Hallo Sven!Zitat von Sven:
Wie hast du den Realitätsbezug wieder hergstellt? Hast du einfach den Verstand deinen Gefühlen vorangestellt? Wie bist du damit umgegangen?
Tja, schwer zu beantworten. Das war wohl ein längerer Prozess. Ich drehte mich im Kreis und ging ziemlich am Stock, war total blockiert. Meine Arbeit hat darunter gelitten, ich war nur noch unkonzentriert, die Situation fing an mich tierisch viel Kraft zu kosten. Die Belastung wurde sogar so groß, dass ich schließlich gekündigt habe.
Ja, ich habe ein Stück weit meinen Verstand den Gefühlen voran gestellt. Das hätte aber niemals funktioniert, wenn für meinen Mann keinerlei Gefühle mehr vorhanden gewesen wären. Sie waren nur in dem Augenblick nicht so stark wie für meinen Schattenmann. Ich habe versucht, mir unabhängig von beiden klar zu werden, was ich will. Es war leichter als ich dachte, zumal mir jederzeit klar war, dass es für meinen Schattenmann und mich keine gemeinsame Zukunft geben würde. Selbst dann nicht, wenn ich ungebunden gewesen wäre.
Ich hatte aber einen anderen, sehr guten Grund, mich für meine Beziehung zu entscheiden: Ich bin nicht wegen Geld oder Kindern geblieben, sondern aus Liebe. Ich liebe meinen Mann, die Gefühle waren nur etwas "eingestaubt". ICH war das Problem, nicht er! Für mich war und ist es sehr wichtig hier zu sein, weil ich hier sein WILL und nicht weil mich irgendein Umstand dazu ZWINGT.
Versuch mal, Dir alle positiven Dinge Deiner Ehe ins Bewusstsein zu rufen. Es geht im Alltag viel zu schnell, sie zu vergessen oder zu übersehen. Schau Dir Fotos an, erinnere Dich, vielleicht gemeinsam mit Deiner Frau. Habt ihr gemeinsame Pläne? Reisen? Was macht euch Spaß?
Wenn Du Dir Veränderung wünschst, dann solltest Du damit beginnen. Und nicht erwarten, dass Deine Frau etwas ändert. Warum erwartet nur immer jeder den ersten Schritt vom anderen?
Eine Voraussetzung müsst ihr natürlich erfüllen, und zwar BEIDE: den Wunsch und das Bedürfnis euch wieder anzunähern.
Beantwortet das Deine Fragen irgendwie? Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen.
Viele Grüße,
Zelda
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Ergebnis 21 bis 22 von 22
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05.08.2007, 22:33
AW: Schattenfrau: In der Situation gefangen
Geändert von zelda.X (05.08.2007 um 22:37 Uhr)
"Man hört immer von Leuten, die vor lauter Liebe den Verstand verloren haben. Aber es gibt auch viele, die vor lauter Verstand die Liebe verloren haben."
>Jean Paul<
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11.08.2007, 19:39
AW: Schattenfrau: In der Situation gefangen
Hi Sven 1,
ich lese schon seit vielen Monaten in den verschiedensten Threads hier mit, deine Situation berührt mich ganz besonders, weil ich mich in den verschiedensten Positionen wiederfinde.
Ich habe nicht den ganzen Thread gelesen, vielleicht ist es ja schon gefragt worden, aber die entscheidende Frage ist: Was willst DU?
Laß jetzt auch einfach mal die pragmatischen Dinge wie finanzielle Überlegungen etc. außen vor. Sicher hast du eine Verantwortung deiner Familie gegenüber, aber darum geht es im Moment nicht. Solche Dinge regeln sich, auch wenn man zuerst vor einem Chaos zu stehen scheint.
Was willst du als Mensch für dich und dein Leben?
Das ist mir nicht ganz klar geworden. Wenn du dir diese Frage ehrlich für dich beantwortest, wäge ab. Und dann weißt du auch, was du zu tun hast und gehe diesen Weg. Das kann schmerzlich sein, aber er ist dann für dich und alle Beteiligten richtig und ehrlich.


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