[QUOTE=wiebi_]Ich glaube, dass es evtl. wie eine Art Sucht ist.
Der Andere ist unmerklich zu einem kleinen Teil Deiner Selbst herangewachsen - ein schleichender Prozess.
Eine andere Art der Sucht vielleicht.
Man fühlt sich nicht wirklich in der Lage, dieses durchsichtige Band der Zusammengehörigkeit zu durchschneiden.
Man erfährt noch immer Zuneigung des Anderen.
Würde diese ganz ausbleiben, würde auch irgendwann dieses Band hinfortweichen.
Das klingt schön, was Du da schreibst, weich und verständnisvoll. Es ist ja wirklich so, dass das Band auch von der anderen Seite gehalten wird. Immer dann, wenn er merkt, dass er wieder emotional zu nah gekommen ist, zieht er sich wieder zurück und kasteit sich mit Selbstvorwürfen. Dann habe ich manchmal fast das Gefühl Teil seines "Reinigungsrituals" zu sein, indem er mir dann sehr deutlich erzählen muss, wie sehr er doch die andere liebt.
Ich hatte mich übrigens schon sehr von ihm distanziert bis ich vor einem Jahr von der Affäre meines Mannes erfuhr. Da hab ich Halt gesucht und bin bei ihm und seinem Trost gelandet.
Danke Wiebi
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Thema: raus aus der sehnsuchtsfalle
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14.09.2008, 09:42
AW: raus aus der sehnsuchtsfalle
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14.09.2008, 10:38
AW: raus aus der sehnsuchtsfalle
Hast Du mit ihm denn schon mal so richtig Klartext gesprochen?
Ihm gesagt, dass es Dich verletzt, wenn er über diese andere Frau spricht?
Oder, warum ER sich auch von Dir nicht wirklich auf Dauer distanzieren kann/möchte?
Seine Antwort würde mich interessieren.
Kann es sein, dass ihr sicherlich bereits zusammen sein würdet, wenn Du "frei" wärest?
Jetzt schreibe mir bitte nicht, dass Du Deinen Mann nie aufgeben wolltest, denn dies wäre vielleicht!! falsche Rücksichtnahme.
DU lebst nur einmal. Es ist DEIN Leben, DEINE Konsequenzen, DEINE selbst gemachten Erfahrungen, auch wenn sie sich hinterher als ungünstig herausstellen.
Oh je...ich darf nicht verpauschalisieren!!
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15.09.2008, 07:05Inaktiver User
AW: raus aus der sehnsuchtsfalle
Du solltest darüber mal mit einem Profi sprechen. Wenn Du selbst schon auf solche Ideen kommst, kann Dir ein Psychologe oder Therapeut helfen, das zu durchleuchten.Manchmal frage ich mich, ob die Ursachen für diese verzehrende sinnlose Liebe in meiner Kindheit liegen. Ein Vater, der gegangen ist und nie nach mir gefragt hat... Wurde auch von meinen Männern irgendwann immer betrogen. Klingt selbstmitleidig. Aber ich hab mal gehört, dass es Frauen gibt, die sich Männer aussuchen, die sie genauso allein lassen, wie es die kleinen Mädchen von ihrem Vater erfahren haben. Mein Kopf will da raus. Mein Bauch nicht. Vielleicht begreift Letzterer ja irgendwann, dass ihm das alles nicht gut tut. Schafft man denn diesen Entzug allein? Hab mich ja auch keinem anvertraut.
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15.09.2008, 19:32
AW: raus aus der sehnsuchtsfalle
Du hast sicherlich Recht.
Zitat von Inaktiver User
Jetzt wo ich das von Dir gelesen habe, fühle auch ich mich angesprochen.
Mir geht/ging es ähnlich wie florestine.
Vater kaum zu Hause gewesen und stets um seine Gunst gebuhlt.
Heute merke ich, dass ich zu schnell, zu starke und intensive Gefühle in mir zulasse und sehr schwer loslassen kann.
Ich befinde mich dann in einer Situation, mich nicht trennen zu können, auch wenn ich zu sehr von einem Mann verletzt wurde...nicht körperlich.
