Du stimmst doch in das Geheul der Meute ein, die die Gegenseite für sich richtig findet. Ich frage dich hier einmal: Worin liegt da der Sinn? Kannst du mir den erklären?Zitat von VanDyck
Das kann ich beantworten:Und im Rückblick sage ich: Wieviel hätte ich mir versagt, hätte ich es nicht getan? Wieviel schönes hätte ich versäumt?
a) Die Erfahrung, wie Sex mit weiteren Frauen ist (wenn du in einer Beziehung treu gewesen wärst). Dahingestellt sei hier einmal, ob es wirklich "besserer" Sex war, oder ob es schlicht um das verbotene Naschen aus dem Marmeladentopf ging.
b) Die Erfahrung, wie Sex mit noch mehr Frauen gewesen wäre (wenn du keine Beziehung eingegangen wärst, sondern jederzeit hättest mit jeder schlafen können, die dazu bereit gewesen wäre und die du anziehend gefunden hättest).
Hinzu kommt die Frage: Hätte der Sex, bei dem du mit einer dritten schläfst, mit deiner jeweiligen Freundin besser sein können, oder glaubst du, er war mit der jeweils anderen Frau besser? Vielleicht hast du ein besseres "mal" verpasst, weil du dich entschieden hast, Frau x statt Frau y zu f.....? Oder bist du dir ganz sicher, dass es in dem Augenblick wirklich mit der dritten besser war?
Ich weiss es auch. Für mich käme die Vorspiegelung falscher Tatsachen ggü. dem Partner heute nicht mehr in Frage.Vielen Menschen geht es ähnlich wie mir. Sie wissen, wovon ich rede.
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25.10.2008, 19:03
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Geändert von Divino (25.10.2008 um 19:09 Uhr)
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25.10.2008, 19:11
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Ich stimme in kein "Geheul" ein. Ich habe eine Meinung, die sich aus meiner Erziehung, meinen Wertvorstellungen und meiner Lebenserfahrung gebildet hat. Deine Antwort erinnert mich an "Ein Geisterfahrer? Hunderte!!"
Zitat von VanDyck
BlauerHimmel
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25.10.2008, 19:43Inaktiver User
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Ich finde gerade die Wertung im zwischenmenschlichen Bereich. Es macht eben einen Unterschied ob einem Ratgeber XYZ etwas erzählt oder ob mein bester Freund mir daselbe erzählt, gespickt mit eigenen Erfahrungen, Wertungen und Perspektiven. Es kommt zu einem umfassenderen Bild. Menschen die in einem Forum aktiv sind, beschäftigen sich im Regelfall sehr gerne mit konträren Meinungen, auch um sich selbst in Frage zu stellen.
Zitat von VanDyck
Fakt ist, wir werten nahezu alles und gerade im zwischenmenschlichen Bereich bietet dieses Werten auch immer eine Chance.
Wieder sehr interessant ist, finde ich, dass gerade eine offene Beziehung nicht das wäre was du willst. Sich selbst ein Recht einräumen, es einem anderen nicht gewähren wollen, ich empfinde es tatsächlich als nachvollziehbar. Ich finde es nachvollziehbar, dass sich jemand mit dem Gedanken einer offenen Beziehung nicht anfreunden kann. Nicht nachvollziehbar ist für mich deine Grundhaltung bezügl. deines "individuellen Rechts".Kommen wir also nochmal in diesem Zusammenhang auf die Frage dieses Stranges:
Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Ich für mich könnte diese Hypothese in gewisser Weise annehmen. Man könnte auch sagen, dass ich nach dem ersten Fremdgehen für mich als individuelles Recht anerkannte, dies in Zukunft auch wieder zu tun. Auch heimlich.
Und ich tat es auch. Heimlich. Mehrmals. Jedoch nicht auf Dauer. Wers genau wissen will: Inkl. Affäre komme ich in über acht Jahren auf ca. 20 mal, in denen ich mit einer anderen Frau in einem Bett lag, während ich zu gleicher Zeit eine Freundin hatte. Diese Freundinnen wussten und wissen bis heute nichts (bis auf das eine allererste Mal).
Ich für mich nehme also dieses individuelle Recht in Anspruch. Selbst, wenn ich vorher vereinbart hätte, dass eine Beziehung sexuell exclusiv sein sollte. Nebenbei: Solch eine Vereinbarung gab es in meinen Beziehungen nie. Die ausdrückliche Befürwortung einer offenen Beziehung jedoch auch niemals. Und letzteres ist im übrigen keinesfalls mein favorisiertes Beziehungs-'Modell'.
Es gibt viele Einstellungen die ich tatsächlich nicht nachvollziehen kann, mir ist diese gesamte "Denke" einfach fremd. Sie ist aus meiner Sicht zu sorglos, rücksichtslos (im Hinblick auf die Gefühle anderer) und unehrlich. Das bewerte ich für mich negativ. Ob das für dich nun sinnvoll ist oder nicht, spielt dabei primär keine Rolle. Nur dann, wenn ich für mich, im Leben Dinge bewerte, dann weiß ich wohin mein Weg mich führt. Was mir wichtig ist, welche Prioritäten ich setze.So ... diese von mir - teilweise auch gelebte - Einstellung DARF man natürlich (negativ) be-werten. Doch ist das sinnvoll?
