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  1. Inaktiver User

    Brauche ein bisschen Aufmunterung

    Ich bin gerade ziemlich kraftlos und fühle mich gar nicht mehr selbst
    Mein Freund ist wegen depressiven Gefühlen und Überforderung innerhalb der Patchworksituation zu Beginn des Jahres aus unserer gemeinsamen Wohnung ausgezogen.
    Als wir uns kennengelernt hatten, war eine Nähe zwischen uns, die wir insgeheim schon immer gesucht hatten. Es war ein Gefühl wie "nach hause kommen". Aber abgesehen von diesem Gefühl, hat nichts gepasst. Ich, verheiratet mit drei noch kleinen Kindern, gerade dabei, nach dem Studium die erforderliche Zusatzausbildung zu machen und mich finanziell auf eigene Füße zu stellen. Er auch in einer Beziehung, gerade mit dem Studium fertig und ohne Plan, wie das Leben weitergehen soll.

    Irgendwie haben wir trotz allen Widrigkeiten an dieser Nähe festgehalten, haben unsere Beziehungen beendet, gemeinsam den Jobeinstieg gemeistert und versucht, uns als "Familie" zusammenzuraufen. Je mehr von den äußeren Anforderungen auf uns zugekommen ist, desto erstarrter ist mein Freund geworden, konnte sich immer weniger auf die Dinge tatsächlich einlassen, die wir gemeinsam machten. Bis es Ende des Jahres zu einem absoluten Stillstand kam und er nur in Trübsal versank und ich immer verzweifelter wurde, weil ich nicht wusste, wie ihm da heraus helfen.

    Seit 3 Monaten leben wir nun nicht mehr zusammen. Er macht seit etwa 7 Wochen eine Therapie, von der er meint, sie würde ihm wahnsinnig weiterhelfen. Er hat auch tatsächlich angefangen, sein Leben zu "sortieren". So hat er z.B. seine Zelte bei seinen Eltern komplett abgebrochen, was früher immer eine Art "Sicherheit" für ihn war - und ein zweites Standbein. Er ist dabei, Verhaltensmuster aufzuarbeiten, die ihm oft im Weg gestanden sind. Und er sagt, er liebt mich, ich bin ihm wichtig und er würde es sich sehr wünschen, mit mir glücklich zu werden. Aber momentan kann er sich noch nicht darauf einlassen! Er meint, er müsste erst seine "alten" Baustellen abarbeiten(die er eigentlich vor oder spätestens am Anfang unserer Beziehung hätte bearbeiten müssen, aber damals hatte er einfach Angst, mich aus den Augen zu verlieren, das zu verlieren, was ihm so wahnsinnig kostbar erschien, so dass er vieles lieber einfach beiseite geschoben hat, was ihn später immer mehr behindert hat und dazu geführt hat, dass er irgendwann nicht mehr wusste, wer er eigentlich noch ist und was er im Leben will) und müsste die Dinge aus dem Weg räumen, die ihn daran hindern, sich ganz auf mich und ein gemeinsames Leben einzulassen.

    Und da stehe ich und weiß nicht, wie weiter . Vom Kopf her verstehe ich das und sehe auch, dass er tatsächlich etwas tut. Aber mein Gefühl kommt da nicht mit... ich fühle mich allein gelassen, verletzt und enttäuscht. Ich kann nicht "verstehen", warum das so ist und weiß nicht, wie mit der Situation umgehen. Er hat die letzten zwei Monate versucht, den Kontakt zu mir aufrecht zu erhalten, mich an seiner Entwicklung teilhaben zu lassen. Er hat sich auch immer wieder nach mir und den Kindern erkundigt, zahlt weiterhin seinen Mietanteil hier, war manchmal da und wir haben mal gemeinsam was im Garten gemacht oder gekocht. Eigentlich ganz nett. Nur dass eben mein Gefühl da nicht mitmacht. Ich kann mich nicht auf die Nähe einlassen. Denn es tut jedes Mal so verdammt weh, wenn er geht. Mir kommt die ganze Situation so absurd vor, ich sehe keine wirkliche Perspektive. Ich frage mich, bin ich ZU ungeduldig?? Aber wir waren 5 Jahre zusammen und wenn er sich in der Zeit nicht dazu durchringen konnte, sich ganz auf mich einzulassen, wie sollte das jetzt funktionieren?? Vor allem, wenn er sich im Grunde ein zweites Standbein aufbaut, außerhalb eines gemeinsamen Lebens. Ist das nicht schon wieder eine Fortsetzung dessen, was wir schon vorher hatten, diesmal nur auf anderer Ebene? Diesmal sucht er die räumliche Entfernung und will mit mir emotionale Nähe leben. Ich habe verdammt Angst, dass es so bleibt, dass ich mich in dieser Beziehung ewig nach "Ganzheit" sehnen werde, er diese aber nie bieten kann.

