Hallo Helga,
Liest (und schreibt) Deine Frau auch hier?
Wir akzeptieren sehr stark unsere "Räume". Sie weiß, dass ich hier aktiv bin und akzeptiert das als meins. So, wie ich ihr Antroposphie-Forum als ihres akzeptiere. Beide kämen wir nicht auf die Idee, diese Räume ohne Einladung zu betreten. Ich zeige ihr gelegentlich was von meinen Foren und sie mir von ihren.
Ich habe in der Trennungsphase viel Rat und Trost und Hilfe in einem anderen Forum erfahren. Daraus sind ein paar real existierende Freundschaften geworden. Es hat meiner Frau erst nicht gepasst, dass "unsere" Geschichte da sozusagen öffentlich diskutiert wurde. Irgendwann konnte sie den Wert dieses Vorgangs akzeptieren. Inzwischen fährt sie da auch mit auf das ein oder andere CT. Oder freut sich, wenn Menschen, die mir im Laufe der Zeit wichtig wurden, hier "leibhaftig" zu Besuch sind.
Gestern habe ich zufällig in diesem Forum in den Thread 'Nach 25 Jahren geht meine Frau fremd ...' geschaut. Es schreibt ein User, der sich offenbar auch gerne wieder mit seiner Frau vertragen würde. Nun sehe ich, dass sich seine Frau 'eingeschaltet' hat und seitdem ist leider 'Funkstille' in dem Forum.
Kannst Du da evtl. helfend (mit Worten) eingreifen?
Ich habe das ein oder andere in Richtung des Grafen geschrieben, wie Du dann ja auch gelesen haben dürftest. Zwischen den beiden zu vermitteln? Das traue ich mir nicht zu. Das ist virtuell ganz sicher auch nicht zu leisten.
Gruß,
Prijon
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Thema: Der Mutmachthread
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21.02.2006, 23:35
Re: Der Mutmachthread
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22.02.2006, 13:47
Re: Der Mutmachthread
*offtopic (bisschen)**grins*
mein Nick hat den Grund, den Du gefunden hast. Meine Frau und ich haben in einer Therapiestunde mal ein Bild von einem Schwimmer im reißenden Sog gezeichnet und von den Möglichkeiten, ihn zu retten. Aber auch von den Grenzen des Helfers am Ufer und von der Situation, aus der man sich dann nur noch selbst befreien kann. Wo der Retter loslasen muss, um sich nicht selber zu gefährden.
Ich fand es ganz wichtig für mich, in solchen Bildern zu denken.
Lieber Prijon,
hab mich schon immer gewundert, ob dein Nick ein Zufall sein kann! Auch wenn ich von meinem kleinen Prijon Fly inzwischen auf ein Wavesport Kajak umgestiegen bin.
Ich weiß nicht, ob du tatsächlich Kajakfahrer bist, kann dir aber aus Erfahrung sagen - ein gut geworfener Wurfsack, wenn man im eiskalten Wasser vor einem unterspülten Felsen schwimmt und sich vor Angst in die Hosen macht - das ist in dem Moment wie ein Wink des Himmels. Und der Werfer kann sich ewiger Dankbarkeit sicher sein.
Was man auch im übertragenen Sinne sehen kann, und damit bin ich doch wieder ein bisschen beim Thema - toller Nick!
LG,
Ava
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23.02.2006, 09:07
Re: Der Mutmachthread
Gut, dass Du den Fly verkauft hast.

Ich mag eigentlich überhaupt keine Prijon-Boote, fahre selber einen Diablo. Noch den ganz alten, Jan Kellners "Urform". Der Nick war so ein Spontaneinfall.
Auch wenn das hier natürlich nicht der Wasserrettungsspezialthread ist - ich mag das Bild vom Wurfsack gerne noch ein bisschen ausmalen.
Die Erklärung kam mir, nachdem alles relativ schnell vorbei war, als ich mich getrennt hatte. Ich hatte das Seil losgelassen. Und da ging dann alles ganz plötzlich.
