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    AW: Schattenfrau: In der Situation gefangen

    Wow, erst einmal meinen besten Dank an all jene, die sich Zeit genommen haben, ihre Gedanken und Überlegungen aufzuschreiben!

    @levade
    Ja, klar helfe ich mit. Neben meinem 100%-Job hüte ich die Kids, wenn sie abends arbeitet, verpflege & wickle die Kleinen, bringe sie meistens ins Bett, auch wenn beide da sind, stehe meistens in der Nacht auf, wenn eines schreit, erledige sämtlichen Bürokram, der uns eben betrifft, ebenso die finanziellen Angelegenheiten, gehe aber auch einkaufen oder hänge Wäsche auf, obwohl die Wäsche eher ihr Job ist, wie auch das Kochen (was auch seine Geschichte hat). Wenn wir beide da sind, dann passe ich dafür in dieser Zeit auf die Kleinen auf. Es ist ja beileibe nicht so, dass ich in den Sessel plumpse und mir das Bier bringen lasse. Überhaupt bin ich überhaupt nicht der Typ, der sich dauernd davonstiehlt. Gehe vielleicht so 1x/Monat aus, neben ein bisschen Sport am Wochenende. Den hat sie übrigens auch und die Freiheit, auch auszugehen ebenfalls.
    Ihre Ansprüche sind sehr hoch, was die Ordnung betrifft: Jeden Abend muss das Kinderzimmer aufgeräumt sein, was ich nicht ganz verstehe, denn am nächsten Tag wird's ja wieder unordentlich, und solange das nur im Kinderzimmer ist, geht es in meinen Augen noch. In Punkto Sauberkeit dasselbe: Man könnte vom Boden essen bei uns. Manchmal geistert sie bis spät nachts mit dem Swiffer herum, was mich dann manchmal fast wahnsinnig macht. Kein Wunder, stösst sie so an ihre Grenzen. Ebenso beim Kochen hat sie ihre genauen Vorstellungen, wie es eben zubereitet werden muss und wie nicht. Mit ein Grund, warum ich aufgehört habe zu kochen. Das war ziemlich von Anfang an so.

    @Murkami
    Nein, nein, keine Angst, ich dränge meine Schattenfrau zu gar nichts. Glücklicherweise können wir auch darüber gut reden miteinander. Und es ist mir klar, dass ich sie sonst verlieren würde, wenn ich sie in diese Richtung ziehen würde. Schwierig ist nur, dass das meistens "geheim" passieren muss. Wenn sie ein Mann wäre, dann wäre das gar kein Problem. Aber so... Es ist einfach schade und ich hätte es auch lieber anders, glaub' mir!
    Und dass Vergleichen Gift ist für die eigene Beziehung hat mir meine Schattenfrau auch schon gesagt

    @leonie
    Ja, sie möchte geliebt werden, richtig. Aber das ist für mich schwierig zu zeigen, wenn ich (phasenweise) dauernd mit Vorwürfen oder ihrer schlechten Laune überhäuft werde. Ich kann einfach so nicht immer auf sie zugehen und sie in den Arm nehmen. Manchmal bin ich einfach auch am Limit.
    Zeit für uns als Paar haben wir wenig, daran müssen wir vermehrt arbeiten, und dessen sind wir uns bewusst. Babysitter haben wir mehrere, aber keine regelmässigen. Die Zeit, die jeder für sich selber hat, finde ich extrem wichtig. Dafür kämpfe ich auch, und da merkt sie, dass ich das kleine bisschen, was mir bleibt, nicht auch noch hergebe. Sonst wäre wohl schon lange aus.
    Hilfe für den Haushalt war auch mein Vorschlag! Nach langer Abwehr willigte sie letztens mal ein, passiert ist aber nichts. Muss da mal nachhaken. Ich glaube, dass sie Mühe hat, jemanden in "ihr Revier" reinzulassen, der es dann nicht genau so macht, wie sie es sich vorstellt.
    Und kuscheln, körperliche Nähe waren ihr nie so wichtig wie mir. Sie hat und hatte einfach weniger das Bedürfnis nach Nähe, besonders seit der ersten Geburt. Einander den Rücken massieren, in meinen Augen etwas wunderschönes, mag sie nicht. Und wenn, dann ist nach 2min Schluss, weil sie keine Lust mehr hat. Das war von Anfang an so. Sie hat einfach kein Bedürfnis danach. Das war übrigens schon vor den Geburten so.
    Und dass man in der Zeit nach der Geburt als Frau vielleicht eher andere Sachen im Kopf hat als Sex, das wusste ich ja und erfuhr es auch selber, was manchmal für mich als Mann auch nicht immer einfach war. Im Moment gibt es meistens "wichtigere" Dinge als Sex, was aber nicht heisst, dass gar keiner stattfindet. Ich habe mich aber mit der Situation weitgehend arrangiert und es ist nicht mehr so ein Problem wie auch schon.
    Nein, vor den Kindern stellte sich das Problem vom "Kontrolliert-sein" nicht. Es war eine ganz andere Situation ohne Kinder und Verantwortung.
    Soviel für den Moment.

