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  1. Inaktiver User

    AW: Wart Ihr durch Nichtwissen glücklicher?

    Zitat Zitat von Dieclou
    Liebe Anni,

    nicht, dass wir uns missverstehen: Ich hatte es so gemeint, wie Du. In einer Beziehung, in der sich zwei Menschen nahestehen, ist es auch nach meiner Auffassung nicht möglich, dass eine (wie auch immer geartete) emotionale Beschäftigung des Partners mit einem anderen Menschen über längere Zeit unbemerkt bleibt, bis man quasi von außen darauf gestoßen wird. Das Realisieren, die Konsequenzen, ist dann kontextabhängig. Ich glaube aber, dass in so einem Fall die Frage gar nicht steht, ob es besser gewesen wäre, nichts zu wissen. Das ist eine Frage für Menschen, die einfach im Status Quo verharren wollen - unabhängig davon, ob beide immer noch den gleichen Blick auf den Status Quo haben. Das sind Menschen, die stabile Beziehungen gelebt haben und denen das gereicht hat. Und die sich dann auf die Gelegenheitsstruktur fokussieren. Wäre er/sie nicht gewesen, wäre alles so weitergegangen wie bisher. Aber ist das wünschenswert?

    Es gibt in der Konfliktforschung einen negativen und einen positiven Friedensbegriff. Ersterer meint schlicht die Absenz militärischer Konflikte, letzterer bezieht ein paar mehr Faktoren ein, die sich unter dem Strich mit Bedürfnisbefriedigung zusammenfassen lassen. So ähnlich ist das in Beziehungen auch. Man kann sie als "gut" definieren, wenn unerträgliche Zustände wie Gewalt, Alkoholmissbrauch, eine unterschwellig aggressive Stimmung fehlen. Oder man legt ein paar mehr Maßstäbe an. Und wie gesagt: In dem Falle stellt sich die Eingangsfrage nicht.

    Die Nähe zwischen Menschen wird zweifelsohne durch die räumliche Distanz beeinflusst. Aber die grundsätzliche Ursache für Entfremdung scheint mir stets zu sein, dass man eine Beziehung fraglos als gegeben hinnimmt. Als Zustand. Nicht als Prozess.

    Beste Grüße
    Babette
    Liebe Babette,

    danke für die Erklärung. Ich hatte dich wirklich mißverstanden. Zu oft werden hier meine Postings negativ hingestellt oder aufgefasst. Manchmal habe ich gar keine Lust mehr, noch irgendwas richtigzustellen, weil ich einfach denke, es lohnt sich nicht. Und jeder hat eben seine Erfahrungen hier als Maßstab, der eine so und der andere so.
    Ich bin nun mal nicht so schreibgewadt und beim Schreiben kann man auch schon mal etwas nicht richtig verstehen.
    Ansonsten teile ich deine Meinung in dem was du oben dagt absolut. Es ist eine Enwicklung, die eben nicht stehen bleibt und es gibt Dinge, die kann man nicht unbedingt voraus sehen. Wenn man aber einen guten Kontakt hält, dann entgehen einem die wesentlichen Dinge nicht.

    Grüße

    Annie

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    AW: Wart Ihr durch Nichtwissen glücklicher?

    Ich knacke an der Frage herum, wie eine Beziehung beschaffen sein muss, damit man mit Sicherheit sagen kann: "Ich wuerde auf jeden Fall merken, dass mein Partner mich hintergeht".

    In einer Partnerschaft, die von Anfang an und ueber Jahre liebevoll war, kann man sich schleichend voneinander entfernen, ohne es selbst wirklich zu merken.

    Der Alltag ist von Arbeit, Kindererziehung und organisieren bestimmt, und irgendwann hat man das Gefuehl, irgendwas stimmt nicht, aber man kann nicht wirklich den Finger drauflegen, was es ist.

    Ich habe dieses Gefuehl zu Anfang als Einbildung abgetan, dann auf Arbeitsstress seinerseits, dann dachte ich, ich gehe ihm mit meiner Art auf den Geist....Auf Anfrage wurde alles abgetan. Mein Verdacht waere niein Richtung fremdgehen gegangen.
    Naiv? Ja, sehr.
    Und doch glaube ich, dass es sehr wohl moeglich ist, nichts zu merken, auch wenn man in einer an sich guten Beziehung lebt.

    Um auf die Eingangsfrage der TE zu antworten: zu Anfang hatte jemand geschrieben, "lieber mit der Wahrheit ungluecklich als mit einer Illusion gluecklich".

    Das gilt auch fuer mich, obwohl die unselige Geschichte und Beinahtrennung alle meine Werte und Ueberzeugungen erschuettert hat und ich mich selbst in Stuecken selbst wieder zusammensammeln musste.

  3. User Info Menu

    AW: Wart Ihr durch Nichtwissen glücklicher?

    Die Frage finde ich interessant - glaube aber nicht, dass es darauf allzu viele ehrliche Antworten geben wird. Ich habe manchmal den Eindruck, dass es eine Reihe von Betrogenen hier im Forum gibt, die am liebsten den Status Quo vor Auffliegen zurückhaben wollen und sich lieber (noch) nicht damit auseinandersetzen, dass die Affäre auch für irgendetwas steht. Und sei es nur für eine charakterliche Seite des Betrügers, welche die Gesamtrechnung aber erheblich verändert.

    Um nochmal darauf zurückzukommen.
    Ich glaube es hängt damit zusammen, dass alles was vor der Eröffnung war zumindest vertraut war, egal ob nun gut oder schlecht. Nach dem ersten Schock ist erst mal alles komplett anders, das Leben wird auf dem Kopf gestellt.
    Ich denke zumindest in der ersten Zeit gibt es immer mal den Wunsch, Gras drüber und weiter wie vorher...alles andere macht Angst.Mit Liebe hat das meiner Meinung nach nichts mehr zu tun.Auch das ganze "kämpfen" u.s.w. nicht. Es ist ein festhalten an einer Struktur, die eigentlich schon bröckelt.Das Problem ist, dass der "Betrüger" schon einen Prozeß hinter sich gebracht hat, dem der "Betrogene" dann hinterher läuft.Die Frage ist wirklich, ob es sich lohnt so kranmpfhaft daran festzuhalten.
    Ich habe mich dann durchgebissen, wie gesagt auf einer Entscheidung für oder gegen mich bestanden und dann die ersten Schritte eingeleitet. Mich auf eigene finazielle Füsse gestellt u.s.w.Es war eine verdammt harte Zeit und ich habe soviel geheult und nachgedacht...aber jetzt bin ich sehr stolz, dass ich meinen Stolz und meine Würde behalten habe und ich möchte um nichts in der Welt zurück.
    Die "Erniedrigungen", ja sie bstanden bei mir auch in den vermeintlich netten Moment- es gehört schon viel dazu jemanden im Arm zu halten, zu küssen und ihn dann zu sagen, dass man einer Anderen die Liebe gestanden hat.Nur ein Beispiel.
    Ich bin jetzt noch entsetzt über mich selbst.

    Lea
    Liebe ist keine Bank, auf der man sich ausruhen kann bis sie zusammenbricht

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