Darauf hat Sariana eine sehr gute Antwort gegeben. Das ging mir auch im Kopf herum und bevor ich es formulieren konnte, stand der Beitrag von Sariana schon da.Zitat von Inaktiver User
Ich sehe das auch so.
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Ergebnis 11 bis 20 von 65
Thema: Philosophische Frage
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05.06.2008, 21:58
AW: Philosophische Frage
Wer bei mir Streit sät, kann die Ernte gleich mitnehmen.
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05.06.2008, 22:25Inaktiver User
AW: Philosophische Frage
Ja, Ihr helft mir.
@toro. Diesen Teufelskreis vermute ich auch. Es ist sogar so, dass ich mich dabei ertappe, eine Verhaltensweise bei ihm vorauseilend zu befürchten, die ich selbst habe. Z.B. habe ich jüngst befürchtet, dass er über das Internet Kontakt zu anderen Personen hat. Mache ich ja selbst. Also, dem Gedanken öffne ich mich bereits, dass ich auch gelassener mit diesen Dingen umgehen kann.
Genauso argumentiert er: Er wolle mich nicht verlieren und deswegen habe er nicht ganz die Wahrheit gesagt.
Hm. Und er trägt mich auf Händen. Ist geduldig und fürsorglich.
Habe ich Dich richtig verstanden, dass Du absolute sexuelle Treue für kaum einhaltbar hälst?
@elli
Therapeutische Hilfe habe ich schon in Anspruch genommen. Einmal zum WiederaufdieBeinekommen nach Ende meiner Ehe (das war wirklich hässlich damals), und dann noch einmal zur Bewältigung der geschilderten Probleme. Und ich hatte es auch alles verstanden, und es ging besser, und ich habe die Therapie beendet. Und plötzlich ging alles von vorn los. Oder vielleicht ist es auch so, dass ich es kopfmäßig intus hatte, und der Bauch hinkt hinterher.
@ sariana
Das mit dem Selbstvertrauen hab ich schon bemerkt. Wenn ich im Moment einer "Unsicherheit" (das ist freundlich ausgedrückt) mich auf mich konzentriere, auf meine innere und äußere Unabhängigkeit, auf mein Wohlbefinden, dann klappt es ganz gut, aus der Angst zu gelangen. Allerdings gelingt mir das nicht immer. Und mich frustriert das. Wobei ich zugeben muss, dass ich nicht die Geduldigste bin. Und auch immer sehr hohe Ansprüche an mich selbst stelle.
Verlieren möchte ich mich keinesfalls in meiner Angst! Darum such ich ja auch Auswege. Es tut mir gut, Eure konstuktiven Anregungen zu lesen, es gibt mir einen guten Blickwinkel. Und es macht mich etwas sicherer.
Vielen Dank! Katharina
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05.06.2008, 22:38Inaktiver User
AW: Philosophische Frage
moralische Werte
Wertvorstellungen
diese worte lese ich in deinem bericht, aber ich kann nichts erlesen von gefühl ?
was ist mit fühlen, gefühl ?
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05.06.2008, 22:41Inaktiver User
AW: Philosophische Frage
Hallo Katharina
Zitat von Inaktiver User
Ich gebe jetzt mal meinen Senf dazu. In Deinem allerersten Posting in diesem Strang ist mir der zitierte Abschnitt aufgefallen. Du schreibst hier von Lügen im Zusammenhang mit etwas, das Du als Untreue definierst. Ich empfinde diese Definition als zu einfach und begrenzt. Meiner Meinung nach enthält sie den wirklich wesentlichen Punkt der Treue nicht, wenn Du sie auf sexuell geprägten Kontake zu einer anderen Frau limitierst. Das ist nur das Resultat der Untreue, nicht aber deren Ursprung.
