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Thema: Die Wahrheit

  1. User Info Menu

    Die Wahrheit

    Hallo an alle zusammen,

    es ist für mich an der Zeit, die Wahrheit zu sagen. Da ich es noch nicht umfassend kann, mache ich es zunächst hier im Forum. Ich bin seit mehr als zwei Jahren mit einem verheirateten Mann zusammen. Die ganze Geschichte hier aufzuschreiben, würde vermutlich zu lange dauern. Daher beschränke ich mich auf folgendes: Er ist irgendwann bei seiner Familie ausgezogen, hält mich aber weiterhin als seine "geheime Geliebte". Niemand ist so richtig eingeweiht in uns. Wir sind sein Geheimnis und ich bin vollkommen abhängig von seinen Launen.

    Und jetzt zum Sinn dieses Postings: Ich habe so lange gelogen. Ich habe ihn immer verteidigt, wenn meine Familie oder meine Freunde mich auf all die Missstände aufmerksam gemacht haben. Ich habe immer behauptet, er sei doch so ein toller, ein liebevoller, es würde schon alles gut.

    Ich habe das auch vor mir selbst getan. Ich habe immer wieder Erklärungen und Gründe dafür gefunden, warum er sich wieder wie ein A..... benommen hat. Jedes "Ich brauche Dich", "Ich liebe Dich", "Ich will nicht ohne Dich leben" von ihm hat einen Berg von Verletzungen zugeschüttet. Ich war am Ende sogar soweit, dass ich geglaubt habe, vielleicht wird alles gut, wenn ich wirklich keine Ansprüche mehr stelle. Habe mein Wollen, mein Selbst soweit zurückgeschraubt, dass ich schon glücklich war, wenn er an drei Tagen in der Woche abends ab 21 Uhr für mich Zeit hatte - natürlich ist er am nächsten Tag wieder seiner Wege gegangen. Ich war sogar soweit, mir die Schuld an den ganzen Dingen zu geben...

    Ich habe mit Engelszungen auf ihn eingeredet, bin ausgerastet, habe geschrien, geweint, gefleht, ihn schlecht behandelt, mich gleichgültig gegeben - kurzum: Ich habe alles versucht, damit er mich endlich liebt. Und jetzt muss ich erkennen: Er tut es nicht und wird es niemals tun. Egal, welchen Affentanz ich noch vollführen werde - meine Bedürfnisse geraten unter die Räder.

    Klar, ich bin nicht immer perfekt gewesen, habe mich oft genug auch kindisch benommen, habe Dinge falsch gemacht, ihn an den falschen Stellen leiden lassen... Vor allem aber habe ich eines falsch gemacht: Ich habe mir weh tun lassen. Ich habe hingenommen, dass meinen Bedürfnissen nicht entsprochen wurde. Ich habe eine Heimlichkeit mit gestützt, die mich innerlich vor Schmerzen hat fast umkommen lassen. Ich habe ihn verteidigt, mir selbst sogar eingeredet, er habe das Recht, sich so zu verhalten.

    Ich habe ihn geschützt und mich klein gemacht. Und das will ich nicht mehr. Ich will mein Glück zurück. Ich habe mein Glück verdient.

    Ich habe Angst, vor dem, was jetzt kommt. Ich habe Angst, ihn zu verlassen. Weil ich Angst habe, es nicht zu schaffen und wieder bei der nächsten Liebesschwurrunde von ihm schwach zu werden. Aber in mir ist ein Wille gewachsen. Ein Wille, für mein Glück zu kämpfen, für mich selbst einzustehen. Ich hab das nicht verdient. Und ich muss niemanden schützen, der Wasser predigt und Wein trinkt. Niemanden, dessen Worte genau das Gegenteil von dem aussagen, was seine Taten zeigen.

    Wer von euch hat sich schonmal aus einer solchen Beziehung bewegt? Wer kann mir raten, mir zusprechen?

    Ich danke euch.

    Patrizia

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    AW: Die Wahrheit

    Hallo Patrizia,
    das ist alles nicht so einfach. FRAU ist ja oft sehr leidensfähig.
    Du fängst an, über diese Beziehung nachzudenken, ist schon mal ein guter Weg.
    Raten kann man hier nicht. Dein Leidensdruck muss erst noch viel größer werden. Nur dann kannst Du Dich von ihm lösen.
    Er hat Dir noch nicht genug weh getan.
    Klingt vielleich hart für Dich, ist aber so.
    Ich wünsch Dir Glück.

    Lg Godewind

  3. Inaktiver User

    AW: Die Wahrheit

    Hallo Patrizia,

    zusprechen werden Dir hier alle, keine Frage. Hast Du daran Zweifel? Wenn man Dein Posting liest, gibt's nur noch eins:
    Öffne dem Kerl nie mehr Deine Schlafzimmertür.

