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  1. Inaktiver User

    Pseudo-(Sucht-)Beziehungen/gesunde Beziehungen

    Angeregt durch viele Diskussionen, viele Menschen, die sich aktuell oder im Nachblick die Frage stellen, warum sie in eine Beziehung/Fremdbeziehung geraten sind, die sich am Ende doch nicht so berauschend herausgestellt hat, aber ein sehr schweres (oder fast unmögliches) Loslassen erfordert, auch für die, die gerade vor lauter "Verliebtheit" nicht mehr ein noch aus wissen, nicht zuletzt durch meine eigene Geschichte, habe ich gestern nochmals mehrere Bücher gewühlt und bin auf ein paar Sätze gestoßen, die ich unter beide genannte Beziehungsformen einfach mal aufreihen werde. Zum Nachlesen, (Selbst)Überprüfen, gerne auch zur Diskussion.
    Quelle: "Die Flucht vor der Nähe. Warum Liebe, die süchtig macht, keine Liebe ist", Anne Wilson Schaef.


    "Fertigkeiten", mit deren Hilfe wir

    Pseudo-(Sucht)Beziehungen aufbauen:

    - Die Fähigkeit "unmittelbare Nähe" herzustellen
    - Die Fähigkeit, die eigenen Bedürfnisse jederzeit zurückzustellen, wenn es der Beziehung zugute kommt.
    - Das Wissen darum, wie man für einen anderen Menschen "sorgen" kann, und die sofortige Bereitschaft, seine oder ihre Bedürfnisse zu befriedigen.
    - Die Kunst, für die Beziehung (einschl. Familie, Kinder und Arbeit) ständig Kompromisse im Hinblick auf die persönlichen Bedürfnisse und die ethischen und moralischen Wertvorstellungen einzugehen.
    - Die Fertigkeit, ganz schnell einen "Traumpartner" oder eine besondere Verbindung "zu erkennen".
    - Die Bereitschaft, sich sofort körperlich oder sexuell angezogen zu fühlen.
    - Die Fertigkeit, sofort Nähe oder ein "Hochgefühl" ("verliebt sein") herzustellen und dabei im alltäglichen Leben alles andere stehen und liegen zu lassen.
    - Das Gefühl, als habe diese "Beziehung" einen vollkommen im Griff und fülle das ganze Leben aus, und die Bereitschaft, sich diesem Gefühl voll hinzugeben.
    - Die Bereitschaft, den anderen dafür zu benutzen, dem eigenen Leben zu entfliehen.
    - Die Kunst, andere Aspekte des eigenen Lebens und aus dem Leben des anderen zugunsten der Beziehung zu ignorieren.
    - Der Glaube daran, dass Intensität als Liebe zu interpretieren sei, und daher die Annahme, dass es Liebe ist, wenn man einem Menschen gegenüber intensive Gefühle hegt.
    - Die Fähigkeit, Intuition zu benutzen, um den anderen zu erklären oder zu "verstehen".
    - Die Bereitschaft, für die Beziehung unendliches Leid auf sich zu nehmen.
    - Das Akzeptieren von Eifersucht als Zeichen wahrer Liebe.
    - Die Fähigkeit, in einer Beziehung seine Grenzen zu verlieren.

    und noch viele andere mehr...

    Jetzt ein paar Auszüge über die "Fertigkeiten", um gesunde Beziehungen aufzubauen:

    - Fähig zu sein, mit der Entwicklung einer Beziehung zu "warten".
    - Unsere eigenen Bedürfnisse zu erkennen und zu akzeptieren und ihnen zu folgen.
    - Den Partner wichtig nehmen, aber ihn nicht umsorgen.
    - Zu wissen, dass Abhängigkeit in jeglicher Form Beziehung tötet; die Integrität unseres Selbst und des anderen zu respektieren.
    - Zu wissen, dass sich körperliche Liebe mit wachsender Nähe entwickelt.
    - Zu wissen, dass die Beziehung nur einen Aspekt in unserem ganzen Leben darstellt.
    - Die Verantwortung für das eigene Leben akzeptieren und die Verantwortung des Partners für sein Leben anzuerkennen.
    - Sich nichts über den Partner vorzumachen und sich ehrlich einzugestehen, in welchen Wertvorstellungen, Hoffnungen und Ängsten man nicht übereinstimmt.
    - Zu wissen, dass Liebe nicht gleichbedeutend mit Leiden ist - auch wenn Schmerz vorkommt; wer leidet, entschließt sich dazu.
    - Gefühle dann mitzuteilen, wenn man sie empfindet.
    - In der Lage zu sein, an verschiedenen "Welten" teilzuhaben und dennoch die eigene immer aufrechtzuhalten.
    - Sich darüber klar zu sein, dass spirituelle und moralische Wertvorstellungen nicht aufs Spiel gesetzt werden können, ohne dass dadurch gleichzeitig die Beziehung untergraben wird.
    - Nicht bereit sein, köperliche, emotionale oder sprirituelle Mißhandlungen zu ertragen.
    - Zu wissen, dass Liebe nicht geschaffen oder manipuliert werden kann. Liebe ist ein Geschenk.

