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  1. Avatar von Wildthing
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    Beziehungsarbeit - was versteht Ihr darunter?

    Meine Ehe ist in der Krise Leider auch schon sehr lange. Ich möchte ungern aufgeben, bevor wir nicht "Beziehungsarbeit" geleistet haben. Ich verstehe darunter zu Beginnn, dass wir ins Gespräch miteinander kommen. Wir uns sagen, wir es uns derzeit in der Ehe geht und was wir fühlen, was wir uns wünschen, wo Knackpunkte sind etc.

    Mein Mann ist der Meinung, dass nicht das Wort zählt, sondern die Tat. Letztlich hält er auch wenig von "Beziehungsarbeit".

    Er geht kaum auf Gesprächsangebote ein. Und wenn, drehen wir uns wie seit Jahren im Kreis.

    Paarberatung lehnt er ab, nachdem wir dreimal da waren und beim letzten Termin das Thema räumliche Trennung im Raum stand.

    Ich bin der Ansicht, dass es eben nicht reicht, wenn er nur für sich etwas tut (bei ihm ist das das Lesen von religiösen Schriften), sondern er müsste auch etwas für UNS tun. Das sieht er nicht so.

    Was also versteht ihr unter Beziehungsarbeit? Wer hat auch einen Partner, der nicht mitmacht, weil er es nicht notwendig hält? Wo ist auch ein Schweiger? Was soll ich nur machen? Ich laufe gegen die Wand...

    Wildthing

  2. Avatar von brighid
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    AW: Beziehungsarbeit - was versteht Ihr darunter?

    die nicht leistbare beziehungsarbeit, die ich eingefordert habe- und er nicht bereit war- hat uns an den punkt gebracht-

    an dem ich gegangen bin.


    was zieht denn dein mann für lehren aus dem lesen von religiösen schriften?
    was sagt ihm sein glauben dazu?
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

  3. Avatar von elli07
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    AW: Beziehungsarbeit - was versteht Ihr darunter?

    Ich fange mit dem Wort "Beziehungsarbeit" nichts an. Zum Arbeiten geh ich in die Firma, in der Beziehung will ich nicht arbeiten.....

    Was für mich selbstverständlich ist: dass BEIDE die Beziehung pflegen. Über Wünsche und Bedürfnisse reden, dass beide über das gemeinsame Leben im Gespräch sind und bleiben.

    Die Liebe ist nichts Anstrengendes, sie tut nicht weh (na ja, zumindest meistens nicht )

    Wenn der Partner für mich attraktiv ist (womit ich nicht das Äussere meine), wenn er auch dazu beiträgt, dass die Beziehung lebendig ist und bleibt, dann ist die Beziehung für mich befriedigend.

    Ich kann keine Beziehung leben, die auf Dauer Kraft, Energie und Lebensfreude aus mir rauszieht. Das passiert dann, wenn von der anderen Seite nichts oder zu wenig kommt. Oder etwas, was ich nicht (mehr) aufnehmen kann.

    Gruss, Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

  4. Avatar von Wildthing
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    AW: Beziehungsarbeit - was versteht Ihr darunter?

    Zitat Zitat von elli07 Beitrag anzeigen
    Wenn der Partner für mich attraktiv ist (womit ich nicht das Äussere meine), wenn er auch dazu beiträgt, dass die Beziehung lebendig ist und bleibt, dann ist die Beziehung für mich befriedigend.
    Ich kann keine Beziehung leben, die auf Dauer Kraft, Energie und Lebensfreude aus mir rauszieht. Das passiert dann, wenn von der anderen Seite nichts oder zu wenig kommt. Oder etwas, was ich nicht (mehr) aufnehmen kann.
    Genau diese Dinge sind es, die ich von ihm erwarte: Dass er sich aktiv daran beteiligt, die Beziehung lebendig zu erhalten. Bei uns ist es nun so, dass die ehe schon lange nicht mehr lebendig ist. Es war immer mein Part, sie voranzutreiben. Langsam geht mir die Puste aus. Er tut nichts für die Beziehung. Gar nichts. Er geht zur Arbeit und verdient Geld. Aber das reicht doch nicht... Aber mit diesem Argument zieht er sich aus scheinbar aller Verantwortung raus.

    Dass eine Beziehung von beiden belebt oder auch "beendet" wird - sieht er nicht. Irgendwie gibt er mir das Gefühl, dass ICH am Zug bin, wenn er mir vorhält, er will Taten sehen, keine Worte hören.
    Aber ich kann doch nicht nach monatelangem Stillstand und vielen vielen Verletzungen einfach mal so unter seine Decke kriechen???
    Das ist nicht mein Weg.

    Ich müsste erstmal Verständigung herstellen. Woraus vielleicht Verständnis entsteht und dann Nähe...

    Aber vll irre ich mich auch. Und will nicht sehen, dass er einfach nicht bereit ist, nicht mehr will - aber auch nicht gehen will, sondern mir die Entscheidung überlässt.

    Ist es fair, einem Partner ein Ultimatum zu stellen? So von wegen: Entweder du bewegst dich auf mich zu, redest mit mir...(was auch immer) oder ich trenne mich???

    Wildthing

  5. Avatar von brighid
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    AW: Beziehungsarbeit - was versteht Ihr darunter?

    was konkret sind deine forderungen?

    und was seine?
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

  6. Avatar von Wildthing
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    AW: Beziehungsarbeit - was versteht Ihr darunter?

