Antworten
Seite 53 von 89 ErsteErste ... 343515253545563 ... LetzteLetzte
Ergebnis 521 bis 530 von 882
  1. User Info Menu

    AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?

    Zitat Zitat von Echtefuffzig
    Eine Partnerschaft ist aber kein "Geschäft", oder?

    Ich kann zwar über viele Dinge reden und dem anderen erklären, was ich möchte bzw. wie ich mir das Ganze vorstelle - ABER: Der andere entscheidet immer noch für sich allein, inwieweit er sich darauf einlässt bzw. wie er /sie damit umgeht.
    Doch. Eine Partnerschaft ist eine Art Geschäft. Zwei Menschen, die übereinkommen zusammen zu sein und nicht in der Gegend rumpoppen. Zb. (es mag auch andere Partnerschaften geben, aber darum geht es gerade nicht)
    Dann kann man sagen: ok, ich will das so oder eben nicht.
    Aber beide wissen worum es geht - und bricht einer diese Vereinbarung und verheimlicht das dem anderen, aus welchen Gründen auch immer, dann ist das nicht ok.

    Zitat Zitat von Echtefuffzig
    Und da kann es dann auch mal zu Situationen kommen, die eben nicht vorhersehbar sind.

    Wo der Partner einfach "schwach wird", der Verstand aussetzt, die Dinge ihren Lauf nehmen.

    Ungeplant und unbeabsichtigt.
    Das sagen ja viele Fremdgeher. Uups, das ist irgendwie passiert, war nicht geplant (wär ja auch noch schöner)
    Die Frage ist: warum ist es passiert? Hat man sich denn so wenig im Griff, dass man direkt drauf anspringt wenn einem ein anderer Sex anbietet???

  2. Inaktiver User

    AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?

    Zitat Zitat von Echtefuffzig
    Eine Partnerschaft ist aber kein "Geschäft", oder?
    Wie kommst du jetzt darauf?


    Ich kann zwar über viele Dinge reden und dem anderen erklären, was ich möchte bzw. wie ich mir das Ganze vorstelle - ABER: Der andere entscheidet immer noch für sich allein, inwieweit er sich darauf einlässt bzw. wie er /sie damit umgeht.
    Ja aber genau dieses Recht wird doch dem Partner eben nicht eingeräumt! Es wird ja nicht gesagt was Sache ist, dass der Partner für sich entscheiden kann, ob er sich darauf einlässt.


    Und da kann es dann auch mal zu Situationen kommen, die eben nicht vorhersehbar sind.
    Was ich nun nicht ungewöhnlich finde....


    Wo der Partner einfach "schwach wird", der Verstand aussetzt, die Dinge ihren Lauf nehmen.
    Das hingegen schon. Ich glaube es ist tatsächlich die Formulierung, weil ich nicht glaube, dass man einfach schwach wird und der Verstand aussetzt und die Dinge ihren Lauf nehmen, nicht bei der von dir geschilderten Haltung eines Menschen! Ich finde das widerspricht sich...

  3. Inaktiver User

    AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?

    Zitat Zitat von Echtefuffzig
    Kompromisse einzugehen halte ich für normal innerhalb einer Beziehung. DAS war aber nicht mit hinterher hecheln gemeint

    Diese Erwartungshaltung, dass der Partner alle Bedürfnisse abdecken muss, erlebe ich bei vielen meiner Mitmenschen.

    Und diese wundern sich dann, wenn der andere mit Rückzug reagiert.

    Oder mit Unmut, oder mit Flucht...oder mit fremdgehen.

    E-F
    Ich habe diese Erwartung nicht.

    Für meine Bedürfnisse bin ich selbst verantwortlich. Mein Partner muss mich auch nicht "glücklich" machen - das kann ich ganz prima auch solo.

    Da es sich aber zufälligerweise ergeben hat, dass wir häufig in dieselbe Richtung denken und handeln, sind wir Gefährten, Partner, Liebende geworden.

    Das ging und geht nicht ohne Probleme ab, aber wir sind es uns UND einander wert, diese über Konflikte zu lösen. Wir leisten es uns, uns nahe zu sein, und die entstehende Reibung auszuhalten.

