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  1. Inaktiver User

    AW: Philosophische Frage

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    @alexis

    Ja, alexis, da sagst Du etwas. Er hat sich mit einer langjährigen Freundin zum Kaffee (in unserer Wohnung). Und es mir nicht gesagt. Was mich toros Argumenten folgen lässt, ist, dass er es mir (zwei Tage später) von allein gesagt hat. Ich wär sonst wohl nicht dahinter gekommen, er hat gesagt, er wolle nicht, dass ich durch einen doofen Zufall dann vielleicht doch dahinter komme. Und er hätte es verschwiegen, um kein "Theater" zu bekommen. Die Lüge bestand darin, dass er sagte, sie hätte ihn morgens angerufen (er hatte Urlaub, ich war arbeiten) und um einen Kaffee gebeten. Nachher stellte sich raus, dass er sich abends mit ihr verabredet hatte. Dieses leugnete er bis zum Schluß (ich hatte es anderweitig erfahren).
    Das klingt gar nicht gut. Warum hat er gesagt, sie hätte ihn morgens angerufen wenn er sich bereits am Abend mit ihr verabredet hat? Hat er etwa selbst das Treffen vorgeschlagen? Sonst hätte er ja in diesem Zusammenhang nicht zu lügen brauchen. Kann es sein, dass Dein Freund die Auseinadnersetzugn scheut? Tut er Dinge offen von denen er weiß dass Du nicht gerade begeistert davon bist? Ich meine, wenn er nichts von der Frau will, dann wäre es ja kein Problem, wenn er ein Kaffee mit ihr trinkt. Klar, Du wärst nicht begeistert davon, v.a. wenn Du vermutest, dass sie etwas von ihm will. Aber er könnte das ja mit Dir besprechen und Dir versichern, dass da keine Gefahr besteht. Und wenn es Dir Probleme bereitet, könnte er ja auf den gemeinsamen Kaffee mit der Bekannten aus Rücksicht auf Dich verzichten.

    @Sariana: ich finde nicht, dass man dem Partner alles sagen muss. Aber ich finde, dass man ihm alles sagen muss, was ihn betrifft, was ihn etwas angeht. Und ich finde auch, dass man ihm alles sagen sollte, von dem man das Gefühl hat, er würde es wissen wollen.
    Was das Lügen betrifft: meiner Meinung nach gibt es zwei Kategorien von Lügen: die eine dient dazu, etwas zu erreichen. Ich belüge jemanden, um ihn dazu zu bringen, etwas für mich zu tun. Oder ich belüge jemanden, um vor ihm besser dazustehen. Diese Kategorie finde ich zwar daneben, aber nicht wirklich gefährlich.
    Dann gibt es die Kategorie von Lügen, die dazu dienen, einem Konflikt auszuweichen, oder den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen. Das sind die gefährlichen Lügen. Solche Lügen sind Sprengstoff für eine Beziehung.

  2. Inaktiver User

    AW: Philosophische Frage

    Also, ich denke, die Konfliktscheu war schon da. Wir haben nachher wirklich lang darüber gesprochen, und ich hab ihn auch gefragt, wie er sich fühlen würde, wenn ich so handeln würde. Da hat er sehr nachdenklich gesagt, dass ihm das wohl auch nicht gefallen würde. Später hat er dann gesagt, dass wenn sie unbedingt kommen will, dass sie ja auch kommen kann, wenn ich da bin. Also, ich denke, das Ding ist vom Eis.

    Wie aber wird es zukünftig sein. Wird er konfliktfreudiger sein? Wohl kaum, oder?

    Ich glaube ihm, wenn er sagt, er möchte mich nicht verlieren. Da ist er ehrlich und authentisch. Er bemüht sich auch dauerhaft um mich und arbeitet an der Beziehung. Kein Schweiger oder so.

    Was ihm schmeichelt, ist Bewunderung. Oder wenn ihm jemand sagt, er braucht ihn, dann ist er ganz aus dem Häuschen. Allerdings, wenn ich ehrlich bin, gefällt mir sowas ja auch ganz gut. Es ist also nichts, was ich ihm grundsätzlich verbieten möchte.