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    AW: Schattenfrau: In der Situation gefangen

    Hallo Sven,


    ich kann nur voll und ganz unterstreichen was Dir Leonie geschrieben hat! ( für Leonie).


    Tja, und den eigenen Ansprüchen genügen ... kenne ich.
    Von meiner Schwester, die ist mit ihren beiden Kleinen auch fast zusammen gebrochen, WEIL - wie sie jetzt im Nachhinein selbst sagt - sie IHRE EIGENEN Ansprüche nicht runterschrauben konnte. Da drehtst Du Dich als Partner, Familie etc. im Kreis ... egal wieviel Du machst, es reicht halt nicht, WEIL SIE es eben nicht gemacht hatte und keiner es so macht wie sie. Es ihr verdammt schwer fiel Verantwortung abzugeben! Und das scheint ja bei Deiner Frau genauso zu sein (Stichwort kochen)!!! Wirklich abzugeben, nicht zu sagen, ok, Mann räumt für mich das Kinderzimmer auf und gut; sondern es war oft ein Mann räumt auf ABER ich kontrolliere nochmal (böse formuliert) bzw. gucke ob auch alles wirklich aufgeräumt ist und meinen Ansprüchen genügt (etwas netter formuliert).

    Das hat natürlich auf beiden Seiten für Frust gesorgt .
    Ihr Mann war verständlicherweise sehr vorsichtig unterwegs. Aber auch mir wurde es langsam zuviel, und habe meinen Punkt gemacht, daß Sie entweder was abgibt (und NICHT kontrolliert sondern sich mal auf mich verläßt) oder eben nicht. So ein "Vorarbeiten" damit Sie dann doch wieder alles selber macht, würde keinen Sinn machen, im Gegenteil, ich hätte arbeit und sie nicht weniger. Naja, ihr "Nachbessern" oder ihr "Verwirklichen ihrer Ansprüche" ist bei uns halt oft auch als Kritik angekommen. Kritik an "unserer" art etwas zu machen...

    Ich weiß nicht, ob es eine Option ist, sowas in der Art Deiner Frau zu sagen - oder ob es eher kontraproduktiv ist?!?

    Tja, ich denke es gibt kein Patentrezept: Meiner Schwester (und damit dann ihrem Mann und uns Rest-Familie ) haben letztendlich die klaren Ansagen (u.a. von mir) und einige Stunden bei pro-Familia geholfen. War keine Therapie, sondern mehr ein moderierter Austausch von Müttern oder Vätern (also, nicht als Paar, sondern entweder der Vater kommt oder die Mutter). Sie hat gesagt, daß sie es einfach von nem fremden Vater total verstanden hat wie er sich fühlte... und erst da hat es KLICK gemacht ...
    Sie hat dann nach und nach abgegeben, ihre Ansprüche wie sie sagt - und das ist ihr sehr wichtig - ZEITWEISE nicht runtergeschraubt, SONDERN ANGEPASST! Angepasst an Zwei Kinder plus EHE plus Haus Plus Job!
    Tja ... und da wir anderen dann auch wirklich helfen durften, war es schnell deutlich besser.

    Soviel zur Hilfe im Haushalt (fremde oder Deine): Sie muß erkennen, daß Sie sich, Dir und den Kindern einen Gefallen tut, wenn sie was abgibt!!!



