Nachdem ich nun schon einige Zeit hier mitlese, möchte ich nun auch mal loswerden, was mich in letzter Zeit immer mehr beschäftigt:
Ich (31) bin seit 3.5 Jahren verheiratet, 2 Kinder (3 und 1 Jahr alt). Insgesamt sind wir gut 5 Jahre zusammen, zu Beginn "rosa Brille" natürlich, spätestens mit dem ersten Kind hat sich aber Vieles schlagartig verändert. Ja, ich weiss, dass das "normal" ist, aber wir sind seither mehr als einmal an Grenzen gekommen, was unsere Beziehung anbelangt. Ich möchte jetzt hier nicht alles aufrollen. Fakt ist, dass ich aufgrund der vielen Auf und Abs mich mittlerweile nicht mehr richtig auf meine Frau einlassen kann. Es sind zwar noch Gefühle da für sie, Gefühle die sich allerdings verändert haben. Sie ist ein impulsiver Mensch, im ersten Moment himmelhoch jauchzend, im nächsten wieder zu Tode betrübt, und diese Achterbahnfahrt erlebe ich natürlich zwangsläufig mit. Beispielsweise drohte sie mir an einem Tag, dass sie mich verlassen würde, am anderen erklärte sie mir, dass ich der wunderbarste Mann sei und dass sie sich keinen besseren vorstellen könne. Ich bin einfach vorsichtig geworden, habe mich wohl auch ein Stück weit zurückgezogen. Wir haben darüber auch schon gesprochen. Im allgemeinen habe ich den Eindruck, dass sie oft sehr pessimistisch veranlagt ist, auch was ihre Erwartungen mir gegenüber anbelangt. Sie hat hohe Anforderungen an sich selber, aber auch an mich, denen ich oft nicht genügen kann. So mein Eindruck.
Nun kommt da eben die "Schattenfrau" ins Spiel, wie im Nachbarthema so schön beschrieben: Eine attraktive Arbeitskollegin, der viele nachschauen, zu der ich mich stark hingezogen fühle, die aber einen Freund hat und dies auch klar definiert. Sie war in schwierigen Zeiten mehr als einmal für mich da, nahm sich Zeit für mich. Eine Beziehung mit ihr würde nicht funktionieren, zu unterschiedlich sind wir doch in gewissen Bereichen. Und doch ist da eine Nähe, die für mich nicht selbstverständlich ist. Wenn wir uns begrüssen (und uns niemand dabei sieht), nehmen wir uns oft in den Arm. Auch sonst nehmen wir uns spontan öfters in den Arm, und das nicht einfach schnell schnell, sondern wir sitzen dann einfach da, halten uns, oder sie lehnt sich bei mir an. Sie scheint also eine gewisse körperliche Nähe zu suchen. Ich war das bis dato nicht gewohnt, dass das eine Frau einem Mann gegenüber so zeigen kann, ohne dabei "mehr" zu wollen. Ich brauchte eine gewisse Zeit, um das einordnen zu können. Da meine Frau ohnehin schon sehr eifersüchtig ist, und das nicht nur auf "sie", geschehen unsere Treffen meistens heimlich. Natürlich finde ich das nicht toll, aber es wäre sonst nur schon schwierig, nach der Arbeit mal etwas trinken zu gehen. Ich fühle mich sehr kontrolliert.
Mir ist nun schon klar, dass ich zu meiner Familie gehöre:
1. natürlich muss ich mich mit meiner Schattenfrau nicht vielen Problemen stellen, die man halt im Alltag so zu bewältigen hat. Dessen bin ich mir auch voll bewusst.
2. der Kinder wegen
3. finanziell wäre alles andere mein Ruin. Geld ist zwar da, nicht übermässig aber doch so, dass es gut zum leben reicht
4. würde eine Beziehung mit "ihr" nicht funktionieren.
Trotzdem fühle ich mich "ihr" einfach näher als meiner Frau, darf das aber auch nicht zu laut sagen, da sie nicht zwischen mir und meiner Frau stehen bzw. mir so Probleme bereiten will.
