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    AW: Des Denkens müde

    Zitat Zitat von Patrizia26
    Heute bin ich der Meinung, dass genau das Teil des Problems war. Ich kannte meine eigenen Grenzen nicht, hatte keinen Plan, was ich wert bin. Wie soll dann ein anderer Mensch diese Grenzen waren und mich mit dem Respekt und der Wertschätzung behandeln, die ich ohne Zweifel verdiene? Wer sich immer nur mit dem Rest zufrieden gibt und niemals die größte Portion verlangt, wird auch niemals mehr bekommen. Viel Leid hätte ich mir ersparen können, wenn ich damals mehr verlangt hätte. Kompromisslos und ehrlich. Dann wäre er vielleicht gegangen - auch kompromisslos. Aber ich hätte mir viele Monate schlimmster Schmerzen ersparen können...
    DAS ist GENAU die Erkenntnis, die ich aus dieser Beziehung mitnehme.
    Wieder einmal habe ich mich selbst vergessen, weit über meine Schmerzgrenze hinaus angepasst. Alles geglaubt und für alles Verständnis gehabt, versucht mit Dingen zu leben, die eigentlich unannehmbar waren.
    Diese ganzen schmerzvollen Monate, die waren es wert, glaube ich. Auch für dich, denn du hättest diese ganzen Einsichten nicht ohne sie, oder?!

    Zitat Zitat von Patrizia26
    Was mich wundert, Blondes, ist, dass Du offenbar zweimal an denselben Typ Mann geraten bist. Und wieder ist es einer, der Dich schlecht behandelt. Was hält Dich? Die Angst vor dem Trennungsschmerz? Die Angst vor´m allein sein? Du schreibst, Du seist nun frei und könnest damit umgehen. Seht ihr euch nicht mehr? Habt ihr nichts mehr miteinander?
    In gewisser Weise stimmt das, mit dem gleichen Typ Mann und auch wieder nicht.
    Der zweite war sehr viel präsenter (wenn auch mehr per Telefon und SMS). Der erste kam nur immer reingeschneit in mein Leben und war dafür wieder für Wochen komplett verschwunden.
    So paradox das klingt: die dauerhafte Präsenz, wenn auch unter Wechselbädern, des Zweiten, die hat mir sehr gut getan.

    Ich glaube, die Angst vor dem Alleinsein ist es nicht. Denn ich bin eigentlich fast immer Single gewesen.
    Es ist eher diese Liebe, die vor allem ICH empfinde, die also nicht unbedingt zwischen uns ist, sondern einfach meine. Diese Liebe aufzugeben. Selbst nach großen Verletzungen habe ich sie selbst immer wieder wiederbelebt, weil sie mir so groß und wertvoll erschien.

    Ich habe ihn schon lange nicht mehr gesehen. Wie ja sowieso selten. Es gab aber immer wieder Annährungen. Die letzte war Anfang der Woche eine SMS "Ist jetzt alles gut?".
    Nein ist es nicht, aber ich kann endlich sagen, dass es besser ist, ohne ihn zu sein, als mit ihm auf diese Art, die er mir zugestanden hat.

    Ich fühle mich viel stärker und näher bei mir selbst als vorher.
    Ich bin gespannt aufs Leben und kann sehr gut alleinsein.
    Trotzdem denke ich sehr viel an ihn.

    Du schreibst schön und mir sehr viel aus dem Herzen.

    Alles Liebe zurück ;)
    KB

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    AW: Des Denkens müde

    26 ist jung. sehr jung.

    ich finde ihr macht es ganz gut.

    vielleicht besteht für mich ja noch ein bisschen Hoffnung aus dieser Geschichte zu lernen und nicht nochmal in einem solchen Schlamassel zu landen... *hoff*
    meist ist es so, dass wir nur aus der wiederholung lernen.

    Heute bin ich der Meinung, dass genau das Teil des Problems war. Ich kannte meine eigenen Grenzen nicht, hatte keinen Plan, was ich wert bin. Wie soll dann ein anderer Mensch diese Grenzen waren und mich mit dem Respekt und der Wertschätzung behandeln, die ich ohne Zweifel verdiene? Wer sich immer nur mit dem Rest zufrieden gibt und niemals die größte Portion verlangt, wird auch niemals mehr bekommen. Viel Leid hätte ich mir ersparen können,...
    nein, hättest du nicht. ohne diese liebes(?)erfahrung wärst du nicht da, wo du heute bist.

    bifi
    "Wenn Sie die Art und Weise ändern, wie Sie die Dinge betrachten, ändern sich die Dinge, die Sie betrachten."
    Max Planck - deutscher Physiker und Nobelpreisträger 1858-1947


    Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmt
    Aristoteles - Griechischer Philosoph

    "Es ist nicht wie es ist, sondern so, wie Du denkst, dass es ist. "bifi

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    AW: Des Denkens müde

    Zitat Zitat von bifi
    ich werde dieses jahr 53. natürlich kann ich mitreden.
    obwohl du mir recht gabst, scheinst du von meinem post mit der nadel angekekst zu sein?
    bifi
    Nein das war humorvoll gemeint.
    Hätte ja auch sein können, dass du einen Witz machst und gerade mal 30 bist ;-)

    Alles gut und du hast schon irgendwie Recht.
    Auch wenn das nicht alles ist ...