Meine Frau, die war in einen Sog geraten. In so einen Wirbel, wie er entsteht, wenn man den Badewannenstöpsel zieht. Solche Dinger gibt es auch "in groß", auf Flüssen. Kommt man als Schwimmer dort hinein, es gibt nur einen Weg: Nach unten heraustauchen. Man muss da im wahrsten Sinne des Wortes "durch".
Dadurch, dass ich das Seil nicht losgelassen habe, habe ich das verhindert. Ich habe meine Frau immer und immer wieder in den Sog hineingezogen. Da wird sie eine Menge Wasser geschluckt haben. Und ich habe mich verausgabt ohne Ende. Erst, als ich komplett am Ende meiner Kraft war, konnte ich so handeln, wie es sein musste.
Loslassen...
Manchmal ist das ganz wichtig. Ich habe, als "Der Andere" plötzlich auch für mich Realität wurde, eine Menge Probleme mit der Situation bekommen. Mich hat interessiert, wie andere Männer damit umgehen. Habe mich auf die Suche gemacht, es hat sich dann eine Art virtuelle Selbsthilfegruppe gefunden - vier Froschkönige, alle gehörig vor die Wand geflogen.
Einer von ihnen hat einen Wahlspruch, den ich ein Stück weit für mich übernommen habe: "Was man liebt, das muss man loslassen. Kommt es nicht zurück, dann hat es einem nie gehört".
Warum es diesen Zwang gab, meine Frau zu halten - wir haben darüber in der Therapie lange gesprochen, das hat mir gut getan. Ich habe da die Dinge erkannt, die allein mit mir zu tun haben und die das verhinderten. Ich bin mir sicher, dass mir das so nicht noch einmal passieren würde. Möglich wäre, dass ich in das andere Extrem verfalle und die Verbindung schon dann löse, während sie noch auf den Sog zuschwimmt - das ist mir vom Kopf her bewusst, wenn ich also Glück habe, kann ich dann überlegter handeln.
Wobei ich mir die Wiederholung nicht unbedingt wünsche....
Gruß,
Prijon
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23.02.2006, 09:49
Re: Der Mutmachthread
Lieber Prijon,
ich finde gut das du diesen Thread eröffnet hast. Ich lese so gerne was du schreibst. Deinen Mount-Müll habe ich NoMa im übrigen auch zukommen lassen, da wir bei einem Gespräch beide der Meinung waren, nicht mehr dort anfangen zu wollen, wo wir aufgehört hatten. Aber er hat es wohl mal wieder nicht verstanden und als "Psychokram" abgetan.
Aber das ist jetzt eh egal, da seine Richtung plötzlich wieder anders ist.
Aber ich schaffe das "Loslassen" einfach nicht. Nach außen versuche ich es und es geht auch, aber innerlich!
Diesen Zwang deine Frau zu halten, den verspüre ich auch und ich weiß immer noch nicht warum? Welche Dinge hast du erkannt?
Vielen Dank für deine helfenden Worte!
Alles liebe Karlchen
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23.02.2006, 10:26
Re: Der Mutmachthread
Hallo Karlchen,
mal so ein paar Stichworte:
- als Kind beide leiblichen Geschwister verloren, keine Hilfe bei der Trauerbegleitung = große Verlustängste
- viele Jahre lang fast ausschließlich über "funktionieren" und "kümmern" definiert, so jemand lässt nicht so schnell los (da schlägt das Pendel übrigens gerade in die entgegengesetzte Richtung, es bleibt mir immer ganz, ganz viel liegen und ich habe alle naselang Stress mit dem Finanzamt)
- sehr dominante Mutter, mein Vater ist in die innere Emmigration geflüchtet und hat mich sozusagen mit ihr allein gelassen. Die Dame ist zudem noch äußerst frauenbewegt, ich habe in meiner Jugend echt geglaubt, dass Männer per se erstmal Schweine sind und der Wille einer Frau heilig
- oben schon angesprochen: Ich habe mich selbst als "nicht liebenswert" wahrgenommen
Gruß,
Prijon
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23.02.2006, 11:07
Re: Der Mutmachthread
Lieber Prijon,
danke für deine Antwort.