    Was ich mir wünsche, ist, dass ich endlich wieder etwas gelassener mit sowas umgehe. Mehr Selbstvertrauen habe. Ich meine, er hat mich nicht schlimm hintergangen. Und er hat es von allein gesagt (wenn auch nicht sofort und nicht alles).

    Und - wie toro sagte: Einen perfekten Mann werd ich nicht finden. Besonders weil ich selbst alles andere als perfekt bin, möchte ich so einen ja auch gar nicht...

  3. Inaktiver User

    AW: Philosophische Frage

    Leonie,
    ich bin niemand, der Lügen/Notlügen verharmlost - das nur einmal vorweg.

    Ich habe eine Beziehung mit einem kontrollierenden LG hinter mir, der selbst über keinen Freundeskreis verfügte, an meinem Freundeskreis keinen guten Faden ließ und der stundenlange Diskussionen vom Stapel lassen konnte, weil ich nicht detailgetreu von meinen Telefonaten berichtete.
    Die Dinge, die ich mit meinen Freunden besprach waren ohnehin banal und nicht niveau- und intellektuell anspruchsvoll genug für ihn - dennoch behagte ihm die Kurzfassung nicht.
    Er fühlte sich ausgeschlossen - was zur Folge hatte, dass ich meist nur mit meinen Freunden telefonierte wenn ich allein in meiner eigenen Wohnung war.
    Ist/war das dann auch Untreue ihm gegenüber?

  4. Inaktiver User

    AW: Philosophische Frage

    Katharina,
    die Angst wirst du nicht los, indem du sie bekämpfst.
    Diese Angst kann auch eine Schutzfunktion haben und wenn du sie als ein Teil von dir akzeptieren kannst, dann ist es gut möglich, dass du sie eines Tages gar nicht mehr brauchst und sie sich oder du sie verabschiedest.

    Herr, schenke mir Geduld - SOFORT

    Könnte es sein, dass du die Angst vor Verlust schon einmal gespürt hast - lange Zeit zuvor als Kind, als junges Mädchen und sie dich in deinem Unterbewusstsein begleitet?

    Ich würde mit dir in einer "Arbeitssituation" in einen Fesselballon steigen und gemeinsam mit dir deine Situation von oben betrachten.

  5. Inaktiver User

    AW: Philosophische Frage

    Also, so ist es bei uns nicht. Ich habe einen großen (auch getrennten) Freundes- und Bekanntenkreis, er ebenfalls. Wir können auch gut getrennt sein, ohne uns zu verlieren.

    Allerdings muss ich zugeben, dass ich auch eher kontrollig bin. Und - wie ersichtlich - leide ich darunter.

    Ich denke, grundsätzlich ist es okay, wenn ich meine Grenzen aufzeige. Und wenn er dann nicht darauf eingehen möchte, ist das auch okay, ich muss ja nicht immer alles gut finden, was er tut. Allerdings glaube ich schon, dass ich ihn vielleicht manchmal etwas zu viel unter Druck setze. Und dass er dann vielleicht "ausgewichen" ist. Und das hat bei mir die Alarmglocken in Gang gesetzt.

    Jetzt komme ich wieder zum Anfang der ganzen Geschichte: Meine Erkenntnis, dass ich es wohl einfach abwarten muss, ob seine Intention zu lügen auch in meinem Verhalten begründet war oder er ein notorischer Lügner ist, der "ausweichend" lügt, hat dazu geführt, mich wappnen zu wollen: Was tue ich, wenn er mich noch einmal hintergeht? Gehe ich dann, weil ich mir diese Gedanken nicht antun will? Oder bleibe ich, beleuchte meine Mitverantwortung und sehe alles nicht so eng?

    Und was mache ich, wenn er jetzt einfacher "geschickter" vorgeht?

  6. Inaktiver User

    AW: Philosophische Frage

    @sariana

    ja, die Angst hat die Schutzfunktion schlechthin. Und ich versuche sie zu akteptieren. Z.B. habe ich meinem Freund letztens gesagt, dass wenn ich unsicher bin, es ihm nicht verschweigen möchte, da ich mich sonst verbiegen würde.