Untreue beginnt dann, wenn Dein Partner anfängt, Dinge hinter Deinem Rücken zu tun, oder Dir Dinge zu verschweigen, weil er das Gefühl hat, dass Du damit nicht einverstanden wärst; zu lügen, weil er Dich nicht "aufregen" will, weil er die Auseinandersetzung scheut, weil er kein "Theater" will. Wenn Dein Freund das tut, dann ist er bereits untreu. Sorry – aber ich an Deiner Stelle wäre sehr, sehr vorsichtig...Geändert von Inaktiver User (05.06.2008 um 22:45 Uhr)
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05.06.2008, 22:52Inaktiver User
AW: Philosophische Frage
@karina
was meinst Du mit Gefühl? Meinst Du meine Gefühle, die ich habe, wenn ich ihn ansehe, oder wenn er mich am Kopf berührt, wenn er mir eine Kaffee bringt oder wir uns lieben? Oder was meinst Du?
@alexis
Ja, alexis, da sagst Du etwas. Er hat sich mit einer langjährigen Freundin zum Kaffee (in unserer Wohnung). Und es mir nicht gesagt. Was mich toros Argumenten folgen lässt, ist, dass er es mir (zwei Tage später) von allein gesagt hat. Ich wär sonst wohl nicht dahinter gekommen, er hat gesagt, er wolle nicht, dass ich durch einen doofen Zufall dann vielleicht doch dahinter komme. Und er hätte es verschwiegen, um kein "Theater" zu bekommen. Die Lüge bestand darin, dass er sagte, sie hätte ihn morgens angerufen (er hatte Urlaub, ich war arbeiten) und um einen Kaffee gebeten. Nachher stellte sich raus, dass er sich abends mit ihr verabredet hatte. Dieses leugnete er bis zum Schluß (ich hatte es anderweitig erfahren).
Ich weiss, dass diese Frau etwas von ihm will. Es ist so eine Art Machtschiene, oder auch Aussaugen. Er ist generell sehr hilfsbereit und sozial eingestellt. Er argumentiert, er ließe sich ja nicht darauf ein. Ich sah das anders.
Generell nicht Schlimmes, mag man meinen. Aber die Gedanken, dass er mich auch in Schlimmeren Dingen belügen könnte, macht mich manchmal eben unsicher. Soviel zu meinem Selbstvertrauen.
Und danke. Wie frau sieht, bin ich bereits sehr, sehr vorsichtig.
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05.06.2008, 22:55Inaktiver User
AW: Philosophische Frage
alexis,
könnte es sein, dass sich der Partner zu allererst selbst untreu wird?
Wenn er aus Rücksichtnahme, weil "ich" es von ihm erwarte mich nicht zu verletzen, schweigt und/oder nur die "halbe" Wahrheit sagt.
Wann fängt Verschweigen an? Wer legt das fest? Was muss "ich" zwingend aus dem Leben, dem Alltag meines Partners alles wissen?
Was ist mit den Dingen, die mir nicht schaden, die für mich keinen Vertrauensbruch meines Partners darstellen?
Muss mir mein Partner haarklein alles, aber auch alles erzählen?
Was, wenn ich z.B. eifersüchtig auf seinen Freundeskreis reagiere und er mir aus diesem Grund 1. nicht erzählt, dass ein Freund oder eine Freundin angerufen haben und 2. mir auch den Inhalt des Telefonates nicht detailgetreu berichtet?
Wenn das deine Definition von Untreue ist - boah, dann leben der Herzensmann und ich in einer sehr fragwürdigen Beziehung.
Wir sind zwar nicht eifersüchtig auf den jeweiligen Freundeskreis, doch muss keiner von uns Telefonate mit Freunden zu Protokoll geben (überspitzt ausgedrückt).
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05.06.2008, 23:00Inaktiver User
AW: Philosophische Frage
Genau, Sariana. Das meinte ich mit "hypersensibel" sein. Ich war bislang ein sehr großmütiger Mensch, supertolerant und großzügig. Das hat wohl mit dazu geführt, dass mein Exmann mich so komplett vorführen konnte, mit allem drum und dran. Ich hab es so gesehen: Niemand ist unfehlbar, und hab seine vermeintlichen kleinen Macken mit Gelassenheit genommen. Diese Gelassenheit fehlt mir heute total. So bin ich derzeit extrem, was das angeht. Ich sehe das auch. Aber wie kann ich wieder zu mehr Gelassenheit kommen??
