Wen sprichst du damit nun eigentlich an? Ich hoffe, man hat hier nicht wieder die Hälfte meiner threads überlesen, sich auf ein paar Sätze beschränkt und zählt mich zu dieser Fraktion.Zitat von Belisama
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15.10.2008, 21:36
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
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15.10.2008, 21:47
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Das müssen sie ja irgendwo auch, wenn sie emotional auf Dauer mit ihrem Doppelleben zurechtkommen wollen (vorausgesetzt, sie führen keine >offene Beziehung<). Wie sonst sollten sie die Unehrlichkeit sich selbst gegenüber rechtfertigen können?
Zitat von Bauschundbogen
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15.10.2008, 23:27Inaktiver User
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Dazu kommt:
Zitat von Divino
Die meisten Lügner und Betrüger möchten nicht als Lügner und Betrüger (vom Partner) gesehen werden.
(Gar nicht so sehr, weil sie verlassen würden. Man sieht hier im Strang wie sehr sie sich wehren, für sich anzunehmen ein Lügner und Betrüger zu sein. Selbst wenn sie es ständig machen. es ist einfach eine Eigenschaft, die sie nicht annhemen können, oder gut reden müssen.)
Sie leben eine Lüge - denken das sei der beste Weg -
dass übertragen sie auf den Partner, dann muss es für den Partner auch der beste Weg sein, eine Lüge zu leben.
Wenn es dann doch mal auffliegt, kommt das große Entsetzen des Partners. Nur eine Lüge zu Leben.Geändert von Inaktiver User (15.10.2008 um 23:32 Uhr)
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15.10.2008, 23:46Inaktiver User
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Ist SEINE Doppelmoral MEIN Problem?
Zitat von Divino
Insbesondere, wenn ich zwei Jahre nichts wusste?
Und.............?
Zeigst Du persönlich jeden Falschparker/Steuerhinterzieher/etc. aus Deinem Freundeskreis an?
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15.10.2008, 23:55Inaktiver User
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
In dem Punkt stimme ich Dir sogar (wenn auch eingeschränkt) zu.Daß der Vergleich hinkt, ist mir durchaus bewußt; muß er fast, weil es beim Fremdgehen imo eben NICHT um "allgemeine Gesetze" sensu Kant geht, sondern um das Ausnutzen/ Verletzen einer persönlichen Bindungs- und Vertrauensbeziehung. Darum können uns Fremde nicht "intransitiv" betrügen, höchstens transitiv (um Geld, um mein Auto...) Und Verletzungen persönlicher Vertrauensbeziehungen werden auch persönlich und irrational und als Verletzungen verarbeitet (wie denn sonst?)
Um diese Ausnutzung realisieren zu wollen, braucht es in meinen Augen- zurück zum Strangthema - durchaus eine bestimmte Charakterdisposition, die sehr wohl vom sonstigen sozial relevanten Verhalten unabhängig sein kann.
Aber auch Fremde können uns prinzipiell irrational/emotional verletzen. Nicht durch Fremdgehen, aber auf anderem Wege.
Ich bin zwar kein Fremdgänger - aber ich halte eine kritische Sichtweise auf "Moralsysteme" keineswegs für falsch.Edit:
Ich halte es inzwischen - auch durch die Lektüre dieses und anderer Stränge - für charakteristisch für Fremdgänger, dem Unterschied der beiden Moralsysteme (nicht zu verwechsen mit Doppelmoral) keine Bedeutung beizumessen.
Ich bin auch sehr froh darüber, nicht merh in Moralsystemen von vor 50 Jahren zu leben und auch nicht in solchen wie sie in nicht-europ. Kulturen üblich sind.
Auch und insbesondere "die Fremdgänger" sowie die darauf reagierenden betroffenen Personen haben ein bestehendes gesellschaftliches Familienmodell ad absurdum geführt.
Das wird nur ignoriert - wie bei kleinen Kindern, die sich die Augen verschliessen und rufen "ich sehe Euch nicht, dann sehr Ihr mich auch nicht".
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16.10.2008, 05:31
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Darum ging es hier in dieser Teilthread-Diskussion nicht. Sondern allein um die Tatsache, dass hier sich erhoben wird über andere, sich selbst für ein "besserer" Mensch gehalten wird - von vielen hier so literarisch praktiziert - da wird geschrieben man könne Fremdgänger nicht "achten", sie würden "eine Lüge leben" und seien "charakterlich schwache" Menschen.
Zitat von Divino
Aber SELBST in anderen Bereichen Lügen und Betrügen geht "okay"....
Ich sage Dir, wie ich reagieren würde: (kann nur aus der Theorie sprechen, Betrug war in meinen festen Beziehungen nie existent) - ich wäre vermutlich verletzt DARÜBER. Aber ich würde ihn nicht deswegen als miesen Menschen mit schlechtem Charakter sehen.
Sondern den "Betrug" (wobei ich mich immer noch frage, ob es menschlich überhaupt über Jahrzehnte "richtig", "sinnvoll" und "möglich" ist, monogam zu sein bzw. den Wert einer Beziehung allein daran festzumachen erscheint mir doch sehr oberflächlich) als etwas sehen, was mit uns, mit unserer Beziehung zu tun hat, an der Beziehung an der ich auch Anteil habe.
Mir stinkt dieses "ich bin ja besser als Du gehabe". Ich möcht gar nicht wissen, wieviele Menschenleben mein Geliebter im Sudan, in Äthiopien und in anderen Kriegsgebieten bereits gerettet hat. Er spricht nicht darüber, aber er tat es. Und über so jemand meint sich ein selbstgerechter Mensch zu stellen? Weil er nicht nach dessen Moralbegriffen lebt, glaubt ein völlig fremder Mensch, "besser" zu sein als er? Oder als ich?
