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Thema: Die Wahrheit

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    AW: Die Wahrheit

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Hallo Patrizia,

    ...
    Möglicherweise ist gerade das Abschiednehmen von 'es wird gut' (so lange ich mich genug anstrenge), das Schmerzhafte an der Sache. Es wird nicht gut. Das ist eine, ich sag mal, in die Gegenwart übernommene, naive Hoffnung, meist aus der Kindheit, als man noch nicht so viele Handlungsmöglichkeiten hatte wie als Erwachsener.
    ...

    richtig:
    1) Abschiednehmen von "es wird gut"
    dazu noch
    2) man hat einen Verhaltensmechanismus entwickelt (Nervenbahnen sag ich) fuer den "Taeter" Verstaendnis zu entwickeln, zu haben, ihn zu entschuldigen.
    Gleichzeitig hat man ja selbst Talent Mitgefuehl und Verstaendnis zu haben, man hat ein grosses Herz was absolut positiv ist und was man sich selbst anerkennen und wuerdigen und Respekt zollen soll.
    Da ist es das Problem (innerer Konflikt) fuer sich selbst einerseits das gewachsene Verstaendnis fuer den Taeter "zu killen" aber gleichzeitig sich selbst treu zu sein, also weiterhin seinen mitfuehlenden Teil seiner Persoenlichkeit zu bewahren und zu leben. Dies ist auch eine grosse Schwierigkeit dies mit dem Kopf auseinanderzuhalten und braucht viel Kraft dies zu haendeln.

    Der Taeter weiss natuerlich um dieses Verstaendnis beim anderen und das ist worauf er pocht bzw. auf das er ansetzt und fuer ihn Basis ist der Beziehung (welche ja unter falschen Voraussetzungen stattfindet und von daher keine legitime Beziehung ist sondern eher eine Zweckverbindung beinahe wie Parasit und Wirt, Suchtig und Co-Abhaengig).


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    AW: Die Wahrheit

    Da ist es das Problem (innerer Konflikt) fuer sich selbst einerseits das gewachsene Verstaendnis fuer den Taeter "zu killen" aber gleichzeitig sich selbst treu zu sein, also weiterhin seinen mitfuehlenden Teil seiner Persoenlichkeit zu bewahren und zu leben.
    bedeutet: 51% für mich, 49% für den anderen, das muss *ihm* reichen. und pass auf deine 2% auf!

    bifi
    "Wenn Sie die Art und Weise ändern, wie Sie die Dinge betrachten, ändern sich die Dinge, die Sie betrachten."
    Max Planck - deutscher Physiker und Nobelpreisträger 1858-1947


    Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmt
    Aristoteles - Griechischer Philosoph

    "Es ist nicht wie es ist, sondern so, wie Du denkst, dass es ist. "bifi

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    AW: Die Wahrheit

    Zitat Zitat von bifi
    bedeutet: 51% für mich, 49% für den anderen, das muss *ihm* reichen. und pass auf deine 2% auf!

    bifi
    fuer mich konkret ist das 100% fuer mich und 0% fuer den anderen (=totaler Kontaktabruch und wenn sie mal anruft zwar nett zu sein und ihr ein bischen schmeicheln aber dann direkt und bestimmt sagen ich bin liiert und hab keine Zeit mehr fuer sie).

    fuer mich als Taeter bedeutet es 100% fuer mich und 0% fuer meine Freundin.

    Mal sehen wie es ausgeht...


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    AW: Die Wahrheit

    Hhhm,

    Abschied nehmen von dem "es wird gut". Genau das ist es. Ich habe mich immer versucht, alles gut zu machen. Ich habe all meine Liebe gegeben, bin damit manchmal auch etwas übers Ziel hinaus geschossen vielleicht. Aber ich hab immer geglaubt, dass schon alles werden wird, dass am Ende eine rosa Zukunft für mich und meinen Freund steht. Das war ein Trugschluss. Ich selber bin immer mehr unter die Räder geraten. Und, ihr habt Recht: Je schlechter er mich behandelt hat, umso mehr ist bei mir der Impuls aufgetreten, noch mehr zu tun, noch liebevoller zu sein, noch mehr Verständnis zu haben für seine Situation. Paradoxerweise ist mein Bemühen mit jeder seiner Allüren gewachsen.

    Ich denke, dass es auf meiner Seite viel mit der Angst vor dem allein sein zu tun hat. Ich konnte mir bis vor kurzem nicht vorstellen, wie mein Leben ohne ihn gehen soll. Mir ist klar, dass ich bis vor 2 1/2 Jahren auch prima ohne ihn gelebt habe - aber dieses Wissen um mich und um das, was ich kann, ist irgendwie immer weiter verschwunden. Je mehr ich mich aufgeopfert habe in dieser Beziehung...

    Kraft schöpfe ich im Augenblick aus der Ruhe, die mich umgibt. Ich bin öfter mal draußen, gehe in der Natur umher. Ich arbeite und lerne viel. Und ich gönne mir bewusste Mußestunden, in denen ich Musik höre oder lese.

    Ich finde einen Ansatz super: Dieses JETZT trenne ich mich, um zu schauen, was danach kommt... Ja, vielleicht ist das gar nicht so verkehrt. Vielleicht zeigen sich Richtungen manchmal erst im Gehen...