    Ich bin ein "gebranntes Kind" und habe auch meine Verlustängste, so macht es mir z.B jedes Mal wahnsinnig zu schaffen, wenn er wieder geht. Ich habe keine emotionale "Gewissheit", dass er wieder kommt, in mir bricht jedes Mal etwas zusammen, ich leide und igel mich dann tagelang wieder ein. Wenn er dann kommt, muss er jedes Mal neu gegen diesen "Panzer" angehen, gibt sich zwar Mühe, aber es läuft letztendlich jedes Mal wieder auf das selbe hinaus... er geht wieder.

    Inzwischen fühle ich mich von dieser Situation so ausgelaugt... hatte jetzt Urlaub, fühle mich aber schlapp und kraftlos. Ich weiß nicht, wie wir da herauskommen sollen. Im Grunde kämpfen wir schon sehr lange mit diesem Nähe-Distanz Problem. Während wir zusammen waren, hat er sich innerlich herausgenommen, um nicht total "vereinnahmt" zu werden. Es ist ihm nicht auf andere Weise gelungen, innerhalb der Beziehung so etwas wie "Autonomie" zu bewahren. Nun ist er draußen und da habe ich Probleme, ich habe keine Schwierigkeiten damit, mich abzugrenzen, für mcih ist er aber so zu weit weg, als dass es mir gelingen würde, Nähe zuzulassen. So sind wir beide "ausgehungert" und unbefriedigt.

    Im Grunde fühle ich mich so kaputt, dass ich mich am liebsten vollkommen einigeln würde, die Beziehung abbrechen und mich von dieser "komplizierten Geschichte" abwenden würde. Wenn er mich aber dann in den Arm nimmt, dann überfällt mich so eine Trauer Denn es ist genau der Ort, an dem ich mich wohlfühle. Was das ganze noch schlimmer macht, er sagt auch, dass er all das deswegen mitmacht, weil es ihm genau so geht, weil er genau so mit mir will... nur weiß er nicht, wie er all die "anderen Dinge" (Job, Familiengefühle, Gefühle zu meinen Kindern, die eigenen Probleme, zu eigenen Bedürfnissen zu stehen und sich damit auch gegenüber anderen abzugrenzen etc) damit unter einen Hut bringen soll. Er möchte die Therapie fortsetzen (was ich auch wichtig finde) und würde am liebsten diesen Abstand noch "ein Weilchen" aufrechterhalten, um so neue Erkenntnisse und Verhaltensweisen erproben zu können und sich dann hoffentlich irgendwann "gestärkt" wieder in unsere Beziehung wagen zu können. Ein Teil von mir findet das ganz "vernünftig". Aber ein großer Teil leidet einfach nur, fühlt sich einsam und allein und weiß nicht mehr, wohin mit der Sehnsucht und all diesen blöden Gefühlen.

    Es tut mir leid, dass ich euch jetzt so zugetextet habe. Aber ich drehe mich im Kreis und fühle mich nur elend. Ich habe das Gefühl, nur alles schlimmer zu machen und habe ihn daher gebeten, an seiner "Entwicklung" weiterzuarbeiten, aber mich in Ruhe zu lassen, bis er für sich nicht eine Entscheidung getroffen hat. Ich fürchte nur, mich in der Zeit so sehr "einzuigeln", dass keiner mehr an mich herankommt...

  2. Inaktiver User

    AW: Brauche ein bisschen Aufmunterung

    Mensch, das ist wirklich eine sehr schwierige Situation.

    Aber ich finde es sehr toll, dass Dein Partner eine Therapie macht!! Hier ist so oft zu lesen von Leuten, die in so einer Situation endlos herumlavieren oder dann fremdgehen oder jemand anderen suchen...