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05.06.2008, 23:02Inaktiver User
AW: Philosophische Frage
Zitat von Inaktiver User
dann musst Du ihm klar machen, dass das der sicherste Weg ist, Dich zu verlieren bzw. zu vergraulen.
ich sehe es wie alexis - ich wäre alarmiert.
in letzter Zeit häuft sich hier in der BriCom wieder das schönredende und entschuldigende Argument:"er geht halt den Weg des geringsten Widerstandes" oder "wenn Du so hysterisch bist (bzw. so ein Theater machst), dann muss er doch lügen" oder "Notlügen machen doch alle mal".
Ich finde diese Argumente und das entsprechende Verhalten "voll daneben" und ausgesprochen feige. So einen Mann wollte ich nicht.
Allerdings habe ich auch schon oft beobachtet, dass sich da oft genau die zwei Richtigen finden.
Ansonsten halte ich für ganz wichtig (und anfangs wohl für den wichtigesten Anhaltspunkt), wie er sich anderen gegenüber verhält und wie er von ihnen spricht.
Gilt sein Wort, ist er ehrlich, auch wenn das mal unbequem ist?
Ist er konfliktscheu? bequem? Geht er da den Weg des geringsten Widerstandes - oder nimmt er für Gradlinigkeit auch einiges auf sich? etc.
Gruß, Leonie
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05.06.2008, 23:06Inaktiver User
AW: Philosophische Frage
wenn er mir etwas "bewusst nicht sagt" (und nicht, weil es unwichtig ist) und lügt (das berichtet Katharina) - dann ist das unehrlich und untreu und nicht akzeptabel.
Zitat von Inaktiver User
keine Frage - das ist "untreu".Was, wenn ich z.B. eifersüchtig auf seinen Freundeskreis reagiere und er mir aus diesem Grund 1. nicht erzählt, dass ein Freund oder eine Freundin angerufen haben
Gruß, Leonie
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05.06.2008, 23:12Inaktiver User
AW: Philosophische Frage
Das habe ich ihm nachhaltig klargemacht (jetzt muss ich doch ein bisschen lachen), dass das ein No-Go für mich ist. Er hat es auch ausgehalten. Sagt, es war ein Fehler. Und dass er es nicht mehr macht. Er hat auch reflektiert, dass sein Verhalten ein lang erlerntes Verhalten ist. Und er hat natürlich auch eine Vorgeschichte.
Von anderen spricht er eigentlich meistens gut. Und wenn er mal kritisch wird, hat er auch oft recht, jedenfalls meines Empfindens nach. Er verlässt ein gewissen Niveau nicht.
Sein Wort gilt. Es kommt mir vor wie in der Ballade "Die Bürgschaft", wo ein Freund für den anderen, der zum Tod verurteilt wurde, bürgt. Er würde diesen Bürgen auch nie nicht auslösen.
Konfliktscheu. Naja, das ist er schon eher. Nicht was das ruhige und konsequente Ausdiskutieren angeht. Aber die disharmonische Auseinandersetzung scheut er. Besonders gegenüber Personen, denen er nicht vertraut. Überhaupt waren wir ziemlich schnell sehr fest zusammen, und er stand wie ein Baum zu mir (tat mir natürlich gut), gemerkt habe ich dann erst viel später, dass er sich mir WIRKLICH erst sehr viel später geöffnet hat.
Ich denke, er ist okay. Ich denke auch, dass er sein Versprechen (nach dem "Theater"), mich nicht zu verletzen und fair zu behandeln, auch halten wird.
Meine Angst ist dennoch da. Und ich weiß auch, dass nur ich sie beseitigen kann. In meinem Kopf ist soviel klar. Der Bauch hinkt halt hinterher.


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