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    Die Sache mit der Schuld

    Ich habe heute gemerkt, dass ich mich aufgeregt habe - es geht um den Strang von Feliz und die darin erörterten Schuldfragen.

    Mir geht dieses schnappartige "wenn so etwas passiert, sind immer beide Schuld" gehörig auf den Nerv!

    Gesetzt den Fall, meine Partnerin meint nun, Sex wäre für sie neuerdings mit einem doppeltem Toe-Loop und anschließendem Rittberger vom Kleiderschrank perfekt. Das sagt sie mir aber nicht, weil sie denkt "das macht der eh nicht". Stattdessen wendet sie sich einem Herren zu, dem sie derlei akrobatische Meisterleistungen eher zutraut. Das soll (auch und gerade unter umgekehrtem Vorzeichen) des öfteren passieren: Schuld (auch) des Partners, der diese Wünsche hätte "dechiffrieren" müssen, wie ich heute auch gelesen habe?

    Ich weiß ja nicht....

    Und selbst wenn mir mein Partner sagt, dass jetzt doppelter Toe-Loop und anschließender Rittberger vom Kleiderschrank angesagt sind - MUSS ich das denn tun? Kann ich dann nicht auch NEIN sagen, ohne beschissen zu werden? Legitimiert ein solches NEIN tatsächlich zum Seitensprung?

    Mal abgesehen davon, dass ich glaube, dass es (auch bei Männern) nicht immer nur und zuerst um Sex geht - bin ICH denn Schuld, wenn sich der andere aushäusig verliebt und das Maul nicht aufkriegt?

    Andersherum: Unterstellen wir, ein Paar hat sexuelle, emotionale oder sonstwie geartete Probleme, gleich ob ausgesprochen oder nicht. Einer von den beiden macht sich auf die Suche und findet. Oder er verliebt sich einfach so und fängt an, von einem besseren Leben zu träumen, obwohl ihm sein bisheriges bis dato gar nicht so schlecht erschien? Was bitte hat dieser Dritte damit zu tun?

    Zugegeben: Grenzwertig finde ich es, wenn sozusagen im engsten Bekannten- oder Verwandtenkreis betrogen wird oder auch unter Nachbarn. DIE wissen dann schon, in welche Paar-Beziehung sie eindringen, indem sie mitmachen.


    Soweit,
    Prijon

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    AW: Die Sache mit der Schuld

    @prijon

    ich hab den besagten fred nicht gelesen, dennoch meine ersten, spontanen gedanken zu deinem thema:

    "schuld" - diesen begriff finde ich in dem zusammenhang persönlichkeit und liebe schwierig und wenig angemessen.

    bei schuld denke ich als erstes an verbrechen. ist ein verbrechen begangen worden?

    schuld setzt für mich bewußtheit voraus. wenn ich bewußt, mit absicht, mit meinem handeln einen anderen oder mir selbst schaden will, erst dann ist der begriff schuld angebracht.

    in den allermeisten fällen und besonders in der liebe, meine ich, handeln die menschen mit positiven absichten, wenn auch meist für sich selbst.

    bifi
    "Wenn Sie die Art und Weise ändern, wie Sie die Dinge betrachten, ändern sich die Dinge, die Sie betrachten."
    Max Planck - deutscher Physiker und Nobelpreisträger 1858-1947


    Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmt
    Aristoteles - Griechischer Philosoph

    "Es ist nicht wie es ist, sondern so, wie Du denkst, dass es ist. "bifi

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    AW: Die Sache mit der Schuld

    @prijon

    So sehe ich das auch.

    Ich glaube, diese "Schuldthese" hängt auch damit zusammen, das man gerne Patentrezepte hat.


    Baustelle:


    Ein Partner geht fremd.

    Lösung:

    suche deine Schuld und mach was draus, wenn du kannst und die Chance bekommst.



    Baustelle:

    Der fremdgehende Partner ist ein Mann

    Lösung:

    Dann muss es am Sex liegen


    Baustelle:


    Der fremdgehende Partner ist eine Frau

    Lösung:

    Die Kommunikation war nicht ok.




    So tickt das Leben nicht.
    Und es gibt auch einfach Schuhe, die nicht jedem passen.

    kaffeesahne

  4. Inaktiver User

    AW: Die Sache mit der Schuld

    Dieser Spruch hat mich allerdings auch schon manchmal zur Weißglut gebracht.

    Sicher tragen für die Entwicklung einer Beziehung beide Verantwortung. Aber es gibt ein bestimmtes A...verhalten, was meiner Ansicht nach keiner verdient hat.

    Die "Mitschuld" besteht höchstens darin, dass ich dann dieses Verhalten dulde und nichts dagegen mache, mich trenne etc. Aber ich mag einfach sehr gerne den Begriff der Eigenverantwortung: wenn ich meine, meinen Partner belügen zu müssen, ist das meine eigene Entscheidung, dazu sollte ich dann auch stehen und mir kein Rechtfertigungskonstrukt darum herum bauen, wieso ich gar nicht anders konnte. Man kann immer anders, nämlich ehrlich sein.

