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    Stirnrunzeln Wahrheit um jeden Preis in der Beziehung?

    Ich leide momentan gerade ziemlich an einer vorgestern stattgefundenen Trennung und wollte mal andere um ihren Rat bzw. zu ihrer Vorgehensweise fragen:
    Soll man in einer Beziehung um jeden Preis die Wahrheit sagen?

    Ich rede hier aber nicht von Fremdgehen o.ä. in einer bestehenden Beziehung, sondern was Sachen betrifft, die vor dieser Beziehung passiert sind.

    Langer Rede kurzer Sinn: Ich hatte eine "Beziehung/Freundschaft" zu einem Kollegen, der mit über 30 Jahren nur 2 Freundinnen hatte (jedoch noch nie Sex), somit auch keinerlei Erfahrung in Beziehungen u. deren Problembewältigung. Er ist nicht streng religiös od. so, aber seine Idealvorstellung war immer, daß er seine große Liebe kennenlernt, heiratet u. mit ihr zusammenbleibt.
    Ich weiß, das hört sich jetzt komisch an - aber er ist absolut ein Mann, auf den man sich voll verlassen kann, der treu u. aufrichtig ist (wo gibt´s denn so jemanden heutzutage noch?) - und noch dazu wirklich gefühlvoll und total lieb - obwohl er teilweise schon recht strikte Meinungen über gewisse Sachen hat.
    Man muß dazu sagen, daß wir seit 1 1/2 Jahren jede freie Minute gemeinsam verbringen u. ich es wirklich genossen habe, endlich mal jemanden kennenzulernen, der gefühlsmäßig mit mir auf einer Wellenlänge liegt - alles jedoch ohne Sex, aber fernseh-kuscheln u. küssen schon.
    Ich allerdings hatte schon ein Vorleben (schon geschieden u. auch einige kürzere Beziehungen).

    Jedenfalls hatte ich seit vergangenen Sonntag einen "Knoten" im Hals, ich dachte, ich darf ihm nichts verheimlichen u. ich kam aus diesem Gefühl überhaupt nicht mehr raus.... war ziemlich arg, ich konnte nicht mehr schlafen u. dachte nur: Er ist so lieb u. so ein netter Mensch, sollte es was Ernstes mit uns werden, kann ich ihm das nicht verheimlichen. Er sollte mich schließlich so lieben wie ich bin, auch mit bzw. trotz meinen Fehlern.

    Jedenfalls hab ich ihm dann (in einem Anfall von Wahnsinn) erzählt, daß ich vor Jahren einmal eine Abtreibung hatte.
    Ich wußte, dieses Thema ist heikel bei ihm.
    Er war dann total überrascht, vor allem, weil wir irgendwann vorher schon mal darüber geredet haben u. ich ihn angelogen habe, d.h. ich ihm nichts davon erzählt habe.
    Jedenfalls war er dann total angefressen, meinte, ich hätte ihn angelogen, er könnte mir nie wieder vertrauen.
    Ich sagte ihm, das ist halt etwas, das man nicht jedem erzählt, nur eine Freundin weiß Bescheid, sonst niemand.
    Ich konnte ja am Anfang, als ich ihn kennenlernte, ja nicht ahnen, was sich da zwischen uns entwickeln, wir hätten ja auch nur Kollegen/Freunde bleiben können, dann hätte ich es ihm auch nie gesagt.

    Jedenfalls - das war der große Crash. Obwohl ich ihn sonst in keiner Sache je angelogen habe (ich hasse das auch, wenn´s nicht sein muß), nur weil ich Idiot halt dachte, er sollte das wissen, ist´s nun aus.

    Heute hadere ich mit mir, denke, ich hätte es ihm nie sagen sollen, dann wäre alles ok.
    Auf der anderen Seite: Soll man sich seinem Partner nicht anvertrauen können? Wenn nicht ihm, wem dann? Zumindest ist das meine Wunschvorstellung!

    Wäre dankbar für ein paar Infos von Euch Mädels, ob nur ich so bescheuert bin od. wie andere das so anpacken?
    Wahrheit um jeden Preis od. doch ein paar Heimlichkeiten haben?
    Ich weiß es nicht....