    Du weißt ja schon alles - steht alles da.
    Warum reicht Dir das nicht, um den Schlussstrich zu ziehen?
    Du weißt sogar, dass er Dir mit seinen Worten nur das Hirn vernebelt. Er tut Dir nicht gut, Du leidest, Du weißt und FÜHLST, dass es sich nicht ändert. Also ist es an Dir, Deine Konsequenzen FÜR DICH zu ziehen.

    Warum solltest Du es nicht schaffen? Du hast den größten Teil Deines Lebens ohne ihn verbracht. Er lügt, Du lügst (Dir was vor), es ist ein stressiges, sehr angespanntes Leben mit ihm, das Dich krank macht. Lohnt sich das?

    Ich kann Dir noch raten, entwickel in Dir ein Bild, wie Du Dir eine gute Beziehung vorstellst. Mit einem Mann, der für Dich da ist und mit dem Du LEBEN kannst, nicht leiden. Das Leben ist zu kurz dafür. Entwickel das Bild aus Dir heraus - NICHT in Abgrenzung zu ihm. Also nicht: Er hast schon wieder gelogen, das will ich nicht, sondern: Stelle Dir vor, wie es ist, mit einem Mann fröhlich und unbeschwert aufzuwachen ... Je stärker Dein Bild wird (in dem er nicht vorkommt, sondern ein noch unbekannter Mr. X), desto leichter fällt es Dir, dieses Drama zu verlassen ...

    Du brauchst, glaube ich, eine Idee davon, wo es hingehen soll für Dich. Mach Dich Schritt für Schritt unabhängiger, gehe viel mit Freunden weg und erzähl ihnen auch davon, werde mit Deiner Geschichte öffentlich, damit sie mitgetragen wird, das hilft Dir beim Lösen von ihm. Konzentrier Dich auf DEINE Dinge: Job, Freunde, Hobbies. Kontrollier Dein Denken und gebe ihm den Raum nicht mehr, den er bei Dir einnimmt. Ich sag mal so: Wenn Du soviel an Dich und über Dich selbst nachdenken würdest wie über ihn, dann ginge es Dir heute entschieden besser ....

    Wir sind auf der Welt um glücklich zu sein, nicht um zu leiden und um sich selbst das Leben schwer zu machen. Und das machst Du definitiv mit diesem Mann. Ich würde mir nicht so lange die Frage stellen warum Du das machst - versuch es einfach zu ändern.

    "Ich habe mein Glück verdient" - Ja, das hast Du. Du musst Dich nur noch definitiv DAFÜR entscheiden und dem nachgehen und alles Glücksverhindernde hinter Dir lassen. Manchmal muss man sich wieder an diese Entscheidung erinnern, das macht nichts. Hauptsache, man erinnert sich schnell wieder daran, so bald man sich dabei ertappt, es wieder mal vergessen zu haben.

    Geändert von Inaktiver User (23.04.2008 um 22:59 Uhr)

  4. User Info Menu

    AW: Die Wahrheit

    Hallo Patrizia,

    ich habe nie so in der Situation gesteckt, zum Glück - es gab Ansätze, aber da habe ich rechtzeitig Schutzmauern errichtet. Meiner Frau ist was ähnliches passiert, deswegen kann ich nachfühlen, wie es Dir geht.

    Du schreibst:

    Ich habe ihn immer verteidigt, wenn meine Familie oder meine Freunde mich auf all die Missstände aufmerksam gemacht haben. Ich habe immer behauptet, er sei doch so ein toller, ein liebevoller, es würde schon alles gut.

    Nutz das Potenzial, das darin steckt. Du hast Freunde, hast eine Familie. Es ist bitter, eine "Niederlage" einzustecken - aber tu's. VOR DIR bist Du ja schon dabei, vor uns Anonymen hier auch. Wenn Deine Freunde wirklich Freunde sind werden sie Dir helfen, wenn Du auch ihnen sagst, dass Du Dich verrannt hast.

    Viel Glück!

    Prijon

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    AW: Die Wahrheit

    Zitat Zitat von Godewind
    Hallo Patrizia,
    das ist alles nicht so einfach. FRAU ist ja oft sehr leidensfähig.
    Du fängst an, über diese Beziehung nachzudenken, ist schon mal ein guter Weg.
    Raten kann man hier nicht. Dein Leidensdruck muss erst noch viel größer werden. Nur dann kannst Du Dich von ihm lösen.
    Er hat Dir noch nicht genug weh getan.
    Klingt vielleich hart für Dich, ist aber so.
    Ich wünsch Dir Glück.

