Antworten
Seite 2 von 3 ErsteErste 123 LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 21
  1. Inaktiver User

    AW: Kann man je wieder vertrauen? Der Mutmach / Realitäts-Thread

    Zitat Zitat von joleni
    Ich glaube, dass es Partnerschaften gibt, die einen Seitensprung verkraften koennen.

    Dann kann man auch eine so demuetigende Geschichte wie das fremdgehen irgendwann wegpacken, wenn man gleichzeitig das Gefuehl hat, der Partner ist wirklich gefuehlmaessig bei einem.
    Das halte ich für den entscheidenden Punkt. Wenn der Partner sich emotional mit dem auseinandersetzt, was er mit seinem Betrug angerichtet hat, dann kann einiges heilen. Für mich gilt das auch für andere Verletzungen als Betrug.

    Wenn es den Partner ehrlich schmerzt, dass er einen verletzt hat, dann ist Heilung möglich. Wenn er zur Tagesordnung übergeht und/oder das Gespräch verweigert, wird es schwierig.

  2. User Info Menu

    AW: Kann man je wieder vertrauen? Der Mutmach / Realitäts-Thread

    Ich denke dass man 100%iges Vertrauen nicht mehr erreichen kann nach einem Betrug.
    Die Frage ist ob es überhaupt gut ist zu allem und jedem im Leben soviel Vertrauen zu haben.
    Mir für meinen Teil reicht es seit der Affäre meines Mannes dass ich mir 100% vertraue und ich mich auch mich verlassen kann. Zu wissen, ich kann handeln falls mir mal wieder übel mitgespielt wird.
    Bei mir waren es ja gleich zwei die mich belogen und hintergangen haben, Ehemann und *vertraute* Nachbarin.
    Ich bin zudem Zeitpunkt *erwachsen* geworden, habe die Augen aufmachen müssen und erkennen müssen dass es besser ist immer ein bisschen mistrauisch zu bleiben und, ganz wichtig, immer das Bauchgefühl im Auge behalten.
    Und, auch sehr wichtig, auch eine Sache die ich gelernt habe ist ,sich die eigene Eigenständigkeit zu bewahren, man selber bleiben.
    So im Nachhinein habe ich sehr viel aus dieser Affäre gelernt.
    Vor allem bin ich viel stärker aus dieser Sache wieder rausgekommen.
    Aber auch mein Mann hat aus dieser Geschichte gelernt. Gelernt wie wichtig ich für ihn bin, gelernt dass er nicht das Kribbeln im Bauch braucht um glücklich und zufrieden zu sein, weil Kribbeln ist zwar was Berauschendes aber nichts Beständiges.
    Bei uns kommt die Sache zwar manchmal noch auf den Tisch und dann rappelts auch schon mal, aber das hält unsere Partnerschaft aus. Muß sie auch, sonst wär sie fürn A....
    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

  3. User Info Menu

    AW: Kann man je wieder vertrauen? Der Mutmach / Realitäts-Thread

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wenn es den Partner ehrlich schmerzt, dass er einen verletzt hat, dann ist Heilung möglich. Wenn er zur Tagesordnung übergeht und/oder das Gespräch verweigert, wird es schwierig.
    Dem stimme ich voll und ganz zu.
    Macht er das Letztere wird es nicht nur schwierig sondern unmöglich wieder eine gemeinsame Basis zu finden.
    Einer bleibt dabei auf der Strecke ...
    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

  4. Inaktiver User

    AW: Kann man je wieder vertrauen? Der Mutmach / Realitäts-Thread

    Gibt es Männer, die nicht alles mitnehmen, was sich mitnehmen ließe? Gibt es mutige Männer, die sich auf nur eine Frau einlassen? Gibt es Männer, die das aushalten, was auf sie zu kommt mit einer Frau, deren Fähigkeit zu vertrauen tief gestört ist?
    Und, noch wichtiger für mich: gibt es Frauen, die es schaffen, wieder wirklich zu vertrauen?
    Für mich fehlen bei Deinen Fragen entscheidende Punkte - nämlich die anderen 50% eines Paares und deren Einfluss auf die Beziehung.