    Ja, die Verlustangst kommt aus meiner Kindheit und sie begleitet mich mittlerweile immer bewusster.

    Aber - was soll ich nun in einem Fesselballon?? (Bitte ernsthaft um Erklärung)

  7. Inaktiver User

    AW: Philosophische Frage

    Ist/war das dann auch Untreue ihm gegenüber?
    sariana,

    das klingt ja nun schon anders. Du kannst ja telefonieren, wann und wo Du willst - oder nicht?

    es ging ja darum, ihm zu verschweigen, dass Du mit einem Freund telefoniert hast, damit es kein Theater gibt.
    Zu sagen, das war die Kurzfassung - und die Langfassung ist nicht interessanter (und im Übrigen musst Du kein Protokoll abliefern und Privatshäre gibt es ja auch noch) - das ist doch nicht unehrlich.

    Was hältst Du denn von alexis Klassifizierung von Lügen?

    Schließlich ist ja die Frage, warum frau das mitmacht?
    Sorum und sorum führt das doch zur Trennung.
    Solche Dinge gehören durchgefochten - und nicht in die Harmoniefalle.
    Entweder das wird geklärt und das Paar findet einen Weg - oder es wird klar, dass das nicht geht - dann hat man viel Leid gespart und Zeit, einen passenden Partner zu finden.


    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wie aber wird es zukünftig sein. Wird er konfliktfreudiger sein? Wohl kaum, oder?
    ich finde, Dein letztes Posting klingt nicht schlecht.
    und wenn Ihr darüber sprecht und er und Du immer wieder die Erfahrung machen, dass die Dinge zwar zu Konflikten führen, aber geklärt werden können, wenn sie auf den Tisch kommen - dann kann er sich auch entwickeln - Du willst ja auch, dass Dir das zugestanden wird.

    Aber Du musst auch konsequent sein - und auch bei kleinen Notlügen von ihm reagieren und erinnern, dass das Gift für die Beziehung ist.


    Gruß, Leonie

  8. Inaktiver User

    AW: Philosophische Frage

    @leonie

    Was ist aber, wenn ich die kleinen Notlügen nicht erkenne??

  9. Inaktiver User

    AW: Philosophische Frage

    Katharina,
    man kann einiges im Leben kontrollieren und man kann es auch bleiben lassen.

    Du steckst ggf. eine Menge Lebensenergie in das Nachdenken darüber, was wäre wenn - wieviel Energie bleibt dir dann noch zum Leben?

    Und ... nicht zuletzt, fühlt sich das für mich ein wenig an wie eine selbsterfüllende Prophezeiung. Willst du deine Ängste bestätigt wissen?

    Welcher Glaubenssatz ist in deinem Inneren verankert? Lohnt es sich diesen umzukehren?

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    AW: Philosophische Frage

    Männer können mit Emotionen oft schlechter umgehen als Frauen. Das trifft zwar nicht auf alle zu, aber auf die meisten!

    Für einen Mann kann die Emotion einer Frau sehr belastend sein, wenn sie sich im negativen Sinn auf ihn bezieht. "Sie" ist verletzt, wütend, traurig und "er" ist Schuld an diesem Zustand. Das ist vorrangig das, was ein Mann sieht. Wie gesagt, Ausnahmen gibts sicherlich.

    Es kostete ihn bestimmt Mut, dir doch noch zu erzählen, dass seine Bekannte da war. Auch wenn nicht die ganze Geschichte stimmig war - was solls. Ist zwar unschön, aber immerhin ist er von sich aus auf dich zugekommen und hats dir erzählt. Nächstes mal läuft es bestimmt besser und noch ehrlicher. Wenn er in solchen Situation merkt, dass es positiv ist, wenn er dir Dinge dieser Art erzählt, ermutigst du ihn bestimmt dazu, nächste Schritte zu tun - und das nächste mal noch offener zu sein. Bis jetzt ist er vielleicht noch zu verunsichert & traut sich nicht, völlig offen zu sagen, wie es dazu kam. Es ist ihm halt nicht egal, wie du dich fühlst und er hatte einfach Angst davor, dass es nicht gut auf dich wirkt. Und hat halt versucht, das Ganze "abzuschwächen".

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