    Lg Godewind
    Ist ein unheimlich schwerer Weg zu beschreiten. Ist alles in diesem Song:

    http://www.youtube.com/watch?v=HcU8mhmDUzA

    Taio Cruz - Moving On.

    Text:
    I Can’t Wait Til You’re Gone Away
    Cuz Then I
    Can Move On
    I Can’t Wait Til You’re Gone Away
    Cuz Then I
    Can Move On
    And I Can Say I’m Finally Over You
    I’m , I’m Finally Over You [x2]
    I’m , I’m Finally Over
    I Can’t Wait Til You’re Gone Away
    Cuz Then I
    Can Move On

    Can’t Wait Til You Are Gone [x2]

    [Verse 1:]
    You Say That You Are No Longer In Love With Me And Uh
    You Can not Be And Uh
    The One For Me
    Told Me that this Love Of Ours Is Taking Us Down Different Roads
    And Its Caused Us To Grow
    Apart it’s So

    So Don’t Say To Me
    That You Wanna Be
    Be Good Friends With Me
    That’s Just Teasing Me
    Girl It’s Best You Leave Now
    Say Goodbye To Me
    Girl You Should Know Girl That I’…

    [Chorus:]
    I Can’t Wait Til You’re Gone Away
    Cuz Then I
    Can Move On
    I Can’t Wait Til You’re Gone Away
    Cuz Then I
    Can Move On
    And I Can Say I’m Finally Over You
    I’m , I’m Finally Over You [x2]
    I’m , I’m Finally Over
    I Can’t Wait Til You’re Gone Away
    Cuz Then I
    Can Move On


  6. User Info Menu

    AW: Die Wahrheit

    Zitat Zitat von Prijon
    Du schreibst:

    Ich habe ihn immer verteidigt, wenn meine Familie oder meine Freunde mich auf all die Missstände aufmerksam gemacht haben. Ich habe immer behauptet, er sei doch so ein toller, ein liebevoller, es würde schon alles gut.
    Das kenne ich nur zu gut... Hab ich bei einer Granate auch mal eine Zeit lang gemacht... Bis es selbst mir irgendwann gereicht hat... Und zu dem Punkt musst Du von selbst kommen. Zureden kann Dir da niemand... Solange der Leidensdruck bei Dir noch nicht groß genug ist und die Geduld noch da ist, nutzen die besten Vorsätze nix... Zu dem Entschluss, was Du tun willst oder nicht, musst Du ganz von selbst kommen, denn sonst stehst Du nicht mit voller Überzeugung dahinter... Viel Glück!

  7. User Info Menu

    AW: Die Wahrheit

    Hallo zusammen und vielen Dank für eure Antworten...

    Ihr habt Recht: Ich kann nur selber soweit kommen, dass ich endlich den finalen Schlussstrich ziehe. Was hält mich eigentlich davon ab? Hhm. Ich habe vorhin mal eine Liste gemacht mit positiven Dingen an dieser Beziehung und mit negativen, habe mich also gefragt, was spricht noch für diese Beziehung... Das Ergebnis war schlimm: Mir fielen so viele Dinge ein, die dagegen sprechen. Lügen, Heimlichkeit, Leiden... Naja, und auf der positiven Seite? Er hört mir zu. Er ist zärtlich.

    Das Ding ist nur: Er hört mir zwar zu, hört all meine Vorwürfe, mein Betteln, meine Worte - aber er nimmt sie gar nicht ernst, er macht gar nichts daraus, sondern ignoriert es bestenfalls. Oder sagt mir, ich wäre einfach viel zu sehr auf mich fixiert und sollte mal besser drüber nachdenken, wie es denn IHM in diesem ganzen Drama geht.

    Er ist zärtlich. Ja, ohne Zweifel. Aber auch da die Frage, wieviel diese Zärtlichkeit wert ist. Wieviel ist es wert, wenn er den Rest der Zeit meine Liebe, meine Bedürfnisse, mich mit Füßen tritt.

    Godewind, Du schreibst, mein Leidensdruck müsse erst noch viel größer werden... Hhm. Das hoffe ich nicht. Er ist stetig gewachsen über lange Zeit. Und nun bin ich an dem Punkt, wo er so stark ist, dass ich keine Entschuldigungen mehr finde für meinen "lieben" Freund. Er behandelt mich schlecht und ich lasse mich schlecht behandeln.

