Midway
Gleich vorab: ich schreibe nicht diplomatisch und nicht „nett“. Meine es aber nicht böse.
Ich kann mir schon vorstellen warum du lieber heute als morgen ohne ihn leben würdest. Weißt du warum? Weil er dir deine Feigheit vor der Nase hält. Du hast so viele unerledigte Baustelle mit ihm dass schon der Gedanke daran dich in die Flucht treibt.
a) Wenn danach - nach den Briefen, nach den Tränen und nach den Gesprächen - alles gleich bleibt, dann liegt es an dir. Du bist die inkonsequente, nicht er. Es reicht nicht wenn du sagst "ich würde mich freuen wenn du wenigstens akzeptieren würdest, dass Hausarbeit mit 2 Kindern anstrengend ist". Wenn er es nicht einsieht, dann musst du ihn spüren lassen wie es tatsächlich ist. Wie? Indem du streikst. Mit Ansage: "für die nächste zwei Wochen ist bei mir sense und DU kannst sehen wie du mit Haushalt, Kinder, kochen und Wäsche zu recht kommst." Wenn er dich für verrückt hält (durchaus möglich) lass ihn in den Glauben und bleibe auf deinem Weg.
b) Wenn du dich "besänftigen" lässt mit einem Musicalbesuch bist du selber schuld (entschuldige wenn meine Wörter hart klingen, ist aber so.) Auf der anderen Seite, kannst du das auch als Zeichen seiner Zuneigung verstehen, als Versuch dich ein wenig aufzumuntern – ganz besonders wenn er Musicals hasst.... man kann sich schön dafür bedanken und es anerkennen, danach geht es aber weiter und nicht wieder in „und jetzt geht alles weiter wie vorher“ Schiene.
c) Du bist mit der Zeit immer „kleiner“ geworden? Zu einer respektvollen Beziehung gehören immer zwei! So wie du klein geworden bist kannst du jetzt auch wieder zu dir finden. Nutze dazu deinen Liebhaber, tanke Stärke und arbeite an deiner Ehe (hab ich auch gemacht, es funktioniert prächtig). Wenn ich dir sowas schreibe bin ich mir durchaus bewusst dass die Moralfraktion aufschreien wird – pfeiff drauf, jetzt brauchst du was anderes als Moral! Aber du wirst dich nicht ihm gegenüber behaupten können in dem du die Konfrontation scheuchst und dich deinen Hobby gibst. Und es geht auch nicht ums posaunen sondern um Konsequenz.
d) „Eltern entscheiden, Kinder haben zu gehorchen“ Tja, wenn es um Urlaubort geht gebe ich ihm recht, sonst ist das der beste Weg, um in Richtung „schwierige Pubertät“ zu segeln. Will er das? Und warum lässt du es zu, dass er eure Kinder nicht ernst nimmt?
e) Du hast keine Lust auf Sex und er denkt „das geht vorbei“... ja, kenne ich auch, genauso wie die (meisten) andere Punkte. Ich habe ihm irgendwann ins Gesicht geschriien warum ich keine Lust auf ihn hatte und wie blöd er sein mochte, sowas zu denken, wann machst du es?
Ich finde nicht dass es blöd ist von dir, dich von deinen Gedanken von einer Trennung zurückhalten zu lassen, ich nenne das Verantwortungsbewusstein, und ich kenne persönlich keine Kinder, die nach einer Scheidung der Eltern glücklicher geworden sind. Ganz besonders, wenn kein ständiger Streit und keine Gewalt in der Familie vorkam, wie bei uns damals und wie bei euch jetzt.
Mein Rat an dir ist: behalte deinen Liebhaber erstmal für dich, und fange ernsthaft und eigenverantwortlich an, die Baustelle in deiner Ehe anzugehen. Wenn du willst, schaffst du es, und dein Gefühl für deinen Mann wird auch wiederkommen, wenn du dich von ihm respektiert fühlst.
Trennen kannst du dich später, immer noch.
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du packst es. Du hast noch nicht mal angefangen, schmeiße jetzt noch kein Handtuch.
Antworten
Ergebnis 21 bis 30 von 40
Thema: Ich fühle nichts mehr....
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12.07.2008, 19:17
AW: Ich fühle nichts mehr....
Ich habe den K(r)ampf mit den deutschen Artikel(n) aufgegeben!
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12.07.2008, 19:19Inaktiver User
AW: Ich fühle nichts mehr....