Wäre ich nun also auf Partnersuche und würde hören, dass ein potentielles ODB häufig fremdgegangen ist oder "nett" mit "Casanova" umschrieben wird, dann würde dieser Mensch bei mir in der Schublade "maximal ONS" landen. Grund dafür wäre sicherlich mitunter deine Geschichte.
Jeder der sich in diesem Forum offiziell als Fremdgänger outet bietet Chancen für jeden Betrogenen. Wenn Betrogene nun mit deiner Haltung konfrontiert werden, dann sind sie einfach nur fassungslos. Nichts hätten sie tun können, kommt an, und das ist ein großes Problem.
Denn wenn die Fremdgeherei, wie bei vielen, aufgrund einer Problematik zustande kam die man als Betrogener mitbedingte und nun damit konfrontiert wird, dass es Menschen gibt die es einfach aus der Überzeugung heraus tun, dann hat man eine ganz wunderbare Rechtfertigung für alles ohne sich auch nur den kleinsten Gedanken darüber machen zu müssen, was hätte anders laufen können. Das ist schade, im Zweifelsfall eine entgangene Chance für einen Betrogenen.
Andererseits ist deine Geschichte wichtig um zu begreifen, dass man eben auch nicht immer an etwas Schuld haben muss. Dass es einfach Menschen gibt die eine andere Haltung haben.
Weil es menschlich gesehen nicht okay ist. Du spielst nicht mit offenen Karten und bist dabei nur auf deinen Vorteil bedacht. DAS ist für dich erstmal kein Problem, wenn du dein Gewissen im Griff hast (oder einfach ein gänzlich anders Wertesystem). Aber es könnte zum Problem werden.Es ist mein Gefühlsleben - meine Art die Dinge zu sehen und mein Leben so zu leben. Die Liebe ist etwas schönes und der erotische Aufruhr ebenso. Warum sollte ich mir diese beiden Dinge versagen? Und zwar auf die Art und Weise, wie ICH die Dinge sehe?
Z.B. dann wenn, warum auch immer, derartige Eskapaden durch einen dummen Zufall im beruflichen Bereich zu einem Problem werden, wenn Aids, Hepatitis oder anderes ins Spiel kommen, wenn ein gewisses Alter oder körperlicher Status erreicht ist, in dem sich die Damenwelt nicht mehr um dich, sondern lieber um die 20 Jahre jüngeren Männekens reißt, dann wenn du evtl. für dich erkennen müßtest, dass dein Wunsch nach externer Sexualität, eigentlich stellvertretend für etwas anderes stehst, was du suchst aber noch nicht gefunden hast oder oder oder
Du schützt nicht die Gefühle deiner Freundin. Etwas zu schützen bedeutet negative Einflüße abzuhalten und nichts zu tun, was den Beschützten verletzen könnte. In dem Moment, in dem du eine Handlung begehst, in der ein anderer Mensch alleine durch die Tatsache verletzt sein können davon zu erfahren, schützt du niemanden. Das Verschweigen ist deine höchstpersönliche Rechtfertigung dafür, nicht die Konsequenzen deines Handelns tragen zu müssen, dich nicht den Gefühlen dieser Person auszusetzen.Ich weiß: Andere haben ein anderes Gefühlsleben. Und auf diesem anderen Gefühlsleben mag ich nicht herumtrampeln. Auf meinem Gefühlsleben soll aber bittesehr auch niemand anderes herumtrampeln. Ich schützte also die jeweilige Freundin, als auch mich selbst.
Mir tun diese Frauen leid. Nun, dass ändert nichts an deiner Ansicht, aber es ist ein Statement für mich und alle anderen hier. Ich persönlich finde diese Einstellung einfach richtig scheißeAus diesen beiden Gründen bin ich HEIMLICH fremdgegangen und behalte mir vor, dieses evtl. auch ein weiteres Mal zu tun. Zumal die Frauen, mit denen ich fremdging und dies evtl. ein weiteres Mal tue, mir einfach viel zu nahe stehen, so dass ich das garnicht ausschließen kann. Von Frauen, die ich bis jetzt nicht kenne, mal ganz abgesehen ...
Ich finde das richtig krass und habe nun gerade einen irrwitzigen Gedanken. "Du willst Sex? Dein Problem? Nicht meins..." Eine Argumentation der Frau, die oftmals bei der "lustlose Frau"-Problematik auftaucht. Sollte evtl. ein Zusammenhang zwischen dieser und einer Aussage bestehenMeine Sexualität und meine Gefühle gehören mir. Und ich entscheide allein darüber, mit wem ich sie teile. Und ich habe bisher niemandem wehgetan.