    Es ist schon richtig: Ich muss mir ein Bild machen von einer schönen Beziehung, von einer, wie ich sie leben will. Ich will gar nicht so große Dinge. Ich will gemeinsam aufwachen, zusammen frühstücken, lachen, Pläne machen für den Tag. Will umsorgt werden, wenn ich krank bin. Und umsorgen, wenn er krank ist. Ich will zusammen mit Freunden etwas unternehmen, wissen, dass jemand da ist, wenn ich heim komme. Ich will Verlässlichkeit und Liebe - und bin bereit genau das auch zu geben. Und wenn ich mir vorstelle, dass es in meiner "Beziehung" sogar an einem gemeinsamen Frühstück fehlt, dass nichtmal das drin ist. Erbärmlich. Wirklich erbärmlich. Ich renne mir die Hacken ab, mache und tu, damit er mich endlich liebt - und er will es einfach nicht. Das muss doch in meinen Schädel gehen. Er will mich nicht und wird mich in dieser Position einfach am langen Arm verhungern lassen.

    Ich muss den Schlussstrich ziehen. Was hindert mich? Ich habe Angst. Angst vor der Zeit alleine. Angst, ihm zu begegnen und zu sehen, dass er sein Leben ganz normal weiterlebt. Angst festzustellen, dass es ihm nichts ausmacht. Angst, einen Fehler zu machen. Angst, diesen Traum loszulassen. Den Traum davon, dass er der "perfekte Partner" für mich ist. Das habe ich lange geglaubt. Dass ich eine solche Vertrautheit, eine solche Liebe nie wieder würde erleben können. Und nun entpuppt sie sich als nicht alltagstauglich. Ich muss das loslassen, um vorangehen zu können. Und mich packt das kalte Grausen, wenn ich daran denke.

    Aber es gibt wohl nur den einen Weg...

    Patrizia

  8. Inaktiver User

    AW: Die Wahrheit

    liebe patrizia,
    ich möchte dir von ganzem herzen zu deinem tollen posting gratulieren. man spürt deine erwachende stärke, ich finde es beeindruckend klar, treffend, mutig und sich um dich selbst kümmernd.

    geh deinen weg, auch wenn er zwischendurch so schwer scheint, dass du zu verschweifeln drohst. du schaffst das, obwohl wir alle wissen, wie schwer das sein kann.

    alles, alles gute,
    sei stolz auf dich
    take good care of yourself,

    s.

  9. User Info Menu

    AW: Die Wahrheit

    Liebe sigi,

    danke für Dein Posting. Ob ihr es glaubt oder nicht: Seit ich hier zugegeben habe, dass in meiner "Beziehung" alles gar nicht so rosig ist, wie ich immer gerne verkaufen hatte wollen, ja, dass es nichtmal annähernd so ist, merke ich selbst, wie in mir die Dinge immer mehr reifen. Wie ich es immer mehr anerkennen kann... Vor allem: Der Gedanke, dass das meine "Schuld" sei, der schwindet so langsam. Ich mag mich nicht "blöde Kuh" nennen, weil ich "so lange darauf hereingefallen" bin. So ist es nicht. Ich habe geliebt und dachte, ich würde zurückgeliebt. Ich habe vertraut, weil ich geliebt habe. Zumindest zeigt mir das eines: Ich bin liebesfähig. Und das ist mehr, als manche Leute von sich sagen können...

    Ich weiß, der Weg wird schwer. Ich mag jetzt auch keine unüberlegten Dramen aufkommen. Ich lasse ein paar Tage ins Land ziehen, ziehe mich erstmal ein bisschen von ihm zurück, um mir über alles klarer zu werden. Und dann werde ich schauen, wie stark ich mich fühle. Und, wenn ich spüre, dass die Zeit gekommen ist, werde ich gehen. Und dieses Mal für MICH und nicht, um ihn zu einer besseren Art mit mir zu überreden... Ich hatte mich im Januar schon einmal von ihm getrennt. Damals ging es mir sechs Wochen lang stetig besser. Ich war traurig und mir fehlte sehr viel. Aber nach und nach kam der Glaube, dass alles werden würde - ohne ihn.

    Und dann stand er nach sechs Wochen mit dem Versprechen, nun alles besser zu machen, vor der Tür. Zunächst sah es auch so aus... Jetzt weiß ich aber, es waren leere Worte.

    Dieses Mal will ich für mich gehen. Nicht mehr in der Hoffnung, dass er merken soll, was er verliert etc. Ich will gehen, weil ich ihn nicht mehr will. Und dafür muss ich Kraft sammeln, noch ein bisschen trauern, Träume begraben... Und mich dann auf den Weg machen.

    Ich danke euch.

    Patrizia

  10. Inaktiver User

    AW: Die Wahrheit

    Liebe Patrizia, es gibt hier einen Strang 'Wohin mit meiner Wut', der dürfte dich bestärken darin, endlich Schluß zu machen und dich selbst achten zu lernen - du bist doch schon auf dem Weg dazu.

    Liebe Grüsse, Julifrau

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