hallo,
ich glaube das gibts nicht mehr, weil jeder meint alles ist möglich...
Im Grunde unseres Herzens sehnen wir uns alle nach Liebe und Geborgenheit, wie soll das gehen , wenn alle paar Jahre der Partner gewechselt wird - oder ausgetauscht, teils aus banalen Gründen...
ich hätte mir eine Ehe und Liebe bis in den Tod gewünscht, leider kams anders. Mit wem spreche ich im Alter oder bei Krankheit über meine Erlebnisse? Nur mal fiktiv: ich glaube nicht, dass sich Fritzchen für meine Weltreise mit Hugo interessiert... Die ganzen Erlebnisse habe ich dann alleine in meinem Herzen und kann mich nicht austauschen. Solche Gedanken stimmen mich sehr traurig, - es wiederholt sich doch alles nur!
Viele Menschen in diesem Forum stellen sich wohl nie vor, alt zu werden, krank und bedürftig zu sein, alle sprechen nur von Aktivität.
Ich bin nicht depressiv, sehe nur vieles realistisch.
Was bleibt den Menschen von diesen wechselnden Partnerschaften?????
LG Bounty
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18.03.2007, 18:58
AW: Lieben bis uns der Tod scheidet.... gibt es noch?
Fest und stark ist nur der Baum, der unablässig Windstössen ausgesetzt war, denn im Kampf festigen und verstärken sich seine Wurzeln
(Seneca)
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18.03.2007, 20:39
AW: Lieben bis uns der Tod scheidet.... gibt es noch?
All ihr Lieben,
Bounty, diese Frage habe ich mir auch oft gestellt! Immer verbunden, mit den Zweifeln, dass es aber doch nicht die richtige Basis für eine Beziehung/Ehe sein kann, sich vor der Einsamkeit im Alter zu fürchten...
Ich bin verheiratet, mein Mann und ich haben uns vor ca. 16 Jahren ineinander verliebt. Er ist ein wahrer Traummann. Trotzdem habe ich mich vor ca. einem Jahr in einen anderen Mann verliebt. Ich habe vor Kurzem in "Verliebt in einen anderen" darüber geschrieben" und bekam dort von Leonie den Hinweis auf den "Schattenmann" (Leonie, an dieser Stelle vielen Dank). Mir haben die vielen unterschiedlichen Sichtweisen dort sehr geholfen, mich mit mir und meinen Gefühlen auseinander zu setzen. Denn es ging mir ähnlich wie frieden. Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass mir so etwas passiert und mich mit aller Kraft dagegen gewehrt. Ohne Erfolg. Je mehr ich mich sträubte desto schlimmer schien es zu werden.
Ich habe mich inzwischen definitiv für meine Ehe entschieden, weil ich sie unter keinen Umständen "kampflos" aufgeben will. Zwischen meinem Schattenmann, wie es ja hier immer genannt wird, und mir hat sich nie etwas körperliches abgespielt. Es war immer nur eine Liebe in Gedanken. Womit wir wieder bei der Frage wären, wann Untreue beginnt? Ich weiß es nicht.
Ich hatte oft ein schlechtes Gewissen und Schuldgefühle, aber ändern konnte ich die Situation doch nicht. Bis heute bin ich nicht ganz "clean". Der Schattenmann, ist noch oft präsent und es geht mir mal besser und mal schlechter damit. Manchmal wechseln sich noch Wut und Verzweiflung ab. Aber meinen Mann, soviel ist sicher, liebe ich sehr und ich will meine Ehe auf keinen Fall aufgeben.
Ich habe mich oft gefragt woher ich die Gefühle für den Schattenmann bloß nehme, denn mein Mann und ich führen eine glückliche Ehe. Aber wieviele Fragen über das Leben und die Liebe es auch geben mag, wir werden sie doch niemals beantworten können.
Im letzten Jahr musste ich aufgrund einer unerfreulichen Diagnose operiert werden. Seitdem lebe ich noch mehr "hier und jetzt", als ich das schon vorher getan habe. Gestern ist nicht zu ändern, Morgen vielleicht planbar, aber ohne Garantie. Die gibt uns weder das Leben noch die Liebe. Resultieren die vielen Fragen, die wir uns stellen nicht aus dem Bedürfnis nach Sicherheit?
