Doch. Eine Partnerschaft ist eine Art Geschäft. Zwei Menschen, die übereinkommen zusammen zu sein und nicht in der Gegend rumpoppen. Zb. (es mag auch andere Partnerschaften geben, aber darum geht es gerade nicht)Zitat von Echtefuffzig
Dann kann man sagen: ok, ich will das so oder eben nicht.
Aber beide wissen worum es geht - und bricht einer diese Vereinbarung und verheimlicht das dem anderen, aus welchen Gründen auch immer, dann ist das nicht ok.
Das sagen ja viele Fremdgeher. Uups, das ist irgendwie passiert, war nicht geplant (wär ja auch noch schöner)Zitat von Echtefuffzig
Die Frage ist: warum ist es passiert? Hat man sich denn so wenig im Griff, dass man direkt drauf anspringt wenn einem ein anderer Sex anbietet???
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22.10.2008, 14:36
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
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22.10.2008, 14:36Inaktiver User
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Wie kommst du jetzt darauf?
Zitat von Echtefuffzig
Ja aber genau dieses Recht wird doch dem Partner eben nicht eingeräumt! Es wird ja nicht gesagt was Sache ist, dass der Partner für sich entscheiden kann, ob er sich darauf einlässt.Ich kann zwar über viele Dinge reden und dem anderen erklären, was ich möchte bzw. wie ich mir das Ganze vorstelle - ABER: Der andere entscheidet immer noch für sich allein, inwieweit er sich darauf einlässt bzw. wie er /sie damit umgeht.
Was ich nun nicht ungewöhnlich finde....Und da kann es dann auch mal zu Situationen kommen, die eben nicht vorhersehbar sind.
Das hingegen schon. Ich glaube es ist tatsächlich die Formulierung, weil ich nicht glaube, dass man einfach schwach wird und der Verstand aussetzt und die Dinge ihren Lauf nehmen, nicht bei der von dir geschilderten Haltung eines Menschen! Ich finde das widerspricht sich...Wo der Partner einfach "schwach wird", der Verstand aussetzt, die Dinge ihren Lauf nehmen.
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22.10.2008, 14:37Inaktiver User
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Ich habe diese Erwartung nicht.
Zitat von Echtefuffzig
Für meine Bedürfnisse bin ich selbst verantwortlich. Mein Partner muss mich auch nicht "glücklich" machen - das kann ich ganz prima auch solo.
Da es sich aber zufälligerweise ergeben hat, dass wir häufig in dieselbe Richtung denken und handeln, sind wir Gefährten, Partner, Liebende geworden.
Das ging und geht nicht ohne Probleme ab, aber wir sind es uns UND einander wert, diese über Konflikte zu lösen. Wir leisten es uns, uns nahe zu sein, und die entstehende Reibung auszuhalten.
Wir haben gelernt, offen und ehrlich miteinander zu sein, und Transparenz nicht als bedrohlich zu empfinden. Auch Unbequemes können wir miteinander besprechen, und nach Lösungen suchen. Sogar das ungeplant-Unbeabsichtigte. Dass das passieren kann, wissen wir aus eigener Erfahrung. Und auch, dass das nicht das Aus sein muss, solange die Karten auf den Tisch kommen. Aus wäre für mich, wenn ich erleben müsste, wie etwas für uns beide so Essentielles vertuscht würde.
Wir können es aushalten, keinen Konsens zu finden. Kompromisse lehne ich ab.
Geheimnisse, Privatsphäre, ja, die gibt es bei uns. Ich muss von meinem Partner nicht alles wissen, ich will schon gar nicht überall dabei sein, oder mit jedem seiner Freunde ebenfalls gut freund sein. Wir haben unterschiedliche Interessen und Hobbies, sogar sehr unterschiedliche Temperamente.
Wir können uns Raum lassen.