Verlustangst - Ja kann schon sein, ich hatte zwar in der Kindheit so keine Verluste
eher vor 9 Jahren, als mein Vater starb (als ich nicht da war - Urlaub!). Habe es schon mal in dem Strang von Spazier geschrieben! Hatte auch keine Trauerbegleitung, sondern habe mich um meine Mutter kümmern müßen, die in vielen Dingen sehr unbeholfen war und von einem Loch ins andere viel.
Das mit dem kümmern und funktionieren trifft auf mich auch zu. Habe all die Jahre besonders seit die Kinder da sind nur für die Familie gelebt. Mein EX hat mal zu mir gesagt -du lebst nicht dein Leben, du wirst gelebt-. Müßte doch jetzt eigentlich froh sein nur noch für die Kinder und mich da zu sein.
Wollte es eigentlich immer nur jedem recht machen!
Aus diesem Gründen meinst du für dich herausgefunden zu haben, warum es dir so schwer fällt loszulassen.
Natürlich habe ich die letzten Jahre in einer Beziehung gelebt in der ich nicht glücklich war, aber ich habe ihn doch trotzdem geliebt!
LG Karlchen
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25.02.2006, 22:26
Re: Der Mutmachthread
Hallo Prijon
Also wenn das eine Schablone ist,dann passt sie auch für mich.99hatte sie eine Herzatacke,dir mir vermittelte,ich verliere meine Frau weil sie gleich stirbt.Etwas später im Jahr,eine Fehlgeburt,ein paar Monate später war sie wieder schwanger,neun Monate Angst das Kind zu verlieren,oder es wird behindert sein(dafür gab es Diagnosen).Wir wählten mein 18 jähriges Patenkind zum Paten für unsere Tochter,ein Jahr nach der Taufe wurde er tot gefahren.
Auch ich war und bin ein Kümmerer,dadurch habe ich ihr die Luft zum atmen genommen,das ist mir jetzt schon klar.Auch die Elternkonstellation ist gleich,müssen wir das denn alles nachleben?Ich wünschte mir zum loslassen ein bisschen mehr Leichtigkeit.
Das du diesen Thread begonnen hast bringt ein bisschen mehr Licht ins Forum.
LG Hugo
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02.03.2006, 10:37Inaktiver User
Re: Der Mutmachthread
hallo pri und alle anderen!
hab diesen thread im moment bitter nötig!
pri, danke nochmal für deinen beistand die letzten tage!
gestern war bei uns zweite therapiesitzung, es ging heftig zur sache, mein mann befindet sich zur zeit im distanz-modus, bei mir kocht immer wieder ne ziemliche wut hoch (er hat mich in den letzten wochen mehrmals mit notlügen bedacht und es ist immer wieder rausgekommen). ich muss mich zwingen, auf abstand zu gehen und nicht mehr zu kämpfen.
pri, auch bei uns ging die krise nach der geburt des 2. kindes los, das war anfang der 90er, gerade haus gebaut, zwei kleine kinder, der job meines mannes superanstrengend, mit viel verantwortung. dann hab ich auch noch angefangen, halbtags zu arbeiten (hatte das gefühl, das leben zieht an mir vorbei). nach einem halben jahr wollt ich mich von meinem mann nicht mehr anfassen lassen - das war dann das, wo's zu sehen war, das etwas nicht stimmt.
er wollte mich dann deswegen verlassen und hat druck gemacht (aus meiner subjektiven sicht gesprochen). ich ging zur therapie, er kam ein oder zweimal mit - damals dachte ich, das wäre ne art paar-beratung gewesen. wars aber nicht, meine therapeutin war natürlich auf "meiner" seite - er ging quasi als verlierer raus. das thema sexualität wurde nie ganz geklärt. und hat dann lange im untergrund sein gift verbreitet und mein mann hats nie wieder angesprochen, er war völlig ohnmächtig.
na ja ...... dann ist auch noch viel anderes passiert, ich bin mehr in richtung autonomie gegangen, selber ne therapieausbilduung gemacht.