Ich empfinde Unehrlichkeit, Bevormundung (sorry, das isses für mich wirklich, alleine aufgrund der Argumentation "du schützt sie vor ihren Gefühlen") und ein solches Maß an Unbekümmertheit als keine wünschenswerte Haltung der Gesellschaft und deshalb bewerte ich es für mich negativ. Und das sag ich jedem der es hören will oder nichtWie sinnvoll ist es also, dies (negativ) zu be-werten?
mein Beitrag zur Gesellschaft
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25.10.2008, 20:09Inaktiver User
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Zitat von VanDyck
Es ist der Versuch dir etwas klarzumachen, was du, wenn du weiterhin so lebst wie du lebst, niemals nachvollziehen können wirst. Du wirst das nicht nachvollziehen können, weil du nicht (mehr?) weißt, was es heißt sich ganz auf einen einzigen Menschen einzulassen. Damit weißt du auch nicht, welche Gefühle zustande kommen, wenn dieser jemand dir wehtut, weil er dir Informationen vorenthält, entgegen eurer Vereinbarungen handelt. Wer sich nicht auf andere einläßt, kann auch nicht enttäuscht werden...
Den Sinn den es hat...man stellt sich vor dich und will dir erklären, dass hundert mal eine Bombe hochgehen kann, ohne dass jemand verletzt wird. Dass es ein böses Erwachen geben kann, wenn das irgendwann mal nicht mehr der Fall ist. Man versucht dir ins Gewissen zu reden, dir klarzumachen, dass du es in Kauf nimmst sehr vielen Menschen sehr weh zu tun. Das macht für dich keinen Sinn, denn das ist ja (insofern du das beurteilen kannst) nie passiert. Diese Logik ist zwar durchaus nachvollziehbar, aber sie ist nicht menschenfreundlich. Wer es immer wieder in Kauf nimmt, das es anderen Menschen dadurch schlecht gehen könnte...alleine dieser Gedanke löst in mir ein eiskaltes Schaudern aus....
Es ist ein klares Statement, ich kann es nachvollziehen, tatsächlich. Aber ich muss einfach, für mich, sagen, dass ich mit (subjektiv gefühlt) erschlichenem Glück nicht glücklich werden wollen würde.Doch dann änderten sich in einer besonderen Situation in meinem Leben die Dinge. Und im Rückblick sage ich: Wieviel hätte ich mir versagt, hätte ich es nicht getan? Wieviel schönes hätte ich versäumt?
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25.10.2008, 20:10Inaktiver User
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Kann man diese Formulierung im Deutschen verwenden
Zitat von Inaktiver User
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25.10.2008, 20:22
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
VanDyck,
die Frage von secari13 finde ich sehr interessant:
Warum kommt für dich eigentlich keine offene Beziehung in Frage? Damit würdest du alle Bedürfnisse abgedeckt haben, vielleicht sogar mehr als das. Warum gibst du dich mit einem konventionellen Beziehungsmuster zufrieden, wo es dir doch in Wahrheit gar nicht ausreicht?
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25.10.2008, 21:02Inaktiver User
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Liegt eigentlich auf der Hand.
Zitat von Divino
Frauen "kennen" ihren Wert. Offene Beziehung käme sicherlich für, sagen wir für minimum 90% der potentiellen ODBs nicht in Frage, sprich er würde sich seine Auswahl selbst deutlich einschränken. Außerdem müßte er die andere Person u.U. mit jemandem teilen. Außerdem schafft er sich Konfliktstoff der aus seiner Sicht nicht sein muss, denn bisher ist ja alles gutgegangen.
Logisch ist das schon, nur das macht es eben nicht korrekter um hier mal auf zwischenmenschlicher Ebene zu argumentieren
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25.10.2008, 21:05
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Konfliktstoff ist natürlich unpraktisch, schon klar...
Ich steh grad auf dem Schlauch, unter ODB verstehe ich genau?
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25.10.2008, 21:06Inaktiver User
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Objekt Der Begierde
Zitat von Divino
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25.10.2008, 21:15
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
So hierhin sind alle vom Geliebten-Strang verschwunden.
VanDycks Argumentation finde ich als tendenzielle Befürworterin der offenen Beziehung auch absout krass.
Wenn ich meine Sexualität als etwas betrachte, das nur mir gehört und worüber ich allein entscheide, dann sollte ich das in einer intensiven Beziehung auch thematisieren.
Sich dahinter zu verstecken, dass nie explizit von sexueller Ausschließlichkeit gesprochen wurde, empfinde ich als Argumentation auf Kindergartenniveau. Schließlich weiss jeder, dass die meisten von diesem Beziehungsmodell automatisch ausgehen und man deshalb das Gegenstück thematisieren muss, wenn man dieses will.
Was mich mal interessieren würde, falls es noch nicht ausgeführt wurde. Was ist mit den Freundinnen? Müssen diese treu sein?


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