Hallo an Alle,
Geschichten wie die Meinige hat man wirklich schon 1 Mio Mal gehört und dennoch fühle ich mich so allein und einzigartig im negativen Sinn.
Zu mir: ich bin weiblich, Anfang 40, verheiratet seit 16 Jahren, 2 Kinder (13+11) und seit einigen Jahren alles andere als glücklich in meiner Ehe.
Das Schlimme ist, dass es dafür keinen "äußeren" Grund gibt. Ich werde nicht schlecht behandelt, ich verwalte unser Geld, kann kaufen, was ich will, ich regle unser Leben, unser Kinder UND ich fühle nichts mehr für meinen Mann.
Ich habe das Gefühl, dass er mich schon lange nicht mehr wahrnimmt, zuhört und sich für mich interessiert. Er ist intolerant gegenüber meinen Freunden, die er nicht mag. Ich bin einfach da und funktioniere.
Ich war früher sehr erfolgreich im Beruf und nachdem ich Mutter wurde zunächst auch ganz glücklich mit dieser Rolle.
Gearbeitet habe ich immer etwas nebenher, in meiner Rolle als Hausfrau und Mutter war ich irgendwie auf Dauer nicht zufrieden. Hinzu kam, dass mein Mann diese Arbeit zu Hause nie anerkannt hat.
Ich habe ihn z.B. immer gebeten, mir lediglich zuzustimmen, dass es manchmal anstrengend ist, zwei Kinder großzuziehen. Er meinte daraufhin immer: Meine Mutter hatte 4 Kinder, ich weiss gar nicht, was Du hast.
Irgendwie bin ich im Lauf der Zeit immer "kleiner" geworden und habe versucht dies auszugleichen, indem ich mein Hobby weitergepflegt habe.
Seit einiger Zeit arbeite ich wieder mehr und habe mich dadurch auch viel mehr wieder selbst entdeckt. Gleichzeitig habe ich meinen Mann darauf angesprochen, dass mir in dieser Ehe etwas fehlt, was sich auch dadurch äußerst, dass ich nicht die geringste Lust auf Sex habe, dies seit Jahren. Er dachte, das geht vorbei (einfach so nach Jahren !!!). Ich habe keine Lust, etwas mit ihm zu unterehmen oder mit ihm allein zu sein. Seine Anwesenheit bereitet mir manchmal großes Unbehagen und am liebsten bin ich allein zu Hause. Ich habe seitenlange Briefe (ohne Vorwürfe) geschrieben, er war 1 Tag schockiert und dann blieb alles gleich.
Er versteht nicht, was ich habe, es ist doch alles bestens, Haus, Kinder, Freunde usw...
Er selbst spricht nie darüber, dass irgendetwas fehlt, obwohl es doch nicht normal sein kann, dass man monatelang keinen Sex hat. Er findet dieses PSychogelaber ätzend.
Es kam, wie es kommen musste. Ich habe jemand kennengelernt und diesen Kontakt fast schon forciert. Ich bin fremdgegangen und es tut mir so unglaublich gut. Ich hoffe nicht auf den anderen, nehme aber plötzlich wieder Gefühle war, die verschüttet waren und die mich in Depressivität und Angstzustände getrieben haben.
Ich kann meinen Man gut leiden aber das kann ich auch viele andere. Ich fühle keine Liebe......und -man muss es mir glauben- nicht erst seit dem anderen.
Seit Jahren habe ich den Gedanken, lieber allein zu leben ich aber habe ein Haus mit ihm renoviert in dem wir jetzt leben.
Ich würde gerne wissen, wem von Euch es ähnlich gegangen ist und was aus Eurer Ehe wurde. Gäbe es die Kinder nicht, wäre ich schon lange allein...ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendwelche Gefühle wieder auftauchen sollen.
Und nochmal, es geht mir nicht darum, ein neues Leben mit einem anderen Mann zu beginnen, das ist zur Zeit das Unwichtigste für mich.
Vielen Dank an Alle
Midway
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Ergebnis 1 bis 10 von 40
Thema: Ich fühle nichts mehr....