    Naja, und zur Zeit alleine:
    Es ist sehr wichtig Zeit alleine zu haben. (MIR gaaaaaaanz besonders ).
    Aber die Paarebene will und muss auch gepflegt werden! Deshalb mein dringender Rat: Gebt die Kinder für einen Abend REGELMÄSSIG ab (ob Babysitter, Freunde, ELtern, egal). Aber die Regelmäßigkeit ist wichtig.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, daß es wichtig ist auch OHNE GRUND mal nen Abend zu zweit zu verbringen! Ohne das was geklärt werden muß, daß man eingeladen ist, ...etc. - Wie ihr denn Abend dann GEMEINSAM verbringt - ob zu zweit alleine weggehen, zu Hause was zusammen tun, oder auch mal in stillem Einvernehmen zu Hause jeder sein Ding macht und liest (ich) während der andere rumkrammt (er, am liebsten "unsere Papiere, Photo's etc" weil er ja sonst niiieee dazu kommt)... ist nebensächlich. Hauptsache ihr verbringt ZEIT GEMEINSAM OHNE GRUND!



    Zitat Zitat von sven1
    @leonie
    Ja, sie möchte geliebt werden, richtig. Aber das ist für mich schwierig zu zeigen, wenn ich (phasenweise) dauernd mit Vorwürfen oder ihrer schlechten Laune überhäuft werde. Ich kann einfach so nicht immer auf sie zugehen und sie in den Arm nehmen. Manchmal bin ich einfach auch am Limit.
    Dann sag ihr auch das. In einer ruhigen Minute. Sag ihr wie Du Dich fühlst, daß Du ihre Ansprüche nicht immer verstehst - muß man ja nicht - aber das Du sie trotzdem unterstützt, daß du ihr helfen möchtest. Es ist schliesslich EUER gemeinsames Projekt "Kinder", und Du möchtest/würdest Dich auch einbringen, aber Du das Gefühl hast, es nicht zu können, zu dürfen, nicht ausreichend, oder nicht ausreichend gut etc. Und das Dich das auch verletzt.

    Vielleicht würde ich GEMEINSAMES PROJEKT Kinder betonen, und daraus ableiten, daß es wichtig ist, daß auch jeder mal ne Pause von diesem Projekt hat. "Den Sonntag sie, denn Samstag er" alleinige Kinderverantwortung leben Freunde von mir - sie sagen ist die einzige Möglichkeit mal mit gutem Gewissen man selbst zu sein (nicht "nur" Mutter/Vater). [Wir haben andere Mutter-Zeiten und Vater-Zeiten, aber auch klare Zeiten, wo nur Mama oder Papa zuständig ist].


    Tja, jetzt hast Du ne Menge Vorschläge ... hoffe daß Dir das was hilft...



    LG Lavina

  3. Inaktiver User

    AW: Schattenfrau: In der Situation gefangen

    Liebe Lavinia,
    ich moechte dir ein Kompliment machen, fuer deinen sehr konstruktiven Beitrag.

    (Du hast ihn an Sven geschrieben, aber er enthaelt sehr gute Gedanken, die auch mich und mein Mutter- und Ehefrau-sein irgendwo getroffen haben.)

    Lieber Sven,

    ich hoffe, die Beitraege hier koennen dir hilfreich sein, aber ich denke, auch gerade dein Beitrag als Mann, hier unter vielen Frauen, die sich vielleicht in deiner Frau wieder erkennen koennen, ist sehr hilfreich!

    Wie Lavinia so schoen schrieb - es einmal von einem anderen Mann zu hoeren als von dem eigenen kann einem manchmal sehr nuetzlich sein.

    Oft sind die Erwartungen, die wir an uns selbst haben so viel anspruchsvoller, als die, die wir an andere haetten und auch wenn man das erkennt ist es schwer umzulernen. Es ist nicht nur die "physische" Mehrarbeit, die uns sicher sehr belastet, sondern die "mentale", das innere Gefuehl "sich sorgen" zu muessen, sich "verantwortlich" fuehlen zu muessen und dies nicht abgeben zu koennen.

    Ich waere so gern manchmal in eine andere "sorgenlose" Person geschluepft und hatte doch einen lieben hilfsbereiten Mann wie dich. Ich konnte ihm einfach meine "Gedanken" nicht abgeben!

    Wenn deine Frau bis nachts spaet durch die Wohnung putzt, kann dass auch sein, weil sie dieses putzen irgendwie als ein "Ritual" betrachtet, um sich abzulenken...ich raueme z.B. mechanisch auf, wenn ich traurig, sauer oder besorgt bin, obwohl ich eigentlich gar kein so ordenlicher Mensch bin... es ist etwas, warauf ich mich ohne Gedanken konzentrieren kann.