Aber das, was für uns als Paar wichtig ist, kommt auf den Tisch. Und das, was uns individuell gerade beschäftigt, ebenfalls. Wir haben miteinander erfahren, wie schnell man glauben kann, den anderen zu kennen, und wie heftig man damit eine Bruchlandung erleben kann. Deshalb definieren wir Kontakt heute anders. Brille ab, neu hinschauen.
Es ist erstaunlich, wie fremd man einander mitunter erscheinen kann, wenn man das tut.
Das ist so ziemlich der Outcome, den wir uns in unseren bisherigen 23 gemeinsamen Jahren, seit der Schulzeit erarbeitet haben.
Wir hatten viel Spass in diesen Jahren, und bisweilen auch viel Kummer.
Wir waren und sind einander aber immer gute Freunde gewesen, gute Gefährten. Auch in den stürmischen Zeiten wussten wir, dass wir, wenn´s hart auf hart kommt, aufeinander bauen können.
Dieses Empfinden habe ich sogar durch den grossen Vertrauensbruch der Affäre nicht verloren. Es war hauchdünn geworden, aber es reichte, um wie ein Würfel Hefe unserem gemeinsamen Kuchenteig wieder Leben einzuhauchen.
Wir machen Fehler. Wir haben Fehler. Wir sind jeder auf seine Art manchmal nörgelig, langweilig, nervend, doof, dusselig, kindisch. Wir machen Dummheiten.
Aber wir wissen und wussten immer, was wir aneinander haben, und was wir einander schuldig sind.
Vielleicht bin ich verwöhnt und verdorben zugleich. Aber ein anderes Modell Partnerschaft kommt für mich nicht in Frage. Dann lieber allein. Da bin ich nämlich auch glücklich, denn, wie gesagt: für mein Glück trage ich die Verantwortung.
Grüssle
Seawasp
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22.10.2008, 14:38
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Ja. Da pflichte ich dir bei.
Zitat von Echtefuffzig
Fremdgehen als Reaktion auf die mich gestellte Erwartungshaltung halte ich aber für ziemlich heftig.
Zitat von Echtefuffzig
Es ist nämlich ein Armutszeugnis - die Bestätigung der Tatsache, dass ich nicht in der Lage bin meine Konflikte zu lösen.
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22.10.2008, 14:40Inaktiver User
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Ein sehr schönes, sehr berührendes Posting, Seawasp.
Du beschreibst damit meine - mitterweile gereifte - Vorstellung einer Partnerschaft und hoffe, sie eines Tages (doch noch) zu erleben.
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22.10.2008, 14:40Inaktiver User
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Zitat von Inaktiver User
Es war ironisch gemeint...
Viele Frauen wären nicht besonders begeistert, oder schon? "Ja Schätzele, wenn es dir tut gut, geht weiter fremd, ich weiß ja, das ich dir nicht das bieten kann, was du brauchts, um glücklich zu sein."
Ich spreche hier nicht von offenen Beziehungen, sondern von traditionellen Partnerschaften.
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22.10.2008, 14:41Inaktiver User
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Ich glaube, dass es diesen Konflikt bei der Sorte Mensch die EF beschreibt gar nicht gibt. Sie realisieren für sich gar keinen Konflikt, weil sie in ihren Augen ja den Anspruch auf die 100%ige Erfüllung ihrer Bedürfnisse haben
Zitat von ritzysparkle
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22.10.2008, 14:45
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Zitat von ritzysparkle
Mit "abarbeiten" ist hier gemeint, dass man sich eben schon alle möglichen Sichtweisen "erarbeitet" hat - zusammen mit dem Partner wie auch allein.
Die dann aber leider nicht zu dem gewünschten Ergebnis geführt haben. (DAS soll es durchaus geben: Man gibt sich alle erdenkliche Mühe und es klappt dennoch nicht bwz. nicht mehr.)
Dann ist das Ganze "abgearbeitet". Faszit: Es gibt keine Lösung.
Mag sein, dass einige unserer Mitmenschen über eine niedrige Frusttoleranz verfügen, wie Du es ausdrückst.
