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    Verliebt in einen anderen – trotz guter Ehe

    Liebe Community,

    ich bin verheiratet, habe mit meinem Mann gemeinsame Kinder und führe seit langen Jahren eine glückliche Ehe.
    Um so mehr überraschte (schreckte!) mich, als ich festgestellt habe, dass ich mich in einen guten Freund (ein Single aus dem gemeinsamen Freundeskreis) verliebt habe. Es trennen uns doch einige Tabus und ich denke im Nachhinein, dass genau diese Tabus mein Warnsystem ausgeschaltet haben. Ich habe diese Freundschaft sehr entspannt und ohne Hintergedanken genossen, ich dachte da kann echt nichts passieren. Für mich spielte er als Freund eine wichtige Rolle und nicht als Mann. Bis ich eines Tages festgestellt habe, dass unsere freundschaftlichen Umarmungen nicht nur immer enger und inniger wurden, sondern, dass ich mich auf diese Umarmungen gefreut habe und mich später sogar regelrecht danach sehnte. Es hat jedoch einige Monate gedauert, bis ich mir selbst eingestehen konnte, dass ich ich verliebt bin. Er übrigens auch. Wir steckten bereits in einer tiefen Verbindung, bevor uns das überhaupt klar wurde. Das ist auch schon lange Monate her.

    Um die Sache zwischen uns zu besprechen haben wir irgendwann angefangen an unseren Begegnungen ein bisschen exklusive Zeit zu zweit dranzuhängen.
    Dennoch ist bis heute zwischen uns nichts Körperliches passiert, keine Küsse, nur kleine und flüchtige Berührungen und natürlich die bereits erwähnten Umarmungen. Auch tauschen wir keinerlei Mails, WhatsApps, oder sonstige Nachrichten miteinander aus und verabreden uns nicht. Doch, diese kleine exklusive Zeiten bestehen immer noch und sind für uns beide sehr wichtig.

    Es ist aufgrund unserer beiden derzeitigen Lebenssituation absolut unmöglich Kontakt zu vermeiden, oder einander dauerhaft aus dem Weg zu gehen. Wir haben diesbezüglich schon einige Versuche hinter uns.

    Letzter Zeit haben wir uns aufgrund äußerer Umstände seltener gesehen und genau diese Zeit, dieser „Entzug“ hat bei mir mächtig was geändert und führte dazu, dass ich es feststellen musste, dass er mir wesentlich mehr bedeutet, als ich dachte. Es ist keine Schwärmerei, ich bin nicht nur verliebt, sondern ich liebe ihn, obwohl ich seine Schwächen kenne und seine für mich unschönen Seiten relativ klar merke. Trotzdem. Ich kann die Zeiten, wo wir uns nicht sehen immer schwerer aushalten. Wenn wir uns sehen (obwohl das selten zu zweit passiert), wenn er in meiner Nähe ist, ist die Welt wieder in Ordnung.

    Ich frage mich immer, warum ich von ihm nicht loskomme, obwohl mein Verstand mir eigentlich sagt, dass er nicht der Mensch ist, mit dem ich meine Zukunft gestalten soll. Aber mein Herz hört nicht darauf, raubt mir die Nächte, lässt mich nicht essen und macht mich wahnsinnig. Ich denke mir nun, dass es so nicht mehr weitergehen kann und ich bald Klarheit schaffen muss.

    Ich weiß, dass ich mit meinem Mann reden muss. Im Allgemeinen habe ich mit ihm über unsere Beziehung schon etliche Gespräche geführt, er sieht da keinen Handlungsbedarf, für ihn ist alles paletti. Ich kann ihm keine so große Baustellen in unserer Beziehung aufzeigen, die zu einer Beziehungskrise führen müssten, bzw. die er aus seiner Sicht als ernsthafte Drohung sehen würde und er steigt meistens schnell aus dem Gespräch aus.
    Wenn ich ihm über die Gefühle für den anderen Mann berichten würde, würde er aber ziemlich sicher sofort ahnen um wen es geht und ich weiß es nicht, ob er dann mit klarem Kopf mit mir gemeinsam alles durchdenken und auf den Prüfstand stellen könnte. Ich gehe davon aus, dass es ziemlich destruktiv wäre. Wenn ich mich aber so für, oder gegen meine Ehe entscheide, dass ich ihm über diese Gefühle nichts sage, nehme ich ihm vielleicht die Chance um für mich zu kämpfen und bin dann eigentlich zu mir selbst auch nicht ehrlich.

    Wer von Euch war schon in einer ähnlichen Situation? Wie habt Ihr Euch entschieden? Was hat Euch bei der Entscheidungsfindung geholfen?

    Ich hoffe, dass ich hier neue Denkanstöße bekommen kann und mich vielleicht nicht mehr so sehr im Gedankenkarussel drehen werde.
    Noch was. Wir wissen beide, wie falsch das ist was zwischen uns passiert. Wir kämpfen beide sowohl mit der bestehenden und immer intensiver werdenden Anziehungskraft zwischen uns, als auch mit dem daraus resultierenden schlechten Gewissen. Wir wollen keine Affäre. Wir kommen aber irgendwie auch nicht voneinander los und das ist eigentlich auch Betrug. Und nicht ehrlich, weder zu uns selbst, noch zu meinem Mann.
    Geändert von MaulendeMyrte (02.06.2020 um 02:36 Uhr)

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    AW: Verliebt in einen anderen – trotz guter Ehe

    Hallo MM,

    ich würde als Erstes, so einen Satz wie "wie falsch das ist was zwischen uns passiert" ausradieren, denn was geschehen ist, sind primär erst einmal nur Gefühle und Gefühle sind generell nie ein Fehler.