Wahrscheinlich kommt nun der Rat, dass ich mit meiner Frau reden muss. Glaubt mir, das haben wir schon oft gemacht! Ich habe einfach etwas den Glauben an "ewige Liebe (und Treue)" verloren. Ich fühle mich in der jetzigen Situation gefangen.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie seid ihr damit umgegangen bzw. wie ist es am Schluss herausgekommen? Ich weiss, dass es nicht DEN Ratschlag gibt. Wollte es einfach mal loswerden, da diese Situation sehr schwierig für mich ist und viel auf dem Spiel steht. Danke für's Mitlesen![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 22
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27.07.2007, 15:46
Schattenfrau: In der Situation gefangen
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27.07.2007, 16:19
AW: Schattenfrau: In der Situation gefangen
Hallo Sven,
mir ist nicht ganz klar, was du nun möchtest, aber
1. Du musst mit deiner Frau reden.
Sorry, du wolltest es nicht hören, aber anders geht es nicht. Diese Stimmungsschwankungen deiner Frau müssen auf den Tisch, ihr habt 2 kleine Kinder, vielleicht fühlt sie sich überfordert und unterfordert zugleich? Wenn sie dir sagt, du seist der beste Mann, den sie sich vorstellen kann, dann glaube ihr. Ihr müsst reden oder besser: reden lernen, warum macht ihr keine Paartherapie in der eure Gespräche moderiert werden? Aber darauf werden andere hier sicher eingehen, die Erfahrung mit solchen Dingen gemacht haben.
Dass dich die Streitereien zermürben und vieles kaputt machen kann ich gut verstehen. Aber irgendein Problem hat deine Frau und die Kleinkinderphase ist nun einmal eine für das Paar sehr belastende. Aber auch das werden dir andere besser erklären können (ich selbst habe keine Kinder).
Deine Schattenfrau kann ein sehr wertvoller und wichtiger Freund in deinem Leben werden. Wenn sie betont, sie möchte sich nicht zwischen dich und Frau drängen und auch ihre Beziehung nicht aufs Spiel setzen, dann denke gar nicht auf anderen Szenarien herum. Auch hier gilt: glaube ihr, dass sie meint, was sie sagt. Auch wenn sie Körperkontakt sucht, heisst es nicht, dass sie mehr will. Respektiere das und reflektiere eure Begegnungen freundschaftlich. Alles andere würde sie von dir fort treiben.
Dass ihr euch heimlich trefft, meint treffen zu müssen, ist natürlich nicht so toll. Wenn die Wogen zwischen dir und deiner Frau geglättet sind und ihr wieder freundschaftlich und wohlwollend miteinander umgehen könnt, wirst du sicher einen Weg finden, auch deine Frau ein bisschen in diese Freundschaft integrieren zu können, so dass sie nicht heimlich stattfinden muss.
In Sachen Paartherapie und Kindererziehungszeiten kann ich mit eigenen Erfahrungen nicht dienen, wohl aber, wenn es um innige Freundschaften zwischen den Geschlechtern geht. Ich habe auch solche tiefen Freundschaften zu Männern, die in keiner meiner Beziehungen je ein Problem waren, wahrscheinlich weil ich eben klar definiere, für mich und nach aussen.
Sortiere dich erst einmal und fange mit deiner Ehe an. Deine Freundin wird dir da sicher ein guter und liebevoller Berater sein können, wenn du deinen inneren Fokus von Verliebtheitsgefühlen fernlenkst - und das geht! Mache dir nicht alles kaputt, sondern gestalte es zum positiven.
Wer keine Wahl hat, muss sich entscheiden.
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27.07.2007, 16:25
AW: Schattenfrau: In der Situation gefangen
Hallo Sven,
einen Rat kann ich Dir leider auch nicht geben, da ich fast genau in der selben Situation bin, wie Du. (andersrum halt, bin ja eine Frau)
Ich kann Dir nur sagen, dass ich Dich sehr gut verstehen kann, den Zwiespalt, in dem Du steckst und diese Sehnsucht nach der anderen Frau. Die Vernunft, die einem immer wieder sagt, es geht nicht, es darf nicht sein.
Das einzige was mir einfällt: Habt Ihr es schon mal mit Paartherapie versucht bzw. wäre das überhaupt eine Option für Euch?