Nun ja, ich lebe seit kurzem alleine und kann mich nun mit mir selber beschäftigen.
Ich sollte das mal mit meiner Therapeutin besprechen, welche ich benötigte, um meine gescheiterte Ehe aufzuarbeiten.
@florestine: vielleicht ist eine Psychotherapie ja wirklich etwas für Dich. Meinst Du nicht auch?
Liebe Grüße
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16.09.2008, 10:59
AW: raus aus der sehnsuchtsfalle
Eigentlich bin ich schon lange so weit, zu wissen, dass ich professionelle Hilfe brauche. Aber ich hab einfach Angst, an den Falschen zu geraten. Prinzipiell käme für mich sowieso nur eine Frau in Frage. Doch wie merkt man, dass die wirklich helfen kann. Danke, dass Ihr Euch so liebe Gedanken macht. Bin jetzt übrigens seit drei Tagen schon "abstinent" und ganz stolz. Dennoch denke ich jetzt schon wieder darüber nach, was ich ihm zum Geburtstag schenken könnte. Das ist auch so ein Thema ... all die Geschenke und Zeichen ...
Bis bald und Danke!
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16.09.2008, 12:29Inaktiver User
AW: raus aus der sehnsuchtsfalle
Warum nur eine Frau?Aber ich hab einfach Angst, an den Falschen zu geraten. Prinzipiell käme für mich sowieso nur eine Frau in Frage.
Die Qualität der Arbeit hängt gar nicht am Geschlecht des Helfers. Oder gehst Du auch nur zu einem weiblichen Zahnarzt?
Es kann Dir immer passieren, daß Du an jemanden gerätst, der nicht passt. Aber das merkst Du eigentlich recht schnell (oder er/sie merkt es). Dann sucht man halt wenanders, das ist auch ein ganz normaler Vorgang.
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17.09.2008, 09:03Inaktiver User
AW: raus aus der sehnsuchtsfalle
tristania,
Zitat von Inaktiver User
die Entscheidung, ob Frau oder Mann, muss jeder rein nach Gefühl treffen. Selbstverständlich gibt es auf beiden Seiten gute Therapeuten. Allerdings ist gerade bei dieser Entscheidung völlig unnötig, nach Begründungen zu fragen.
Es muss passen, das ist immer eine Frage subjektiver Eindrücke. Warum also die Entscheidung "auf jeden Fall eine Frau" hinterfragen? Wenn sich das richtig anfühlt, dann ist es das Beste, sich an diesen Impuls zu halten.
florestine,
Du findest eine für Dich richtige Therapeutin, indem Du
1) Dich über die Therapieformen, die es gibt, informierst und heraus findest, welche Form Dich anspricht,
2) mit Therapeuten Kontakt aufnimmst, die diese Therapieformen anbieten und ein Erstgespräch vereinbarst. Dieses Erstgespräch kann im übrigen unabhängig davon, ob sofort ein Therapieplatz zur Verfügung steht, laufen. Es ist blödsinnig, 4 Monate mit dem Erstgespräch zu warten, und in dieser Zeit blockiert zu sein, nur um dann heraus zu finden: Nee, mit diesem Therapeuten wird das nichts! Also lass Dich nicht abspeisen, sondern besteh auf einem zügigen Termin für das Erstgespräch.
3) die fünf probatorischen Sitzungen nutzt, um intensiv heraus zu finden, ob Du Dich
- wohl fühlst
- einlassen kannst
- Vertrauen entwickelst
- das Gefühl hast, dass die Arbeit Früchte tragen kann und dies auch konkret tut.
Hast Du Zweifel: Zusammenarbeit beenden, Suche erneut starten.
Grüssle
Seawasp
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17.09.2008, 13:31Inaktiver User
AW: raus aus der sehnsuchtsfalle
Entschuldige, wenn ich Dir in dem Punkt widersprechen muss.tristania,
die Entscheidung, ob Frau oder Mann, muss jeder rein nach Gefühl treffen. Selbstverständlich gibt es auf beiden Seiten gute Therapeuten. Allerdings ist gerade bei dieser Entscheidung völlig unnötig, nach Begründungen zu fragen.