    Wir haben gelernt, offen und ehrlich miteinander zu sein, und Transparenz nicht als bedrohlich zu empfinden. Auch Unbequemes können wir miteinander besprechen, und nach Lösungen suchen. Sogar das ungeplant-Unbeabsichtigte. Dass das passieren kann, wissen wir aus eigener Erfahrung. Und auch, dass das nicht das Aus sein muss, solange die Karten auf den Tisch kommen. Aus wäre für mich, wenn ich erleben müsste, wie etwas für uns beide so Essentielles vertuscht würde.

    Wir können es aushalten, keinen Konsens zu finden. Kompromisse lehne ich ab.

    Geheimnisse, Privatsphäre, ja, die gibt es bei uns. Ich muss von meinem Partner nicht alles wissen, ich will schon gar nicht überall dabei sein, oder mit jedem seiner Freunde ebenfalls gut freund sein. Wir haben unterschiedliche Interessen und Hobbies, sogar sehr unterschiedliche Temperamente.

    Wir können uns Raum lassen.

    Aber das, was für uns als Paar wichtig ist, kommt auf den Tisch. Und das, was uns individuell gerade beschäftigt, ebenfalls. Wir haben miteinander erfahren, wie schnell man glauben kann, den anderen zu kennen, und wie heftig man damit eine Bruchlandung erleben kann. Deshalb definieren wir Kontakt heute anders. Brille ab, neu hinschauen.

    Es ist erstaunlich, wie fremd man einander mitunter erscheinen kann, wenn man das tut.

    Das ist so ziemlich der Outcome, den wir uns in unseren bisherigen 23 gemeinsamen Jahren, seit der Schulzeit erarbeitet haben.

    Wir hatten viel Spass in diesen Jahren, und bisweilen auch viel Kummer.

    Wir waren und sind einander aber immer gute Freunde gewesen, gute Gefährten. Auch in den stürmischen Zeiten wussten wir, dass wir, wenn´s hart auf hart kommt, aufeinander bauen können.

    Dieses Empfinden habe ich sogar durch den grossen Vertrauensbruch der Affäre nicht verloren. Es war hauchdünn geworden, aber es reichte, um wie ein Würfel Hefe unserem gemeinsamen Kuchenteig wieder Leben einzuhauchen.

    Wir machen Fehler. Wir haben Fehler. Wir sind jeder auf seine Art manchmal nörgelig, langweilig, nervend, doof, dusselig, kindisch. Wir machen Dummheiten.

    Aber wir wissen und wussten immer, was wir aneinander haben, und was wir einander schuldig sind.

    Vielleicht bin ich verwöhnt und verdorben zugleich. Aber ein anderes Modell Partnerschaft kommt für mich nicht in Frage. Dann lieber allein. Da bin ich nämlich auch glücklich, denn, wie gesagt: für mein Glück trage ich die Verantwortung.

    Grüssle
    Seawasp

  4. User Info Menu

    AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?

    Zitat Zitat von Echtefuffzig
    Diese Erwartungshaltung, dass der Partner alle Bedürfnisse abdecken muss, erlebe ich bei vielen meiner Mitmenschen.
    Ja. Da pflichte ich dir bei.

    Zitat Zitat von Echtefuffzig
    K
    Und diese wundern sich dann, wenn der andere mit Rückzug reagiert.

    Oder mit Unmut, oder mit Flucht...oder mit fremdgehen.

    E-F
    Fremdgehen als Reaktion auf die mich gestellte Erwartungshaltung halte ich aber für ziemlich heftig.
    Es ist nämlich ein Armutszeugnis - die Bestätigung der Tatsache, dass ich nicht in der Lage bin meine Konflikte zu lösen.

  5. Inaktiver User

    AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?

    Ein sehr schönes, sehr berührendes Posting, Seawasp.

    Du beschreibst damit meine - mitterweile gereifte - Vorstellung einer Partnerschaft und hoffe, sie eines Tages (doch noch) zu erleben.


  6. Inaktiver User

    AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wieso muss es denn Begeisterung sein? Ein Tolerieren würde doch schon reichen...Ich finde es einfach schade, dass einfach von bestimmten Reaktionen ausgegangen wird ohne dem anderen die Chance einzuräumen zu reagieren.

    Es war ironisch gemeint...