    Ich finde die Situation überhaupt nicht absurd. Dein Partner tut etwas sehr wichtiges. Ich glaube zwar, dass es schwierig ist, die Ungewissheit jetzt auszuhalten, aber anders würde es ja auch nicht weitergehen. Insofern ist es sicher richtig, wenn Du jetzt die Zähne zusammenbeißt.

    Dass Du Dich jetzt nicht so richtig gut auf seine Nähe einlassen kannst, ist doch völlig ok. Kannst Du das kommunizieren, und kann er das verstehen?

    Und mir geht auch durch den Kopf, wenn Du schreibst, dass Euer Nähe-Distanz-Problem schon länger da ist, ob Ihr auch bei Dir einen Teil der Schwierigkeiten seht, und ob Du diese Zeit jetzt nicht auch für Dich nutzen könntest, Dich mit Deinem Part in der Beziehung zu befassen?

  3. Inaktiver User

    AW: Brauche ein bisschen Aufmunterung

    für mich liest sich das erste posting wie:

    er hat sich jetzt die für ihn schon längst überfällige hilfe geholt- er arbeitet seine baustellen auf.

    und was ist mit dir?

    wann und wie kannst du deine altlasten aufarbeiten? die altlasten die dich veranlassen dich so an ihn zu klammern und verlustängste zu verspüren. denn er ist und wird nie dein heilsbringer sein können.

    du solltest schon gucken, dass ihr euch als selbständig menschen auch unabhängig von einander begegnen könnt. so wie du es zur zeit beschreibst: hängst du emotional an seiner gurgel sobald er zur tür reinkommt.

    könnte ihn vielleicht auch irgendwann zuviel werden - denn wie gesagt: er ist nicht für dein wohlergehen verantwortlich. das bist du selbst.

    er hat seine aufgabe für sich übernommen. schau mal, was du für dich tun kannst.

  4. Inaktiver User

    AW: Brauche ein bisschen Aufmunterung

    ich danke euch für eure Rückmeldung. Wenn ich alleine über der Situation nachgrübel, dann tappe ich in meine "eigene Logik", nach der das ganze so absurd ist und es "natürlich" an ihm liegt und sein "Beziehungsverhalten" irgendwie komisch ist *lächel*... dass es von meiner Seite auch irgendwelche Dinge gibt, die das ganze erschweren, ahne ich zwar, aber diese werden von den intensiven Gefühlen in den Hintergrund gedrängt.

    Mein Problem ist eigentlich, dass ich mit Nähe gar nicht umgehen kann. Meine bisherigen Beziehungen haben sich auf einer eher "pragmatischen" Ebene abgespielt. Mit meinem Ex, mit dem ich viele Jahre verheiratet war, war ich ein "Super-Team", wir haben viele Herausforderungen gemeistert, hatten Spaß am Sex, ein schönes Leben, aber irgendwie hat mir trotzdem etwas gefehlt... inzwischen ist es mir bewusst, dass es die emotionale Nähe war und dass es nicht nur daran lag, dass er nicht "der Typ dafür" war, sondern dass ICH mich nicht darauf einlassen konnte. Bei meinem Freund war es anfangs ganz anders... es war die Sehnsucht nach der Nähe, die uns zueinander geführt hat. Ich fürchte, ich habe aber auch die ganze Zeit ein ambivalentes Verhalten an den Tag gelegt. Einerseits wollte ich genau diese Nähe. Anderrseits hatte ich wahnsinnige Verlustängste und habe immer wieder versucht, mich in eine "sichere Distanz" zu begeben, aus der mir ein möglicher "Verlust" nicht viel ausmachen würde. Ich habe leider wahnsinnig Schwierigkeiten mit den "fließenden Übergängen", es scheint so eine Art Schalter in mir zu geben, der entweder an oder aus zeigt, dazwischen gibt es nichts.

    Eure Kommentare sind insofern hilfreich, als dass sie mich aus meinem "Gedankenstrudel" herausreißen und ich das dann auch so erkenne... ich kenne sogar inzwischen die Hintergründe und Zusammenhänge. Nur weiß ich leider immer noch nicht, WIE mein Verhalten und meine Gefühle, die nun einmal so sind, wie sie sind, ändern :-(

  5. Inaktiver User

    AW: Brauche ein bisschen Aufmunterung

    Wenn Du schon ganz gut erkannt hast, woher Deine Schwierigkeiten kommen könntest Du vielleicht versuchen, Situationen zu identifizieren, in denen Du Dich ambivalent verhältst, und verhältst Dich dann mal ganz bewusst anders, wenn Ihr Euch seht. z.B. indem Du mal etwas sagst, was Du sonst nicht gesagt hättest, oder umgekehrt...

