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    AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?

    Zitat Zitat von Belisama
    Sondern darum, mal der sich-selbst-ach-so-hoch-moralisch-einstufenden Fraktion mal klar zu machen, wie doppeldeutig ihre Moral oft ist.
    Wen sprichst du damit nun eigentlich an? Ich hoffe, man hat hier nicht wieder die Hälfte meiner threads überlesen, sich auf ein paar Sätze beschränkt und zählt mich zu dieser Fraktion.

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    AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?

    Zitat Zitat von Bauschundbogen
    Edit:
    Ich halte es inzwischen - auch durch die Lektüre dieses und anderer Stränge - für charakteristisch für Fremdgänger, dem Unterschied der beiden Moralsystems (nicht zu verwechsen mit Doppelmoral) keine Bedeutung beizumessen.
    Das müssen sie ja irgendwo auch, wenn sie emotional auf Dauer mit ihrem Doppelleben zurechtkommen wollen (vorausgesetzt, sie führen keine >offene Beziehung<). Wie sonst sollten sie die Unehrlichkeit sich selbst gegenüber rechtfertigen können?

  3. Inaktiver User

    AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?

    Zitat Zitat von Divino
    Das müssen sie ja irgendwo auch, wenn sie emotional auf Dauer mit ihrem Doppelleben zurechtkommen wollen. Wie sonst sollten sie die Unehrlichkeit sich selbst gegenüber rechtfertigen können?
    Dazu kommt:
    Die meisten Lügner und Betrüger möchten nicht als Lügner und Betrüger (vom Partner) gesehen werden.
    (Gar nicht so sehr, weil sie verlassen würden. Man sieht hier im Strang wie sehr sie sich wehren, für sich anzunehmen ein Lügner und Betrüger zu sein. Selbst wenn sie es ständig machen. es ist einfach eine Eigenschaft, die sie nicht annhemen können, oder gut reden müssen.)

    Sie leben eine Lüge - denken das sei der beste Weg -

    dass übertragen sie auf den Partner, dann muss es für den Partner auch der beste Weg sein, eine Lüge zu leben.


    Wenn es dann doch mal auffliegt, kommt das große Entsetzen des Partners. Nur eine Lüge zu Leben.
    Geändert von Inaktiver User (15.10.2008 um 23:32 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?

    Zitat Zitat von Divino
    Aber der Partner mehrerer anderer Frauen hat selbige mit DIR betrogen. Das ist doch viel eher Doppelmoral als ein paar Kröten, die man bei der Steuererklärung absetzt!
    Ist SEINE Doppelmoral MEIN Problem?
    Insbesondere, wenn ich zwei Jahre nichts wusste?

    Und.............?
    Zeigst Du persönlich jeden Falschparker/Steuerhinterzieher/etc. aus Deinem Freundeskreis an?

  5. Inaktiver User

    AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?

    Daß der Vergleich hinkt, ist mir durchaus bewußt; muß er fast, weil es beim Fremdgehen imo eben NICHT um "allgemeine Gesetze" sensu Kant geht, sondern um das Ausnutzen/ Verletzen einer persönlichen Bindungs- und Vertrauensbeziehung. Darum können uns Fremde nicht "intransitiv" betrügen, höchstens transitiv (um Geld, um mein Auto...) Und Verletzungen persönlicher Vertrauensbeziehungen werden auch persönlich und irrational und als Verletzungen verarbeitet (wie denn sonst?)

    Um diese Ausnutzung realisieren zu wollen, braucht es in meinen Augen- zurück zum Strangthema - durchaus eine bestimmte Charakterdisposition, die sehr wohl vom sonstigen sozial relevanten Verhalten unabhängig sein kann.
    In dem Punkt stimme ich Dir sogar (wenn auch eingeschränkt) zu.


    Aber auch Fremde können uns prinzipiell irrational/emotional verletzen. Nicht durch Fremdgehen, aber auf anderem Wege.


    Edit:
    Ich halte es inzwischen - auch durch die Lektüre dieses und anderer Stränge - für charakteristisch für Fremdgänger, dem Unterschied der beiden Moralsysteme (nicht zu verwechsen mit Doppelmoral) keine Bedeutung beizumessen.
    Ich bin zwar kein Fremdgänger - aber ich halte eine kritische Sichtweise auf "Moralsysteme" keineswegs für falsch.
    Ich bin auch sehr froh darüber, nicht merh in Moralsystemen von vor 50 Jahren zu leben und auch nicht in solchen wie sie in nicht-europ. Kulturen üblich sind.

    Auch und insbesondere "die Fremdgänger" sowie die darauf reagierenden betroffenen Personen haben ein bestehendes gesellschaftliches Familienmodell ad absurdum geführt.
    Das wird nur ignoriert - wie bei kleinen Kindern, die sich die Augen verschliessen und rufen "ich sehe Euch nicht, dann sehr Ihr mich auch nicht".

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    AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?

    Zitat Zitat von Divino
    *lach*.. ja, dem stimme ich völlig zu.