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    AW: Des Denkens müde

    Guten Morgen ihr Lieben,

    wisst ihr, was ich mich gestern Nacht noch so gefragt habe (passt ja wunderbar in den "Des Denkens müde"-Strang ;-)):

    Welche Spuren werden wir eigentlich bei diesen Männern hinterlassen? Entwickeln sie sich auch weiter durch die Beziehung? Geht ihnen auch das eine oder andere Licht auf?

    Und:
    Worauf führt ihr es zurück, dass es euch vielleicht schwerer fällt, Grenzen zu setzen und Dinge für euch einzufordern, als es bei anderen der Fall ist?

    Liebe Grüße KB

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    AW: Des Denkens müde

    Hallo Blondes,

    hhm... Ehrlich gesagt mache ich mir nicht so viele Gedanken darüber, ob ich bei Münchhausen Spuren hinterlassen habe. Ich weiß nicht, ob ihm ein Licht aufgegangen ist. Was ich von außen mitbekomme, lässt keine Rückschlüsse darauf zu, dass er nun irgendwie anders ist oder anders lebt/liebt als vor mir. Aber ich kann auch nicht in ihn hineinsehen und weiß ja nun, dass er ein wirklich begnadeter Schauspieler ist. Irgendwie sehe ich das aber auch nicht mehr als mein "Problem" an. Im Augenblick will ich überhaupt nicht wissen, was er so treibt, was er tut und was nicht. Ich bin froh, wenn ich überhaupt nichts von ihm mitbekomme...

    Ich führe übrigens meine Art, zu sehr und zu selbstzerstörerisch zu lieben auf viele Prägungen in der Kindheit zurück, die bei mir nicht eben rosig war und sicher zu einem "gestörten" Verhältnis zu Männern geführt hat. Weiterhin bin ich der Meinung, dass ich bisher in meinem Leben nicht in der Lage war, meine eigenen Defizite durch mich selbst zu kompensieren und mir stattdessen einen männlichen Stellvertreter gesucht habe, durch den ich Probleme aufarbeiten wollte bzw. irgendwelche Dramen reinszenieren konnte... So war es wohl auch bei Münchhausen und so erklärt sich auch mein langes "durchhalten".

    Wie siehst Du denn diese Dinge?

    Alles Liebe,

    Patrizia

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    AW: Des Denkens müde

    Hallo Patrizia,

    schon wieder erkenne ich mich in vielem wieder, was du beschreibst.
    Zum ersten Teil: Leider habe ich noch nicht ganz so viel Distanz zu ihm, um mich gar nicht mehr dafür zu interessieren, was in ihm vorgeht.
    Immerhin bin ich so weit gekommen, mich selbst nicht mehr bei ihm zu melden (vorerst) und allein das verbuche ich schon als großen Erfolg. Und ich habe nicht mehr das Gefühl, dass mein Leben ohne ihn nicht schön ist. Doch das ist es. Allein das wieder zu sehen, war ein großes Glück und eine innere Befreiung.

    Mein Verhältnis zu Männern ganz allgemein hat wohl auch einen gehörigen Knacks. Ich hatte einen Vater, der nie erwachsen geworden ist, einen Egomanen, dessen Lebensunfähigkeit und mangelnde Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen in Alkoholismus, Obdachlosigkeit und schwerer psychischer Erkrankung gipfelte. Ich war diesem ganzen Prozess als Teenager relativ schutzlos ausgeliefert. Meine Eltern waren lange schon geschieden und meiner Mutter hatte meinem Vater wenig entgegenzusetzen. Deshalb hat sie sich hauptsächlich rausgehalten. Er hat unter anderem in dem Laden, in dem ich nach dem Abi gearbeitet habe, geklaut, hat mich um Gefallen erpresst mit den Worten, dass ich nicht mehr seine Tochter sei, wenn ich ihm irgendeine Bitte nicht erfülle und irgendwann sogar, dass er mich umbringt, wenn ich versuche, ihn wieder in die Klinik zu bringen. Auch hier habe ich statt mich zu schützen, den Kontakt aufrecht erhalten, war einfach hilflos.
    Mittlerweile besteht seit 1-2 Jahren gar kein Kontakt mehr und das ist gut so. Ich habe dieses Kapitel in meinem Leben endlich geschlossen. Ohne schlechtes Gewissen, ohne „aber er ist doch dein Vater“.

    Ich sehe meine Beziehungen zu Männern über die Jahre auch als lange Entwicklung und eine Art schmerzhafte Eigentherapie. Und ich glaube, dass mich mein letzter Ex an einen sehr wichtigen und guten Punkt gebracht hat. Ich fühle mich innerlich befreit, von der Sehnsucht einen Partner haben zu wollen, einen zu brauchen. Mich dafür klein machen zu müssen. Auch wenn mir das wohl nie wirklich bewusst war. Ich habe es eben für meine große Liebe gehalten. Aber dieses jemand anderen lieben und sich darüber selbst vergessen. Das ist mein Muster und nicht zufällig habe ich mir für diese Liebe immer unnahbare Männer ausgesucht, die meine Gefühle nicht erwidert haben oder es mir zumindest nicht zeigen konnten oder wollten. Lieben nicht lebbar waren und sich primär in meinen Gedanken abgespielt haben.

    Ich finde, dass das eigentlich ziemlich gut klingt. Das Resümee, das wir beide gerade ziehen.
    Wenn daraus jetzt etwas Gutes erwächst, dann war es das doch alle mal wert oder?!

    Liebe Grüße
    KB

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    AW: Des Denkens müde

    Hallo KühlesBlondes,

    wir scheinen uns in der Tat nicht unähnlich zu sein, was unsere "Knäckse" angeht...

    Nun, ein positives Resümee ist es sicherlich. Positiv vor allem: Wir sind nicht draufgegangen dabei, wir sind wieder aufgestanden, auch wenn es irre schmerzhaft war, was wir durchlebt haben. Für mich ist es im Moment eine Phase der Neuorientierung, eine Phase in der ich mich ausprobiere und generell mal herauszufinden versuche, was ich eigentlich wirklich will. Was mir auffällt ist ganz besonders, wie leichtfertig ich mich sehr lange Zeit lang an Männer "verschenkt" habe, wie wenig ich verlangt habe. Wenn ich mir meinen Ex-Freund (der vor Münchhausen) heute mit einigen Jahren Abstand anschaue, kann ich nicht mehr verstehen, was ich jemals von einem Mann wollte, der mir weder intellektuell noch sonst irgendwie das Wasser reichen konnte... Aber auch ihn hatte ich damals glorifiziert, ihn für wertvoller gehalten als mich...

    Ich hoffe, dass aus all den Erfahrungen demnächst etwas gutes erwächst. Ein gutes hat es jetzt schon: Ich bin zum ersten Mal in meinem Erwachsenenleben überzeugter Single und genieße das Alleinsein und die Tatsache, dass ich niemandem Auskunft geben muss über das, was ich tue und lasse. Ich fühle mich im Augenblick keineswegs einsam oder sonst etwas. Ich fühle mich gut, auch, wenn ich immer noch an dem Schmerz herumdoktere und noch nicht alles weg ist. Das werte ich als sehr positiv. Und, dass ich wieder Energien habe, MEIN Leben anzugehen und die Dinge, die MIR wichtig sind, voranzutreiben...

    Alles Liebe,

    Patrizia

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    AW: Des Denkens müde

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Das denke ich schon auch und ich hatte auch eher den Gedanken, wäre ich damals leidensfähiger gewesen und hätte nicht gleich Schluß gemacht, wäre ich jetzt vielleicht an ihrer Stelle. Sie war damals meine direkte Nachfolgerin (das bekam ich damals noch mit) und er ging zu ihr, weil er äußerst gefrustet über mein Schlußmachen war. Er liebte mich damals, da bin ich mir sicher. Und ich glaube, sie mußte auch erstmal ein paar Jahre des Leidens durchstehen und irgendwann wird Männern dann auch aus Dankbarkeit etwas so wichtig, daß sie es mehr wertschätzen.
    Also ich glaube nicht, daß er mehr Gefühle für diese Frau hatte, sondern daß sie den längeren Atem hatte und ihr Leidenspotential größer war!
    Meinst du, sie sind dafür dankbar?
    Ich glaube eher, dass sie nur denken, ach die zicke macht Stress. Und wenn man alles schluckt und nie was sagt, hat er doch gar keinen Anlass, sich zu ändern, ist doch schon alles prima für ihn...
    Geändert von curly-sue (16.07.2008 um 00:10 Uhr)

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