Es muss passen, das ist immer eine Frage subjektiver Eindrücke. Warum also die Entscheidung "auf jeden Fall eine Frau" hinterfragen? Wenn sich das richtig anfühlt, dann ist es das Beste, sich an diesen Impuls zu halten.
Ich halte es für nötig, das mal ganz unbefangen zu hinterfragen.
Richtig ist, dass es passen muss zwischen Patient und Therapeut.
Aber wenn im Vorfeld schon über m/w nachgedacht wird zeigt das, daß einem Mann ein genetisch bedingter Bias unterstellt wird.
Vielleicht ist aber gerade der Blick eines Mannes auf die Situation viel hilfreicher.
Ich halte es nicht für klug, sich vorab festzulegen.
P.S.: meine Erfahrung mit angeblich so einfühlsamen Frauenärztinnen würde ich keiner Frau zumuten wollen.
Wenn der Bacuh gegen einen Mann spricht - gut, aber eine Frage wird doch wohl erlaubt sein.
Was, wenn die Therapeutin fragt?
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17.09.2008, 13:38Inaktiver User
AW: raus aus der sehnsuchtsfalle
Warum sollte eine Therapeutin das hinterfragen, solange dafür keine Veranlassung besteht, also das Geschlecht Teil eines problembesetzten Kontextes ist?
Zitat von Inaktiver User
Wenn es passen soll zwischen Therapeut und KLIENT, ist auch das Geschlecht ein legitimes Entscheidungskriterium. Ich darf einen Thera auch ablehnen, wenn mir dessen Nase nicht passt, oder mich seine Stimme nervt, oder seine grundsätzliche Einstellung zu den Dingen. Vertrauensvolle Zusammenarbeit wird sich nur zögerlich bewerkstelligen lassen, wenn man von vorn herein einem Mann eher mit Vorbehalten begegnet als einer Frau oder umgekehrt, sich aber dazu zwingt.
Hinzu kommt, dass es Themen gibt, bei denen ein gleichgeschlechtlicher Therapeut von Vorteil sein kann. Ob dieser dann einfühlsamer ist oder nicht, hängt nicht vom Geschlecht ab.
Grüssle
Seawasp
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17.09.2008, 17:29
AW: raus aus der sehnsuchtsfalle
In deinem ersten Beitrag hast du geschrieben, Eure Krisen hätten dich und deinen Mann in eurer Beziehung gestärkt und zu einer glücklichen Familie gemacht.
Zitat von florestine
Kann ich nicht ganz nachvollziehen. Verstehe mich nicht falsch, ich kann verstehen, dass die Sehnsucht nach dem anderen noch da ist. Ihr habt reizvolles erlebt, andere Reize als die in einer jahrelang währenden Ehe... Aber du hast dich doch für deinen Mann entschieden, oder? Anscheinend aber doch nicht, sonst würdest du den Kontakt abbrechen zur Affäre.
Ist jedenfalls meine Meinung!
Habe selbst miterlebt, dass solange mein Mann noch Kontakt zur "anderen" hatte(auch nur sms), wir beide nicht weiter kamen mit uns!
Es schaukelte sich irgendwie immer wieder hoch zwischen den beiden. Die nächste Katastrophe war vorprogrammiert und ich bekam es natürlich wieder raus.
Wir haben es am Anfang auch versucht, dass er mir Bescheid sagte, wenn er ihr simste oder umgekehrt, da mir klar war, dass "ich" ihn nicht dazu zwingen konnte damit aufzuhören. Wenn er dann sagte, sie habe geschrieben, wollte ich natürlich auch wissen, was! Und dann habe ich jedesmal total viel in den Wortlaut rein interpretiert...
Es war die Hölle davon zu wissen. Wenn er im Bad etwas länger war, dachte ich sofort, dass liegt am sms-schreiben...u.ä.
Schon bald musste ich ihm sagen: Stopp, das halte ich nicht aus, so kann ich kein Vertrauen neu aufbauen, wenn du so weiter machst.
Ich war damals nah am Nervenzusammenbruch und er verstand, was er mir damit antat und am nächsten Tag kam er entschlossen zu mir und sagte, er würde jetzt den Kontakt abrechen, er wolle es so, weil er den Abstand zu ihr brauchte um zu klaren Gedanken zu kommen.