    Und auch hier noch viele mehr.

    Immer noch sehr nachdenklich,
    narrare.
    Geändert von Inaktiver User (25.10.2008 um 12:45 Uhr)

  2. User Info Menu

    AW: Pseudo-(Sucht-)Beziehungen/gesunde Beziehungen

    Sehr viel Text, aber mein spontaner Gedanke dazu:
    Ersteres klingtmehr so wie Verliebtheit, das Zweite wie eine gereifte Beziehung.

    Aber ganz ehrlich, wenn nicht am Anfang ein bisschen "Sucht?" und "Verrücktheit" im Spiel ist, dann habe ich eher nicht den Antrieb, mich mit dem Mann überhaupt zu beschäftigen.

    Die "gesunden" Aspekte sind schon die Grundvoraussetzung für eine Beziehung (Respekt sich und dem anderen gegenüber), klingen mir aber - wie sie so allein dastehen - irgendwie fleischlos, lauwarm, ratgebermäßig.

    Wenn dazu dann noch etwas Leben kommt, Freude, Unsinn, Mut und Lust: einverstanden




    bblume
    Geändert von Butterblume (25.10.2008 um 13:49 Uhr)
    flying is the art of falling to the ground without touching

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    AW: Pseudo-(Sucht-)Beziehungen/gesunde Beziehungen

    Hallo,

    ersteres klingt mehr so wie Verliebtheit, das Zweite wie eine gereifte Beziehung.
    Genau das habe ich mir auch gedacht. Beides gehört dazu... Und es gibt sehr emotionale Menschen und sehr rationale. Die empfinden auch unterschiedlich.

    Gruß
    BlauerHimmel

  4. Inaktiver User

    AW: Pseudo-(Sucht-)Beziehungen/gesunde Beziehungen

    Zitat Zitat von Butterblume
    Sehr viel Text, aber mein spontaner Gedanke dazu:
    Ersteres klingtmehr so wie Verliebtheit, das Zweite wie eine gereifte Beziehung.

    Aber ganz ehrlich, wenn nicht am Anfang ein bisschen "Sucht?" und "Verrücktheit" im Spiel ist, dann habe ich eher nicht den Antrieb, mich mit dem Mann überhaupt zu beschäftigen.

    Die "gesunden" Aspekte sind schon die Grundvoraussetzung für eine Beziehung (Respekt sich und dem anderen gegenüber), klingen mir aber - wie sie so allein dastehen - irgendwie fleischlos, lauwarm, ratgebermäßig.

    Wenn dazu dann noch etwas Leben kommt, Freude, Unsinn, Mut und Lust: einverstanden
    Hi Butterblume,

    beim ersteren sehe ich vor allen Dingen (oft in Affären), wie sehr gerade Frauen ihre Augen und Ohren und Bauchgefühle verschließen/ignorieren, um sich ihre Konstrukte von "Beziehungen" aufzubauen (meine Auswahl war natürlich subjektiv getroffen) und für "Liebe" Entscheidungen treffen, die sie später oftmals bereuen.

    Die gesunden Aspekte sind teils die Gegenaspekte zu den ungesunden. Das ganze Buch handelt über Suchtbeziehungen und eben den Menschen - die gerade vorgeben die Nähe zu suchen - die gar keine wirkliche Nähe aufbauen könnnen (geht um Sex-, Romantik- und Beziehungssucht, Co-Abhängigkeiten, Autorin ist eine bekannte amerikanische Psychotherapeutin), alles ziemlich komplex.

    Deinem letzten Satz schließe ich mich uneingeschränkt an!

    Lieber Gruß,
    narrare.

  5. User Info Menu

    AW: Pseudo-(Sucht-)Beziehungen/gesunde Beziehungen

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    - Fähig zu sein, mit der Entwicklung einer Beziehung zu "warten".
    - Unsere eigenen Bedürfnisse zu erkennen und zu akzeptieren und ihnen zu folgen.
    - Zu wissen, dass die Beziehung nur einen Aspekt in unserem ganzen Leben darstellt.
    .
    Das konnte mein Ex OdB sehr gut.
    Er hat mir am Anfang auch direkt erklärt, wie wichtig ihm "Loslassen" sei - wo ich ihn noch gar nicht festgehalten habe, so dass ich ihn vor Schreck gleich ganz habe fallen lassen...


    bblume
    flying is the art of falling to the ground without touching

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    AW: Pseudo-(Sucht-)Beziehungen/gesunde Beziehungen

    @narrare,

    das hast du gut geschrieben und es ist wohl viel Wahres daran.
    Wahrscheinlich verwechselt man manchmal die süchtige "Liebe" mit einer gesunden Beziehung und Liebe.Und ist zu sehr abhängig vom Wohlwollen des Partners oder lässt sich auf seine Spiele ein.