    Aber die Paarebene will und muss auch gepflegt werden! Deshalb mein dringender Rat: Gebt die Kinder für einen Abend REGELMÄSSIG ab (ob Babysitter, Freunde, ELtern, egal). Aber die Regelmäßigkeit ist wichtig.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, daß es wichtig ist auch OHNE GRUND mal nen Abend zu zweit zu verbringen! Ohne das was geklärt werden muß, daß man eingeladen ist, ...etc. - Wie ihr denn Abend dann GEMEINSAM verbringt - ob zu zweit alleine weggehen, zu Hause was zusammen tun, oder auch mal in stillem Einvernehmen zu Hause jeder sein Ding macht und liest (ich) während der andere rumkrammt (er, am liebsten "unsere Papiere, Photo's etc" weil er ja sonst niiieee dazu kommt)... ist nebensächlich. Hauptsache ihr verbringt ZEIT GEMEINSAM OHNE GRUND!
    Das ist z.B. etwas was wir versaeumt haben zu tun - es schien uns "nicht verantwortungsbewusst", "egoistisch" unserer Tochter gegenueber und das empfinde ich heute als Fehler!

    Schoenes Wochenende an alle
    Amorosa

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    AW: Schattenfrau: In der Situation gefangen

    Hallo Sven,

    auch ohne Kinder drohten mein Mann und ich uns zu verlieren und unsere Beziehung hatte etwas von einem leise plätschernden Bach bekommen. In dieser Zeit habe ich meinen Schattenmann kennengelernt und es wurde nicht einfacher die Beziehung zu meinem Mann wieder zu beleben, vor allem da mir der Schattenmann tagtäglich im Büro präsent war und unser Umgang dem reißenden Fluss glich, der meinem Mann und mir abhanden gekommen war. Das prickelt!

    Was emotional mit mir geschieht habe ich erst gemerkt, als es längst zu spät war. Trotzdem ich total verblendet war, konnte ich irgendwann den Realitätsbezug wieder herstellen und mir wichtige Dinge klar machen, nämlich, dass vielleicht jede Beziehung früher oder später mit oder ohne Kinder an den Punkt kommt, an dem mein Mann und ich uns befanden, es sei denn, man weiß das RECHTZEITIG zu verhindern. Die vielen gemeinsamen Jahre, die wir nun schon zusammen lebten, waren es mir in jedem Fall wert, um uns zu kämpfen. Wir waren zu dem Zeitpunkt übrigens nicht verheiratet.

    Nun, der Kampf war irgendwann zu Ende. Er ist etwas anderem gewichen: Beziehungsarbeit! Ich denke, sie darf nie aufhören. Für uns heißt das, nie selbstverständlich füreinander werden zu dürfen und sich immer wieder die Gründe bewusst zu machen, für die man einander liebt und die das Zusammensein wertvoll und unvergleichlich machen. Dazu gehört natürlich der permanente Austausch. Gegenseitig! Reden UND Zuhören! Denn nur wer weiß, was in seinem Partner vorgeht, was ihn bedrückt, was ihm fehlt, welche Bedürfnisse er hat oder was ihm Sorgen bereitet, kann auf ihn eingehen.

    Wir haben schon oft festgestellt, das etwas, das so logisch klingt manchmal in der Realität gar nicht so leicht ist. Irgendwann ist uns aufgefallen, dass jeder von uns täglich oft von einem "wichtigen" Meeting zum nächsten rennt, egal, wie voll der Schreibtisch ist... So wichtig sollte uns von da an unser Privatleben mindestens sein auch wenn einem langen Tag nur wenige gemeinsame und oft erschöpfte Stunden am Abend gegenüber stehen.

    Es scheint mir gerade komisch das hier alles so zu schreiben, denn auch mich findest Du im benachbarten Schattenmann-Thread. Es gibt ihn immer noch und ich fühle mich oft sehr zerrissen, weil er zu einer Freundschaft wie Du sie beschreibst, leider nicht in der Lage ist und ich ihn oft schrecklich vermisse. Mein Mann weiß von der Existenz dieses Anderen, der fern und doch so nah ist. Ich wollte und konnte im Alltag nicht so tun, als wenn jemand der mir so viel bedeutet nicht existiert, denn dieser Jemand ist ein ganz wichtiger Teil meines Lebens und das soll er auch bleiben. Das Leben hat sich aus vielen Gründen verändert seit ich ihn kenne. Trotz Zwiespalt bin ich daüber aber sehr froh, außer das ich mir wünsche, dass aus uns irgendwann eine für beide Seiten bereichernde und damit lebbare Freundschaft wird.

