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  1. Inaktiver User

    AW: Betrogene sind selbst schuld

    Zitat Zitat von VanDyck
    Naja, damals konnte ich es so sehen und wahrscheinlich wäre es heute ebenfalls so. Doch sicher ist das natürlich nicht.

    In all meinen bisherigen Liebesbeziehungen war das Thema 'sexuelle Treue' auch niemals ein Thema. Es wurde auch niemals darüber im eigentlichen Sinne gesprochen. Meistens ergab sich diese Treue und in seltenen Fällen eben auch nicht.

    Offensichtlich glauben sehr viele Menschen, dass die 'sexuelle Treue' eine ganz wichtige Grundlage (wenn nicht sogar DIE! wichtigste Grundlage) einer glücklichen Liebesbeziehung wäre.

    Ich halte das für 'grundfalsch' - sofern man überhaupt von 'falsch' in solchen Gefühlsdingen sprechen kann.

    Aus meiner Sicht ERGIBT sich die Treue (möglicherweise) aus einer glücklichen Beziehung sozusagen als Folgewirkung. Die Treue aber als VORAUSSETZUNG oder auch als Wert an und für sich zu betrachten, macht m.E. letztlich keinen Sinn.


    VanDyck
    Gutes Statement. Ich bin ganz deiner Meinung, was nicht bedeutet, dass ich das alles so locker sehen würde. Aber: dieses Festhalten an sexueller Treue als Grundlage einer glücklichen Beziehung ist fatal und quasi schon Scheitern verurteilt. Da muss man sich nur einmal umschauen und umhören.
    Das bedeutet allerdings nicht, dass man Fremdgehen (ich finde diesen Begriff etwas angenehmer als Betrügen) zwangsläufig akzeptieren muss. Aber eine Auseinandersetzung damit wäre schon sehr hilfreich. Nicht ein: "du musst mir immer sexuell treu sein".
    Ein Mensch der während seiner Beziehung feststellt, dass er den Treueschwur eigentlich nicht wirklich leben kann, dass er nicht wirklich glücklich ist findet selten Verständnis beim Partner. Das ist eine nicht einfache Situation.
    Vor allem wenn man weiß dass die Beziehung durch ein Geständnis eventuell auseinandergeht.

    Frieda

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    AW: Betrogene sind selbst schuld

    @ vandyk

    Das ist genau dann richtig, wenn beide Partner das so sehen. Wenn einer aber Treue zur Bedingung macht und der andere nicht - dann gibt es objektiv ein Problem. Und genau darum geht es hier. Nicht darum, ob Treue generell ein Wert ist, der allumfassend gelten sollte.

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    AW: Betrogene sind selbst schuld

    Und ich denke, dass sehr sehr viele dieser Frauen zwar ahnen, dass etwas nicht stimmt (fragen sich aber ob es mit der Arbeit zu tun hat, Krankheit usw., machen sich noch Sorgen), da sie selbst jedoch treu sind, nie nie nie auf so etwas kommen.
    Und dass sie sich mit dem schlechten Gefühl abfinden und es nicht komisch finden, dass ihr PARTNER sie in solche Problemlagen nicht einbezieht, findest Du nicht komisch?! Ein notorischer Fremdgänger verweigert pathologisch echte Nähe. Einem Partner, der echte Nähe sucht, fällt so etwas auf und der geht aus diesem Grund - auch ohne genau zu wissen, ob der andere seinen Dödel nun in andere Mumus gehalten hat oder nicht.