    Dein Gesicht möchte ich sehen, wenn dir dein Partner sagen würde:
    a) du, ich muss dir was beichten, ich habe bei meiner Steuererklärung ein Firmenessen angegeben, dass es gar nicht gab.
    b) ach, Schatz ich habe mit einer anderen Frau geschlafen, aber du hast ja keine Doppelmoral, also Schwamm drüber, okay?

    Das kauf ich dir nicht ab, dass du beide Fälle mit der gleichen Mine hinnehmen würdest. Das glaubst du doch selbst nicht.
    Darum ging es hier in dieser Teilthread-Diskussion nicht. Sondern allein um die Tatsache, dass hier sich erhoben wird über andere, sich selbst für ein "besserer" Mensch gehalten wird - von vielen hier so literarisch praktiziert - da wird geschrieben man könne Fremdgänger nicht "achten", sie würden "eine Lüge leben" und seien "charakterlich schwache" Menschen.

    Aber SELBST in anderen Bereichen Lügen und Betrügen geht "okay"....

    Ich sage Dir, wie ich reagieren würde: (kann nur aus der Theorie sprechen, Betrug war in meinen festen Beziehungen nie existent) - ich wäre vermutlich verletzt DARÜBER. Aber ich würde ihn nicht deswegen als miesen Menschen mit schlechtem Charakter sehen.
    Sondern den "Betrug" (wobei ich mich immer noch frage, ob es menschlich überhaupt über Jahrzehnte "richtig", "sinnvoll" und "möglich" ist, monogam zu sein bzw. den Wert einer Beziehung allein daran festzumachen erscheint mir doch sehr oberflächlich) als etwas sehen, was mit uns, mit unserer Beziehung zu tun hat, an der Beziehung an der ich auch Anteil habe.

    Mir stinkt dieses "ich bin ja besser als Du gehabe". Ich möcht gar nicht wissen, wieviele Menschenleben mein Geliebter im Sudan, in Äthiopien und in anderen Kriegsgebieten bereits gerettet hat. Er spricht nicht darüber, aber er tat es. Und über so jemand meint sich ein selbstgerechter Mensch zu stellen? Weil er nicht nach dessen Moralbegriffen lebt, glaubt ein völlig fremder Mensch, "besser" zu sein als er? Oder als ich?

    Im letzten Monat sass ich nächtelang am Bett einer sterbenden Frau, deren 4(!) Kinder - alle aus "guten Familien", in denen "Fremdgehen" selbstverständlich auch nicht vorkommt, wo jeden Sonntag schein-heilig in die Kirche gegangen wird sich nicht EINER in den letzten Lebenstagen seiner Mutter bei ihr blicken liess. Da die Mutter immer wieder danach fragte, rief ich sie einen nach dem andern an und bekam zur Antwort "keine Zeit", "sie sind ja da", "mich ekelt der Tod an" und (top of the pops) "ich muss mich um den Nachlass kümmern".

    Mich macht "das" ebensowenig zu einem "guten" oder "besseren" Menschen wie mein Geliebtendasein mich zu einem "schlechteren" Menschen macht. Ich tu das auch nicht für Anerkennung oder dergleichen.

    Aber mich widert es mittlerweile wirklich an, dass Menschen sich anhand eines Aspektes über einen anderen Menschen erheben und meinen, sie seien "besser" und "wertvoller" und "achtenswerter". Selbst aber in anderen Bereichen sich wirklich mies verhalten und -wenn man mal genau hinsieht - ebenfalls "lügen" und "betrügen".


    Gut, kann ich nicht ändern.

    Gruss, Belisama
    Geändert von Belisama (16.10.2008 um 05:36 Uhr)

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    AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?

    Zitat Zitat von corvus
    Es kann ja jeder Scheisse finden was er will.
    Ich finde es eben Scheisse wenn Fremdgehern automatisch ein schlechter Charakter unterstellt wird.
    Getroffene Hunde bellen?

    Lügen, betrügen, das sind Zeichen eines schlechten Charakters.
    Fremdgehen beinhaltet Lügen und Betrügen.
    Also was willst du eigentlich? Das was du da schreibst ist: wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass.

    Zitat Zitat von corvus
    Charakter ist eben mehr als nur ein Leben lang lediglich die Angetraute zu vögeln.
    Es ist komisch. Fremdgehen wird geduldet und da wird auf alles mögliche hingewiesen warum wieso weshalb das nicht schlimm ist, da werden diejenigen, die Fremdgehen verurteilen sogar als Moralapostel abgestempelt - aber legst du diese Maßstäbe auch an, wenn dich jemand belügt, dein Vertrauen mißbraucht und dich bescheisst?

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    AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?

    Zitat Zitat von Divino
    Menschen ändern sich ständig. Bist du noch die gleiche Person wie mit 15 oder 19? Es findet doch ein ständiger Entwicklungsprozess der Persönlichkeit statt. Bei dir nicht?
    Moment. Reden wir von Entwicklung oder reden wir von tiefgreifenden Veränderungen der Persönlichkeit. Ich habe den Eindruck dass da einige das was durcheinanderwerfen.
    Menschen haben ein durch Genetik und Sozialisation festgelegtes Wesen. Sozusagen eine Grundeinstellung. Und diese Grundeinstellung die verändert sich nicht.