    Lieber Sven, ich wünsche Dir alles Liebe und das sich die Dinge so entwickeln, dass Du glücklich damit sein wirst!

    Zelda
    Geändert von zelda.X (28.07.2007 um 19:12 Uhr)
    "Man hört immer von Leuten, die vor lauter Liebe den Verstand verloren haben. Aber es gibt auch viele, die vor lauter Verstand die Liebe verloren haben."

    >Jean Paul<

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    AW: Schattenfrau: In der Situation gefangen

    Für eure Zeilen und guten Worte bedanke ich mich herzlich

    @ lavina
    @amorosa
    Du triffst es auf den Punkt: Wenn ich z.B. staubsauge, dann findet sie garantiert irgendwo noch ein Haar auf dem Boden und meckert dann, ich sei ihr so keine Hilfe. Dieses dauernde "nicht genügen können" und immer mit diesem Gefühl zu leben, es zu wenig gut, sauber, genau, ordentlich oder was auch immer zu machen, das zermürbt mich. Weiteres Beispiel von letzthin: Einkaufen (Ist allerdings nicht immer so). Ich bot ihr an, mit den Kindern einkaufen zu gehen. Aber nein, sie wollte unbedingt mitkommen. Das wirkt für mich halt, als traue sie es mir nicht zu, die richtigen Dinge einzukaufen. Ich verkomme dann zum reinen Einkaufswagenschieber. Alleine will sie dann aber doch auch wieder nicht gehen.
    Was du sehr treffend schreibst: "Vorarbeiten" damit Sie dann doch wieder alles selber macht, würde keinen Sinn machen, im Gegenteil, ich hätte arbeit und sie nicht weniger. Genauso sehe ich das bei uns. Ich sagte ihr auch schon, dass sie vielleicht an ihren Ansprüchen arbeiten muss. Allerdings verwendete ich "herunterschrauben" (wozu sie nicht bereit ist). "Anpassen" wäre wohl tatsächlich der passendere Begriff. Werde das im Kopf behalten. Danke!
    Den Rat, regelmässig die Kinder abzugeben, haben wir schon mehrfach gehört und würden ihn auch gerne befolgen. Allerdings fehlt uns hier etwas das Umfeld und die passenden Leute dazu, die die Kinder REGELMÄSSIG nehmen könnten. Sporadisch haben wir schon unsere Leute, aber es muss immer jedes Mal organisiert werden.

    @zelda.X
    Du schreibst davon, dass vielleicht jede Beziehung früher oder später mit oder ohne Kinder an den Punkt kommt, an dem wir uns jetzt vielleicht gerade oder eben schon seit einiger Zeit befinden. Und dessen bin ich mir schon bewusst. Nur wenn du dann tatsächlich in der Situation steckst, ist es nochmal etwas anderes. Wie hast du den Realitätsbezug wieder hergstellt? Hast du einfach den Verstand deinen Gefühlen vorangestellt? Wie bist du damit umgegangen?


    Der permanente Austausch fehlt uns schon seit einiger Zeit. Mit 2 Kindern muss man sich das schon fix einplanen. Ich habe fast manchmal den Eindruck, dass wir/ich froh bin, wenn wir nicht schon wieder diskutieren müssen. Dann schauen wir uns lieber einen Film an, da braucht man nicht miteinander zu reden. Ich habe fast manchmal den Eindruck, dass wir uns nicht mehr so viel zu sagen haben. Gerade heute Abend: Zum ersten Mal seit ewig sind die Kinder über Nacht nicht bei uns. Nachdem die Wäsche in Ordnung gebracht wurde (...) schauten wir uns eben einen Film an. Irgendwann nickte ich ein, bis sie später dann auch den Fernseher abstellte, mir den Rücken zudrehte und das Licht löschte. Wortlos. Es schmerzt mich irgendwie. Das war unser freier Abend heute.
    Sowieso habe ich momentan den Eindruck, dass es sooo wenig braucht (manchmal nur eine Bemerkung), dass das Kartenhaus wieder in sich zusammenfällt, dass man wieder die Perspektive und den Mut verliert. Man wird sehr dünnhäutig, was die Sache nochmal zusätzlich erschwert. Es ist ein Auf und Ab, und das schon seit langem. Irgendwann muss doch mal wieder etwas Konstanz reinkommen. Füreinander und miteinader, nicht gegeneinander! Kraft schöpfen und Erholung statt dauernder Kampf. Vielleicht nicht die Realität.