Das Problem war allerdings, dass "sie" es noch lange nicht begriff und immer wieder unter irgendwelchen Vorwänden sms´s schrieb.
Er hatte dann wieder Mitleid und schlechtes Gewissen ihr gegenüber und antwortete knapp.
Durch unseren Therapeuten kamen wir dann zu dem Entschluss, dass er ein endgültiges Abschlussgespräch, und zwar persönlich, mit ihr machen sollte. So eine Art "Abschied nehmen".
Wir fanden, dies sei eine gute Idee. Er telefonierte mit ihr und verabredete sich dann auswärts mit ihr und natürlich mit meinem Einverständnis.
Ich muss sagen, es ist wie das Warten auf die Hinrichtung! Einerseits wollte ich auch, dass er jetzt ganz eindeutig einen Schlussstrich zieht und vor allem ihr es genau erklärt, was das bedeutet und dass es sein eigener Wille ist.
(Und das ist die Voraussetzung dafür, dass es klappt).
Ich musste mich die ganze Zeit ablenken, die ersten 1 1/2 Stunden habe ich ganz gut hinbekommen, aber danach schaute ich ständig auf die Uhr und wollte ständig zum Handy greifen.
Nach 3 Stunden schrieb ich ihm, dass meine Schmerzgrenze so langsam erreicht wäre.
Er schrieb zurück: es sei alles okay, ich solle mir keine Sorgen machen, sie würden nur reden! Aber wenn ich wolle, würde er jetzt losfahren.
Dann dachte ich kurz drüber nach und erkannte, dann hätte ich das Ganze wieder unterbrochen! Nein, die sollen es richtig zu Ende bringen, auch wenn sie dafür länger brauchen.
Als er endlich wiederkam, waren es incl. Fahrzeit ca. 5 Stunden und ich war fast wahnsinnig geworden.
Malte mir Abschiedsszenarien der beiden mit heißen Küssen usw. aus. Aber er versuchte mich zu beruhigen und erklärte, er hätte sie einfach reden lassen. Nicht nur über sie beide und wie alles passieren konnte, sondern auch über ihre anderen Probleme, die sie sonst noch so hatte im Leben.
Und was soll ich sagen, dass ganze ist jetzt fast genau 6 Monate her und es gibt keinen Kontakt, gar keinen mehr und es geht beiden angeblich gut damit.
Mein Mann fühlt sich seitdem befreiter und hat wieder den Boden unter den Füssen gefunden.
Die Frau(die mal meine Freundin war) sagt, es wäre für sie absolut klar, dass es keinen Kontakt mehr geben wird, denn das wäre die einzige Möglichkeit ihrerseits mir zu beweisen, wie sehr sie dies alles bereuen würde. Die einzige Möglichkeit wiedergut zu machen, was sie mir angetan hätte.
@ Florestine
willst du deinen Mann wirklich noch aus wirklicher Liebe heraus?
Dann musst du dich entscheiden!
Der Vergleich mit der Sucht ist sehr gut. Aber es gibt nicht ein bisschen süchtig. Entweder du lässt die Droge ganz weg oder es ist sinnlos! Erst wenn du das geschafft hast, wirst du dich richtig frei fühlen und vielleicht verstehen, was du wirklich willst.
Noch dazu hat deine Affäre doch eine neue Beziehung. Warum glaubst du, hat er die? Weiß seine neue von dir? Versetz dich in ihre Lage.
Wenn du wirklich einen Schlussstrich ziehen willst,dann versuche auch mit ihm ein Abschiedsgespräch zu vereinbaren. Arbeitet alles noch mal auf. Du kannst dir vorher Notizen machen, wenn dir Fragen einfallen, die du ihm stellen willst.
Du musst eure gemeinsame Zeit ja nicht verdammen, sie war schön und du willst sie nicht missen. Aber wenn du eine Zukunft mit deinem Mann willst, muss du ihn und diese Zeit in deinem Herzen begraben.:blumengabe:Claudi
"Fürchte Dich nicht vor Veränderungen, fürchte Dich vor dem Stillstand!"


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