    Mir hilft immer zu lesen in solchen Situationen, Sach-Bücher, die sich mit dem Thema beschäftigen. Vielleicht wäre für Dich ja auch psychologische Hilfe gut, etwas in Richtung Verhaltenstherapie? Bin leider keine Expertin.

    Natürlich ist es schwierig in der momentanen Situation direkt was zu machen, man kann solche Dinge nicht von einem auf den anderen Tag ändern, das braucht Zeit.

  6. Inaktiver User

    AW: Brauche ein bisschen Aufmunterung

    momentan ist das hier ein bisschen mein "Rettungsanker", ein Ort, an dem mein Gedankenstrudel ab und zu unterbrochen wird und ich das Gefühl bekomme, es ist vielleicht nicht alles so aussichtslos... inzwischen sind wieder ein paar Tage vergangen, wir haben uns ein paar Mal gesehen, sind auch ein paar Mal in die gewohnten "Fallen" getappt, aber immerhin haben wir das an der einen oder anderen Stelle sogar selber bemerkt . Wir verhalten uns beide ganz schön ambivalent. Weil wir beide Schwierigkeiten mit Nähe haben. Ich gehe bei jeder Unsicherheit lieber den für mich "sicheren Weg" und ziehe mich schon beim kleinsten Anzeichen zurück und bin kaum wieder hervorzulocken. Daher wirke ich nach außen, als ob ich Nähe nicht bräuchte, was ihn verunsichert. Er ist auf den ersten Blick wahnsinnig anhänglich, klammert teilweise, was sich in dem Moment für mich fast erdrückend anfühlt, aber sobald ICH von ihm Verbindlichkeit wünsche, geht er auf Distanz, so dass ich mich frage, was denn jetzt??

    Wir haben inzwischen auch erkannt, dass das ein Teil von uns ist, dass wir schon seit Ewigkeiten so reagieren, dass wir so auch in vielen anderen Bereichen reagieren, nur stört es da nicht so extrem. Wir wissen sogar, woher das kommt. Ich glaube, meine Beziehung oder besser Nicht-Beziehung zu meiner Mutter hatte ich schon erwähnt. Ich habe nie das Gefühl gehabt, genug zu bekommen, richtig "satt" zu werden und habe irgendwann nach dem Motto "diese Trauben sind mir zu sauer" gehandelt... er dagegen hatte eine sehr enge Beziehung zu seiner Mutter, ist immer sehr liebevoll behandelt worden, ja ist regelrecht mit Liebe überschüttet worden. Gleichzeitig hat er keinen Weg gefunden, sich offen abzugrenzen, sondern ist ausgewichen, hat sich Ausreden suchen müssen (was man sehr gut auch an seiner Beziehung zu seine Mutter in den letzten Jahren erkennt... sie, weiterhin umsorgend, teilweise bedrängend, er dagegen immer vage, oft ausweichend, sich nie auf etwas festlegen wollend). Wie gesagt, inzwischen erkennen wir das, wenn wir uns "komisch" verhalten und vorhin, als wir miteinander telefoniert haben, ist es mir sogar gelungen, ihn darauf anzusprechen, als mein Gefühl wieder flüsterte "Rückzug".