Der Frust kann sich aber auch ins Unermessliche steigern, wenn keine Lösung gefunden wird, TROTZ aller beiderseitiger Bemühungen. Auch DAS gibt es.
Dass ein Erwachsener so mir-nichts-Dir-nichts einfach eine langjährige Beziehung aufgibt, weil er keine 100% vom anderen bekommt, halte ich für wenig glaubhaft.
Im Gegenteil: Gerade Fremdgänger haben ein extrem schlechtes Gewissen (o.k. nicht ALLE!) und wägen genau ab, ob sie die bestehende Beziehung aufgeben oder nicht. Dies besonders, wenn Kinder existieren.
Nicht alle über einen Kamm scheren, bitte.
Es tragen schließlich auch nicht alle Bayern Lederhosen
E-FWer die Welt verändern will, sollte bei sich selbst anfangen!
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22.10.2008, 14:51
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Eben.!
Zitat von Inaktiver User
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22.10.2008, 14:51Inaktiver User
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Zitat von Echtefuffzig
Ich habe solches Anspruchsdenken nicht. Mein Partner muss überhaupt nicht "vollkommen" sein und er ist es auch nicht. Dass ich seinen dicken Bauch viel attraktiver finde als das Six-Pack von Brad Pitt oder whoever erklär ich mir mit "Liebe". Wenn die nicht wär, wär ich auch nicht "eigentlich" gut aufgehoben. Und wenn er sich bei mir nur "eigentlich gut aufgehoben" fühlen würde, weil Angelina Jolie ja schon vergeben ist und er sich auch bei den anderen "vollkommenen" Frauen wenig Chancen ausrechnet, dann wär ich ebenfalls nicht "eigentlich gut aufgehoben". Wenn er sich dann noch jemanden in der Nachbarschaft sucht, die auch nicht Angelina Jolie oder "vollkommen" ist, um sich das kleinere Übel ein bißchen kleiner zu machen, dann bin ich eigentlich - zunächst heimlich und bei Entdeckung dann unheimlich - schlecht aufgehoben. Eigentlich gar nicht mehr aufgehoben.
Alle "Fremdgänger" pauschal zu verstehen oder zu verurteilen traue ich mir nicht zu. Dafür gibt es viel zu viele "Einzelfälle". Und ich fände es eben auch am Wichtigsten, dass vor allem der betrogene Partner (im Zweifel möglichst schnell) die Chance erhält, es zu verstehen.
Aber generell Fremdgänger verstehen, die Betrug ganz bewusst und dauerhaft als legitimes Mittel zur Fortsetzung des kleineren Übels ihrer Beziehung sehen bzw. einsetzen? Vielleicht. Ich "verstehe" z.B auch die Gründe von Versicherungsbetrügern und finde ihr Verhalten in der Regel trotzdem nicht richtig. Tolerieren? Schon schwieriger. Wenn sie weit genug weg sind, bleibt einem kaum etwas anderes übrig. In meiner Nähe möchte ich notorische Fremdgänger ohne schlechtes Gewissen jedenfalls lieber nicht haben. Da würde ich mich im Zweifel wohl zurückziehen. Es sei denn ich bin die betrogene Partnerin, die das nicht kann, weil sie keine Ahnung davon hat.
Ansonsten fällt mir zu dem hier geäußerten Gedanken, dass es eben viele unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Erwartungen und Bedürfnissen in unterschiedlichen Lebenssituationen gibt, noch ein Satz ein, den ich mal in einer Fernsehreportage aufgeschnappt habe, in der verschiedene Menschen und ihre Leben über einen Zeitraum von (ich glaube es waren ca ) 15 Jahren verfolgt wurden: Manche Menschen brauchen einfach sehr lange, um zu sich selbst zu finden. Ich finde die Vorstellung irgendwie traurig, wenn manche Menschen sich vielleicht gar nicht erst bzw mehr auf die Suche machen, weil sie z.B. in einer Beziehung feststecken, in der sie "eigentlich ganz gut aufgehoben" sind.


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