    Patrizia

  5. Inaktiver User

    AW: Die Wahrheit

    Zitat Zitat von HQking
    Da ist es das Problem (innerer Konflikt) fuer sich selbst einerseits das gewachsene Verstaendnis fuer den Taeter "zu killen" aber gleichzeitig sich selbst treu zu sein, also weiterhin seinen mitfuehlenden Teil seiner Persoenlichkeit zu bewahren und zu leben.
    Zitat Zitat von bifi
    bedeutet: 51% für mich, 49% für den anderen, das muss *ihm* reichen. und pass auf deine 2% auf!

    bifi
    bifi, so kenne ich das auch, ich mache inzwischen aber eine 'andere Rechnung auf':

    Ich bin mir zu 100% selbst treu - sonst bin ich nicht ich, incl. meiner mir eigenen Liebes -, Vertrauens -, Mitgefühl- und Kompromissfähigkeit. Eben alles "was dazu gehört" um eine Beziehung auch zu leben. Eben 100% ich, darauf achte ich - auch damit 'ich selbst zusammenbleibe' und nicht 'auseinanderfalle'.

    Zum einen merke ich aus dieser Position heraus schneller, wenn sich etwas 'ungesund' verschiebt. Und zum anderen kann ich besser unterscheiden: Das bin ich, dafür stehe ich - das ist der Andere, der steht für etwas anderes. Dann kann ich für mich auch besser die Frage beantworten, ob ich damit einverstanden bin bzw. ob ich damit leben kann, wofür derjenige steht.

    Außerdem mache ich ganz klare Unterschiede:
    Ich habe für sehr vieles Verständnis, kann sehr vieles nachvollziehen ABER nicht in einer Beziehung. D.h. ich muss in einer Beziehung nicht mit allem klar kommen, einiges schließt sich für mich aus, da setzt mein 'Selbsterhaltungstrieb' sehr früh ein, da habe ich eindeutige Grenzen. Extrembeispiel: Mit einem Alkoholiker teile ich mein Leben nicht. Das Gleiche gilt für Lügner und für Menschen, die 'zwei Leben' leben. Obwohl ich vieles davon nachvollziehen könnte.

    - Diese Fähigkeit könnte man dann immer noch beruflich dort einsetzen, wo man eine unerschütterliche optimistische Grundhaltung braucht, wenn man denn will und lernt, sich auch dort genügend abzugrenzen, um nicht im Burn Out zu landen.

    Nur mal als mögliche 'Alternativrechnung'.



    @Julifrau; danke
    Geändert von Inaktiver User (27.04.2008 um 16:54 Uhr)

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    AW: Die Wahrheit

    Hallo Leda,

    durch Deinen Beitrag bin ich auf noch etwas positives gestoßen: Ich denke, ich habe durch diese Geschichte auf viel gelernt, was ich in anderen, irgendwann folgenden Beziehungen sicherlich "verwerten" kann...

    Ich las gerade in einem anderen Strang von den "drei Leben eines Mannes"... Meine Güte. Ich kann manchmal nicht fassen, was sich so abspielt. Und so lange will ich nicht warten. Er hatte seine Chance. Er will mich nicht. Und ich will nicht irgendwann aufwachen und festellen, dass er mich verlässt. Ich will selbst entscheiden, wann genug ist.

    Und es ist genug.

    Patrizia

  7. Inaktiver User

    AW: Die Wahrheit

    Zitat Zitat von Patrizia26
    Und es ist genug.
    Schön!


    Ich habe selbst mal sehr lange gebraucht, bis ich mich trennen konnte. Dachte, 'ich bräuchte ihn bzw. die Beziehung wenigstens noch eine Weile als Krücke' für mich selbst, weil 'ich es alleine nicht schaffe' und wunderte mich, warum ich immer bewegungsloser wurde.

    Habe u.a. zwei Dinge daraus gelernt:
    1. Die Angst vor der Trennung war größer als 'das Danach': habe ihn nämlich keine Sekunde vermisst.
    2. Ein Weile auf Krücken zu laufen ist ok, man sollte sich aber wenigstens geeignete suchen und auch nicht da die erstbesten nehmen ...

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    AW: Die Wahrheit

    @ leda:

    Ja, vielleicht ist die Angst vor dem Sprung ins kalte Wasser tatsächlich größer, als der Schmerz beim Eintauchen. Wie gesagt: Ich muss eben auch ein Traum begraben. Das tut vielleicht mehr weh als der Ausbruch aus einer Beziehung, die ich mit klarem Kopf nur noch als unbefriedigend, schmerzhaft, verletzend, anstrengend, kraftraubend und schwierig bezeichnen kann...

    Patrizia

  9. Inaktiver User

    AW: Die Wahrheit

    Zitat Zitat von Patrizia26
    Wie gesagt: Ich muss eben auch ein Traum begraben. Das tut vielleicht mehr weh als der Ausbruch aus einer Beziehung, ...


    Dazu kann ich Dir aus eigener Erfahrung sagen:
    Es ist eine (perfektionistische) Illusion, wenn Du denkst, Du bekommst den Traum two-in-one zum selben Zeitpunkt wie die Beziehung bzw. die Trennung über die Bühne bzw. unter die Erde.

    Die Beerdigung des Traums hat nämlich zwei Phasen:
    1. Phase: Aufbahrung ist jetzt. Bis zum Zeitpunkt der Trennung.
    2. Phase: Abschließende Beerdigung ist irgendwann nach der Trennung.



    Auch wenn Du's nicht glaubst oder nichts damit anfangen kannst - ich hab's Dir hiermit lieber gleich gesagt. Hätte ich damals schon die Bricom gekannt, wäre mir einiges an Beerdigungshin- und -her erspart geblieben.

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    AW: Die Wahrheit

    Stichwort "Traum".

    Du hast den Traum Deines Freundes gelebt und den verlierst Du wenn Du Deinen Freund verlaesst.

    Du selbst hast keinen Traum (kein Leben), Du musst ihn Dir erst selbst langsam aufbauen. Als Baustein nimmst Du die guten Eigenschaften die Du besitzt, die Faehigkeit zu lieben und geliebt zu werden und was noch auf dem taeglichen Weg Deines Lebens noch hinzukommt.


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