Also, Deine Frage, "Gibt es das noch, bis das der Tod uns scheidet?" beantwortet letztlich wohl nur das Leben selbst.
Puh, ist das viel geworden! Und hätte sicher zu verschiedenen Themen gepasst aber nun ist es eben hier gelandet.
Alles Liebe,
Zelda
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18.03.2007, 22:59Inaktiver User
AW: Lieben bis uns der Tod scheidet.... gibt es noch?
Das war ein Aspekt, der mir schon beim Lesen der Überschrift durch den Kopf ging:
Zitat von Inaktiver User
ich bezweifle nämlich, dass tatsächlich in allen Fällen noch Liebe bis zum Tod vorhanden ist.
Als ich vor 5 Jahren meinen Mann verließ, sagte mir eine ältere Bekannte, sie würde mich beneiden um die Kraft, das zu tun. Sie lebt noch heute mit ihrem Mann zusammen, obwohl sie ihn nicht mehr liebt.
Und auch bei meinen Schwiegereltern bin ich seit langem überzeugt, dass es nicht Liebe ist, was sie noch zusammenhält, sondern Gewohnheit. Ich habe oft genug früher mit meiner Schwiegermutter darüber diskutiert, weil ich mir von meinem Ex-Mann einiges nicht gefallen lassen wollte und dann immer von ihr die Antwort bekam, sie wäre es ja auch nicht anders gewöhnt, so wäre es nun mal, und da müsste frau sich rein schicken...
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19.03.2007, 00:07Inaktiver User
AW: Lieben bis uns der Tod scheidet.... gibt es noch?
...das war eben die einzige Moeglichkeit, die viele Frauen einst hatten, da finanziell und sozial voellig abhaengig von ihrem Mann.
Zitat von Inaktiver User
Nicht das Hany ist "schuld", dass Frauen ihre Situation heute anders sehen, sondern die Moeglichkeit, auch unabhaengig von dem Ehemann existieren zu koennen.
Frueher haben es sich nur Maenner "erlauben" koennen, Gefuehle bzw. Interesse fuer einen ausserehelichen Partner zu haben, denn einerseits haetten sie finanziell und sozial auch ohne ihre Ehefrau leben koennen und andererseits waren sie sich ziemlich sicher, dass wenn sie das gar nicht wollten, die Frauen trotzdem bei ihnen geblieben waere.
Die "schnellen" Trennungen, die heute beklagt werden, sind ein Effekt der Emanzipierung der Frau und ihrer Moeglichkeiten auch ohne Mann existieren zu koennen, sogar mit Kindern, d.h. eine Frau kann es sich heute eher erlauben, entweder ihren Mann zu verlassen, weil sie sich in einen anderen verliebt hat, oder eben die Ehe zu beenden, weil er eine andere Frau hat, oder eben weil sie sich in der Beziehung nicht wohl fuehlt.
Wer als Frau finanziell und sozial auf seinen Mann angewiesen ist, wird sich sicher seine Gefuehle eher verkneifen, sowohl die fuer einen anderen, als die gegen den Mann der fremd geht. Ob das dann allerdings "Liebe" ist, bis das der Tot sie scheidet, das mag ich bezweifeln.
Vielleicht muessen wir hier eben auch einen Prozess zum Umdenken beginnen. Frueher trennte man sich nicht, auch wenn keine Liebe mehr vorhanden war, weil man es nicht konnte, heute trennt man sich recht schnell, wenn keine Liebe mehr vorhanden zu sein scheint, weil man es kann.
Ich trenne mich nicht, obwohl ich es koennte, auch wenn ich im Moment nicht sicher bin, ob es fuer den ganzen Rest des Lebens halten wird - das ist eine Alternative, die selten in Erwaegung gezogen wird. Hier wird so oft davon gesprochen, dass ein Partner, der mit dem anderen zusammen bleibt, aber nicht weiss ob er diesen noch liebt oder geliebt wird, seine "Zeit verschwendet", sein Leben verschwendet, seine Chance verschwendet einen anderen besseren Partner zu finden.
