Hallo Marinius,
Du legst mir den Finger in die Wunde - das zieht heftig, trotzdem bin ich Dir dankbar dafür, da ich so vielleicht in die Gänge komme.
Du hast natürlich in allen Punkten recht: Ich habe gar nichts unternommen, also geht es so weiter, wenn ich nicht mal rausfinde, was ich möchte und ob ich bereit bin, ihn wegen dieser Wünsche eventuell auch aufgeben zu müssen.
Um noch einen draufzusetzen gebe ich zu, dass ich, was meine Gefühle zu ihm angeht, ihm gegenüber auch nicht gerade als verbaler Zauberkünstler aufgetreten bin. Mehr als ein Ich mag dich kam da von mir bisher nicht. Von ihm schon, aber das habe ich dann damals vor lauter Überraschung absichtlich "überhört".
Ich finde es sehr interessant, dass Du schreibst, dass das geschilderte Szenario Dir für Dich nicht als zuviel verlangt erscheint. Mit einer Userin hatte ich die Tage einen sehr interessanten Austausch via PN was "Verlangen", "Fordern" und "Erwarten" angeht. Es scheint zu diesem Thema sehr unterschiedliche Meinungen zu geben. Entsprechend agieren die Menschen auch völlig unterschiedlich. Ich habe mehrfach erlebt, dass Frauen viel forderten (allerdings materielle Dinge) und diese auf dem Silbertablett serviert bekamen. Andere - die Bescheidenen - gingen oft "leer" aus. Ich möchte nun nicht sagen, dass es mir um materielle Geschenke ginge (weiß Gott nicht!), aber um das Prinzip des "für-sich-als-Recht-Einforderns".
Und wie Du schon gelesen hast, denke ich, dass mir nicht viel an Forderungen "zusteht". Es sei denn, ich könnte zusichern, dass ich praktisch ein gleiches Maß an Sicherheit und Bequemlichkeit bieten könnte. Was ich nicht kann. Diese Art und Weise, mich klein zu machen stimmt übrigens in keiner Weise mit meiner immer wieder bestätigten Außenwirkung zusammen. Das irritiert mich auch sehr, habe ich doch nie den Eindruck, mich irgendwie zu verstellen.
VG
Ehawee
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15.07.2008, 16:05
AW: Abwägen zwischen Glück und Leid
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15.07.2008, 16:30
AW: Abwägen zwischen Glück und Leid
[QUOTE=Ehawee]@ Marinius
Könnte ich es mir aussuchen, so hätte ich am liebsten einen Partner, der ungebunden ist und in meiner räumlichen Nähe wohnt, so dass Treffen unproblematisch auch unter der Woche stattfinden könnten, wir also das Zusammenleben Schritt für Schritt ausprobieren könnten. Dann könnte ich mir auch vorstellen, nach vielleicht einem Jahr Beziehung zu sagen, ja, mit dem Mann gehe ich den nächsten Schritt und ziehe zusammen.
Vielleicht liegt ich da falsch, aber ich glaube zu weit zu gehen, wenn ich von ihm fordern würde, alles hinter sich zu lassen, um es mit mir einmal "unverbindlich zu probieren".
Erst recht finde ich es zu viel verlangt zu wollen, dass er sich trennt, dann sogar allein lebt und wir dann mal schauen, ob wir alltagstauglich sind.
Es mag sich in seiner Beziehung im Laufe der letzten 15 Jahre etwas geändert haben, aber nach so langer Zeit sind zwischen Menschen Vertrautheit und Sicherheit entstanden, die man sicher nicht beendet, um dann einmal locker zu schauen, ob etwas anderes auch oder besser passt. Ich kann das verstehen und mache ihm keinen Vorwurf daraus, dass er nicht mit wehenden Fahnen auszieht.
Hallo Ehawee,
ich kann Dich sehr gut verstehen. Die Situation ist nicht klar und deutlich mit allen Facetten, sondern es spielen auch eigene Erfahrungen mit.
Sicherlich ist in der langjährigen Beziehung sowas wie Vertrautheit und Sicherheit entstanden, aber wo sind diese beiden Werte jetzt? Vertrauen, wenn er eine "Zweitfrau" hat
, Sicherheit
wenn er ebenfalls Gefühle für Dich hat, die sich Liebe nennen (ich bin hier sehr vorsichtig) dann hat er genauso Zweifel, Schlafstörungen und ist nicht mehr der führsorgliche und liebevolle Ehemann.