    Viele Frauen wären nicht besonders begeistert, oder schon? "Ja Schätzele, wenn es dir tut gut, geht weiter fremd, ich weiß ja, das ich dir nicht das bieten kann, was du brauchts, um glücklich zu sein."

    Ich spreche hier nicht von offenen Beziehungen, sondern von traditionellen Partnerschaften.

  7. Inaktiver User

    AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?

    Zitat Zitat von ritzysparkle
    Es ist nämlich ein Armutszeugnis - die Bestätigung der Tatsache, dass ich nicht in der Lage bin meine Konflikte zu lösen.
    Ich glaube, dass es diesen Konflikt bei der Sorte Mensch die EF beschreibt gar nicht gibt. Sie realisieren für sich gar keinen Konflikt, weil sie in ihren Augen ja den Anspruch auf die 100%ige Erfüllung ihrer Bedürfnisse haben

  8. User Info Menu

    AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?

    Zitat Zitat von ritzysparkle
    Ich hab da ne andere Theorie:Die, bei denen es klappt die erwarten weniger, die haben weniger Traumvorstellungen, die haben weniger das Gefühl, dass sie etwas besseres verdient haben bzw. dass es irgendwo vielleicht noch etwas besseres geben könnte, die sind zufrieden mit dem was sie haben, die wissen, dass das was sie haben eine oder 3 Macken hat, aber sie können damit umgehen, weil sie sich selber nicht so wichtig nehmen, kurzum: sie glauben nicht dass sie die Prinzen btw Prinzessinnen auf der Erbse sind um die sich alles dreht und wo jeder Darmwind zu beachten ist.?
    Könnt das sein?
    Deine Antwort ist mir zu sehr gefärbt von der Denkweise: es kann nicht klappen also lass ich es gleich bzw. wer nicht fremdgeht bzw. seine Beziehung nicht hinwirft sobald er eine 100% mehr bekommt, hat irgendwas verpasst im Leben und ist sich selbst nichts wert.



    Man kann es aber nicht als "abarbeiten" empfinden weil es das schlichtweg nicht ist.
    Ich glaube, dass viele Menschen eine sehr niedrige Frusttoleranz haben. Alles muss allzeit bereit sein, sofort verfügbar, einfach zu konsumieren, leicht, easy, supi etc. sein.
    Wenn es das nicht ist setzt sofort die Unzufriedenheit ein und es wird nach einer Lösung gesucht. Weil man so ungern vor der eigenen Tür kehrt, kanns ja nur der Partner sein. Der macht einen einfach nicht glücklich. Und schwupps der nächste oder wenigstens eine Affäre oder ein ONS.
    Diese Leute merken nicht, dass der Grund ihrer eigenen Unzufriedenheit ganz allein bei ihnen liegt, an ihren Ansprüchen, an ihren Vorstellungen.

    Mich kann zb. die Mücke an der Wand stören und mir den ganzen Tag versauen. Oder eben auch nicht. Und was wäre daran abarbeiten????

    Mit "abarbeiten" ist hier gemeint, dass man sich eben schon alle möglichen Sichtweisen "erarbeitet" hat - zusammen mit dem Partner wie auch allein.

    Die dann aber leider nicht zu dem gewünschten Ergebnis geführt haben. (DAS soll es durchaus geben: Man gibt sich alle erdenkliche Mühe und es klappt dennoch nicht bwz. nicht mehr.)

    Dann ist das Ganze "abgearbeitet". Faszit: Es gibt keine Lösung.

    Mag sein, dass einige unserer Mitmenschen über eine niedrige Frusttoleranz verfügen, wie Du es ausdrückst.
    Der Frust kann sich aber auch ins Unermessliche steigern, wenn keine Lösung gefunden wird, TROTZ aller beiderseitiger Bemühungen. Auch DAS gibt es.

    Dass ein Erwachsener so mir-nichts-Dir-nichts einfach eine langjährige Beziehung aufgibt, weil er keine 100% vom anderen bekommt, halte ich für wenig glaubhaft.

    Im Gegenteil: Gerade Fremdgänger haben ein extrem schlechtes Gewissen (o.k. nicht ALLE!) und wägen genau ab, ob sie die bestehende Beziehung aufgeben oder nicht. Dies besonders, wenn Kinder existieren.