Wir leben in einer Gesellschaft, wo wenig "repariert" wird. Wie ein Radio, das nicht mehr richtig funktioniert, das wird nicht in Reparatur gegeben, das wird ausgetauscht, mit einem neuen - aber die Musik, die daraus spielt ist eigentlich die gleiche...
Vielleicht sollte auch die o.g. Formel geaendert werden: Zufrieden zusammen leben, bis der Tod uns scheidet - ohne dieses Gefuehl: wenn wir uns nicht ein Leben lang lieben und begehren ist die Ehe nichts mehr wert...
Gute Nacht
Amorosa
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19.03.2007, 07:41
AW: Lieben bis uns der Tod scheidet.... gibt es noch?
hallo Amorosa,
das kann ich nur unterstreichen:
zufrieden zusammenleben bis der Tod uns scheidet...
Vielleicht erwarten wir alle viel zuviel von einer Ehe etc, die ewige Liebe..., ich denke an Verbundenheit und Zufriedenheit. Das wäre doch schon mal was.
Und Geduld gehört heute auch nicht mehr zu den Stärken, alles muß sich SOFORT verändern und man geht gleich...
(ich spreche hier nicht von total kranken Beziehungen sondern von ganz normalen Alltagsehen)
LG BountyFest und stark ist nur der Baum, der unablässig Windstössen ausgesetzt war, denn im Kampf festigen und verstärken sich seine Wurzeln
(Seneca)
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19.03.2007, 09:47
AW: Lieben bis uns der Tod scheidet.... gibt es noch?
Das gibt es auch heute noch! Meine Schwiegermutter kann sich nicht trennen, da sie sich ihre Rente in den 60ern hat auszahlen lassen müssen(auf Drängen des Gatten) um eine Waschmaschine davon anzuschaffen. Schwiegervaters Rente ist zu niedrig um Unterhalt zu zahlen...bliebe nur Sozialhilfe; das will sie auf keinen Fall....das war eben die einzige Moeglichkeit, die viele Frauen einst hatten, da finanziell und sozial voellig abhaengig von ihrem Mann.
Wie definiert man Liebe?? Ist es das ewige Schmetterlinge im Bauch??Vielleicht erwarten wir alle viel zuviel von einer Ehe etc, die ewige Liebe..., ich denke an Verbundenheit und Zufriedenheit. Das wäre doch schon mal was
Für mich nicht, für mich zählt die Verbundenheit, das große Vertrauen in meinen Mann,der gegenseitige Respekt,immer neue gemeinsame Ziele,seine Macken und Meisen akzeptieren und nicht ändern wollen; ich bin dafür als Ausgleich zickig
Und zwischendurch melden sich dann auch wieder die Schmetterlinge
Für mich macht die Summe des Ganzen meine Liebe aus und meinem Mann geht es ebenso,sagt er.simplemind
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Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte
George Bernhard Shaw
4.6.18

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19.03.2007, 12:48
AW: Lieben bis uns der Tod scheidet.... gibt es noch?
Danke Simplemind. Genau das sind die Gründe warum mir meine Ehe so unendlich viel bedeutet. Wenn wir uns gegenseitig bedingungslos so akzeptieren wie wir sind, dann leistet Liebe wirklich viel.Für mich nicht, für mich zählt die Verbundenheit, das große Vertrauen in meinen Mann,der gegenseitige Respekt,immer neue gemeinsame Ziele,seine Macken und Meisen akzeptieren und nicht ändern wollen...
Ich denke, das schwierige an "bis das der Tod uns scheidet" ist, das wir uns in dieser schnelllebigen Welt (gar nicht negativ gemeint) alle unterschiedlich entwickeln. Äußere Einflüsse spielen da sicher unbewusst eine große Rolle. Ich kenne z.B. viele Paare, die aus beruflichen Gründen eine Wochenendbeziehung/-ehe führen. Meinen Mann und mich haben fast drei Jahre ca. 500 km getrennt. Und plötzlich ist da jemand, der ist immer da, charmant, intelligent, witzig, verständnisvoll, hilfbereit, gutaussehend, ... Da muss die bestehende Beziehung sehr stabil sein und viel aushalten...