  7. Inaktiver User

    AW: Pseudo-(Sucht-)Beziehungen/gesunde Beziehungen

    Zitat Zitat von Butterblume
    Sehr viel Text, aber mein spontaner Gedanke dazu:
    Ersteres klingtmehr so wie Verliebtheit, das Zweite wie eine gereifte Beziehung.

    Aber ganz ehrlich, wenn nicht am Anfang ein bisschen "Sucht?" und "Verrücktheit" im Spiel ist, dann habe ich eher nicht den Antrieb, mich mit dem Mann überhaupt zu beschäftigen.

    Die "gesunden" Aspekte sind schon die Grundvoraussetzung für eine Beziehung (Respekt sich und dem anderen gegenüber), klingen mir aber - wie sie so allein dastehen - irgendwie fleischlos, lauwarm, ratgebermäßig.

    Wenn dazu dann noch etwas Leben kommt, Freude, Unsinn, Mut und Lust: einverstanden




    bblume

    Mein spontaner Gedanke war ähnlich...

    Aus der verrückten Verliebtheit kann sich jedoch eine reife und gesunde Beziehung entwickeln. Das ist der Gang der Dinge, Verleibtheit, 3, 6, 8 Jahre Beziehung, ev. Hochzeit. Liebe braucht Zeit...
    Die Gefahr entsteht, wenn die "süchtige Abhängigkeit" endet, lese: in eine reife, sich dauernd entfaltende Beziehung übergeht, und der Wegfall der Schmetterlinge wird als Erlöschen der Liebe interpretiert.
    So kann es zu einer Affäre kommen ... und zu einer Tragödie, weil, wenn man auf einer Seite mit dem Ehepartner gebunden ist und auf der anderen in die Affäre "verliebt", hat man normalerweise keine gewöhliche Basis, um feststellen zu können, ob es sich tatsächlich um Liebe handelt.

  8. Inaktiver User

    AW: Pseudo-(Sucht-)Beziehungen/gesunde Beziehungen

    Was ich nun nicht verstehe ist das mit dem Wachsen der körperlichen Nähe. Geben die dafür dann auch noch einen Zeitraum vor oder was? Reichen 3 Wochen oder nicht oder was? Oder klammern die nur alles aus, die jemanden kennenlernen und direkt überlegen, ob der oder die sexuell in Frage kommen würden, aber das ist doch schon wieder irgendwie normal, dass man sich mal die Frage stellt.

  9. Inaktiver User

    AW: Pseudo-(Sucht-)Beziehungen/gesunde Beziehungen

    ich verstehe das so:

    wenn man es langsam angehen lässt (und 3 Wochen sind für mich nicht langsam) und nicht gleich ins Bett hüpft (und wenn man dann Sex hat auch zulässt, dass sich das noch entwickelt) - dass das dann bessere Chancen hat, "etwas Gesundes" zu werden.

  10. Inaktiver User

    AW: Pseudo-(Sucht-)Beziehungen/gesunde Beziehungen

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    ich verstehe das so:

    wenn man es langsam angehen lässt (und 3 Wochen sind für mich nicht langsam) und nicht gleich ins Bett hüpft (und wenn man dann Sex hat auch zulässt, dass sich das noch entwickelt) - dass das dann bessere Chancen hat, "etwas Gesundes" zu werden.
    So, Du bist ja Expertin für gesunde Beziehungen und große Liebe, also nenn doch mal einen Zeitrahmen zzgl. der Treffens-/Kommunikationshäufigkeit?
    Ich finde 3 Wochen nicht langsam aber ausreichend. Würdest Du echt so lange warten bis Du wieder Sex hast und das auch, wenn der Mann Dir gefällt? Oder wärst Du noch gar nicht verliebt oder passt Du Dich jetzt dem Geschreibsel da oben an, um ja als gut dazustehen?
    Viele Menschen verlieben sich ja sogar direkt in den möglichen Kandidaten und ab dann ist sowie so nichts mehr zu machen, Heißt das, dass die alle einen Knall haben und da nie was draus werden kann? Wieder andere Forscher sehen das ganz evolutionsgesteuert der Fortpflanzung dienend und da reicht aus, dass man sich riechen kann.
    Geändert von Inaktiver User (25.10.2008 um 21:25 Uhr)

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