    Es ist nicht "der Mann" der die Beziehung gestaltet, es sind beide Partner. Beziehung ist keine Einbahnstrasse, in der einer völlig isoliert etwas tut - da gibt es Entwicklungen, Geschichten, Versäumnisse, gute und schlechte Kommunikation, unterschiedliche Phasen von Distanz und Nähe, intrapersonelle Prozesse, die sich wiederum auf die Beziehung auswirken, Krisen, die sowohl das Individuum wie auch das Paar betreffen, Fragen des Abgleichs, des Raums, der Individualität eingeräumt wird - Beziehungen sind komplexe Gebilde, die sich konstant wandeln. Dafür Aufmerksamkeit und Offenheit mitzubringen liegt in der Verantwortung beider Partner - was ich nicht einbringe, kann auch keine Früchte tragen, wohl aber im Verborgenen wuchern.

    Zu häufig wird eine Krise, die durch eine Affäre ausgelöst wurde, auf diese Affäre reduziert, und das geht in die Hose. Bleibt ein Paar bei dieser Thematik stecken, stellt es sich nicht dem, was "sonst noch" gelaufen ist und läuft, beisst sich insbesondere der betrogene Partner an der Schuldfrage fest, kann sich nicht viel bewegen.

    Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen:

    Ja, Vertrauen kann wieder vollumfänglich hergestellt werden. Eine Beziehung kann nicht wie "vorher" werden, aber ist das wünschenswert? Sie hat durchaus die Chance besser, schöner, intensiver, ehrlicher und authentischer werden. Sie kann Krisen überstehen und daran wachsen, und zwar in dem Masse, wie BEIDE Partner bereit dazu sind.

    Sie kann natürlich auch so beschädigt sein, dass nur die Trennung bleibt.

    Wichtig finde ich zu sehen, dass es nicht "das Opfer" und "den Täter" gibt, sondern dass beides dynamisch ist, weil Einflüsse in Beziehungen immer reziprok sind. Es macht mich hellhörig, wenn jemand sagt: Bis zur Affäre war unsere Beziehung wunderbar! Manchmal ist es tatsächlich so, dass eine Affäre, ein ONS mit der Beziehung nichts zu tun hat, sondern eine ganz individuelle Kiste ist. Aber halt eben eine Kiste, die im Moment des Geschehens Teil der Beziehung wird, und daher auch über die Beziehung verarbeitet werden muss. Und Arbeit ist so ein Prozess - für BEIDE Partner.

    Letzteres wird häufig vergessen, weil es ja schliesslich "der andere" ist, der die Affäre hatte. Dieses Bild hängt jedoch mächtig schief - das, was einer der Partner "hat", beeinflusst immer beide, und so müssen beide Partner ran, ob das nun fair scheint oder nicht.

    Es IST machbar, und es kann gelingen - Voraussetzung ist und bleibt, dass beide ein Interesse an diesem Gelingen haben, was u.a. auch verlangt, eigenen Verletzungen die Chance zur Heilung einzuräumen, und sie nicht als eine Art Trumpf im Ärmel immer dann zu ziehen, wenn der Partner sich anschickt, sich der Kontrolle zu entziehen oder anderes als Wohlverhalten zu zeigen.

    Vertrauen beinhaltet in erster Linie, dass ich mir selbst vertraue, und das ist ein wichtiger Punkt für diejenigen, die einen Vertrauensbruch erfahren haben. Der wirkt sich immer auch auf das Selbst_vertrauen auf, und damit Vertrauen in andere (wieder?) möglich wird, geht es zunächst immer auch um eine Reise ins eigene Vertrauensland.

    Schnell geht in Bezug auf all diese Prozesse nichts - es kann Jahre dauern, bis sich das Gefühl einstellt: Ja, wir haben es geschafft, ich fühle mich wieder "heil" und gut.

    Es ist ein lohnender Weg, wie ich finde, weil er auch dann Früchte trägt, wenn das Ergebnis tatsächlich eine Trennung sein sollte.

    Grüssle
    Seawasp

  5. Inaktiver User

    AW: Kann man je wieder vertrauen? Der Mutmach / Realitäts-Thread

    Hier alle Männer über einen Kamm zu scheren wäre nicht gerecht, es gibt einfach zu große Unterschiede. Es gibt durch aus Männer die treu sind !

    Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig heraus zu finden warum der Partner fremdgegangen ist.