Wer lange mit seinem Partner zusammen lebt, weiß, dass eine Beziehung auch Arbeit ist. Vielleicht fehlt manchen bei dem ganzen Alltagsstress dazu die Kraft, besonders wenn beide arbeiten, möglicherweise Kinder da sind und der Alltag genauso viel "Projektmanagement" erfordet wie der Job. Verliebheit verursacht da zunächst einmal durch eine rosarote Brille schöne Glücksgefühle, die Kraft geben, statt Kräfte zehren.
Zur Zeit blicke ich mit rosaroter Brille zusammen mit meinem Mann in die gleiche Richtung. Ein herrliches Gefühl, fast wie frisch verliebt, das man sich selber immer wieder schaffen kann, wenn beide das wollen und ihren Beitrag dazu leisten!
Viele Grüße, ZeldaGeändert von zelda.X (19.03.2007 um 12:52 Uhr)
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19.03.2007, 14:41
AW: Lieben bis uns der Tod scheidet.... gibt es noch?
Genau da ist der Knackpunkt, jeder will sich selbst verwirklichen; berufliche Ziele sind ganz schrecklich wichtig...mir war und ist meine Ehe immer das wichtigste gewesen, trotz Beruf.Ich glaub ich bin hoffnungslos altmodisch....Äußere Einflüsse spielen da sicher unbewusst eine große Rolle. Ich kenne z.B. viele Paare, die aus beruflichen Gründen eine Wochenendbeziehung/-ehe führen. Meinen Mann und mich haben fast drei Jahre ca. 500 km getrennt. Und plötzlich ist da jemand, der ist immer da, charmant, intelligent, witzig, verständnisvoll, hilfbereit, gutaussehend, ... Da muss die bestehende Beziehung sehr stabil sein und viel aushalten...
Ich bin mir sicher wenn wir 500 km getrennt hätten leben müssen wäre es schwer geworden vor allem über so lange Zeit.Das heißt ich wäre mit fliegenden Fahnen übergesiedelt.simplemind
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4.6.18

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19.03.2007, 15:11Inaktiver User
AW: Lieben bis uns der Tod scheidet.... gibt es noch?
Genau das kenne ich auch. meine tante (64 jahre alt) hat mir auch gesagt, "jetzt gehe ich nicht mehr, ich hätte früher gehen sollen". meine ex-schwiegereltern hätten sich schon vor 30 jahren scheiden lassen sollen, sie öden sich seitdem nur noch an und jeder redet schlecht über den anderen.
Zitat von Inaktiver User
die paare die ich kenne und die in meinem alter sind (42 jahre) und seit mehr als 20 jahre zusammen, hatten bis auf ganz wenige ausnahmen affären/ons und nebenbeziehungen.
ich möchte das nicht, ehrlich. dann bin ich lieber geschieden aber ehrlich mit mir und meinem ex umgegangen.
lg
lara
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19.03.2007, 15:46
AW: Lieben bis uns der Tod scheidet.... gibt es noch?
Altmodisch würde ich das nicht nennen. Jeder findet seine persönliche Entfaltung eben in unterschiedlichen Dingen. Beruflich oder privat. Was, wenn eine Fernbeziehung nicht aufgrund eines großen beruflichen Zieles gelebt wird, sondern um überhaupt einen Job zu haben?berufliche Ziele sind ganz schrecklich wichtig...mir war und ist meine Ehe immer das wichtigste gewesen, trotz Beruf.Ich glaub ich bin hoffnungslos altmodisch.
Der Begriff Selbstverwirklichung hat einen bitteren Beigeschmack. Dabei ist es doch ein riesen Glück für den, der sie erreicht. Ich habe auch das Bedürfnis danach, ohne aber dabei eine "Karriere" im Sinn zu haben. Ich glaube, dass es möglich ist sich gegenseitig bei der Selbsverwirklichung zu unterstützen, ohne sich zu entfremden oder sogar zu verlieren. Der Partner sollte trotzdem immer an erster Stelle stehen. 500 km sind viel. 3 Jahre auch. Daher haben wir uns entschieden, wieder gemeinsam in einer Stadt zu leben. Ich glaube, die Erfahrung hat uns zusammengeschweißt, weil wir in gewisser Weise stolz darauf sind, dass wir das überstanden haben. Aber es hätte auch anders ausgehen können...
Zelda


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