DAS sollte ich mir mal in die Fusszeile schreiben......Midway
Gleich vorab: ich schreibe nicht diplomatisch und nicht „nett“. Meine es aber nicht böse.
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12.07.2008, 20:34
AW: Ich fühle nichts mehr....
Zitat von Ypnowoman2
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12.07.2008, 21:35
AW: Ich fühle nichts mehr....
Midway, ich wünsche dir auch, dass du einen Weg findest Eure Liebe wieder zu beleben. Das geht. Und oft ist es besser als je zuvor. Behalte ruhig erst mal den Liebhaber und komm wieder zu deiner Kraft. Die Ehe, und der Mann sind keine Auomaten, die wie von selbst die Frau glücklich machen können. Du fühlst dich klein. ALSO WACHSE. Verlorene Nähe lässt sich wieder finden. Probier mal ein wenig herum, was da alles möglich ist.
Weglaufen hilft eher selten.Geändert von LorenzM (12.07.2008 um 21:40 Uhr)
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12.07.2008, 21:51
AW: Ich fühle nichts mehr....
Mann, hier gibt es aber schnell Antworten und viele. Allen möchte ich Danke sagen und
@Ypnowomen: Nein, ich weiss schon, dass mir hier niemand böse will und bin ja froh, wenn mir jemand alle Facetten eines Problems aufzeigt.
Mit Sicherheit hast Du Recht, dass ich nicht die richtige Art von Kommunkation habe. Was dazu geführt hat, dass ich depressiv und ängstlich wurde....Therapien haben mir das deutlich gemacht, aber auch mit der Konsequenz, dass ich meine, mich weiterentwickelt zu haben und mein Mann keine Lust hat, mir zu folgen (Psychoscheiss).
Ist mir klar, dass ihm das einfach eine Heidenangst macht, aber irgendwie fehlt mir die Kraft, ihn auch zu "therapieren".
Und über allem ist die Liebe abhanden gekommen.
Ypnowomen, ich habe Deinen "Sexstrang" durchgelesen und beneide Dich um Deinen konsequent verfolgten Weg. Liebhaber und weiter an der Ehe arbeiten.... Wie machst Du das?
Der Liebhaber nimmt zur Zeit eben einen großen gedanklichen Teil bei mir ein und damit erreiche ich nur, das mich mein Mann noch weniger interessiert.
Wahrscheinlich konntest Du immer sagen: "Ich liebe meinen Mann" und hast diese Liebe auch gespürt. Das kann ich in keinster Weise sagen und ich kann mir nicht vorstellen, wo dieses Gefühl wieder auftauchen soll.
Mich würde es interessieren, wie sich Euer Sexleben weiterentwickelt hat und ob bei Dir Zufriedenheit eingetreten ist? Oder kämpfst Du immer noch?
Alles Liebe und viele Grüße Anja
@Lorenz: Danke für Deine Wünsche, wenn sie mir auch z.Zt. weit weg scheinen.......
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12.07.2008, 22:02Inaktiver User
AW: Ich fühle nichts mehr....
Liebe Midway,
Ich bin seid 10 Jahren verheiratet, die letzten fünf Jahre eher unglücklich als glücklich. Vor 11 Monaten suchte ich mir einen Geliebten im falschen Glauben, ich könnte meine Ehe damit besser "ertragen". Doch durch meinen Geliebten wurde mir klar, was mir in meiner Ehe und bei meinem Mann fehlte. Ein paar Monate habe ich die Entscheidung der Trennung aus Angst vor mich hergeschoben. Vor 4 Monaten habe ich mich dann getrennt, ganz plötzlich aus einer unerwarteten Situation heraus. Mein Mann konnte meine Entscheidung anfangs nicht verstehen, denn in seinen Augen hatte ich doch alles und sollte mit unserer Ehe zufrieden sein. ("Ich habe Dich nie geschlagen, ich habe Dich nie betrogen...." so ungefähr waren seine Worte.) Er schob es auf die "Midlife-Crisis", machte mir Vorwürfe und hatte sogar Hassgefühle. Aber wir haben uns wegen der Kinder zusammengerauft. Mittlerweile versteht er meine Entscheidung und hat erkannt, dass auch er nicht glücklich in unserer Ehe war. Wir wohnen jetzt in einer Art Eltern-WG. Er ist beruflich die meiste Zeit im Ausland, so dass ich das Haus quasi für mich habe. Wenn er da ist, leben wir entweder unter einem Dach oder ich quartiere mich aus. Die Kinder können so ihre gewohnte Umgebung behalten. Ich möchte mir sobald es möglich ist eine kleine Wohnung kaufen, die ich teils selbst nutzen und teils vermieten kann. Zusammen können wir uns die Miete für das Haus weiterhin leisten. Allein könnte ich mir für mich und die Kinder nur eine 2-Zimmer-Wohnung oder eine 4-Zimmer-Sozialwohnung leisten. Aber selbst das wäre mir lieber, als mit einem Mann, den ich nicht mehr liebe, in einer Luxusvilla mit Garten zu leben!
Gehe Schritt für Schritt und vertraue, dass Du zum rechten Zeitpunkt die richtige Entscheidung treffen wirst!
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12.07.2008, 22:10Inaktiver User
AW: Ich fühle nichts mehr....
So ging es mir auch. Die Liebe war schon seid ein paar Jahren abhanden gekommen und ich wollte meine Ehe auch gar nicht mehr durch eine Therapie retten. Es hätte keinen Zweck gehabt, Unpassendes passend zu machen...
Zitat von midway
Seid der Trennung fühle ich mich befreit und erleichtert, trotz Ungewissheit und Angst vor der Zukunft.
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13.07.2008, 01:12
AW: Ich fühle nichts mehr....
Zitat von Inaktiver User
So geht es auch mir.
Ich fühle mich auch befreit und erleichtert - und das - obwohl ich mit meinem Mann noch unter einem Dach lebe.
Man kann sich wunderbar aus dem Weg gehen, wenn man will, wenn man wirklich abgeschlossen hat.
(Der Abschluss kommt übrigens nicht durch die räumliche Trennung zustande, man muss den Abschluss in sich schaffen, dann kommt man zur Ruhe.)
Ich hatte auch immer das Gefühl gehen zu müssen, damit ich mit meinem Mann abschließen konnte.
Heute weiß ich, es geht auch so. Man muss nicht alles zerschlagen.
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13.07.2008, 12:38
AW: Ich fühle nichts mehr....
Nein Midway
ich halte deine Kommunikationsart nicht für falsch, nur inkonsequent. Ich habe auch Briefe geschrieben und habe geredet - Erfolg hab ich gehabt mit Emalaustausch, weil mein Mann das gelesene besser verarbeiten konnte und ich in seinen aus Angst, Bequemlichkeit/Überforderung aufgemachte Nebenschauplätze nicht reingefallen bin.
Und ich wurde auch depressiv, allerdings nicht ängstlich, eher wütend. Ich habe resigniert und es ging mir schlecht, ich habe getobt und ging mir noch schlechter - irgendwann hab ich zugeschlagen wo es ihm weh tat. Und das hat geholfen. Und dann kamen die Emails. Mache ich jetzt übrigens immer noch, wenn wir Probleme miteinander haben.
Wenn dein Mann auf Psychoscheiss allergisch reagiert (mein Mann sagte damals: na und? Nur weil "sie" so denken muss es noch lange nicht stimmen
) dann lasse das gesprochene Scheiss weg und gehe direkt in die Praxis. Weißt du wie ich es mache, mit unserem Sohn, zum Beispiel? Ich höre mir beide Standpunkte an, übersetze sie für den jeweiligen anderen (die beiden sprechen tatsächlich eine unterschiedliche Sprache!, obwohl beide deutsch) und dann zwinge ich die beiden miteinander zu reden, ohne Widerrede. Es funktioniert. Es hat gedauert, aber es funktioniert. Auch weil mein Mann sieht, dass ich mit dem Jungen (17) keinerlei Probleme habe, während er sich mit ihm öfters zoft.
Praxis: wenn DU dich änderst, wird er sich automatisch auch ändern müssen. Nur ihn therapieren, das solltest du nicht. Aber deine Aktionen erklären, daran hindert dich keiner.
Du, ich bin überzeugt, du hast die Liebe nicht verloren, sie ist nur arg verschüttert unter einem Berg von Wut, Desillusion, Enttäuschung und was weiß ich noch alles. Hättest du sie wirklich verloren, wäre dir der Mann egal, und du würdest nicht denken "das hat er nicht verdient"....
Liebhaber und an der Ehe arbeiten? Tja... ich habe mir einen Liebhaber gezielt gesucht, damals, weil mein Mann keinen Sex mehr wollte. Ich habe ihn mir aber gezielt verheiratet gesucht, weil ich nicht vor hatte, mich je scheiden zu lassen, und damit war die Wahrscheinlichkeit, überhaupt in die Versuchung zu kommen, niedriger. Und ich denke anders als die meisten Menschen in diesem Forum: für mich ist meine Familie das Wichtigste, und ich habe mir immer wieder unseren kleinen Sohn angeschaut und gedacht: das kannst du ihm nicht antun. Ich habe verglichen (ich hatte mehrere Liebhaber nebenbei im Laufe der 3 Jahren) und immer wieder festgestellt dass mein Mann, damals wie heute, immer noch in meinen Augen der beste war, trotz seines arschigen damaligen Verhalten. Meine Ehe war in schieflage geraten, aber ich wollte ihn nicht verlieren - das war der Fokus. Auch wenn ich mich in Liebhaber Nr. 1 verliebt habe (klar!
), ich habe ihn 3 Monate nicht gesehen und bin wieder runter gekommen, und ab da hatten wir eine wunderbare Freundschaft. Aber keine Liebe. Das war das Beste überhaupt bei der Sache, weil mein Kopf ab dem Zeitpunkt frei war.
Du schreibst, dein Mann interessiert dich momentan noch weniger als sonst... ja, das kann ich nachvollziehen, ist mir an Anfang auch nicht anders gegangen. Aber wenn du tief in dir gehst, wirst du feststellen dass ein kleiner Funke Interesse noch vorhanden ist. Wenn er anders wäre... wenn ihr die Probleme nicht hättet... wenn er mehr zu dir stehen würde... ist es nicht so?
Bei mir war es so. Und ich kann dir auch versichern, dass er mir nach 3 Jahren gleichgültig geworden ist. Hätte er ja gesagt, wären wir jetzt geschieden und das Söhnchen wäre bei ihm geblieben. Hat er aber nicht, und wir haben angefangen miteinander zu arbeiten. Soo lang hat es bei mir gedauert, bis ich kräftig genug war, mich gleichberechtigt ihm gegenüber zu stellen. Erst ab da hat er mich ernst genommen!!!
Nein, kann ich nicht. Ich kann dir sagen, ich habe ihn zeitweise gehasst, ich habe ihn zum Teufel gewünscht, weil er unsere tolle Ehe mit seiner Ignoranz in den Sand gesteckt hatte. Was natürlich nicht stimmt, ich hätte viel früher den Mund aufmachen sollen.Wahrscheinlich konntest Du immer sagen: "Ich liebe meinen Mann" und hast diese Liebe auch gespürt.
Und seine Liebe gespürt... das was ich von ihm gespürt habe habe ich als Feigheit interpretiert, weil er meiner Meinung nach nicht den Mut hatte, um seine Frau zu kämpfen. Im Nachhinein weiß ich, dass er mich immer geliebt hat, aber a) er wusste einfach nicht weiter und b) hat auf schönes Wetter gemacht in der Hoffnung "es sind halt schlechte Zeiten, die gehen irgendwann auch wieder weg".....
Unser Sexleben? Wir kämpfen nicht mehr, wir sehen es lockerer, wir mailen manchmal
und ich habe akzeptiert dass ich nicht alles haben kann. Mann muss für sich die Prioritäten finden, was natürlich gelegentliche Frustattacken nicht ausschließt (die aber umständehalber gegeben sind und nicht zu ändern). Aber schließlich wusste ich schon vor langer Zeit auf was ich mich einlasse. Und Sex ist zwar wichtig, aber für mich nicht (mehr!) das wichtigste. Es ist wie irgendjemand in irgendeinem Strang geschrieben hat mit dem Beispiel von dem schnellen Auto in Garage: für mich ist mein Mann wie ein 5-Sterne Restaurant, ich muss nicht immer hingehen, es reicht mir zu wissen, dass es offen ist.
Ich habe den K(r)ampf mit den deutschen Artikel(n) aufgegeben!
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13.07.2008, 13:12
AW: Ich fühle nichts mehr....
Was du schreibst, habe ich eins zu eins getan und erlebt.
Zitat von Ypnowoman2
Mit dem fast gleichen Ergebnis.
Wir leben auf jeden Fall heute noch zusammen, und ich kann mich auf ihn verlassen. Es/er ist mein zu Hause und egal, wo ich auch hingehe, ich gehe gerne wieder nach Hause. (dorthin, wo ich Wärme, Geborgenheit, VErtrautheit finde)


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