In meiner Beziehung (das Wort Beziehung wurde von meinem GL so gewählt) ist es so, dass er mir ständig sagt, wie sehr er mich liebt. Wenn er meine Antwort bekommt: so ganz reicht es aber noch nicht, um den endgültigen Sprung zu wagen, bekomme ich genau diese Gefühle geschildert.
Das komplette Programm: Selbstzweifel, Hin- und Hergerissenheit, Schlaflosigkeit aufgrund der Situation. Folglich stehen wir als Zweitfrau nicht alleine mit unseren Zweifeln da, vorausgesetzt, der männliche Part hat ebenfalls Gefühle für Dich.
Genau auf dieser Ebene kann frau dann auch mit dem GL sprechen.
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15.07.2008, 16:47
AW: Abwägen zwischen Glück und Leid
Hallo Biggi,
Zitat von biggi13
und wie würde das nach Deiner Meinung aussehen so ein Gespräch? Ich weiß, ich höre mich völlig unerfahren an, aber ich kann zwar einmal Dinge antippen und habe das auch schon getan, aber so richtig ins Eingemachte habe ich mich nie vorgewagt. Natürlich aus Angst ihn zu verlieren.
In meinem Fall ist er nicht verheiratet und es gibt keine Kinder. Sie ist "nur" seine Freundin. Vor diesem Hintergrund sehe ich mich nicht als Geliebte, sondern eher als Zweitbeziehung, die aber nicht offiziell genannt wird - woran ich eben immer wieder kranke.
Hauptbeziehung ist wohl immer die Frau, die in der Öffentlichkeit als Partnerin genannt wird. Eine innere, gefühlsmäßige Einstellung ist für das "Ranking" nicht ausschlaggebend. So dachte ich immer. Aber sicher bin ich mir da nun nicht mehr. Es ist schwer, in Beziehungsdingen klare Grenzen zu ziehen.
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15.07.2008, 18:57
AW: Abwägen zwischen Glück und Leid
Willst du meine Beiträge absichtlich so verdrehen oder liegt es daran, dass ich nicht deutlich genug rüberkomme?
Zitat von Angiestone
Ich war selber die Geliebte eines verheirateten Mannes. Also bitte keine Predigten über Normvorstellungen. Nichtsdestotrotz war es aber für mich immer die einzigste Beziehungsform, die ich angestrebt habe: Die Normalbeziehung! Und nicht die Dreierkonstellation. Das hat nichts mit einem kleinlichen Weltbild zu tun oder mit Spießertum sondern mit meiner persönlichen Vorstellung von Glück. Ich könnte sogar eine offene Beziehung ertragen, wenn es von Anfang an so geregelt wäre. Aber ich bin nicht bereit, eine geheimnisvoll gehütete Nebenrolle neben einer Hauptfrau zu spielen. Dafür bin ich zu stolz.
Ja, ich stehe dazu: Wenn mir ein Mann von Anfang an sagt, dass er mich zwar "liebt", sich aber nie offiziell zu mir bekennen wird, geschweige denn bereit ist, seine Ehefrau (oder wie auch immer) für mich zu verlassen, dann kann ich nicht vertehen, wie man als Frau trotzdem bereit ist, sich gefühlsmässig an ihn zu hängen. Wenn ich solch eine Lebenslüge ganz bewusst eingehe, dann darf ich mich nachher auch nicht beschweren, wenn es weh tut. Einen größeren Schlag ins Gesicht kann man doch gar nicht bekommen, wenn der geliebte Partner ganz deutlich sagt: Ich trenne mich nicht von meiner Frau!!!Lg Mondfisch
Die schöne Dame auf meinem Avatar ist Madame de Montespan und sie war lange Zeit die Mätresse des Sonnenkönigs...
* * * * *
Siehst du einen Riesen, so prüfe den Stand der Sonne und gib Acht, ob es nicht der Schatten eines Zwerges ist.
Friedrich Nietzsche
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15.07.2008, 19:10
AW: Abwägen zwischen Glück und Leid
Hallo Mondfisch,
Zitat von mondfisch
ich stimme Dir zu! Wenn es so ist, dass man für sich selbst von Anfang an sehr genau weiß, dass man diesen Mann nur will, wenn er sich trennt, er genau dies aber von Anfang an kategorisch ausschließt, dann sollte sich eine Frau fernhalten, bevor Gefühle entstehen.