    Sich auch selbst Fehler eingestehen und versuchen diese nicht zu wiederholen.

    Gruß loulou

  6. User Info Menu

    AW: Kann man je wieder vertrauen? Der Mutmach / Realitäts-Thread

    Hört sich vielleicht banal an, aber ich denke: "einen Seitensprung kann man verzeihen, aber vergessen kann man ihn nicht". Das wäre auch pure Verdrängung. Natürlich muss vor einem Seitensprung schon Defizite dagewesen sein. Zumindest bei einer Seite. Und wie Lena1234 schon sagt, glaube ich auch nicht, dass nach einem solchem Erlebnis 100 % Vertrauen irgendwann wieder da ist. Der Prozentsatz kann steigen, aber ganz , nee das glaube ich nicht. Ich für meinen Teil dachte: Mein Mann , nie, auf keinen Fall. Obwohl ich auch mal seine Geliebte war (Schande über mich), wenn auch nur kurz. Nie und nimmer hätte ich es gedacht. Nun gut. Ich bin eines besseren belhrt worden, und die Landung war hart. Aber die Ergebnisse aus der Affaire sind bei mir so, wie es Lena beschreibt. Komisch Lena, wir scheinen uns sehr ähnlich zu sein.
    Grüße

  7. User Info Menu

    AW: Kann man je wieder vertrauen? Der Mutmach / Realitäts-Thread

    @ seawasp:
    Du schreibst immer so gute Dinge.
    Einfach mal ein

    für dich!
    flying is the art of falling to the ground without touching

  8. Inaktiver User

    AW: Kann man je wieder vertrauen? Der Mutmach / Realitäts-Thread

    Meiner Meinung nach kommt es darauf an, warum es passierte und wie es mit dem Partner zusammen verarbeitet wurde.

    Vieles, was seawasp schreibt, finde ich sehr treffend.

    Sicher wird eine Beziehung dadurch verändert. Sie hat aber die Chance anders/besser zu werden, wenn beide es wollen.

    Grüße
    efeu

  9. User Info Menu

    AW: Kann man je wieder vertrauen? Der Mutmach / Realitäts-Thread

    Hallo, ich wurde von meinem Ex-Mann auch mehrfach betrogen. Sein Nachfolger war auch nicht besser, der danach... Ja und dann kam wieder einer. Der war nett. Kurzzeitig. Aber es passte einfach nicht. ABER: Egal, was mit jedem dieser Männer war. Ich konnte gar nicht anders, ich habe vertraut. Habe zwar mehrfach Dinge hinterfragt, aber ich hatte ein Grundvertrauen. Viele mögen es jetzt naiv finden, aber ich denke, es gibt ein Grundvertrauen, daß man nie verlieren wird. Man weiß, gerade in der Liebe nicht, was auf einen zukommt und jeder hat eine Chance verdient.
    LG

  10. Inaktiver User

    AW: Kann man je wieder vertrauen? Der Mutmach / Realitäts-Thread

    Zitat Zitat von Bambi
    Hallo, ich wurde von meinem Ex-Mann auch mehrfach betrogen. Sein Nachfolger war auch nicht besser, der danach... Ja und dann kam wieder einer. Der war nett. Kurzzeitig. Aber es passte einfach nicht. ABER: Egal, was mit jedem dieser Männer war. Ich konnte gar nicht anders, ich habe vertraut. Habe zwar mehrfach Dinge hinterfragt, aber ich hatte ein Grundvertrauen. Viele mögen es jetzt naiv finden, aber ich denke, es gibt ein Grundvertrauen, daß man nie verlieren wird. Man weiß, gerade in der Liebe nicht, was auf einen zukommt und jeder hat eine Chance verdient.
    LG

    Das ist gar nicht naiv, für mich ist Vertrauen eine Grundbasis in der Beziehung ohne die läuft bei mir gar nichts.
    Wenn ich mir ständig Gedanke darum machen müsste "Wie sehr liebt mich mein Partner oder ist er mir wirklich treu" ich glaub ich würde wahnsinnig werden.
    Diese Selbstzweifel würden mir zu sehr an meinem Selbstbewusstsein nagen und meine Beziehung nicht mehr lebenswert sein.


    Gruß loulou

Antworten
Seite 2 von 3 ErsteErste 123 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •