Hallo zusammen,
ich (w, 30)wurde in fast allen Beziehungen/Liebschaften betrogen. Bei meine kürzeren "Beziehungen/Liebschaften" habe ich es oft recht zeitnah selbst herausgefunden, mein zweiter ernsthafter Freund (2 Jahre zusammen) hat es mir auf meine Nachfrage hin gestanden...was mich aber sehr verletzt ist, dass ich es bei den zwei anderen ernsthaften Beziehungen erst sehr sehr viel später erfahren habe, dass ich betrogen wurde. Für meinen ersten Freund (Dauer der Beziehung auch 2 Jahre) hätte ich meine Hand ins Feuer gelegt - er war meine große Liebe und ich seine, das weiß ich. Trotzdem hat er mir ca. 5 Jahre nach unserer Trennung bei einem Wiedersehen gestanden, dass er mit einer Bekannten geschlafen hat und auch einmal im Puff war. Mein Mann (7Jahre Beziehung, seit letztem Jahr getrennt)hatte einen One Night Stand mit einer Fremden, nachdem wir ca. 2 Jahre zusammen waren. Das hat er mir im Zuge der Trennung gestanden. Bei ihm hätte ich mir das am allerwenigsten vorstellen können - er ist ein sehr idealistischer, romantisch denkender Mensch, von dem ich immer dachte (weil er es so sagte) dass sowas sein Gewissen zu stark belasten würde um es nicht zu gestehen.
Ich habe überlegt, woran es gelegen haben könnte, und auch nachgefragt. Im Bett war zu den jeweiligen Zeitpunkten immer alles in Ordnung zwischen mir und meinen Partnern. Mit meinem Mann hatte ich sogar eine "offene Beziehung", allerdings mit der festen Regel, dass der andere Partner immer weiß, wann und mit wem wer ins Bett geht. Trotzdem er also "durfte", hat er es heimlich gemacht, angeblich weil er sich dachte, dass ich vielleicht doch etwas dagegen haben könnte oder so. Ich denke, dass ich die offene Beziehung hatte/wollte, hat auch etwas damit zu tun, dass ich dachte: Wenn man alles darf, kann man ja den anderen nicht betrügen. Falsch gedacht.
Nun bin ich natürlich unglaublich enttäuscht, und weiß einfach nicht was ich tun soll damit mir das nicht wieder passiert - ich glaube, ich kann nichts tun, und werde immer wieder betrogen werden, ob ich es nun merken werde oder nicht (wenn es dann wieder nach Jahren herauskommt), weiß ich nicht, aber mein Gefühl sagt mir dass es unvermeidbar ist.
Neulich habe ich mit einer Kollegin darüber gesprochen und sie sagte "Mit was für Menschen umgibst du dich eigentlich, es ist ja unglaublich, diese ganze Betrügerei!" Dadurch habe ich mich noch schlechter gefühlt, sie sagt ja damit, dass es irgendwie an mir und meiner Männerwahl liegt?! Allerdings kann ich mir das nicht vorstellen: Vor allem die Männer mit denen ich die langen Beziehungen hatte, waren durch und durch gute Menschen, liebevoll, intelligent, zwei davon studiert, mit hohen Idealen und uns haben auch wirklich starke Gefühle verbunden.
Momentan habe ich das Gefühl, dass es naiv ist zu glauben, dass ein Mann einem treu sein kann, auch wenn er einen liebt und alles. Ich habe seit kurzem einen neuen Freund, und natürlich stört ihn meine Einstellung, er sagt, dass ich ihm damit auch unterstellen würde dass er mich betrügen wird, aber dass das natürlich nicht der Fall sein wird. Er ist ja bisher immer treu gewesen, und wird es auch bei mir sein. Ja, genau, und ich bin der Kaiser von China. Es tut mir sehr leid, dass ich ihm nicht das naive Vertrauen entgegenbringen kann, was für eine gute Beziehung ja irgendwie wichtig zu sein scheint. Aber meine vergangenen Erfahrungen tun mir einfach so weh, und ich möchte nicht wieder das blöde schaf sein, das treudoof ins offene Messer rennt und später herausfindet, wie alles wirklich war. Ich würde gern wieder an die Treue glauben, aber ich kanns nicht, und das bricht mir das Herz.
Bitte entschuldigt den langen Text...gibt es welche von euch, die auch wiederholt von verschiedenen Partnern betrogen wurden? Wie geht ihr damit um? Könnt ihr noch vertrauen?
Liebe Grüße und danke schon mal,
Alfine
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 14
Thema: Liegt es an mir?
-
02.07.2008, 13:57
Liegt es an mir?
-
02.07.2008, 14:16
AW: Liegt es an mir?
liebe Alfine,
vielleicht würde es dir helfen, wenn du das ganze Thema ein bißchen tiefer hängst.
Natürlich wäre ich traurig, enttäuscht, wütend, alles mögliche ... wenn ich erführe, daß mein Mann einen ONS hatte oder im Bordell war. Es wäre Anlaß darüber nachzudenken, ob das was mit uns/mit mir zu tun hat und wenn ja, was denn. Zumindest gings mir in der realen Situation dann immer so.
Trotzdem würde ich aber auch immer zustimmen, daß es solche Ausrutscher, aus der Situation geboren, geben kann. Ist mir auch schon passiert. Daraus würde ich niemals schließen, daß ich nur von Betrügern umgeben bin.
Ich habe aus deinem Posting den Eindruck, daß du sehr hohe moralische Werte setzst und eine Offenheit vorspiegelst, die nicht wirklich besteht.
Ich denke, dass ich die offene Beziehung hatte/wollte, hat auch etwas damit zu tun, dass ich dachte: Wenn man alles darf, kann man ja den anderen nicht betrügen.
Das spüren deine Partner natürlich auch und wagen es nicht, zu ihren "Fehlern" zu stehen (die ich ja nicht per se als Fehler sehe).
Gruß Schwan
-
02.07.2008, 14:21
AW: Liegt es an mir?
Liebe Alfine,
einen ONS in 7 Jahren Beziehung - komm schon! Das ist doch wirklich nicht schlimm!
Ich bin auch schon betrogen worden, allerdings nicht wiederholt und so weit ich weiss nur von einem Partner. Damals war ich eine Woche traurig und habe dann so ein befreiendes Gefuehl bekommen, also habe mich frei gefuehlt. Habe dann ebenfalls eine Affaire begonnen, aber nicht aus Rache, sondern aus Lust. Da liess mein Partner sofort ab von seiner Affaire und wich nicht mehr von mir. Fand ich dann sehr beengend.
-
02.07.2008, 14:28Inaktiver User
AW: Liegt es an mir?
Alfine, ich denke ganz sicher nicht, dass es an Dir liegt...
Der einzige Unterschied: Du weißt jetzt von dem Fremdgehen.
Die meisten erfahren es nie. Auch hinterher nicht.
-
02.07.2008, 14:29
AW: Liegt es an mir?
Liebe Alfine,
ich glaube, ich weiß was Du meinst - ähnliche Überlegungen stelle ich auch an.
Zwar bin ich einiges älter als Du, war zweimal verheiratet und lebe mittlerweile das zweite Jahr getrennt von meinem zweiten Mann.
Wenn ich meine längerfristigen Beziehungen Revue passieren lasse, dann wurde auch ich immer betrogen. Mein erster Mann hat einige Jahre nach unserer Scheidung auch wieder geheiratet, dieser Frau ist er treu.
Die Überlegung, was hat der Betrug, den der Partner begeht, mit mir selbst zu tun, finde ich sehr interessant. Und zwar im Hinblick darauf, welche Männer ich anziehend finde.
Sind es die lieben, treuen Männer oder doch eher die Windikusse, die Flatterhaften, Schillernden? Weshalb finde ich einen Mann, der brav und bieder neben mir sitzen würde, so gar nicht spannend?
Also eine Überlegung - nicht wie Schwan meint aus moralischer Entrüstung heraus - sondern im Sinne von: was spiegelt mir die Untreue meiner Männer?
Muß weiter arbeiten - erst mal einen lieben Gruß!
-
02.07.2008, 15:02
AW: Liegt es an mir?
Hallo zusammen,
erstmal vielen Dank für eure Antworten bis jetzt!
Liebe Schwan,
natürlich weiß ich, dass ich das Thema tiefer hängen sollte...aber es gelingt mir einfach nicht, meine Gedanken kreisen einfach darum...
Du sagst, dass, wenn man von einem Betrug erfährt, es Anlass ist, über die Beziehung nachzudenken und ob es etwas damit zu tun hat. Das sehe ich genauso. Ich würde niemandem gleich den Kopf abreissen, weil er mal fremdgegangen ist, mir ist klar dass so etwas passieren kann. In meinen Beziehungen war immer abgesprochen, dass es nicht das Ende sein muss, aber dass Ehrlichkeit ein Muss ist und ich es gern wissen möchte. Nur dann hat man ja die Möglichkeit sich damit auseinanderzusetzen und selbst zu entscheiden ob man bleiben möchte oder nicht, und mal über die Beziehung nachzudenken.
Nur leider hat sich keiner daran "gehalten", es mir zu sagen - ich habe es immer erst Jahre später erfahren, und so fühle ich mich einfach noch mehr betrogen, der Rückblick auf die Beziehung ist doch sehr getrübt, dadurch, dass ich jetzt erst weiß was wirklich war...
Liebe Canasta,
diese Überlegung habe ich auch schon angestellt...leider hat sich mir da kein "Muster" offenbart, dass ich zum Beispiel von Machos, Schönlingen oder ähnlichen Typen angezogen werde. Wie gehst du denn jetzt oder zukünftig damit um, hast du auch Probleme jemandem Vertrauen entgegenzubringen? Und falls ja, wie löst du das Problem?
Ich kann absolut verstehen, dass mein Freund möchte dass ich ihm vertraue - ich sehe das einfach auch als wichtig an für eine Beziehung. Ich hab schon viel überlegt, wie es mir gelingen könnte, aber die Variante die ich am realistischsten finde ("es kann jedem mal passieren, aber dann sollte man es auch sagen dass es passiert ist") funktioniert einfach nicht mehr für mich, ich glaube einfach nicht daran dass er es "beichten" würde.
-
02.07.2008, 15:08
AW: Liegt es an mir?
diese Überlegung habe ich auch schon angestellt...leider hat sich mir da kein "Muster" offenbart, dass ich zum Beispiel von Machos, Schönlingen oder ähnlichen Typen angezogen werde
@Alfine
waren das dann also die lieben, treuen Maenner, so wie canasta sie beschreibt? Also, die lieb und treu wirkten?
-
02.07.2008, 15:21Inaktiver User
AW: Liegt es an mir?
Zitat von Alfine29
Liebe Alfine,
vielleicht sind es zum Einen Zufälle, dann das Alter in welchem sich viele noch ausleben wollen und vielleicht zusätzlich noch die Erlaubnis der offenen Beziehung. Trotzdem zweifel nicht an Dir. Wir sind Mensch unter Menschen und nichts muss uns auszeichnen und trotzdem kann man auch zur Liebe finden, auf welchem Weg auch immer und geliebt werden.
Manchmal hilft es etwas darüber nachzudenken, welchen Typ Partner man anzieht und welcher man selbst ist und da lernt man nie aus, aber man auf ein gutes Level kommen für einen selbst und noch viel mehr schauen und wissen, was einem selbst gut tut. Und nicht zuletzt offen zu bleiben oder sich nach Verletzungen sich wieder zu öffnen und wissenden Auges in die Welt zu schauen und trotzdem auch zu fühlen und zu spühren, was das Richtige ist im Jetzt.
Ein Risiko ist immer dabei, aber mehr als dass man gar keine Liebe mehr zulässt kann nicht passieren und das wäre das Schlimmste.
-
02.07.2008, 15:25
AW: Liegt es an mir?
Hallo Twiga,
Also, das klingt jetzt bestimmt blöd, aber: bei zwei von meinen drei festen Beziehungen kann ich das definitiv mit ja beantworten.
Mein erster Freund weicht ein bisschen ab, er war sehr hübsch und natürlich auch noch sehr jung, und hatte bei den Mädels auf jeden Fall einen Stein im Brett.
Der zweite und mein Mann waren beide eher unauffällig (was jetzt nicht heißen soll komplett unattraktiv, ihr versteht sicher was ich meine) und sehr intelligent, lieb, verlässlich, und Treue war ihnen sehr wichtig. Vor allem meinem Mann - auch wenn das vielleicht bei einer offenen Beziehung erstmal paradox klingt. Es war aber so, dass fest vereinbart war, unter welchen Bedingungen und mit welchen Regeln wir mit anderen zusammensein dürfen, und hätte ich diese Grenzen überschritten, wäre das natürlich auch Betrug gewesen. Er hatte auch an sich selbst sehr hohe moralische Ansprüche und war immer dafür, dass es unheimlich wichtig ist miteinander zu reden und so weiter....naja, und trotzdem hat er es über sich gebracht, mir das zu verschweigen und es mir im Laufe unserer Trennung dann zu präsentieren - fast 5Jahre nach dem eigentlichen Betrug, 5 Jahre in denen ich ihm immer geglaubt habe.
-
02.07.2008, 15:27
AW: Liegt es an mir?
Hallo Pearldiver,
danke für deine lieben Worte!
LG Alfine


Zitieren