    Was du meinst ist eine Entwicklung - die aber in den von der Genetik und der Sozialisation in ihren Grenzen festgelegt wird.
    Weswegen das so gerne gebrachte "Menschen können sich ändern", tatsächlich nur sehr bedingt möglich ist.

    Wenn man den Eindruck hat, dass ein Mensch sich geändert hat, dann liegt es daran, dass diese Anlage in dem Menschen schon immer existiert hat, durch bestimmte Aussenwirkungen aber immer unterdrückt wurde.
    Ist also nicht wirklich eine Veränderung oder?

  9. gesperrt

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    AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?

    Ich kann nicht nur bellen sondern auch beissen.

    Maßstäbe anlegen? Ja das tue ich. Das Ross welches Du hier reitest hab ich Jahrzehnte geritten.
    Bis es mich abwarf und zum nachdenken zwang.

    Ich erkannte, daß Selbstgerechtigkeit ein Suhlen in Arroganz ist.
    Warum läuft Dir eigentlich so der Geifer bei diesem Thema?
    Hast Du Dein eigenes kleines Waterloo erlebt? Napoleon wäre nicht besiegt worden, hätte er den Krieg nicht angefangen.

    Die Gründe, welche zum Fremdgehen führen, reichen von Trieb bis Verzweiflung.
    Bist Du von Natur aus so anmaßend über Menschen mit verschiedensten Beweggründen zu urteilen oder ist es der Schmerz über selbst Erlebtes?

  10. User Info Menu

    AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?

    Zitat Zitat von Belisama
    DANKE!

    Das passt aber eben nicht in die Schwarz-Weiss-Denke vieler hier.

    Beispiel: mein "Ehemann"-Geliebter, mit dem mich seit vielen Jahren eine erotische Freundschaft verbindet: ist gemäss der Definition vieler hier, ein Dreckskerl ohne Werte, weil er fremdgeht.
    Dass er jahrelang bei Ärzte ohne Grenzen in Kriegsgebieten den Ärmsten der Armen fast unentgeltlich geholfen hat und auch heute noch einen beträchtlichen Teil seines Einkommens für karitative Zwecke spendet - trotz vieler beruflicher Termine es immer noch schafft auch ehrenamtlich auf einer Kinderkrebsstation zu arbeiten - das zählt dann offenbar nicht - darf ja nicht zählen - weil die Regel gilt "Fremdgeher = A....loch".

    Und ich "böse Geliebte", die ehrenamtlich in der Sterbebegleitung arbeitet und in meiner "Freizeit" den letzten Weg mit Schwerstkranken gehe, mit denen keiner mehr gehen mag - bleibe halt eben doch ein "verurteilenswerter" Mensch, der - Zitat des Nicks Alyssummaxatile grundsätzlich nicht geachtet werden kann.

    Ich wiege nicht auf. Und ich tue das auch nicht, um mich "besser" zu machen. Ich stelle nur wiederholt in meinem Bekanntenkreis fest, dass oftmals gerade diejenigen, die meinen, anhand ihrer einzig moralisch (vermeintlich) richtigen Sicht der Dinge "bessere" Menschen zu sein als andere, oftmals erschreckend egoistisch sind und selten bereit wirklich etwas für die Gesellschaft zu tun...genau diese Charakterzüge aber anderen unterstellen anhand EINES Aspekt deren Tuns.

    Grüsse, Belisama
    Oh du meine Güte. Er bescheisst und betrügt zwar Menschen, die ihm Vertrauen und Liebe und Respekt entgegenbringen. Er enttäuscht zwar das in ihn gesetzte Vertrauen, er tritt seinen Partner mit Füßen und kümmert sich einen Scheiss drum, was der fühlt, aber hey, er rettet Menschen in Krisengebieten.
    Na, wenn das mal kein Freibrief der Superextraklasse ist.

    Was du nicht begriffen hast ist: es geht nicht um schwarz und weiss und es geht nicht um besserfühlen weil...
    Es geht darum, dass man dem Menschen, der einem Vertrauen schenkt, nicht so dermaßen eine vor den Latz knallen darf.
    Man kann über Monogamie denken was man will - aber wenn das zwischen den Partnern so vereinbart ist und dann bricht man das nicht. Denn das hat was mit aufeinander verlassen zu tun, mit Vertrauen, mit Respekt.
    Wenn ihr alle durch die Gegend vögeln wollt, dann steht doch dazu, sagts das doch eurem Partner, aber dafür haben die meisten nicht den Arsch in der Hose, weils nämlich auch noch feig sind dazu. Da das Abenteuer und zuhause das brave Partnerchen , das einem das Leben nicht zu einsam werden lässt.

    Das ist verlogen, das ist selten dämlich, respektlos und dumm.

    Sorry, aber das musste mal gesagt werden.

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