    Na ja, bin vielleicht gerade etwas frustriert und deshalb nicht ganz objektiv.

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    AW: Schattenfrau: In der Situation gefangen

    Hallo Sven,

    im ersten Absatz deines letzten Postings, erkenne ich sehr gut eine Phase wieder, die auch ich in meiner Ehe hatte. Mein Mann hätte es damals sicher genauso beschrieben, wie du jetzt, dass er eh nichts richtig machen kann, dass ich noch ein "Haar auf dem Boden gefunden hätte" usw.

    Und ja, es stimmt, ich habe gemeckert und ich wollte ihn vor Augen führen, dass ich sowieso alles besser kann... Der wahre Grund für mein Verhalten, war aber ein anderer. Ich würde sagen, es war ein Hilfeschrei, wobei ich keine Hilfe wollte beim Waschen und Putzen, sondern ich wollte Anerkennung, für das, was ich eigentlich gern getan habe, auch wenn ich immer mehr gemeckert habe, dass ich alles machen muß.

    Ich versuche es mal an einem Beispiel zu beschreiben: ich putzte nicht nur die Wohnung, ich "schmückte" sie auch und dekorierte sie. Schmückte einen schönen Osterstrauß oder stellte die Weihnachtsdeko, die ich teilweise auch vorher mit unserer gemeinsamen Tochter gebastelt hatte auf und freute mich über meine "Leistung und das optisch gelungene Werk". Mein Mann kam nach Hause und erwähnte die Deko und die Bastelstunde mit keinem Wort, ich weiß nicht mal, ob er nur nichts sagte, sondern es wirklich nicht mal bemerkt hatte, weil das für ihn unwichtiger Kram war. Das hat mich richtig verletzt und ich staute in meinem Inneren immer mehr solche Verletzungen an und irgendwann war die Situation dann so, wie du sie gerade beschrieben hast.
    Dabei fühlte ich mich mit Haushalt und Kind nicht wirklich überfordert, ich wollte nur mal ein Wort der Anerkennung. Einfach mal hören: "Man die Wohnung blitzt aber heute ganz besonders, da warst du heute aber richtig fleißig, mein Schatz", und meine Welt wäre in Ordnung gewesen. Aber so etwas kam nie.

    Ergo kriegte mein Mann auch keine Anerkennung, wenn er mal staubsaugte, sondern bewusst suchte ich nun das berühmte Haar auf dem Boden, um auch ihn zu verletzen.

    Verstehst du in etwa, wie ich das meine, auch wenn es hier vielleicht etwas gestammelt rüber kommt?

    Indirekt trifft das auch auf euren freien Abend zu. Du schreibst hier, wie enttäuscht du warst, dass ihr nur fern gesehen habt und sie dir später wortlos den Rücken zudrehte.

    Gegenfrage: Was konkret hast du für einen gelungenen Abend beigetragen?
    Geh mal in dich...

    Und da wir gerade dabei sind, wann hast du deine Frau das letzte Mal mit irgendetwas überrascht, wann hast du ihr das letzte Mal spontan gesagt, dass sie heute besonders gut und attraktiv aussieht, wann hast du sie das letzte Mal spüren lassen, was für eine gute Mutter sie für eure Kinder ist und wie toll sie das alles macht...???