  2. User Info Menu

    AW: Wahrheit um jeden Preis in der Beziehung?

    hi...

    nu... ich bin kein mädel... und ich werd auch keines werden.. seufz...

    aber wenn du trotzdem meine meinung hören willst:

    du hast dein leben nach bestem wissen und gewissen geführt, bis zu dem zeitpunkt als du deinen kollegen kennen gelernt hast... und er hat das seine bis zu diesem zeitpunkt geführt...

    das mit dem "besten wissen und gewissen" soll jetzt nicht heisse, dass du nicht fehler gemacht haben könntest... aber es waren - wenn - dann deine fehler... und du musst dich für dein bisheriges leben nicht schämen.. nicht vor ihm.. und nicht vor irgendjemandem ... wenn überhaupt dann höchstens vor dir selbst...

    jemand, der mich liebt, liebt mich wie ich bin.. mit all meinen vorgeschichten... wenn er das nicht kann, dann kann er mich nicht wirklich lieben...denn dann sucht er nach einem kunst-produkt, dass nur in seinem gehirn existiert..

    und ich sag dir offen: ich möchte ich bleiben.. und nicht ein kunstprodukt im gehirn eines anderen menschen sein...

    ich rechtfertige mich gerne für fehler, die ich in der zeit gemacht habe, die ich mit meiner partnerin zusammen war... aber nicht für die fehler, die ich in den zeiten davor begangen habe... für diese fehler muss ich mich nur vor mir selbst rechtfertigen...

    lg

    oldsire
    You never get a second chance to make a first impression!

  3. Inaktiver User

    AW: Wahrheit um jeden Preis in der Beziehung?

    ...geht es dir wirklich um Wahrheiten oder Heimlichkeiten?

    Ich habe den Eindruck, es geht um Ängste. Jede/-r von uns hat eine Seele, in der Ängste schlummern aus (vergangenen) Erlebnissen. Nach 1,5 Jahren sollte man eigentlich offen über seine Ängste reden können. Was hat diese Panik ausgelöst? Hattet ihr wirklich den Eindruck, euch zu kennen? Seid ihr beide nun nicht ein wenig angeschlagen? Wäre ein offenes Gespräch jetzt nicht eine Erlösung?

    Denke doch noch einmal darüber nach...

    Grüße von Neddy

  4. Inaktiver User

    AW: Wahrheit um jeden Preis in der Beziehung?

    Zitat Zitat von oldsire
    ich rechtfertige mich gerne für fehler, die ich in der zeit gemacht habe, die ich mit meiner partnerin zusammen war... aber nicht für die fehler, die ich in den zeiten davor begangen habe... für diese fehler muss ich mich nur vor mir selbst rechtfertigen...
    gilt das für alle Fehler?

    und rechtfertigen und mitteilen ist doch nicht dasselbe, oder?


    @ hanne,

    ich finde schon, dass ein Partner das wissen sollte. Und auch, dass er beurteilen darf, ob er das akzeptieren kann.
    Immerhin sollte man in einer Lebensgemeinschaft ähnliche Ansichten zu solchen Wertfragen haben.
    Zu welchem Zeitpunkt man solche Sachen erzählt - das ist tatsächlich schwierig, genau wie Du sagst.

    Aber nun warte doch erst einmal ab und lass' die Sache sacken. Immerhin war das ja auch ein großer Vertrauensbeweis.

    Hier hatten wir vor kurzem etwas ähnliches - auch wenn es um etwas anderes ging, das mitzuteilen war.

    Gruß, Leonie

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    AW: Wahrheit um jeden Preis in der Beziehung?

    Es gibt schon einen Unterschied zu dem Thema (Ex-Freund), auf das Leonie hinweist.
    Mit dem Freund haben die beiden noch zu tun, während die Abtreibung für die Gegenwart keine Rolle spielt.
    Ich finde nicht, dass man sich vor dem Partner entblößen muss und alles, was sich in der Vergangenheit abgespielt hat, dem Partner erzählen muss. Höchstens wenn es für die Gestaltung der Beziehung eine Rolle spielt.
    Wenn man es dann trotzdem erzählt, weil man denkt, ein Vertrauen zum Partner haben zu können, wenn man davon ausgeht, dass er einen versteht, warum man so und nicht anders gehandelt hat - der Partner aber dann ganz anders reagiert (mit Vorwürfen, mit Verachtung), dann ist das schon eine Enttäuschung.
    Ganz allgemein gesprochen finde ich, ist Vergangenheit Vergangenheit. Man kann durchaus mit seinem alten Leben abgeschlossen haben. Was man damals gemacht hat, würde man heute vielleicht anders machen. Deshalb kann es sein, dass das Vergangene keine Rolle spielt.
    Sollte man sich dafür entscheiden, Vergangenes zu erzählen, sollte der Freund Verständnis dafür haben, dass man nicht alles sofort auf den Tisch legt. Manche Themen sind heikel. Man schämt sich auch, darüber zu sprechen. Manchmal braucht man Zeit, um über etwas, was einen bewegt, sprechen zu können. Da kann einem dann kein Vorwurf wegen Unehrlichkeit gemacht werden.

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    AW: Wahrheit um jeden Preis in der Beziehung?

    jemand, der mich liebt, liebt mich wie ich bin.. mit all meinen vorgeschichten... wenn er das nicht kann, dann kann er mich nicht wirklich lieben...denn dann sucht er nach einem kunst-produkt, dass nur in seinem gehirn existiert..

    und ich sag dir offen: ich möchte ich bleiben.. und nicht ein kunstprodukt im gehirn eines anderen menschen sein...



    ...er wird noch Zeit brauchen, hanne. Wenn er Dich liebt, dann gibt es für Eure Beziehung sicher kein "aus", auch wenn er sich momentan im ersten Schreck zurückgezogen hat.
    Wendet er sich weiter von Dir ab, liebe hanne, solltest Du Dich fragen, ob Du mit so einem Menschen hättest länger zusammen sein wollen, der so engstirnig in seinen Mustern und Vorstellungen lebt und diese über alles stellt.

    Lieben Gruss
    Murkami
    Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können,
    was in uns ist - was geschieht mit dem Rest?

    Pascal Mercier

  7. User Info Menu

    AW: Wahrheit um jeden Preis in der Beziehung?

    Zitat Zitat von Murkami



    ...er wird noch Zeit brauchen, hanne. Wenn er Dich liebt, dann gibt es für Eure Beziehung sicher kein "aus", auch wenn er sich momentan im ersten Schreck zurückgezogen hat.
    Wendet er sich weiter von Dir ab, liebe hanne, solltest Du Dich fragen, ob Du mit so einem Menschen hättest länger zusammen sein wollen, der so engstirnig in seinen Mustern und Vorstellungen lebt und diese über alles stellt.

    Lieben Gruss
    Murkami
    Ich würde es nicht als "engstirnig" bezeichnen, zur Abtreibung gibts die verschiedensten Meinungen und Einstellungen. Er muss ja seine Einstellung dazu nicht ändern. Aber er könnte akzeptieren, dass die Partnerin aus diesem und jenem Grund sich für eine Abtreibung entschieden hat und tolerieren, dass sie in dem Punkt eine andere Meinung hat.
    Käme er zurück nach dem ersten Schock, würde ich mir allerdings sehr gut überlegen, was ich ihm überhaupt noch erzähle, da ich dann nicht mehr so unbedingt ein Vertrauen zu ihm hätte. (nach dem Motto: kommt der nächste Crash, wenn ich ihm im Vertrauen etwas erzähle, was ihm eventuell nicht so recht passt ?)

  8. User Info Menu

    AW: Wahrheit um jeden Preis in der Beziehung?

    Ich danke Euch für Eure Meinungen und die doch großteils aufbauenden Worte - vielleicht war ich zu voreilig, aber manchmal kann man halt nicht raus aus seiner Haut...

    Einerseits werde ich mir in Zukunft besser überlegen, was ich erzähle bzw. ob es überhaupt relevant ist, andererseits finde ich es schon auch wichtig, sich dem Partner/Freund anvertrauen zu können.
    Ich hab halt dann immer den Gedanken: Würde er mich auch lieben, wenn er das wüßte? Und das würde ich schon wollen, man will ja auch nicht sein ganzes Leben lang irgend etwas vorspielen müssen.

  9. Inaktiver User

    AW: Wahrheit um jeden Preis in der Beziehung?

    Zitat Zitat von Dimanche
    Käme er zurück nach dem ersten Schock, würde ich mir allerdings sehr gut überlegen, was ich ihm überhaupt noch erzähle, da ich dann nicht mehr so unbedingt ein Vertrauen zu ihm hätte. (nach dem Motto: kommt der nächste Crash, wenn ich ihm im Vertrauen etwas erzähle, was ihm eventuell nicht so recht passt ?)
    wieso denn das?

    wenn sie dieses klären, dann machen sie doch gerade die Erfahrung, wie sie mit solchen Situationen umgehen können.
    Und die Beziehung vertieft sich.

    Und das würdest Du zum Anlass nehmen, Misstrauen und Unehrlichkeit in die Beziehung einziehen zu lassen?

    Das verstehe, wer will.
    Und wenn das so wäre, dann sollten sie es lieber gleich lassen.

    Gruß, Leonie

  10. Inaktiver User

    AW: Wahrheit um jeden Preis in der Beziehung?

    Murkami hat es schon auf den Punkt gebracht, was ich spontan dachte, als ich Deinen Beitrag gelesen habe.
    Ich finde es ausgesprochen engstirnig, dogmatisch an einer Ansicht festzuhalten und diese sogar über seine Gefühle zu stellen. Im Zweifelsfalle wärst Du an einem anderen Punkt an seine Grenzen gestossen... Ich muss zugeben, dass mir Menschen, die so hohe moralische Wertmaßstäbe haben, bisweilen ein wenig suspekt sind und ich ihnen nicht recht über den Weg traue... Für mich sind es auch andere Werte, die zählen, z. B. Toleranz - die würde ich über beinahe alles stellen wollen...

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