    Nicht alle über einen Kamm scheren, bitte.

    Es tragen schließlich auch nicht alle Bayern Lederhosen

    E-F
    Wer die Welt verändern will, sollte bei sich selbst anfangen!

  9. User Info Menu

    AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich glaube, dass es diesen Konflikt bei der Sorte Mensch die EF beschreibt gar nicht gibt. Sie realisieren für sich gar keinen Konflikt, weil sie in ihren Augen ja den Anspruch auf die 100%ige Erfüllung ihrer Bedürfnisse haben
    Eben.!

  10. Inaktiver User

    AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?

    Zitat Zitat von Echtefuffzig
    Mich nervt an dieser Diskussion unter anderem dieses Anspruchsdenken.

    Der Partner bzw. die Partnerschaft MUSS vollkommen sein - sonst wird Trennung empfohlen.
    Und wehe, man ARBEITET nicht wie verrückt an der Beziehung - dann ist man schon fast asozial.

    Fremdgehen???

    Pfui Teufel, da soll einem doch lieber der Kopf vom unseligen Halse fallen

    Ich kann Fremdgeher durchaus verstehen.

    E-F

    Ich habe solches Anspruchsdenken nicht. Mein Partner muss überhaupt nicht "vollkommen" sein und er ist es auch nicht. Dass ich seinen dicken Bauch viel attraktiver finde als das Six-Pack von Brad Pitt oder whoever erklär ich mir mit "Liebe". Wenn die nicht wär, wär ich auch nicht "eigentlich" gut aufgehoben. Und wenn er sich bei mir nur "eigentlich gut aufgehoben" fühlen würde, weil Angelina Jolie ja schon vergeben ist und er sich auch bei den anderen "vollkommenen" Frauen wenig Chancen ausrechnet, dann wär ich ebenfalls nicht "eigentlich gut aufgehoben". Wenn er sich dann noch jemanden in der Nachbarschaft sucht, die auch nicht Angelina Jolie oder "vollkommen" ist, um sich das kleinere Übel ein bißchen kleiner zu machen, dann bin ich eigentlich - zunächst heimlich und bei Entdeckung dann unheimlich - schlecht aufgehoben. Eigentlich gar nicht mehr aufgehoben.

    Alle "Fremdgänger" pauschal zu verstehen oder zu verurteilen traue ich mir nicht zu. Dafür gibt es viel zu viele "Einzelfälle". Und ich fände es eben auch am Wichtigsten, dass vor allem der betrogene Partner (im Zweifel möglichst schnell) die Chance erhält, es zu verstehen.

    Aber generell Fremdgänger verstehen, die Betrug ganz bewusst und dauerhaft als legitimes Mittel zur Fortsetzung des kleineren Übels ihrer Beziehung sehen bzw. einsetzen? Vielleicht. Ich "verstehe" z.B auch die Gründe von Versicherungsbetrügern und finde ihr Verhalten in der Regel trotzdem nicht richtig. Tolerieren? Schon schwieriger. Wenn sie weit genug weg sind, bleibt einem kaum etwas anderes übrig. In meiner Nähe möchte ich notorische Fremdgänger ohne schlechtes Gewissen jedenfalls lieber nicht haben. Da würde ich mich im Zweifel wohl zurückziehen. Es sei denn ich bin die betrogene Partnerin, die das nicht kann, weil sie keine Ahnung davon hat.

    Ansonsten fällt mir zu dem hier geäußerten Gedanken, dass es eben viele unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Erwartungen und Bedürfnissen in unterschiedlichen Lebenssituationen gibt, noch ein Satz ein, den ich mal in einer Fernsehreportage aufgeschnappt habe, in der verschiedene Menschen und ihre Leben über einen Zeitraum von (ich glaube es waren ca ) 15 Jahren verfolgt wurden: Manche Menschen brauchen einfach sehr lange, um zu sich selbst zu finden. Ich finde die Vorstellung irgendwie traurig, wenn manche Menschen sich vielleicht gar nicht erst bzw mehr auf die Suche machen, weil sie z.B. in einer Beziehung feststecken, in der sie "eigentlich ganz gut aufgehoben" sind.

Antworten
Seite 53 von 89 ErsteErste ... 343515253545563 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •