Hallo Laufrad
Dein " Vereinskamerad" scheint genau der Tyo zu sein den die Te im Eingangsposting beschreibt. Es findet Kommunikation statt aber einer setzt sich aufs hohe Ross und und denkt: Geht mich nichts an..lass sie reden..
Das sind dann die Kommunikationskiller die sich allerdings dann als das ewige Opfer fuer Nichtkommunikation bemitleiden.
Nur da haperte es nicht am Gespraech sondern am Zuhoeren..
Antworten
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24.06.2008, 23:12Inaktiver User
AW: Warum schauen die (Fast-)Betrogenen so oft nicht auf das Wesentliche?
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24.06.2008, 23:17Inaktiver User
AW: Warum schauen die (Fast-)Betrogenen so oft nicht auf das Wesentliche?
Ich denke, meist hat jeder der beiden mehr Einflussmöglichkeit, als er erst einmal denkt. Das ist ja auch bequemer, sich als "Opfer" darzustellen.
Seawasp hat beschrieben, was er hätte machen können.
Aber auch sie hätte deutlich werden können, ohne unsachlich zu sein. Hätte ihm zuhöre und seinen Standpunkt verstehen können. Hätte Konsequenzen folgen lassen können. etc.
Gruß, Leonie
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25.06.2008, 07:50
AW: Warum schauen die (Fast-)Betrogenen so oft nicht auf das Wesentliche?
Dein " Vereinskamerad" scheint genau der Tyo zu sein den die Te im Eingangsposting beschreibt. Es findet Kommunikation statt aber einer setzt sich aufs hohe Ross und und denkt: Geht mich nichts an..lass sie reden..
Das sind dann die Kommunikationskiller die sich allerdings dann als das ewige Opfer fuer Nichtkommunikation bemitleiden.
Nur da haperte es nicht am Gespraech sondern am Zuhoeren..
Das sehe ich etwas sehr anders. Natürlich hapert es in diesen Beispielen auch daran, dass jemnd sich nicht verständlich machen kann.
Prijon
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25.06.2008, 09:08
AW: Warum schauen die (Fast-)Betrogenen so oft nicht auf das Wesentliche?
Hallo Prijon,Das sehe ich etwas sehr anders. Natürlich hapert es in diesen Beispielen auch daran, dass jemnd sich nicht verständlich machen kann.
Prijon
auch du hast doch bei deiner Frau nachgefragt, wenn du nicht verstanden hast, um was es eigentlich geht.
So erwarte ich es in jeder ernsthaften, aneinander interessierten Kommunikation.
Ernsthaft zuhören heißt auch nachfragen.
So sehe ich das, so handhabe ich es selbst und so wünsche ich es mir von meinem Partner.
Viele Grüße,
Schneeflocke
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25.06.2008, 09:12
AW: Warum schauen die (Fast-)Betrogenen so oft nicht auf das Wesentliche?
auch du hast doch bei deiner Frau nachgefragt, wenn du nicht verstanden hast, um was es eigentlich geht.
So erwarte ich es in jeder ernsthaften, aneinander interessierten Kommunikation.
Ernsthaft zuhören heißt auch nachfragen.
Das darf man ja auch erwarten. So theoretisch. Praktisch sieht es so aus, dass bei ganz vielen Paaren genau das nicht funktioniert. Das SENDEN ebensowenig wie das EMPFANGEN.
Deswegen ist der Tipp mit dem "darüber reden" ja immer gut und schön - aber das muss man erstmal lernen.
Prijon
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25.06.2008, 09:14Inaktiver User
AW: Warum schauen die (Fast-)Betrogenen so oft nicht auf das Wesentliche?
Richtig. Es ist eine ganz persoenliche Betrachtungsweise. Was fuer dich und mich verstaendlich ist ist es fuer andere nicht. Was ich nicht "hoere" waere fuer dich ne klare Aussage.dass jemnd sich nicht verständlich machen kann.
Der Vereinskamerad hoert aber hoert nicht. Anstatt zu sagen: "Worauf willst du hinaus" lehnt er sich zurueck und laesst sie schwaetzen. Es ist ne Erwartungshaltung: "Der andere muss sich mir verstaendlich machen". Der Andere weiss aber oft nicht das er unverstaendlich ist und betrachtet den Mangel an Resonanz als Desinteresse. Und was ist die Folge? Kommunikationskollaps.
Wer hat nun schuld? Derjenige der sich unverstaendlich ausdrueckt oder derjenige der nicht verstehen will?
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25.06.2008, 09:16Inaktiver User
AW: Warum schauen die (Fast-)Betrogenen so oft nicht auf das Wesentliche?
*lach* hat sich wohl alles ueberschnitten.
Damit sind wir uns ja wohl alle einig.
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25.06.2008, 10:22Inaktiver User
AW: Warum schauen die (Fast-)Betrogenen so oft nicht auf das Wesentliche?
er kann es aber vielleicht nicht hören bzw. verstehen - weil es erst einmal so gar nicht in seine Denkweise passt.
Zitat von Inaktiver User
Ich mache da immer einen Unterschied zwischen "wissen" und "begreifen".
Und begreifen kann man oft nicht durch "einfach ruhig darüber reden". Da braucht es manchmal einen "Stolperstein" - wie hopscotch das im Harmoniefallenthread genannt hat.
Der andere kann aber genauso merken, dass er unverständlich ist.Der Vereinskamerad hoert aber hoert nicht. Anstatt zu sagen: "Worauf willst du hinaus" lehnt er sich zurueck und laesst sie schwaetzen. Es ist ne Erwartungshaltung: "Der andere muss sich mir verstaendlich machen". Der Andere weiss aber oft nicht das er unverstaendlich ist und betrachtet den Mangel an Resonanz als Desinteresse.
Und sich verständlich machen und deutlich werden.
wer eine Botschaft rüberbringen will, muss sich verständlich machen.Wer hat nun schuld? Derjenige der sich unverstaendlich ausdrueckt oder derjenige der nicht verstehen will?
Und oft will der Sendende sich ja gar nicht wirklich verständlich machen - weil die daraus folgenden Auseinandersetzung anstrengend werden könnte.
Oft will der Sendende ja, dass der Empfangende auf zarte Hinweise "von ganz alleine" die Dinge so ändert, wie gewünscht.
Ich sehe den Sendenden in größerer Verantwortung.
Gruß, Leonie
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25.06.2008, 10:42
AW: Warum schauen die (Fast-)Betrogenen so oft nicht auf das Wesentliche?
Ihr Lieben,
Zitat von Prijon
vielen Dank für die Antworten. Viele spiegeln wider, was mich an vielen Threads so irritiert hat. Vorab: Ich befinde mich nicht in einer Trennungssituation, landete vielmehr in diesem Forum, weil ich selbst mal eine Weile mit einem notorischen Fremdgänger liiert war. Das ist für mich geklärt - aber mich hat später wirklich angefangen zu faszinieren, wie viele Ehen offenbar nicht über funktionierende Kommunikationsmechanismen verfügen. Ich spreche dabei aber niemanden gezielt an, vielmehr gebe ich einen allgemeinen abstrahierten Eindruck aus dem Querlesen vieler Fäden wieder - der noch nicht einmal stimmen muss. Vielleicht empfinden andere das ja nicht so wie ich.
Ich bin ein großer Fan der Systemtheorien von Luhmann und Easton, die sich auch auf (Langzeit-)Beziehungen anwenden lassen. Kommunikation, oder besser Interaktion, ist schlechthin alles, was das System Ehe von seiner Umwelt abgrenzt. Daher frage ich mich, warum einige Paare ihre Eheprobleme in der Kommunikation lösen - und andere mit einem Seitensprung. Lässt sich das wirklich allein mit Moral erklären? Ich jedenfalls würde das verneinen.
Nun meine ich festgestellt zu haben, dass - ausgehend von einer defekten Hauptbeziehung - das Fremdgehen statt der gemeinsamen Aufarbeitung oftmals nur der Ausdruck einer über Jahre dysfunktionalen Kommunikation ist, die es möglich gemacht hat, dass zwei Menschen sich soweit voneinander entfernen, dass sie die Bedürfnisse des anderen, oder - schlimmer noch - die eigenen eigentlich überhaupt nicht einschätzen können. Das würde es plausibel machen, dass Defekte, die zuvor überhaupt nicht reflektiert wurden, erst in dem Moment nicht mehr zu übersehen sind, wo ein anderer Mensch auftaucht. In so einem Moment der akuten Krise kommt aber die Kommunikation generell ins Stocken. Damit die Krise trotzdem gelöst werden könnte, bedürfe es gerade dann stabiler, belastbarer Kommunikationsmechanismen. Was aber passiert, wenn die in der Ehe generell nicht vorliegen?
Dann halte ich es für ebenso plausibel, wie unmoralisch, dass der Seitensprung als das geringere Übel empfunden wird. Ein Seitensprung ist aber auch eine Stresssituation - ich weiß, dass viele denken, der Fremdf*** sei ausschließlich angenehm. Das glaube ich nicht. Was also sagt das nun über die vorliegende Ehe aus, wenn dieser Stress trotzdem als relativ angenehmer empfunden wird, als die Beziehungsarbeit?
Die Folge daraus wäre, dass die Erkenntnis "Hätte er doch etwas gesagt" im Nachhinein leicht getroffen, in der Krise selbst jedoch schwer umzusetzen ist. Viele der Mechanismen, die hier beschrieben werden, finde ich in vielen Themen wieder. Ich würde gerne mal eine empirische Untersuchung darüber machen, in wie vielen Ehen ein Klima vorherrscht, in dem es als notwendig und normal empfunden wird, Bedürfnisse und Dissonanzen zu äußern - und in wie vielen nicht. Insofern folgt für mich der Schluss, dass Seitensprünge aus defekten Hauptbeziehungen heraus eben nicht auf den Akt des Fremdgehens reduziert werden können. Vielmehr gibt es Indikatoren dafür, dass das System der Ehe sich über die Kommunikation nicht mehr umfassend von der Umwelt abgrenzen kann und damit für Einbrüche von außen anfällig wird. Sie sind für mich das Wesentliche. Die Vorstellung, dass alles prima gewesen wäre, hätte es nur einfach die andere Frau nicht gegeben, halte ich hingegen für gänzlich unplausibel.
Weil das Thema Sexfrequenz angeschnitten wurde: Sex ist DAS Kommunikationsmittel für die Unterscheidung System Ehe/Umwelt schlechthin. Sex hat man im Normalfall nur eheintern. Das wird ja auch als Anspruch formuliert. Mir ist da mal ein Thread aufgefallen, der sinngemäß den Titel trug "Ist Sex wirklich wichtiger als eine gute Ehe?" Allein dieser Titel war für mich sehr aussagekräftig. Ich habe nämlich beim Lesen entsprechender Themen oftmals das Gefühl (was in der Diskussion ja auch viele äußern), dass der Leidensdruck nur vordergründig in der Sexfrequenz liegt und vielmehr darauf zurück geht, dass der Betroffene sich in seinen Bedürfnissen nicht ernst genommen fühlt. Dabei geht es nicht darum, dass sich einer den Bedürfnissen des anderen anpassen soll. Es ghet darum, anzuerkennen, dass zwei Menschen unterschiedliche Bedürfnisse haben, eines davon nicht besser oder schlechter als das andere ist. DAS wäre die Grundlage, das Problem zu lösen. Wenn denn die Kommunikationsmechanismen funktionierten.
Mal rhetorisch: Kann jeder der Verheirateten hier von sich behaupten, wirklich zu WISSEN, was den Partner umtreibt? Also durch Gespräche belegt? Oder ist solange alles okay, wie der andere nichts sagt? Letzteres wäre für mich ein solcher Indikator, der Handlungsbedarf signalisiert.
Und klar, generelle Kritik wird gern in emotional aufgeladenen Situationen geäußert. Aber wenn der Partner sagt, er empfinde einen als grundlos eifersüchtig, stur, streitlustig, wäre es dann nicht angebracht, nach dem Streit sachlich nachzufragen, ob er/sie das ernst gemeint hat und wie sich das äußert? Das wäre für mich ein Ausdruck reifer Kommunikation. Wobei dann auch nicht passieren sollte, dass erst in einem Streit überraschend grundsätzliche Kritik geäußert wird.
Viele Grüße
Babette
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25.06.2008, 10:45
AW: Warum schauen die (Fast-)Betrogenen so oft nicht auf das Wesentliche?
Dem stimme ich grundsätzlich zu. Wobei man auch sagen muss, dass das ein Maß an Reflexion voraussetzt, dass ja oftmals beide nicht haben.
Zitat von Inaktiver User


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