Im letzten Monat sass ich nächtelang am Bett einer sterbenden Frau, deren 4(!) Kinder - alle aus "guten Familien", in denen "Fremdgehen" selbstverständlich auch nicht vorkommt, wo jeden Sonntag schein-heilig in die Kirche gegangen wird sich nicht EINER in den letzten Lebenstagen seiner Mutter bei ihr blicken liess. Da die Mutter immer wieder danach fragte, rief ich sie einen nach dem andern an und bekam zur Antwort "keine Zeit", "sie sind ja da", "mich ekelt der Tod an" und (top of the pops) "ich muss mich um den Nachlass kümmern".
Mich macht "das" ebensowenig zu einem "guten" oder "besseren" Menschen wie mein Geliebtendasein mich zu einem "schlechteren" Menschen macht. Ich tu das auch nicht für Anerkennung oder dergleichen.
Aber mich widert es mittlerweile wirklich an, dass Menschen sich anhand eines Aspektes über einen anderen Menschen erheben und meinen, sie seien "besser" und "wertvoller" und "achtenswerter". Selbst aber in anderen Bereichen sich wirklich mies verhalten und -wenn man mal genau hinsieht - ebenfalls "lügen" und "betrügen".
Gut, kann ich nicht ändern.
Gruss, BelisamaGeändert von Belisama (16.10.2008 um 05:36 Uhr)
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16.10.2008, 08:32
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Getroffene Hunde bellen?
Zitat von corvus
Lügen, betrügen, das sind Zeichen eines schlechten Charakters.
Fremdgehen beinhaltet Lügen und Betrügen.
Also was willst du eigentlich? Das was du da schreibst ist: wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass.
Es ist komisch. Fremdgehen wird geduldet und da wird auf alles mögliche hingewiesen warum wieso weshalb das nicht schlimm ist, da werden diejenigen, die Fremdgehen verurteilen sogar als Moralapostel abgestempelt - aber legst du diese Maßstäbe auch an, wenn dich jemand belügt, dein Vertrauen mißbraucht und dich bescheisst?
Zitat von corvus
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16.10.2008, 08:37
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Moment. Reden wir von Entwicklung oder reden wir von tiefgreifenden Veränderungen der Persönlichkeit. Ich habe den Eindruck dass da einige das was durcheinanderwerfen.
Zitat von Divino
Menschen haben ein durch Genetik und Sozialisation festgelegtes Wesen. Sozusagen eine Grundeinstellung. Und diese Grundeinstellung die verändert sich nicht.
Was du meinst ist eine Entwicklung - die aber in den von der Genetik und der Sozialisation in ihren Grenzen festgelegt wird.
Weswegen das so gerne gebrachte "Menschen können sich ändern", tatsächlich nur sehr bedingt möglich ist.
Wenn man den Eindruck hat, dass ein Mensch sich geändert hat, dann liegt es daran, dass diese Anlage in dem Menschen schon immer existiert hat, durch bestimmte Aussenwirkungen aber immer unterdrückt wurde.
Ist also nicht wirklich eine Veränderung oder?
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16.10.2008, 08:43
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Ich kann nicht nur bellen sondern auch beissen.
Maßstäbe anlegen? Ja das tue ich. Das Ross welches Du hier reitest hab ich Jahrzehnte geritten.
Bis es mich abwarf und zum nachdenken zwang.
Ich erkannte, daß Selbstgerechtigkeit ein Suhlen in Arroganz ist.
Warum läuft Dir eigentlich so der Geifer bei diesem Thema?
Hast Du Dein eigenes kleines Waterloo erlebt? Napoleon wäre nicht besiegt worden, hätte er den Krieg nicht angefangen.
Die Gründe, welche zum Fremdgehen führen, reichen von Trieb bis Verzweiflung.
Bist Du von Natur aus so anmaßend über Menschen mit verschiedensten Beweggründen zu urteilen oder ist es der Schmerz über selbst Erlebtes?
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16.10.2008, 08:44
AW: Einmal Fremdgänger, immer Fremdgänger?
Oh du meine Güte. Er bescheisst und betrügt zwar Menschen, die ihm Vertrauen und Liebe und Respekt entgegenbringen. Er enttäuscht zwar das in ihn gesetzte Vertrauen, er tritt seinen Partner mit Füßen und kümmert sich einen Scheiss drum, was der fühlt, aber hey, er rettet Menschen in Krisengebieten.
Zitat von Belisama
Na, wenn das mal kein Freibrief der Superextraklasse ist.
Was du nicht begriffen hast ist: es geht nicht um schwarz und weiss und es geht nicht um besserfühlen weil...
Es geht darum, dass man dem Menschen, der einem Vertrauen schenkt, nicht so dermaßen eine vor den Latz knallen darf.
Man kann über Monogamie denken was man will - aber wenn das zwischen den Partnern so vereinbart ist und dann bricht man das nicht. Denn das hat was mit aufeinander verlassen zu tun, mit Vertrauen, mit Respekt.
Wenn ihr alle durch die Gegend vögeln wollt, dann steht doch dazu, sagts das doch eurem Partner, aber dafür haben die meisten nicht den Arsch in der Hose, weils nämlich auch noch feig sind dazu. Da das Abenteuer und zuhause das brave Partnerchen , das einem das Leben nicht zu einsam werden lässt.
Das ist verlogen, das ist selten dämlich, respektlos und dumm.
Sorry, aber das musste mal gesagt werden.


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