbart, daran würde ich mich halten.
Wenn die Kinder fragen, würde ich durchaus offen sagen "Ja Mama und ich haben gerade ein paar Probleme mit einander, wir verstehen uns nicht so gut. Aber das hat nichts mit euch Kindern zu tun. Wir lieben euch beide."
Ich würde es nicht ohne Not thematisieren, aber sie auch nicht aktiv anlügen - dann natürlich merken beide, dass es zwischen euch nicht in Ordnung ist. Und der Freund deiner Frau ist nur ein Symptom oder eine Fortsetzung eures Problems und nicht die Ursache.
Und du kannst ja auch schon mal überlegen, ob eine Mediation für euch in Betracht kommt, damit ihr die wesentlichen Dinge der Trennung nicht über im Streit oder über Anwälte diskutiert, sondern im moderierten Gespräch. Also im Prinzip eine "Paartherapie" mit dem Ziel gütliche Trennung.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
Profilbild © edwardbgordon
Moderation: "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"
-
07.11.2013, 17:00
AW: Wie kann ich das Unvermeidbare akzeptieren und positiv denken - für meine Kinder
Ich werde mir anwaltlichen Rat holen. Das habe ich nun vor. Nicht um sie unfair zu behandeln, sondern um einen Überblick über die Konsequenzen zu haben. Die Anwältion bietet auch Mediation - daher habe ich sie ausgewählt, denn diesen Weg würde ich im Trennungsfall gerne einschlagen.
Ich hege keinen Groll gegen meine Frau und möchte zumindest weiter soweit befreundet bleiben, daß ein Nestmodell geht (mir schweben wechselweise 2/5 Tage Betreuung vor, man hat jedes zweite Wochenende frei und bei Terminen hilft man sich aus, die Kinder bleiben im Haus und die Erwachsenen bekommen durch einen kleinen Umbau ihr eigenes Zimmer und Bad). So wäre gewährleistet, daß wir vernünftige Eltern sein können. Ihren Freund hasse ich natürlich abgrundtief, ich kenne ihn und er hat mich zutiefst getäuscht, daher müssen einige Grenzen abgesteckt werden, das Nest dürfte er nie betreten. Es ist mein haus, ich würde ihm offiziell Hausverbot erteilen und das auch ganz offiziell zustellen lassen. Mit diesem Modell hätte ich Zeit für mich und neue Kontakte und meine Frau hätte Zeit für ihn.
Daher habe ich zwischen meinen schlechten Phasen auch immer wieder die absolute Klarheit: Nix überstürzen, die Kinder nicht beunruhigen, aber wenn sie fragen die Probleme eingestehen, ohne schon von Trennung zu sprechen.
Es gibt nur einen Weg für uns, wenn sie auch emotional zu mir zurück kommt. Nur wegen der Familie und eines angenehmen Lebensstandards, wird das nix. Das hat sie nun auch zum ersten Mal eingesehen. Sie sieht, daß ich mich ändern will, ärgert sich natürlich, daß ich das erst jetzt mache, traut der Sache nicht und fragt sich: Kann ich mit diesem Mann weiterleben? Daß dies nicht alleine ihre Entscheidung ist, habe ich ihr gesagt, denn ich frage mich nun auch: Kann ich mit ihr weiterleben. Da geht es gar nicht darum, was sie genau mit ihm hatte und getan hat, sondern viel mehr um die Emotionen und den Ausblick auf eine gemeinsame Zukunft in echter Liebe. Und den beiderseitigen Willen, an der Beziehung zu arbeiten und evtl. professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das sehe ich ab und an bei ihr aufblitzen - sie sagt auch ihre Streicheleinheiten wäre nicht Mitleid sondern ehrlich, aber dennoch kann ich nicht vergessen, was sie mir über ihn gesagt hat. Wenn er die Liebe ihres Lebens ist, wird das nix und wenn er eine riesige verliebtheit ist, wird das schwer.


Zitieren