Liebe Grüße
erika-franziska
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27.07.2007, 16:51
AW: Schattenfrau: In der Situation gefangen
Was ich will, schrieb ich ja bereits: einfach mal loswerden, was mich beschäftigt und von ähnlichen Erfahrungen lesen. Wir reden schon miteinander, aber manchmal verrennen wir uns und es kommt nix Gescheites dabei mehr heraus. Wir drehen uns im Kreis. Und natürlich glaube ich ihr, dass sie mich liebt, aber ich bin auch nur ein Mensch, und ich kann mich nicht dauernd mit hinunterziehen lassen bzw. dauernd versuchen, sie aus ihren Löchern zu holen. Das läuft schon seit langer Zeit so, mal mehr, mal weniger drastisch. Irgendwann kommt der Punkt, wo ich auch einfach nicht mehr mag. Therapie war auch schon Thema. Ich bin sofort bereit, sie sieht den Sinn nicht ganz ein. Momentan läuft es ganz gut. Und ja, sie ist vor allem überfordert mit Kindern, Beruf, Haushalt und ihren Ansprüchen an sich selber. Ich unterstütze sie, so mein Eindruck (und das bekomme ich von verschiedenen Seiten bestätigt), bekomme aber oft nur zu hören, dass es immer noch zu wenig ist.
Meine Schattenfrau ist ein sehr wichtiger Mensch für mich geworden, ja. Ich weiss, dass sie nicht mehr will, und es ist auch vollkommen ok so. Ich schrieb ja bereits, dass das keine Zukunft hätte. Ich denke, dass wir so den optimalen Zustand haben mit unserer Freundschaft. Schwierig ist einfach, dass es dieser Freundschaft so schwer gemacht wird von den äusseren Umständen und meiner Frau her. Fast scheint mir es, als sei ich deshalb noch weniger dazu bereit, einfach darauf zu verzichten. Ich muss wohl einfach für mich immer wieder aufpassen, dass ich meinen Kopf eingeschaltet lassen und mich an dem erfreuen, was ist. Tue ich auch, aber zwischendurch besteht schon die Gefahr (besonders, wenn es mit meiner Frau wieder Knatsch gibt), dass ich mich treiben lasse und für mich selber mehr reininterpretiere, als da ist, obwohl ich es ja eigentlich weiss. Tagträumen halt
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27.07.2007, 17:10
AW: Schattenfrau: In der Situation gefangen
Zitat von sven1
Sie sieht den Sinn nicht ein? Der Sinn wäre, ihren Mann und ihre Ehe zu `behalten`. Sage ihr das, sage ihr deutlich, dass du so, wie es jetzt ist, weder weiter kannst noch willst. Dass ihr in euren Gesprächen nicht voran kommt, muss sie ja auch merken, oder?
Wie ist denn euer Alltag so aufgeteilt? Plausch doch mal konkret. Sie arbeitet auch? Hilfst du ihr mit den Kindern, im Haushalt usw? Was sind das noch für Ansprüche, die sie an sich selbst stellt?Wer keine Wahl hat, muss sich entscheiden.
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27.07.2007, 17:12
AW: Schattenfrau: In der Situation gefangen
Auch dafür sind Freunde da: sich gegenseitig emotional ein bisschen auffangen. Kopfkino kann dir auch keiner verbieten und hat ausserdem heilende Kräfte.
Zitat von sven1
Wer keine Wahl hat, muss sich entscheiden.
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27.07.2007, 18:42
AW: Schattenfrau: In der Situation gefangen
Lieber Sven,
genau das ist es, Sven!Ich muss wohl einfach für mich immer wieder aufpassen, dass ich meinen Kopf eingeschaltet lassen und mich an dem erfreuen, was ist. Tue ich auch, aber zwischendurch besteht schon die Gefahr (besonders, wenn es mit meiner Frau wieder Knatsch gibt), dass ich mich treiben lasse und für mich selber mehr reininterpretiere, als da ist, obwohl ich es ja eigentlich weiss. Tagträumen halt
Bewerte ihre körperliche Nähe, das in den Arm nehmen bitte nicht über. Es muss wirklich nichts heißen, außer großer Sympathie. Ich kann verstehen, dass Dich das irritiert, aber es wäre wirklich ein Fehler, das über zu bewerten.
Schau auf das, was Du hast. Änder das, was Dich traurig macht. D.h. Du darfst die Kommunikation mit Deiner Frau nicht zu Gunsten Deiner Schattenfrau einstellen. Es darf sich nichts verlagern, sie darf nicht zu einem Ersatz werden.
Mir scheint, es gibt einiges, was es zu sortieren gibt und eine Begegnung dieser Art ist für mich ein guter Anlass, Beziehungsschau und Innenschau zu halten. Denke darüber nach, was DU in Dir fühlst und was Du ändern möchtest. Deine Schattenfrau zeigt Dir, was Du vermisst.