    Ich fürchte, Außenstehende würden uns beide für bekloppt halten... ginge mir wahrscheinlich nicht anders, wenn ich mir genauer überlege, was für Kleinigkeiten ausreichen, um einem das Leben so enorm schwer zu machen... wir haben telefoniert, um etwas für die nächsten Tage auszumachen, ich fragte, ob er Lust hätte, heute abend mit mir eine Kleinigkeit essen zu gehen. Er meinte, heute abend wäre er schon an seinem Arbeitsort verabredet. Und schwupps saß ich in meinem Schneckenhaus. Nicht, weil ich etwas dagegen hätte, dass er mit irgendjemandem anderen etwas macht, sondern weil wir uns gestern erst über "Beziehungen außerhalb unserer Beziehung" unterhalten hatten und er gesagt hatte, er hätte da niemanden und würde mich um Freunde und Kollegen beneiden, mit denen ich auch mal private Dinge besprechen könnte, die einzigen Kollegen, mit denen er sich gut verstanden hatte, hätte er seit Monaten nicht mehr gesehen... aber eben diese beiden waren heute morgen zufällig auch im Büro und da hat er sich für heute abend mit ihnen verabredet. Wie gesagt, der Umstand an sich ist für mich überhaupt kein Problem, hätte er einfach gesagt, was los war, hätte ich mich wahrscheinlich für ihn gefreut, dass es endlich mal wieder klappt, dass sie sich treffen und an die Situation keinen weiteren Gedanken verschwendet. Aber dieses "geheimniskrämerische" lässt mich aufhorchen und ich frage mich, gibt es womöglich einen Grund für die Geheimniskrämerei... solche Prozesse laufen bei uns jedenfalls ständig ab und haben dazu geführt, dass wir uns so aufgerieben haben und beide das Gefühl hatten, die Erfüllung läge so nahe, aber wir könnten sie trotzdem nicht erreichen.

    Heute haben wir die Kurve gekriegt, ohne uns verletzt zurückzuziehen und sind für morgen verabredet. Aber ich frage mich ernsthaft, sind wir bekloppt?? Ich meine, ich war früher nicht so... bin ich nur so, weil dieser Mensch so "komisch" und "schwierig" ist oder bin ich so, weil mir dieser Mensch so viel bedeutet, mir so wahnsinnig nahe kommt und ich damit nicht umgehen kann und deshalb so "bekloppt" reagiere?

    Ich weiß nicht, ob ihr mein Problem grad verstehen könnt... ich habe das Gefühl, ich führe mein privates Drama auf, welches ich als außenstehende Zuschauerin total bescheuert finden würde (wobei ich in diesem Fall sogar mit meinen Teenie-Kindern tatsächlich "außenstehende Zuschauer" habe, die sich fragen, was ist nur mit ihrer Mutter los??). Aber ich stecke selber drin und habe das Gefühl ich kann nicht anders. Soll ich mich losreißen und das Weite suchen? Oder macht es Sinn, da "hindurch" zu gehen, haben wir die Chance, trotz dieser ganzen Komplikationen, eine erfüllende Beziehung aufzubauen?

  7. Inaktiver User

    AW: Brauche ein bisschen Aufmunterung

    Also ich finde Deine Probleme völlig normal... Immerhin habt Ihr Euch ja trennen müssen wegen der Probleme, und diese Nähe-Distanz-Sachen sind doch tatsächlich immer wieder der Killer in Beziehungen.

    Dass Du getroffen warst, als er seine Verabredung so nebulös kundgetan hat, kann ich gut verstehen. Damit hat er sich tatsächlich abgegrenzt. Sonst hätte er doch wirklich einfach sagen können, mit wem er sich trifft. Dass Du da vor den Kopf gestoßen warst, finde ich sehr nachvollziehbar.
    Die Frage ist halt, ob er das nun ändern muss, oder ob Ihr Euch darüber verständigt, dass eventuell an dieser Stelle seinen Freiraum braucht, also etwas eigenes Leben, etwas Eigenständigkeit - was auch immer hinter seinem Verhalten steckt. Wenn Du das weißt, kommst Du ja vielleicht einfacher damit klar? Ich kenne jedenfalls von mir Phasen, in denen ich nicht alles teilen und mich selbst sortieren möchte, mehr Ich und weniger Wir brauche.

    Ansonsten ist es seid Ihr eigentlich ein ganz gutes Team, wie Ihr mit den Problemen umgeht, scheint mir?

  8. Inaktiver User

    AW: Brauche ein bisschen Aufmunterung

    Hallo Ambivia,

    wir kennen uns nicht, aber weißt du eigentlich, wie gut mir deine Worte immer wieder tun *lächel*? Ich wollte dir hiermit einfach mal "danke" sagen

    Du hast Recht, wir sind eigentlich ein gutes Team. Aber irgendwann in der Vergangenheit haben wir eine falsche Abzweigung genommen und uns total verfahren. Die letzten Monate waren teilweise auch echt die Hölle. Aber ich habe im Augenblick das Gefühl, wir hätten den Punkt aufgedeckt, an dem wir angefangen habe, uns aus Angst zu verstecken, nicht mehr unsere wahren Bedürfnisse und unsere Schwierigkeiten mit manchen äußeren Umständen zu artikulieren. Und heute hatten wir nach einer gefühlten Ewigkeit tatsächlich einen Tag, an dem ich das Gefühl hatte, ich weiß wieder, was ich an diesem Mann so toll fand

  9. Inaktiver User

    AW: Brauche ein bisschen Aufmunterung

    Das freut mich zu lesen von Euch!