  5. User Info Menu

    AW: Die Sache mit der Schuld

    wenn dein(e) mann/frau beschliesst das er/sie ab heute wieder ein hippie sein möchte und weiss das du den weg nicht mitgehen wirst dann ist das nicht deine schuld.dann fehlt ihm/ihr was.ja.ne wasserpfeife.

    das war meine antwort leicht abgeändert in felize's strang.so habe ICH es erlebt.dafür gebe ich mir nicht die schuld.
    hätte ich das ahnen können dann hätte ich meiner frau keine spiessige küchenmaschine geschenkt sondern ihr faustkeil und schaber in herzform geschnitzt.aber ob sie sich zu diesem zeitpunkt darüber gefreut hätte...?
    Geändert von gazello (15.08.2007 um 21:55 Uhr)

  6. User Info Menu

    AW: Die Sache mit der Schuld

    Hallo Prijon,

    ich finde es auch schwierig, in diesem Fall von beidseitiger "Schuld" zu reden. Verantwortung trägt immer jeder alleine für das, was er tut oder nicht tut.

    Vielleicht wäre es treffender, zu sagen, dass ein Ausbrechen aus der Beziehung immer mit beiden zu tun hat ?

    Oder kommt das für dich auf dasselbe raus ?

    Es gibt auch die Theorie, dass der betrogene Partner dem Betrüger quasi unbewusst den "Auftrag" gibt, auszubrechen, um eine Erneuerung der Beziehung in Gang zu bringen - weil er selbst das nicht tun will aufgrund seiner moralischen Prinzipien.

    Es ist schon spät, verzeih wenn ich nicht ganz getroffen habe, was du meinst - aber ich fühlte mich von deinen Überlegungen angesprochen und wollte dir gerne ein feedback geben.

    Schönen Abend und lieben Gruß,
    Schneeflocke

  7. Inaktiver User

    AW: Die Sache mit der Schuld

    Schuld haben immer beide. Es sind nun mal zwei Menschen, die für die Beziehung verantwortlich sind.

    Wenn es zur Aufarbeitung kommt, ist oft das Staunen groß über die Verletzungen, die man im Laufe der Beziehung dem Partner zugefügt hat, ohne sich derer Ausmaße bewusst zu sein. Es gibt neben dem Seitensprung noch viele andere Arten von Betrug, die genauso wehtun können. Diese sind nur besser getarnt. - So fügt sich ein Puzzleteil ins andere, und schließlich wird klar, wie es zum Fremdgang kommen konnte. Eine gestörte Kommunikation ist notwendige Bedingung - hätte man eher, hätte man anders geredet, wäre das Kind vielleicht nicht in den Brunnen gefallen....

    Selbst wenn eine zweite große Liebe in das Leben eines Menschen tritt, und es dadurch zur heimlichen Zweitbeziehung kommt, muss auch hier die Frage erlaubt sein, wie gut die angeblich so glückliche Erstbeziehung wirklich ist - da offensichtlich über die wirklich wichtigen Themen nicht geredet werden kann.

  8. User Info Menu

    AW: Die Sache mit der Schuld

    Beide Partner sind verantwortlich dafuer, wie und wohin die Beziehung laeuft, aber fuer eine Affaire ist derjenige verantwortlich, der sie beginnt und den Partner bei dieser Entscheidung aussen vorlaesst.
    joleni

  9. User Info Menu

    AW: Die Sache mit der Schuld

    Ich glaube eben nicht, das IMMER beide Schuld sind.

    Es gibt dieses Konstrukt, sicher, und man muss genau hinschauen, ob es zutrifft.

    Wenn mein Göttergatte aber zb die Mannschaftstour zum ..... nutzt, ohne einen Grund?

    oder oder oder....

    Ich würde mir nicht jeden Schuh anziehen.

  10. User Info Menu

    AW: Die Sache mit der Schuld

    Ich glaube, dass es wichtig ist, mal die Begriffe "(Eigen-)Verantwortung", "Anteile" und "Schuld" voneinander zu trennen.

    Grundsätzlich: Ich kann recht gut damit leben, für mich und mein Handeln "Verantwortung" zu übernehmen, auch sehe ich meine "Anteile" an der Entwicklung unserer Beziehung und dem Zusteuern auf eine Krise.

    Ich übernehme aber keine "(Mit-)Schuld" am Fremdgehen und Lügen meines Partners, das hat er alleine entschieden, damit habe ich nichts zu tun!
    Herr, gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Verleihe mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und schenke mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden!
    ----------------------------------------------------
    Reife ist der Zustand kurz bevor die Verrottung einsetzt (...geklaut...)

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