    Liebe Grüße
    Rosemarie
    Geändert von Rosemarie (01.08.2007 um 07:03 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Schattenfrau: In der Situation gefangen

    Mir ist nun schon klar, dass ich zu meiner Familie gehöre:
    1. natürlich muss ich mich mit meiner Schattenfrau nicht vielen Problemen stellen, die man halt im Alltag so zu bewältigen hat. Dessen bin ich mir auch voll bewusst.
    2. der Kinder wegen
    3. finanziell wäre alles andere mein Ruin. Geld ist zwar da, nicht übermässig aber doch so, dass es gut zum leben reicht
    4. würde eine Beziehung mit "ihr" nicht funktionieren.
    Trotzdem fühle ich mich "ihr" einfach näher als meiner Frau, darf das aber auch nicht zu laut sagen, da sie nicht zwischen mir und meiner Frau stehen bzw. mir so Probleme bereiten will.
    Ich will Dir nicht einreden, dass Du Dich von Deiner Frau trennen sollst - aber wenn ich diese Punkte lese, gruselt mich die Vorstellung, dass Du unter diesen Bedingungen eine Ehe/Partnerschaft führst.

    Wie stellst Du Dir vor, dass sie die Situation weiter entwickeln wird?
    Irgendwann wird Deine Frau ganz sicher merken, wie es um Euch steht - wenn sie es nicht schon längst weiss.

    Wahrscheinlich kommt nun der Rat, dass ich mit meiner Frau reden muss. Glaubt mir, das haben wir schon oft gemacht! Ich habe einfach etwas den Glauben an "ewige Liebe (und Treue)" verloren. Ich fühle mich in der jetzigen Situation gefangen.
    Du musst nicht an die ewige Liebe glauben - aber Deine Frau hat ein Recht auf einen ehrlichen und aufrichtigen Partner. Du machst Dich in der Situation gerade selbst zum Gefangenen.

  8. User Info Menu

    AW: Schattenfrau: In der Situation gefangen

    Zitat Zitat von Rosemarie
    Gegenfrage: Was konkret hast du für einen gelungenen Abend beigetragen?
    Geh mal in dich...

    Und da wir gerade dabei sind, wann hast du deine Frau das letzte Mal mit irgendetwas überrascht, wann hast du ihr das letzte Mal spontan gesagt, dass sie heute besonders gut und attraktiv aussieht, wann hast du sie das letzte Mal spüren lassen, was für eine gute Mutter sie für eure Kinder ist und wie toll sie das alles macht...???
    Genau das gleiche schoss mir beim lesen von Svens Beitrag eben auch durch den Kopf!

  9. User Info Menu

    AW: Schattenfrau: In der Situation gefangen

    @Rosemarie
    Anerkennung, ja das ist genau das, was sie verlangt! Exakt!
    Ich versuche ihr das zu erfüllen, allerdings finde ich gewisse Dinge einfach auch nur überflüssig bzw. macht sie sich selbst damit das Leben schwer. (Staubsaugen nachts um 22.30h, Kinderzimmer jeden Abend neu aufräumen,...). Hier fällt es mir schwer, ihr Anerkennung gegenüber zu bringen, da ich denke, dass wenn sie ihre Anforderungen an die Situation anpassen würde, dass Vieles nur noch halb so schlimm wäre. Vieles kommt bei ihr einfach aus einer Überforderung heraus. Unser verkorkster Abend hatte seine Wurzeln in einer Meinungsverschiedenheit tagsüber, was ich aber nicht wusste. Und gesagt, dass sie toll aussieht oder dass ich sie gerne habe/liebe, das ist glaube ich - zumindest in letzter Zeit - nicht das Problem. Ich bin sehr bemüht darum.

  10. User Info Menu

    AW: Schattenfrau: In der Situation gefangen

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wie stellst Du Dir vor, dass sie die Situation weiter entwickeln wird?
    Ich hoffe, dass sie aus ihrer permanenten Überforderung herausfindet, mit meiner Unterstützung, ja. Die Kinder werden auch selbständiger mit der Zeit.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Irgendwann wird Deine Frau ganz sicher merken, wie es um Euch steht - wenn sie es nicht schon längst weiss.
    Sie weiss, dass wir (SF und ich) gut miteinander auskommen. Sie kann mit ihr aber nicht so viel anfangen. Leider ist sie sehr schnell eifersüchtig. Es wäre viel einfacher und mir eigentlich auch viel lieber, wenn wir mit offenen Karten spielen könnten. Die ganze Sache bekäme dann auch nicht so einen "ich betrüge meine Frau-Charakter". Aber das würde bedeuten, dass die Freundschaft zu SF wohl auf Verlangen von EF beendet wäre, eben wegen ihrer Eifersucht.
    Geändert von sven1 (03.08.2007 um 13:56 Uhr)

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