Grüße,
Ehawee
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15.07.2008, 19:16Inaktiver User
AW: Abwägen zwischen Glück und Leid
dass Du nicht Geliebte, sondern Zweitbeziehung bist - das redest Du Dir aber schön, oder?
Zitat von Ehawee
und warum eierst Du rum aus Angst, ihn zu verlieren, wenn Du mit dem jetzigen Zustand offensichtlich nicht glücklich bist?
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15.07.2008, 19:32
AW: Abwägen zwischen Glück und Leid
Ich war 5 Jahre Geliebte.
Von Anfang hat er gesagt, ich werde mich niemals trennen.
Und trotzdem 5 lange Jahre, bis ich begriffen habe, dass es
für ihn nur bequem und schön war, zwei Frauen zu haben.
Sicherlich liegt jeder Fall ein bißchen anders, aber ich würde
im nachhinein sagen, dass das einer meiner größten Fehler des
Lebens war (bis jetzt). Denn vielleicht kommt ja noch ein
bißchen, auch auf dem Gebiet Mann. Ich bin jetzt schon
53 Jahre alt und bin mir da aber nicht mehr so sicher.
Die Frauen, die hier gepostet haben, sind bestimmt allesamt
min. 10 bis 20 Jahre jünger. Es ist total verschenkte Zeit.
Männer sind aus meiner Erfahrung außerdem stockkonservativ
und finden es nur schön so begehrt zu werden. Da sagt
keiner nein.
Dafür sind wir alle zu schade. Jeder hat ein Recht auf eine
ehrliche Beziehung.
Dann lieber mal ein wenig nach dem Mann schauen, der
vielleicht nicht so der tolle Playboy ist, sondern damit punktet
nicht fremd zu gehen!!!
Und mal ehrlich, wollt ihr einen Mann, der seine Partnerin
betrügt und ihr gegenüber nicht ehrlich ist? Man könnte
der nächste sein ...
Gruss
Russland
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15.07.2008, 19:37
AW: Abwägen zwischen Glück und Leid
Hallo Leonie,
es handelt sich für mich nur um Begriffe, die mir letztlich gleichgültig sind. Aber gerade in der Kommunikation, wie z.B. hier im Forum, finde ich es wichtig, dass geklärt ist, wie der Einzelne die Begriffe versteht - wenn sie denn schon verwendet werden.
Meine persönliche Definition der Geliebten ist die, dass der Mann verheiratet ist und dass die Beziehung zu der zweiten Frau hauptsächlich sexueller Natur ist.
Eine Zweitbeziehung kann nach meinem Verständnis sowohl zu einem verheirateten als auch zu einem Mann mit Freundin bestehen. Aber der Unterschied zur Geliebten ist - nach meinem Verständnis -, dass eine mit der Erstbeziehung vergleichbare Beziehung mit der ganzen Bandbreite menschlicher Themen (also nicht auf Sex beschränkt) gelebt wird. Aber mit dem Unterschied, dass die Zweitfrau nicht offiziell als Partnerin in der Öffentlichkeit auftritt.
Ich habe versucht zu erklären, dass ich mit dieser Beziehung - bis auf die Tatsache, dass er gebunden ist - in jeglicher Hinsicht sehr glücklich bin. Wäre ich überwiegend unglücklich, würde ich mir meine hier vorgebrachten Gedanken nicht machen.Geändert von Ehawee (15.07.2008 um 19:50 Uhr)
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15.07.2008, 20:07
AW: Abwägen zwischen Glück und Leid
ja, es verblasst vor der tatsache und nein, nichts kann diese tatsache aufwiegen, wenn man verliebt ist und sich eigentlich eine exklusive beziehung wünscht. wenn ein mann nicht voll und ganz und öffentlich zu dir stehen kann, dann ist er deiner nicht wert.
Zitat von Ehawee
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15.07.2008, 20:52
AW: Abwägen zwischen Glück und Leid
Hi Chrissiebabe,
Zitat von Chrissiebabe234
ja, so sehe ich das auch manchmal, wenn es mir schlecht geht. Aber dann bin ich wieder unsicher, ob es angemessen ist, ein solches Pauschalurteil für jeden einzelnen Fall immer mit gleicher Konsequenz zu fällen.


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