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10.07.2008, 15:43
Ich fühle nichts mehr....
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10.07.2008, 16:49Inaktiver User
AW: Ich fühle nichts mehr....
Hallo Midway,
nimms positiv mit dem "schon 1 Mio. Mal gehört": du bist nicht alleine mit deinen Problemen !
Eine Affäre kann dir helfen, dich selbst wieder zu spüren.
Auch ich habe durch eine Affäre gespürt, was möglich ist und dass das ganze Elend zuhause nicht an MIR alleine liegt. In solchen Gefühlslagen bist du offen für neue Kontakte....
Oh je, ich höre schon den Aufschrei hier
: "erst die alte Beziehung beenden und eine Paartherapie machen"..... Das Leben geht ab und an andere Wege und das richtige Gefühl haben die Beteiligten in der Regel selbst. Auch für eine Paartherapie oder eben auch nicht
, aber das wäre ein anderes Thema......
Die Konsequenzen aus diesen "Erkenntnissen" musst du allerdings alleine ziehen, da kann dir keiner helfen: nur du selbst kannst sehen, was in deiner Ehe noch möglich wäre, und was eben auch nicht.
Kinder können kein Grund sein, in einer Ehe zu verharren, die dich nicht mehr befriedigt in vielerlei Hinsicht.
Gruss, ElliGeändert von Inaktiver User (10.07.2008 um 16:56 Uhr)
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10.07.2008, 17:00
AW: Ich fühle nichts mehr....
Liebe Midway,
dein Bericht hat mich sehr berührt
Versuche mal, die Kinder außen vor zu lassen - und dann ganz, ganz ehrlich: Was hält dich?Herr, gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Verleihe mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und schenke mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden!
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Reife ist der Zustand kurz bevor die Verrottung einsetzt
(...geklaut...)
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10.07.2008, 18:07
AW: Ich fühle nichts mehr....
Danke für Eure Antworten,
es tut gut zu hören, dass man sich nicht unbedingt als das Letzte vorkommen muss, wenn man eine Affäre begonnen hat. Immerhin war ich 18 Jahre treu und teilweise sehr unglücklich.
Dass diese Affäre keine Lösung ist und ich dabei an einen ähnlichen Mann geraten bin (lässt keine tiefen Gefühle zu) ist mir klar.
Wenn ich die Kinder nicht hätte, wäre ich nicht mehr hier. Es halten mich: Gewohnheiten, gemeinsame Freunde, die Vorstellungen meiner Eltern (wie blöd!), die Angst meinen Kindern nichts mehr bieten zu können, hauptsächlich Ängste und Moralvorstellungen, keine tiefen Gefühle zu meinem Mann.
Ich weiss, dass ich es lösen muss und bin selbst gespannt, wann ich dazu fähig bin. So eine Affäre bringt eben Einiges ins Rollen und es kann nur noch Veränderungen geben, sonst werde ich verrückt.
Vielen lieben Dank und Grüße an Euch
midway
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10.07.2008, 18:14
AW: Ich fühle nichts mehr....
hallo midway,
mich hat dein bericht auch sehr berührt.
was ist aus all den ehen geworden?? manche haben gehalten, sind besser/schlechter geworden, manch einer hat den mut zur trennung bewiesen und ist heute glücklich darüber, aber auch den umgekehrten fall gibt es.
will, sagen, es gibt unzählige möglichkeiten. ich würde auch versuchen, die kinder erstmal aussen vor zu lassen und zu überlegen, ob du so weitermachen möchtest. auch unter der prämisse, dass dein mann eventuell, wüßte er um den seitensprung, gar nicht mehr möchte. allein (nicht falsch verstehen) wegen der kinder, funktioniert es meistens nicht gut. aber es gibt auch gute wege in richtung trennung.
ich habe mich auch vom vater meiner tochter (heute 9) getrennt. wir gehen vernünftig miteinander um, seine neue partnerin kommt selbstverständlich auf feierlichkeiten mit ... auch diese trennung war für meine lütte bestimmt nicht einfach, aber wir haben sie so schmerzlos wie möglich gestaltet.
ich wünsche dir kraft für entscheidungen.
grüßle"Geh in den Keller und reiß dich zusammen, traurige Blumen haben nichts zu bedeuten ..."
Lassie Singers
auch zickigeschlampenblume genannt 
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10.07.2008, 21:30
AW: Ich fühle nichts mehr....
"Hinzu kam, dass mein Mann diese Arbeit zu Hause nie anerkannt hat.
Ich habe ihn z.B. immer gebeten, mir lediglich zuzustimmen, dass es manchmal anstrengend ist, zwei Kinder großzuziehen. Er meinte daraufhin immer: Meine Mutter hatte 4 Kinder, ich weiss gar nicht, was Du hast." (Zitat)
Und dass der dein "Psychogelaber ätzend" findet, das sind für mich die zentralen Punkte. Demnach kann ich verstehen, dass du lieber alleine leben würdest. Meist kann frau so eingestellte Männer nicht verändern und ihnen auch nicht klar machen, was an dieser Haltung verletzend ist.
Ich kann dich sehr gut verstehen, auch dass die andere Bez. dir gut tut, wenn da mehr Wärme `rüberkommt.
Du musst mit ihm reden, bzw. eine Paartherapie machen und wenn das nicht hilft, dich trennen.
Meist können sich Männer, die machohaft erzogen wurden nicht in die Aufgabe der Kindererziehung und Familienarbeit einfühlen und unterschätzen diese total.- Lerne nur das Glück ergreifen
denn das Glück ist immer da -
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10.07.2008, 22:23
AW: Ich fühle nichts mehr....
ergo man muss lesen:Oh je, ich höre schon den Aufschrei hier : "erst die alte Beziehung beenden und eine Paartherapie machen".....
Jetzt musste ich aber doch mal...Du musst mit ihm reden, bzw. eine Paartherapie machen und wenn das nicht hilft, dich trennen.
sorry!Lg Mondfisch
Die schöne Dame auf meinem Avatar ist Madame de Montespan und sie war lange Zeit die Mätresse des Sonnenkönigs...
* * * * *
Siehst du einen Riesen, so prüfe den Stand der Sonne und gib Acht, ob es nicht der Schatten eines Zwerges ist.
Friedrich Nietzsche
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11.07.2008, 05:42
AW: Ich fühle nichts mehr....
liebe midway, das tut mir von herzen leid.
ich würde mich um den mann nicht mehr bemühen. ehrlich, ich finde, es gibt viele lösungsmöglichkeiten in den vertracktesten beziehungen, aber wenn er deine arbeit nicht genauso wertschätzt wie seine und das seit jahren und trotz deiner versuche, dann bleibt nur die trennung.
und ich würde keine paar- sondern eine einzeltherapie machen. wenn du spürst, dass dich moral und die vorstellungen deiner eltern an irgendetwas hindern, dann ist es zeit zu handeln und sich hilfe zu holen gegen diese beschränkungen, die nur im kopf existieren. du brauchst jemanden, der 100prozentig auf deiner seite steht und dir hilft, dich selbst wieder ernst zu nehmen und für dich selbst zu sorgen. ein guter therapeut kann das, es dauert nur recht lange.
erst kommst du, dann kommen deine kinder. alles andere macht euch alle auf die dauer krank. du hast ja schon erfahren müssen, dass deine seele mit depression und angst reagiert. das darf man nicht auf die leichte schulter nehmen.
noch etwas: meine eltern haben sich vor ewigen zeiten getrennt und sind heute gute freunde. es hat jahre gedauert, bis meinem vater klar wurde, dass er ihre arbeit nicht ausreichend respektiert hat. sowas erleben ganz viele frauen. mir ist persönlich nicht klar, wie dieses modell "ich unbezahlte arbeit für haushalt und kinder 'drinnen'- du lohnarbeit 'draußen'" immer noch so attraktiv für manche menschen sein kann. die meiten menschen, die ich kenne, die das gelebt haben, sind heute nicht mehr zusammen.