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    AW: Betrogene sind selbst schuld

    @ Frieda
    Nein ich muss Betrügen auch nicht akzeptieren, da ich es nicht akzeptieren kann und will. (Übrigens sehe ich fremdgehen nur als eine Möglichkeit seinen Partner zu betrügen.)
    Und "du musst mir immer sexuell treu sein" will ich natürlich. Wenn der andere dies nicht mehr will, soll er es sagen und mich nicht mit Heimlichkeiten und Lügen hinhalten und so kirre machen, dass dies auch das Ende der Beziehung sein wird.
    Und genau dass meine ich, "vor allem, wenn man weiß, dass die Beziehung durch ein Gestandnis bzw. durch dieses Geständnis auseinander geht. Hat nicht der betrogene Partner das gleiche Recht sein Leben so zu leben, wie er es möchte? Das er er mit absoluter Sicherheit. Der Betrüger bestimmt durch sein heimliches Fremdgehen aber darüber.
    Der Betrüger ändert die Regeln. Er hat das mitzuteilen. Dann muss er halt in Kauf nehmen, dass der andere sich trennt. Wenn der den Treueschwur nicht wirklich leben kann, soll er dass tun, was besser zu ihm passt, alleine bleiben oder eine Zweckgemeinschaft eingehen und nicht den Betrogenen für seine Zwecke genutzen.

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    AW: Betrogene sind selbst schuld

    Zitat Zitat von Dieclou
    Und dass sie sich mit dem schlechten Gefühl abfinden und es nicht komisch finden, dass ihr PARTNER sie in solche Problemlagen nicht einbezieht, findest Du nicht komisch?! Ein notorischer Fremdgänger verweigert pathologisch echte Nähe. Einem Partner, der echte Nähe sucht, fällt so etwas auf und der geht aus diesem Grund - auch ohne genau zu wissen, ob der andere seinen Dödel nun in andere Mumus gehalten hat oder nicht.
    Meiner hat sein merkwürdiges Verhalten mit Arbeit erklärt. Da ich selbst auch viel Arbeit habe, habe ich das ja auch geglaubt. Wie gesagt, es wurde gelogen, betrogen und hintergangen. Und als das weg war auch innerlich ich und dann (auf meinen Wunsch) äußerlich er.
    Übrigens wusste ich bis zum ersten Anfangsverdacht überhaupt nicht, was es im Internet so alles "schönes" zu finden gibt. Hatte mich persönlich auch nie interessiert.
    Und die echte Nähe ist erst verweigert worden, als ich völlig Ungläubig wurde (zumindest sehe ich das jetzt so).

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    AW: Betrogene sind selbst schuld

    Zitat Zitat von Dieclou
    @ vandyk

    Das ist genau dann richtig, wenn beide Partner das so sehen. Wenn einer aber Treue zur Bedingung macht und der andere nicht - dann gibt es objektiv ein Problem. Und genau darum geht es hier. Nicht darum, ob Treue generell ein Wert ist, der allumfassend gelten sollte.
    Wenn beide Parter es nicht genauso sehen, ist es nur DANN ein Problem, wenn nicht zumindest einer der Partner in der Lage ist, sich in seinem Inneren tatsächlich zumindest ein Stück zu verändern.

    Und dann geht es schon darum, wie tief und auf welche Weise es in einer Person verankert ist, auf diese 'sexuelle Treue' des Partners gefühlsmäßig angewiesen zu sein.

    Natürlich auch anders herum: Warum zum Teufel kommt/käme der andere Part der Beziehung nicht damit klar, wenn er NICHT erotische Erlebnisse mit dritten hat/hätte.

    Einfach zu sagen - so wie du es tust - wir haben hier ein Problem von verschiedenen Gefühlslagen und Sichtweisen und das ist eben so, führt ja auch nicht weiter.

    Oder doch?


    VanDyck

  7. Inaktiver User

    AW: Betrogene sind selbst schuld

    Zitat Zitat von entwederoder
    @ Frieda
    Nein ich muss Betrügen auch nicht akzeptieren, da ich es nicht akzeptieren kann und will. (Übrigens sehe ich fremdgehen nur als eine Möglichkeit seinen Partner zu betrügen.)
    Und "du musst mir immer sexuell treu sein" will ich natürlich. Wenn der andere dies nicht mehr will, soll er es sagen und mich nicht mit Heimlichkeiten und Lügen hinhalten und so kirre machen, dass dies auch das Ende der Beziehung sein wird.
    Und genau dass meine ich, "vor allem, wenn man weiß, dass die Beziehung durch ein Gestandnis bzw. durch dieses Geständnis auseinander geht. Hat nicht der betrogene Partner das gleiche Recht sein Leben so zu leben, wie er es möchte? Das er er mit absoluter Sicherheit. Der Betrüger bestimmt durch sein heimliches Fremdgehen aber darüber.
    Der Betrüger ändert die Regeln. Er hat das mitzuteilen. Dann muss er halt in Kauf nehmen, dass der andere sich trennt. Wenn der den Treueschwur nicht wirklich leben kann, soll er dass tun, was besser zu ihm passt, alleine bleiben oder eine Zweckgemeinschaft eingehen und nicht den Betrogenen für seine Zwecke genutzen.
    Du hast natürlich theoretisch Recht nur sieht die Praxis eben anders aus! Sie sieht eben deshalb anders aus weil sich jeder selbst der Nächste ist und man sich nicht selbst Schaden zufügen will. Davon kann sich keiner letztendlich freimachen. Ich wage mal zu behaupten , dass niemand "beichtet" allein dem anderen zu Liebe. Allein der Wahrheit zu Liebe, allein der gemeinsam getroffenen Vereinbarung zu Liebe. Man beichtet (falls man es überhaupt tut) weil am es selber nicht mehr aushält, allein aus ganz individuellen Gründen.
    Und die die es aushalten beichten eben nicht! Fremdgehen bedeutet nicht das Ende der Liebe, es bedeutet das Ende der sexuellen Exklusivität und dies ist nur ein Teil einer Beziehung.
    Ich glaube ich bin da relativ realistisch wenn ich sage, dass das was du forderst, die bedingungslose Offenheit in solchen Angelegenheiten, eher die seltene Ausnahme ist.


    Das was du forderst ist das Einhalten von Regeln und Gesetzen: wir brauchen im Alltag oft Gerichte um das einzuklagen, da es auf freiwilliger Basis nicht funktioniert.

    Gruß
    Frieda

  8. Inaktiver User

    AW: Betrogene sind selbst schuld

    Zitat Zitat von VanDyck
    Wenn beide Parter es nicht genauso sehen, ist es nur DANN ein Problem, wenn nicht zumindest einer der Partner in der Lage ist, sich in seinem Inneren tatsächlich zumindest ein Stück zu verändern.

    Und dann geht es schon darum, wie tief und auf welche Weise es in einer Person verankert ist, auf diese 'sexuelle Treue' des Partners gefühlsmäßig angewiesen zu sein.
    Ich sehe das auch so. Aber ich glaube auch, dass es lange dauert sich von klassischen Vorstellungen zu lösen und die Innigkeit einer emotionalem Beziehung nicht im sexuellen Bereich zu sehen.

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    AW: Betrogene sind selbst schuld

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    ... Man beichtet (falls man es überhaupt tut) weil am es selber nicht mehr aushält, allein aus ganz individuellen Gründen ...
    So sehe ich das auch in den allermeisten Fällen.

    Dann aber gilt es festzuhalten: Man erleichtert sich sein 'Gewissen' auf Kosten des Partners.

    Einfach nur rücksichtslos sowas.


    VanDyck

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    AW: Betrogene sind selbst schuld

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich sehe das auch so. Aber ich glaube auch, dass es lange dauert sich von klassischen Vorstellungen zu lösen und die Innigkeit einer emotionalem Beziehung nicht im sexuellen Bereich zu sehen.
    Ich würd sagen:

    Ist ja schon fast zum Fetisch geworden diese Frage der sexuellen Treue. Und hat man seinen Fetisch erst einmal, dann ist man auch dessen Gefangener.

    Typisch für einen Fetisch: Alles andere wird diesem Fetisch untergeordnet.

    Wie groß nur muss die Angst in einem selbst sein, wenn für soviele Menschen eine Welt innerlich zusammenbricht, nachdem sie von einem Seitensprung ihres Partners erfahren haben?

    Und wie kommt es, dass die Menschen eine solche Angst davor haben, obwohl 'es' noch nicht einmal passiert ist, sondern nur in ihren Befürchtungen existiert?


    VanDyck

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