Kannst Du sie in Deinem Leben integrieren, als "Zuckerl", als festen Freund, auf den Verlass ist, dann hast Du ein großes Geschenk. Du würdest es zerstören, würdest Du mehr wollen und sie in etwas drängen, was sie nicht will. Sie hat signalisiert und klar gestellt, was Sache ist. Halte Dich dran.
Kopfkino: die Gedanken sind frei. Nur zu! Wieso nicht!
Aber achte auf Deine Beziehung und VERGLEICHE nicht.
Vergleich zwischen Schattenfrau und Sonnenfrau sind Gift für die Beziehung.
einen wohlmeinenden Gruss,
Murkami
Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können,
was in uns ist - was geschieht mit dem Rest?
Pascal Mercier
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27.07.2007, 19:12
AW: Schattenfrau: In der Situation gefangen
Zitat von Murkami
Diesen Hinweis halte ich für sehr wichtig, denn alles andere zieht dich und deine Ehe in eine Abwärtsspirale, aus der deine Frau (aus deinem Blickwinkel) keinerlei Chance mehr hätte, auszubrechen.
Ihre Launen sind vielleicht ein Anzeichen dafür, dass auch sie - wie du - gern ausbrechen würde. Vielleicht ist auch sie überfordert mit eurem Alltag, ihrem Selbstbild (um das sie zu kämpfen scheint?), euren Streitereien.. Letztendlich ist sie vielleicht genauso unglücklich wie du, was heissen würde, ihr zieht am selben Strang - nur leider in die falsche Richtung.Wer keine Wahl hat, muss sich entscheiden.
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27.07.2007, 19:44
AW: Schattenfrau: In der Situation gefangen
Noch etwas, Sven:
Eure Kinder sind noch sehr klein. In diesen Zeiten war ich auch oft einfach nur restlos müde und kaputt.
Ich kann mich daran erinnern, dass mein Partner das oft auf sich bezogen hat. Er hatte das Gefühl, mir nichts recht machen zu können, dass ich mein Lachen verlernt habe, hat alle meine "Launen" auf sich bezogen. Eine sehr schwere Zeit.
Ich hatte einfach ein totales Burn-Out. Am Ende meiner Kräfte und aus meiner Verzweiflung, Anspannung und Erschöpfung heraus, habe ich oft auch so gehandelt, dass ich nicht mehr "Ich selber" war. Gemerkt, dass ich eigentlich nicht mehr kann, habe ich das selber gar nicht, wir dachten, das sei einfach normal. Glücklich waren wir beide nicht. Einen rechten Sinn in einer Ehetherapie hätte ich damals wohl auch nicht gesehen, ganz einfach, weil ich so schon nicht mehr wusste, was ich noch alles tun soll und weil halt das Leben mit kleinen Kindern so ist.
Das also nur mal als Einblick, was alles passieren kann, wie sich eine lebensfrohe Frau zeitweise auch so verändern kann, dass der Mann meint, er würde nichts mehr richtig machen können.
Ich denke, Deine Frau braucht Dich gerade sehr. Du solltest ihr aber ganz ruhig und ohne Vorwürfe sagen, wenn Du traurig bist, Du Dich falsch verstanden fühlst etc.
Alles Liebe,
Murkami
PS: und manchmal wäre ich SEHR froh gewesen, mein Mann hätte MICH in den Arm genommen. Er dachte, das wäre mir zuviel. Nur so als Tip...das kann Wunder bewirken.
Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können,
was in uns ist - was geschieht mit dem Rest?
Pascal Mercier
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27.07.2007, 21:34Inaktiver User
AW: Schattenfrau: In der Situation gefangen
Murkami, genau das wollte ich doch gerade schreiben!
Diese Erfahrung machen sehr viele. Aber die meisten (leider nicht alle) strampeln sich aus der anstrengenden Kleinkindphase auch wieder heraus. Das ist wirklich eine Situation, wo durchhalten und zueinander stehen und treu sein, wie man es versprochen hat, angesagt ist, auch wenn es manchmal schwerfällt.Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie seid ihr damit umgegangen bzw. wie ist es am Schluss herausgekommen? Ich weiss, dass es nicht DEN Ratschlag gibt. Wollte es einfach mal loswerden, da diese Situation sehr schwierig für mich ist und viel auf dem Spiel steht.
Deine Frau hat sich die Belastungen dieser Zeit auch nicht im Einzelnen ausgesucht - die würde sicher auch manchmal am liebsten einfach ausbrechen.