    Und danke für dein nettes Feedback.

  10. Inaktiver User

    AW: Brauche ein bisschen Aufmunterung

    Man, diese verfluchten Nähe-Distanz Probleme machen uns immer wieder zu schaffen, er weicht aus, anstatt sich offen abzugrenzen, ich bin irritiert, gekränkt, fühle mich alleingelassen, weil ich nicht weiß, was los ist. Oft kriegen wir uns deswegen in die Haare und brauchen lange, um einen halbwegs stabilen Ausgangszustand wiederzuerlangen.

    Nach einem nervigen Nachmittag haben wir uns heute Abend unterhalten und dabei erzählte mein Freund, dass er so langsam erkennt, dass er "Beziehungsangst" habe (offenbar wurde das auch in der Therapie thematisiert). Einerseits sehnt er sich danach, andererseits kann er sich nicht ganz auf die Beziehung (im Grunde auf Beziehungen an sich) einlassen. Ein Grund dafür ist, dass er noch eine andere Beziehung hat, die ihn vollkommen einnimmt, ihn überfordert, in ihm die Angst weckt, er könne der Verantwortung in einer Beziehung nicht gerecht werden, daher enzieht er sich dieser immer wieder. Aber anstatt sich offen abzugrenzen, wählt er das Ausweichen, den Rückzug, wo er gar nichts sagt oder sich nicht festlegen kann.

    Er sagt, er komme immer wieder auf dieses Problem zurück und erkenne, dass er da bestimmte Verhaltensmuster entwickelt hätte und ganz viele Dinge vorschiebt, wenn er ausweicht (wie z.B. keine Zeit, zu viel Stress etc.). Das ist immerhin eine Erkenntnis, denn bisher haben wir uns meistens in die Haare gekriegt, weil ich das Gefühl hatte, da ist etwas unstimmig, er dies aber immer abgewehrt hatte, beteuert hatte, es wäre alles in Ordnung und der Grund, dass manches bei mir so einen "komischen" Eindruck hinterließe wären... Stress, zu viel Arbeit, Zeitmangel, notfalls meine Kinder oder was sonst noch an Erklärungen herangezogen wurden. Wie gesagt, ich sehe das schon als Leistung an, dass er das so erkennt. Gleichzeitig fühle ich mich mutlos und frage mich, kommt er denn jemals da heraus?? Er hadert schon so lange mit dieser "anderen Beziehung"... das ist nämlich die Beziehung zu seiner Mutter, für die er sich verantwortlich fühlt, für die er die einzige Bezugsperson ist (obwohl sein Vater noch lebt und die Eltern auch zusammenleben!) und deren "Lebensglück" von ihm abhängt - so fühlt er sich jedenfalls.

    Ich sehe seine Schwierigkeiten, sehe, dass er auch leidet... gleichzeitig bin ich inzwischen einfach müde... ich mag nicht mehr kämpfen und hoffen und immer wieder vor den Kopf gestoßen werden. Es tut weh, auch wenn ich weiß, woher es kommt :-(. Ich frage mich ernsthaft, kann man sich von seiner Mutter noch abnabeln, wenn man das mit 35 noch nicht geschafft hat. Sein Vater hat es nämlich mit über 60 auch nicht geschafft und die Eltern leben mit der über 80jährigen Oma in einem Haus, was mit ein Grund dafür ist, dass ihre Beziehung nicht funktioniert und die Mutter meines Freundes ihn als Ansprechpartner sieht und nicht den Ehemann. Ich habe echt das Gefühl, dass sich solche Dinge "vererben" und frage daher, kann man das überhaupt noch überwinden??

    Kann Mann sich noch in fortgeschrittenem Alter von seiner Mutter lösen und die Beziehungsangst überwinden, die aus so einer totalen Vereinnahmung resultiert? Kann Mann in dem "fortgeschrittenen Alter" eine Partnerin anders sehen als eine potentielle Bedrohung seiner Autonomie, gegen die er sich gar nicht anders "wehren" kann, als durch inneren Rückzug??

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