sorry, das soll nicht heißen, dass alles, was du getan hast, in meinen augen irgendwie falsch war. nur funktioniert dieses modell scheinbar nur so lange, wie beide tätigkeiten gleich gewertschätzt werden. und das scheint eher eine seltenheit zu sein.
ich würde an deiner stelle gehen und mir ein eigenes leben aufbauen. wenn der soziale druck vor ort hoch ist, würde ich einen umzug in eine größere stadt erwägen.
alles gute!Geändert von Ariela (11.07.2008 um 05:52 Uhr)
"That life exists/
And identity/
That the powerful play goes on/
And you may contribute a verse."
Walt Whitman
“Eine Gesellschaft, die ihre Freiheit zugunsten ihrer Sicherheit opfert, hat beides nicht verdient.”
Benjamin Franklin
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11.07.2008, 07:52
AW: Ich fühle nichts mehr....
ich halte deine art der kommunikation mit deinem mann nicht für zielführend, denn du wirst ihn vermutlich nicht erreichen, indem du dich ihm öffnest und ihm mitteilst, wie es dir geht und das im raum stehen lässt.
Zitat von midway
mir kommt deine haltung ein bisschen so vor wie - daddy, guck' mal, ich bin so unglücklich, mach' was, damit das aufhört. DAMIT gibst du die verantwortung für dein befinden an ihn ab, was nicht funktionieren kann. es gibt lediglich die möglichkeit, den charakter deines mannes anzuerkennen und GEMEINSAM kompromisse zu finden. das geht aber nur in einem sachlichen gespräch, ohne EMOTIONALITÄT, in dem du klare ziele formulierst, bzw. diese auch nachhaltig vertrittst.
ich denke, es ist an der zeit, dir darüber klar zu werden, was du wirklich willst und das auch mal konsequent zu vertreten. WAS in aller welt hält dich denn da noch, wenn du dir so sicher bist, dass der mann und du nicht mehr zusammen passt bzw. nie zusammengepasst habt. zudem du offenbar auch wirtschaftlich unabhängig bist. es ist allein deine entscheidung.
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12.07.2008, 12:56
AW: Ich fühle nichts mehr....
Hallo an Alle,
vielen lieben Dank für Eure Antworten.
Letztendlich könnte auch Ihr mir nichts Neues schreiben, vieles davon weiss ich selbst, aber es tut gut, etwas Unterstützung zu erfahren.
@Chrissiebabe: Mit Sicherheit hast Du recht mit meiner Art der Kommunikation. Das war auch mein größter Fehler. Früher habe ich alles rausposaunt, was ich nicht wollte und irgendwann bin ich verstummt, teils aus Bequemlichkeit, teils aus Resignation.
Zur Klarstellung: Mein Mann ist natürlich kein Ungeheuer und tut
alles, um die Familie zu versorgen. Was mir einfach fehlt ist die emotionale Versorgung.
Probleme der Kinder werden abgetan: So was kommt halt mal vor. Auseinandersetzung mit den Kindern gibt es nicht, die Eltern bestimmen und die Kinder haben zu gehorchen.
Auseinandersetzen tu ich mich mit Ihnen, weil ich sie Ernst nehmen möchte.
Ich merke einfach, dass ich innerlich so weit weg bin und mich eben allein mit den Kindern sehe, weil ich mich sowieso schon so fühle.
Ist dies Wunschdenken und werden mir dadurch die Augen geöffnet? Werde ich ihn vermissen? Werde ich es bereuen? Vielleicht, aber in dem jetzigen Zustand verharren?
Wenn ich ihn anschaue, tut er mir so leid, weil er so unbedarft ist und nicht kapiert, was vor sich geht. Und ich denke immer: das hat er nicht verdient..... Verrückt, oder, dieses Hin- und Hergerissen.
Ich weiss, dass ich irgendwann vor einer Entscheidung stehe und dann voraussichtlich ganz schnell entscheiden werde...
Vielen Dank an Euch
Midway


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