Ich habe jeweils länger als ein Jahr gebraucht, um mich von der Geburt zu erholen, hatte auch das Lachen verlernt, habe meinem Mann einiges zugemutet ... und wir haben auch an einem Punkt gedacht, wir brauchen Eheberatung und würden es alleine nicht schaffen.
Und nicht viel später ging es uns wieder richtig gut. (Und jetzt haben wir sogar schon die Pubertät durchgestanden).
Wie damit umgehen?
Du wirst hier viele finden, mit denen Du Dich darüber austauschen kannst.
Ich fange mal an.
Je granteliger, desto liebebedürftiger.
Versuche so oft es Dir möglich ist, Dich ihr bewusst zuzuwenden.
Sie wahrzunehmen, ihr in die Augen zu schauen, sie in den Arm zu nehmen ...
Und wenn Du das mal nicht kannst, dann kannst Du auch mal auf den Tisch hauen und ihr signalisieren, was sie in Dir anrichtet. Zusammen weinen ist auch Nähe - und jedenfalls besser als wenn Du Dich von ihr zurück ziehst. Das sollte nach Möglichkeit überhaupt nicht sein.
Dann ist wichtig, dass Ihr Zeit zu zweit habt - und auch jeder für sich. Auch zu Hause.
Habt Ihr einen Babysitter, Großeltern, Freunde mit Kindern, so dass Ihr mal kinderfreie Zeit zusammen verbringen könnt?
Euch als Paar erleben? Nicht nur als Team und als Eltern?
Jeder braucht auch Zeit für sich und das solltet Ihr einander zugestehen und ermöglichen. Darüberhinaus Dir durch Heimlichkeiten mehr "unbeschwerte Zeit zu erschleichen", ist nicht fair.
Vielleicht "das falsche".Und ja, sie ist vor allem überfordert mit Kindern, Beruf, Haushalt und ihren Ansprüchen an sich selber. Ich unterstütze sie, so mein Eindruck (und das bekomme ich von verschiedenen Seiten bestätigt), bekomme aber oft nur zu hören, dass es immer noch zu wenig ist.
Ich wollte in der Phase auch "mehr Unterstützung" - obwohl völlig klar war, dass der Vorwurf an meinen Mann, er mache zu wenig, absurd gewesen wäre.
In einem Streit haben wir dann mal herausgearbeitet, dass er sich nicht für das ganz Tägliche zuständig fühlte - d.h. schreiendes Kind und Mahlzeiten. Bzw. es war nicht klar, wer zuständig ist.
Und dieses beides sind ja die Punkte, die es unmöglich machen, längere Handlungsbogen zu spannen - weil man immer wieder unterbrochen wird. Und u.a. das ist ja so anstrengend an dieser Phase.
Wir haben das dann - nachdem wir das erkannt haben - mit einer Vereinbarung gelöst: Es wurden Zeiten festgelegt, wann der eine und wann der andere "frei hat von Kindern und Küche" (er den ganzen Samstag, ich den Sonntag - das weiß ich noch wie heute
weil es damals so wichtig war).
Könnt Ihr noch mehr Hilfe für den Haushalt bekommen?
Eheberatung - solltest Du im Hinterkopf behalten. Du kannst auch erst einmal alleine gehen und ihr davon erzählen. Oder mal auf den Tisch hauen, dass Dir das wichtig ist, weil Du merkst, dass Du Dich immer mehr von ihr entfernst. Aber der Einwand, den Murkami dazu genannt hat, ist auch zutreffend.
Und ich vermute mal, dass es auch im Bett noch nicht rund läuft - vielleicht auch überhaupt nichts. Bis zu 2 Jahren ist (absolute) Unlust der Frau völlig normal (auch wenn es Frauen gibt, die nach 6 Wochen schon wieder Lust haben).
Darüber können wir auch gerne sprechen.
Wichtig finde ich z.B., dass Zärtlichkeit und Kuscheln trotzdem erhalten bleiben. Aneinandergekuschelt einfach so dasitzen solltest Du besser mit Deiner Frau als mit Deiner Arbeitskollegin.
Hier und hier findest Du die Mutmacherpostings aus Petis Thread - dort ging es um das Sexleben, dass völlig darnieder lag mit zweijährigen Zwillingen.
Du kannst den Thread dann ja von vorne lesen.
Soweit erst einmal - gerne mehr.
Alles Gute,
Gruß, Leonie
P.S. Hast Du Dich vor den Kindern auch schon kontrolliert gefühlt?Geändert von Inaktiver User (27.07.2007 um 21:54 Uhr)


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