    Zitat Zitat von brighid Beitrag anzeigen

    was zieht denn dein mann für lehren aus dem lesen von religiösen schriften?
    was sagt ihm sein glauben dazu?
    Ich habe nicht die geringste Ahnung und es macht auch Angst. Denn er konfrontiert mich damit, indem er mir Zitate vorträgt, die mich beeinflussen sollen. Sowas wie: Nicht das Wort ist, was zählt, nur die Tat.

    Meiner Ansicht nach versteckt er sich hinter diesen Schriften. guckt nicht nach seinem Seelenleben, sondern macht sich fremde Weisheiten zu eigen. Durch die intensive Beschäftigung damit in seiner wenigen Freizeit verhindert er eben auch den Blick auf sich selbst.
    Ich finde das gefährlich, für mich persönlich ist es unangenehm.

    Er hat keine Freunde und redet mit niemandem. Dadurch hat er auch keinen Spiegel. Keine kritischen Gegenstimmen, die ihn mal einnorden könnten. Er sieht sich mit seiner Meinung und seinem SChweigen im Recht - und die Schriften bestätigen ihn und seine Sicht auf die Welt.

    Es macht mir Angst.

    Wildthing

  7. Avatar von brighid
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    AW: Beziehungsarbeit - was versteht Ihr darunter?

    angst ist in einer beziehung ein stiller mörder
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

  8. Avatar von elli07
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    AW: Beziehungsarbeit - was versteht Ihr darunter?

    Zitat Zitat von Wildthing Beitrag anzeigen
    .....Ist es fair, einem Partner ein Ultimatum zu stellen? So von wegen: Entweder du bewegst dich auf mich zu, redest mit mir...(was auch immer) oder ich trenne mich???.....
    Ich denke schon, dass du klare Worte sagen kannst, wenn du dich "am Ende" fühlst. Ich kenne deine Situation: ich habe am Ende nur noch "geschrien". Nicht im wörtlichen, sondern im übertragenen Sinn. Genutzt hats leider nichts mehr.

    Sicher wäre es sinnvoll, die Erwartungen mal konkret auf den Tisch zu bringen, dann hast du Klarheit und kannst entscheiden, ob es noch Gemeinsamkeiten gibt, an denen ihr anknüpfen könnt.

    Der Paartherpeut Schmidbauer sagt, dass es nur Sinn macht, die Probleme überhaupt anzugehen, wenn der andere noch "attraktiv" erscheint. Bei mir war das in meiner Ehe leider nicht mehr der Fall. Den Artikel von Schmidbauer habe ich leider erst später gelesen.....

    Dieses "Frömmlertum" deines Mannes macht dir mit Recht Unbehagen. Das kann ich verstehen. Kein eigenes handeln, sondern nur Verweise auf Sätze, was andere zu tun haben.....

    Gruss, Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

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  9. Inaktiver User

    AW: Beziehungsarbeit - was versteht Ihr darunter?

    Ich mag den Begriff "Beziehungsarbeit" auch nicht besonders, so gefühlsmässig. Ich denke aber auch, dass einem eine gelungene Beziehung nicht ohne Einsatz beider (!) Partner beschert wird.

    Den ersten Schritt musst du aber auch alleine machen. Der erste Schritt ist: für sich selbst definieren, was man will. Was man braucht, für sich, und in der Beziehung. Das ist erst mal deins.

    Bei dir höre ich heraus, dass du unter zu wenig Gemeinsamkeit leidest? Und du bist immer diejenige, die diese Gemeinsamkeit herstellt? Wie machst du das denn bisher?

    Ich kann dir nur raten, wenn es dir die Sache wert ist: hol deinen Mann ab, wo er steht. Vielleicht versteht er auch nicht, was du von ihm willst. Erkläre es ihm, geduldig. Manche Menschen tun sich schwer mit der Kommunikation über Gefühle, das heisst aber nicht, dass sie keine haben!
    Wenn er religiöse Schriften liest - kannst du das für deine Zwecke nutzen? Findet sich in diesen Schriften etwas, was deine Situation verständlicher macht für ihn (z.B. eine biblische Geschichte, ein Gleichnis?)

    Zuletzt eine neugierige Frage von mir: warum willst du deine Beziehung aufrecht erhalten? Auch da gibt es ja Alternativen....

  10. Avatar von Wildthing
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    AW: Beziehungsarbeit - was versteht Ihr darunter?

    Zitat Zitat von brighid Beitrag anzeigen
    was konkret sind deine forderungen?

    und was seine?
    Ich hab keine Ahnung, was er fordert. Denn er spricht nicht darüber. aber vielleicht ist das eine meiner nächsten Aufgaben, ihn diese ganz konkreten Fragen zu stellen: Was verlangst du von mir? Was wünschst du dir von mir? Wie soll es deiner Meinung nach weitergehen? Ganz praktisch!

    bislang hat er Antworten vermieden.

    Was ich fordere? Ich will, dass er die Augen aufmacht und dass wir tacheless reden. Über unser Unglücklichsein. Geplatzte Träume. Das haben wir auch schon mal geschafft. Aber dann fällt wieder alles durchs Loch.
    Jetzt müssten wir gemeinsam einen Plan erstellen, wie es weitergehen kann. Ganz pragmatisch. Und da kommt eben dieser Begriff "Beziehungsarbeit" hinein. Das wäre jetzt dran. Über Wünsche sprechen, Sehnsüchte, Verletzungen. Bis wir da sind, wo wir hinwollen, ich hinwill. Zu der Frage, ob es überhaupt noch einen Sinn hat, zusammen zu sein. Und was jeder zu der Lösung dieser Frage beitragen kann.

    Bislang ist ein VErstehen nicht möglich. Wir reden aneinander vorbei. Wie finden wir nur eine Basis?

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