und jetzt hats uns wieder eingeholt.....
jetzt bin ich eher auf der ohnmachtsseite, nicht wirklich spaßig. aber ich glaube trotz aller schwierigkeiten haben wir ne reelle chance, endlich reden wir miteinander, der startschuß für eine bessere beziehung ist gefallen. es ist für mich, als würde ich mich jede woche einmal "häuten".
es ist hart und anstrengend.
das forum hier ist oft eine riesenhilfe. hier weiß jeder, wie sichs anfühlt!
liebe grüsse
marie
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02.03.2006, 22:50Inaktiver User
Re: Der Mutmachthread
Ein Mutmachthread,
eine gute Idee. In den letzten Tagen bin ich wieder ziemlich abgestürzt.
Wir sind ja in Beratung. Plötzlihc überfiel es mich, und ich fragte meinen Mann, was denn sein Arbeitsauftrag wäre aus der letzten Sitzung. Einfach so, weil ich hatte mir ja nur meinen gemerkt und auch täglich mehrmals darüber nachgedacht( Was bringt es ihm, zu spät nach Hause zu kommen? Überhaupt ständig zu spät zu Terminen zu kommen?)
Und da musste er erst mal überlegen.
Ich war gleich am kochen, bin geflüchtet ins Schlafzimmer, raus aus der Familie.
Als es ihm wieder einfiel, kam er zu mir.
Aber dass es ihm nicht ständig bewusst war, das hat mich in eine tagelange Krise geworfen. Ich hatte das Gefühl, das er nicht ernsthaft dabei ist, unsere Situation hier zu bearbeiten.
Zur Erklärung für die die meine Geschichte nicht kennen:
Mein Mann hat mich im Oktober/November mehrfach mit einer Mutter aus der Klasse unserer Tochter betrogen. War wohl eine Sexgeschichte, trotzdem gehört Lügen und Betrügen und Verschweigen von Gefühlen dazu.
Zudem ist die Frau in meinen Bekanntenkreis eingeschlichen, hier ein-und ausgegangen.
Auch verklemmt sie sich nicht, weiter SMS zu schicken.
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02.03.2006, 23:20
Re: Der Mutmachthread
Hallo Freifrauchen,
ich habe leider kein Gespür für Deine Geschichte, weil ich sie nicht kenne. Spontan-Antwort (und deshakb vielleicht nonsens): Wenn er mit "Aufgaben" aus der Therapie so sorglos umgeht, ist das nicht gut.
Und marie...
befindet sich zur zeit im distanz-modus, bei mir kocht immer wieder ne ziemliche wut hoch
DAS ist voneinander abhängig. Natürlich weiß Dein Mann, dass er Auslöser Deiner Wut ist. Und er weiß, dass Du ein Recht darauf hast, wütend zu sein. Aber was soll der denn tun? Zu Kreuze kriechen? Würde DIR das was bringen? Er hat keine andere Chance, er muss diese Wut ertragen, irgendwie. Es gibt - glaube ich - keine andere Möglichkeit für ihn: Er muss sich vor dieser Wut distanzieren. Das ist Selbstschutz.
Deine und meine (Eure und unsere) Geschichte ähneln sich verblüffend - meine Frau ging (in einem neuen, ungewohnten, stark fordernden Job) wieder arbeiten, als unser Jüngster gerade zwei war.
Und der Sex....
Ich will aufhören, hier Romane zu schreiben. Aber: Das ist mir alles sehr vertraut. Und Mann fühlt sich sicherlich nicht gut, wenn "das" in einer Ehe nicht mehr klappt. Für Frau ist es sicher auch kein auf Dauer erhebendes Gefühl, oder? Das klingt ja bei Dir durch.
Ich merke für mich, dass das auch viel mit Selbstwertgefühl des Mannes zu tun hat. Das leidet, wenn es immer wieder vor diese Mauer klatscht. Mann wird dann immer kleiner. Ich bin sehr klein geworden. Keine gute Position vor so einer großen Mauer.
Und doch: Bei uns wird auch das. Es ist der letzte Schritt. Sie öffnet sich...


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