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Thema: Bordellbesuch

  1. Inaktiver User

    AW: Bordellbesuch

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Recht gut erinnert,alexis_zorbas.

    Ja,bei mir war es aber kein "langes" Fremdgehen.Da ich bis anhin auch monogam lebte,merkte ich durch diese zusätzliche Liebe,dass meine Prinzipien ,von denen ich überzeugt war,über den Haufen geworfen wurden.

    Die Konsequenz hiess dadurch für mich auch Trennung. Ent- oder weder !

    Und erst durch diesen konsequenten,klaren,offenen Schnitt,wurden wir uns bewusst,dass es nicht die unbedingte Monogamie sein muss,die die Qualität einer Beziehung ausmacht !

    Das heisst aber auch nicht,dass es eine gelebte offene Beziehung sein muss,sondern ,dass es wegen temporären Phasen,die es vielleicht geben wird ,nicht das Ende unserer Beziehung ist.
    Dieser Vorgang leuchtet mir ein.
    Aber ich stelle fest, dass solche totale Offenheit in einer monogamen "Alltagsbeziehung", die nicht krisengeschüttelt ist, schwer zu realisieren ist. Dabei meine ich spezifisch Offenheit in Bezug auf Wünsche, die Drittpersonen involvieren.
    Nehmen wir mal an, ich teile meiner Frau mit, dass ich den Wunsch verspüre, mir etwas Abwechslung mit einem Freudenmädchen zu gönnen. Meine Frau würde mich zerst für verrückt halten und, wenn sie merkte dass es mir ernst ist, dann könnte ich wahrscheinlich Sex mit ihr für die nächsten 5 Jahre vergessen. Das ist jetzt sicher übertrieben, aber worauf ich hinaus will: wenn ich in einer monogamen Beziehung solche Wünsche, die explizit Drittpersonen involvieren, mitteile, dann kann ich bei der Partnerin eine Panikreaktion auslösen, die die Beziehung empfindlich stören kann. Der Partnerin wird sich sofort fragen, ob sie mir nicht mehr genügt. Sie wird sich sofort fragen, was denn ein Freudenmädchen hat, das sie nicht hat u.s.w.
    Diese Art von Offenheit ist also durchaus mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden und wird meiner Meinung hier manchmal etwas vorschnell idealisiert. Schön wenn es Paare gibt, die solche Offenheit leben können. Aber ich glaube dass das auch gehörig in die Hosen gehen kann. Ich persönlich bin nicht der Meinung, dass man jede Schnapsidee ohne Rücksicht auf Verluste beim Partner deponieren sollte.

  2. Inaktiver User

    AW: Bordellbesuch

    Zitat Zitat von Inaktiver User

    Das Wertesystem,das Du hast,ist das Anerzogene,Vorgelebte,aber nicht unbedingt das Dir in der Realität hilfreiche.
    Verabschiede Dich von diesen Dingen und schaue,was wirklich wichtig ist für Dich.
    Ach weisst Du, für manche Menschen ist die Monogamie ein ganz neues Wertesystem ...das sich in der Realität als das einzig Wahre entpuppt hat.

    Bei denen z.B., die in ihrer Sturm-und Drangzeit dahintergekommen sind, dass häufige Partnerwechsel zu einer eher oberflächlichen Sexualität führen und der berühmte "Kick" ganz schnell zu Schall und Rauch verfällt.

    Aber jedem das seine ... und mir meinen Mann.

  3. Inaktiver User

    AW: Bordellbesuch

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Dieser Vorgang leuchtet mir ein.
    Aber ich stelle fest, dass solche totale Offenheit in einer monogamen "Alltagsbeziehung", die nicht krisengeschüttelt ist, schwer zu realisieren ist. Dabei meine ich spezifisch Offenheit in Bezug auf Wünsche, die Drittpersonen involvieren.
    Nehmen wir mal an, ich teile meiner Frau mit, dass ich den Wunsch verspüre, mir etwas Abwechslung mit einem Freudenmädchen zu gönnen. Meine Frau würde mich zerst für verrückt halten und, wenn sie merkte dass es mir ernst ist, dann könnte ich wahrscheinlich Sex mit ihr für die nächsten 5 Jahre vergessen. Das ist jetzt sicher übertrieben, aber worauf ich hinaus will: wenn ich in einer monogamen Beziehung solche Wünsche, die explizit Drittpersonen involvieren, mitteile, dann kann ich bei der Partnerin eine Panikreaktion auslösen, die die Beziehung empfindlich stören kann. Der Partnerin wird sich sofort fragen, ob sie mir nicht mehr genügt. Sie wird sich sofort fragen, was denn ein Freudenmädchen hat, das sie nicht hat u.s.w.
    Diese Art von Offenheit ist also durchaus mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden und wird meiner Meinung hier manchmal etwas vorschnell idealisiert. Schön wenn es Paare gibt, die solche Offenheit leben können. Aber ich glaube dass das auch gehörig in die Hosen gehen kann. Ich persönlich bin nicht der Meinung, dass man jede Schnapsidee ohne Rücksicht auf Verluste beim Partner deponieren sollte.

    Das glaub ich Dir gerne. Alleine bei der Frage, ob mal ein SC-Besuch interessant wär, war ich früher direkt mit Affenzahn auf der Palme.

    Nun ... naja ... müssen tu ich nicht, sehr interessieren tut es mich auch nicht, aber wenns ein Wunsch meines Partners wäre, ging ich sicher mit ihm hin, ohne meine Identität in frage zu stellen.

    Was mir gerade aufgefallen ist: Das freiere Denken meinerseits sollte ich auch mal kommunizieren. Nicht als Aufforderung, sondern als allgemeine Information.

    Warum die Partner dann mit der Zeit nachlässig oder uninteressiert am Sex sind, könnte damit doch auch zusammenhängen. Ich will was, vielleicht sogar ganz dringend, der Partner nicht, und läßt nichtmal mit sich diskutieren?

    Das ist unbefriedigend. Find ich jedenfalls. (da kann ich auch gleich Abbitte leisten)

    Aus einer glücklichen Beziehung heraus ohne Wissen von jeweiligen Seitensprüngen kann es also schon gehen, alexis zorbas.

  4. User Info Menu

    AW: Bordellbesuch

    Das Wertesystem,das Du hast,ist das Anerzogene,Vorgelebte,aber nicht unbedingt das Dir in der Realität hilfreiche.

    Das ist aber ein ganz, ganz dünnes Eis.

    Ein Wertesystem muss per se etwas ganz tief Verwurzeltes sein. Es mal eben bei Bedarf der Realität anzupassen kann nur im Chaos enden.

    Natürlich KANN man zu dem Entschluss kommen, dass ein anerzogenes und vorgelebtes System für einen selbst nicht mehr stimmig ist. Aber das setzt für mich einen Prozess voraus, in dem ich mich sehr intensiv mit mir befasse. Das muss aus mir heraus kommen und nicht dadurch begründet sein, dass ich irgendwelchen "Vorgaben" meines Partners hinterherhecheln muss.

    Prijon

    Prijon

  5. Inaktiver User

    AW: Bordellbesuch

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Aus einer glücklichen Beziehung heraus ohne Wissen von jeweiligen Seitensprüngen kann es also schon gehen, alexis zorbas.
    Zu Deiner Definition "glückliche Beziehung" gehört für Dich also, dass auch der Wunsch nach Sex mit einer Drittperson auf jeden Fall mitgeteilt werden kann... hmmm.
    Das hieße dann also auch, wenn ich mit einer Frau verheiratet bin, die sexuell eher unsicher ist und durch meinen Wunsch nach Sex mit einer Drittperson an den Rand ihrer psychischen Möglichkeiten (oder darüber hinaus) gedrängt wird, dann befinde ich mich definitionsgemäß nicht in einer glücklichen Beziehung. Das hat für mich einen komischen Beigeschmack, darüber muss ich nachdenken.

  6. Inaktiver User

    AW: Bordellbesuch

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Zu Deiner Definition "glückliche Beziehung" gehört für Dich also, dass auch der Wunsch nach Sex mit einer Drittperson auf jeden Fall mitgeteilt werden kann... hmmm.
    Das hieße dann also auch, wenn ich mit einer Frau verheiratet bin, die sexuell eher unsicher ist und durch meinen Wunsch nach Sex mit einer Drittperson an den Rand ihrer psychischen Möglichkeiten (oder darüber hinaus) gedrängt wird, dann befinde ich mich definitionsgemäß nicht in einer glücklichen Beziehung. Das hat für mich einen komischen Beigeschmack, darüber muss ich nachdenken.

    alexis, als Umkehrschluß ist das schwierig!!!

    Ich für mich hab recht hohe Ansprüche an mich selbst, aber nur dann, wenn ich damit in vollem Umfang einverstanden bin. Das war die Ausgangslage. Wenn mich mein Partner nun so lange Zeit glücklich gemacht hat - warum sollte ich ihm mißtrauen?

    Warum sollte ich dann nicht versuchen, die "virtuellen Katzen" (das ist unsere interne Bezeichnung dafür, warum grade Katzen, weiß ich gar nicht mehr) in frage zu stellen? Warum sollte ich nicht meine Überzeugungen nochmal abklopfen, ob sie überhaupt noch was taugen?

    Es ist einfach eine Frage der persönlichen Reifung, meine ich. Die kann auch im sexuellen Bereich alte Grundsätze in frage stellen. Ich finde das sehr positiv.

    Mein Partner hat sich ja in den knapp 11 Jahren auch verändert. Auch er ist gereift, das ist in dieser Zeitspanne ja auch das normalste der Welt und passiert doch jedem automatisch.

  7. Inaktiver User

    AW: Bordellbesuch

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Und genau deswegen meine ich [I]unser[I] Wertesystem.

    Das Wertesystem,das Du hast,ist das Anerzogene,Vorgelebte,aber nicht unbedingt das Dir in der Realität hilfreiche.

    Verabschiede Dich von diesen Dingen und schaue,was wirklich wichtig ist für Dich. Die Liebe für einen anderen Menschen manifestiert sich nur bedingt in seiner gelebten Monogamie,wenn überhaupt !
    Nö, das tue ich sicher nicht - wieso maßt Du dir an mir erklären zu wollen wo mein Wertesystem herkommt??? Ich bin immerhin 43 Jahre alt - habe eine Menge Höhen und Tiefen erlebt (auch in Beziehungsdingen) und bin durchaus in der Lage zu entscheiden, welche Werte für mich gelten...

    Andere können das handhaben wie sie wollen...Da habe ich kein Problem mit - das muss jeder mit sich selbst ausmachen und mit seinem Partner!!!

  8. Inaktiver User

    AW: Bordellbesuch

    Ich stoße ins gleiche Horn wie Ursella:


    Es gibt Menschen, die eine derartige Veränderung (aus vielen Gründen) nicht möchten! Nicht, daß jemand aus meinen Worten liest, der, der es nicht will, ist unreif!


    Meine Ansprüche an mich selbst sind wie die jedes anderen an sich selbst höchst subjektiv.

    (Ich persönlich bin eben stark an Weiterentwicklung und an dem Abklopfen alter Muster interessiert. Wenn diese Muster nicht mehr taugen, werden sie bei mir gnadenlos ersetzt. Und, ja, ich bin auch ganz knapp ü40, und stelle seit einiger Zeit einen enormen Schub in Richtung loslassen alter Muster fest, ohne daß ich meine Mitte verliere, eher finde ich sie schneller als früher. Weil viele unnötige Ängste verschwinden. Da geht es aber nicht jedem gleich.)

  9. Inaktiver User

    AW: Bordellbesuch

    Liebe ursella,

    sich vom anerzogenen Wertesystem ein wenig freizumachen,um das geht´s doch nur.

    Nicht die Akzeptanz haben,dass ein Partner manche Gedanken auch mal laut äussern darf,ohne dass es gleich die Trennung und das Ende seiner Beziehung sein muss.

    Das finde ich so traurig und bietet diesen Nährboden,warum es soviele Menschen gibt,die sich dann heimlich ihre Wünsche "erfüllen". Dabei würde es oft genügen,darüber aufgeschlossen reden zu können.

  10. Inaktiver User

    AW: Bordellbesuch

    Noch ein Gedanke von mir dazu:

    Mein Partner hat nun sehr lange Zeit aktiv bewiesen, daß er mich liebt, zu mir steht, mich glücklich machen will.

    Vielleicht sogar, indem er auf eigene Wünsche verzichtet.

    Wenn ich nun als Partnerin die notwendige Sicherheit erlangt habe, das mal zu verstehen, dann ist es nicht weiter gefährlich, sich mit einer Änderung des eigenen Wertesystems theoretisch zu befassen.

    Ich will meinen Partner ja nicht einkerkern, sondern mit ihm ein glückliches Leben führen. Dazu gehört für mich auch, manchen Gedanken immer wieder nachzuhängen.

    Ich habe lange Zeit gesehen, daß die Wünsche meines Partners, denen ich gerne nachgegeben habe, für mich keine Bedrohung darstellen.

    Warum sollte das bei sexuellen Wünschen anders sein? (Noch dazu jenen, die harmlos und nicht dringend und nicht als unbedingt notwendig gefordert werden.) Wenn in einem Gespräch eine derartige Idee aufkommt - gut, jetzt nicht mehr, habe ich vor Jahren erfolgreich abgewürgt *seufz* - was bedroht mich da?

    Gut, ich bin so gestrickt, daß ich pragmatisch bin und gerne den Dingen auf den Grund gehe (nur so kam ich zu diesen Erkenntnissen).

    Ich jedenfalls habe vor, meinem Partner in geeigneter Form zu signalisieren: Wenn es Dich noch interessiert, bitte mach noch einmal einen Anlauf und rede mit mir drüber - ich hab nachgedacht und mache nicht mehr sofort zu. Das heißt nun nicht, daß eine Änderung stattfinden muß, aber ich finde es für meine Beziehung gelinde gesagt unerträglich, wären Wünsche vorhanden und ein Tabuthema.

    Ich finde, solche Tabuthemen gefährden eine Partnerschaft mehr als Gespräche.

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