    Und damit sind wir schon mitten im Thema: Gefühle.

    Dieser Mann berührt dich auf einer Ebene, in der du "hungrig" bist.
    Und vielleicht erreicht er gar nicht die tatsächliche Ebene, die hungert- sondern deine tiefe innere Sehnsucht nach (was es auch immer ist) ist so groß, dass auch - ich sags mal bildlich- die Birne als Apfel erkannt wird. Das kann von hier keiner beurteilen- du vermutlich selbst auch nicht.

    Zusätzlich kommt der Reiz des Verbotenen dazu.
    Was wir nicht dürfen, ist manchmal besonders reizvoll (wieviele Abenteuer gibt es noch in deinem Alltag?) und gerade, wenn uns unser Leben sehr festgefahren scheint- farblos, dröge........kann sich so ein Farbklecks wunderschön anfühlen.

    Das sich-einlassen auf die Gefühle, ist durchaus auch ein bewusster Prozess, dem du offensichtlich nichts entgegen setzen möchtest DAS ist es wert, anzusehen!

    Dein Mann sieht keinen Bedarf der Veränderung- nur leider ist er nicht der einzige, der euch beide lebt
    Es liest sich, als ob du durchaus weißt, welche Themen zwischen euch stehen?
    Was braucht dein Mann damit er DICH ernst nimmt?

    Nun erscheint es immer verlockender, in das Neue zu investieren als das Alte zu re-aktivieren, beleben........hier hilft dann der Blick auf alles, was man gemeinsam HAT.........angefangen mit den Kindern.

    Ich sehe jetzt nicht, dass du deinem Mann von allem erzählen musst.
    Der andere ist jetzt erst einmal nur ein Symptom für etwas, was in deinem Leben fehlt- ob dieser Mann oder ein anderer........vermutlich ist dieser Mensch austauschbar (auch, wenn du jetzt sagen wirst "keinesfalls")
    Viel wichtiger ist zu erkennen, WAS dir fehlt und inwiefern dein Mann Einfluss auf euer Zusammenleben hat.

    Es mag ja traumhaft aussehen- in der Vorstellung- wenn man sich so einer Liebe hingibt und endlich DIE Erfüllung leben kann......
    Wir blenden bei diesen Vorstellungen aus, dass es noch Kinder gibt, Schwiegereltern, eigene Eltern, Freundeskreise, einen Exmann, ein gemeinsames Leben..........alles wird zerfallen und diese Leiden stehen selten im Verhältnis einer neuen Liebe, die man meint zu spüren.

    Werde dir klar, was dir fehlt.
    Werde dir klar, was dir fehlen wird, wenn du diesen Weg weiter gehst.

    Wenn du nur entschlossen genug bist- wirst du deinem Mann deutlich machen können, wie ERNST es dir mit der Ehe ist.
    Die Idee, die Ehe zu beenden, hängt ja schon wie ein Nebel in der Luft.........

    Ich wünsche dir alles Gute......in einen anderen verliebt sein, kommt in vielen Beziehungen mal vor- deshalb muss man nicht alles hinschmeißen.
    Die Frage ist: was willst du?
    Geändert von kenzia (02.06.2020 um 06:58 Uhr)

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    AW: Verliebt in einen anderen – trotz guter Ehe

    Ich sehe es wie Kenzia, Dir fehlt etwas und er steht für diese Sehnsucht.

    Was an ihm findest Du toll? Was fasziniert Dich an ihm? Wovon fühlst Du Dich angezogen?
    Sieh Dir die Antworten mal näher an, vielleicht führen diese Dich zu Deiner ausgehungerten Seite.

    Du versuchst mit Ratio gegen (!) Gefühle vorzugehen; so wirst Du das nicht lösen können. Deshalb klappt das nicht.
    Gehe Deinen Gefühlen auf den Grund.

    So gut läuft die Kommunikation zwischen Dir und Deinem Mann nicht, oder?
    Wenn es für Dich Themen gibt, die Du mit ihm besprechen möchtest, er meint, für ihn sei alles in Ordnung (Schutzbehauptung? Konfliktangst?) und er aus Gesprächen aussteigt (und nochmal Konfliktvermeidung), was macht das mit Dir?
    Wie geht es Dir damit? Was löst das aus?

    Wenn Du die Überzeugung hast nicht das Gespräch mit ihm suchen zu können - woher kommt das? Was macht das mit Dir?
    Wie fühlst Du Dich bei dem Gedanken, dass der Verlauf destruktiv statt lösungsorientiert wäre?

    Wieso wünscht Du Dir, dass Dein Mann um Dich kämpft?
    Was steckt hinter diesem Wunsch? Was fehlt Dir? Wonach sehnst Du Dich?

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    AW: Verliebt in einen anderen – trotz guter Ehe

    Eigentlich haben Lizzy und Kenzia bereits alles gesagt.
    Daher nur kurz zusammengefasst.
    In Deinem Bericht einer glücklichen Ehe klingt ein Widerspruch, ein Stören an:
    Du hast mit Deinem Mann schon viele Gespräche geführt- und er blockt ab.
    Ich denke hier musst Du ansetzen und Dir nachspüren- dort wirst Du Antworten finden.
    Liebe Grüsse!
    Nilou

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    AW: Verliebt in einen anderen – trotz guter Ehe

    Zitat Zitat von MaulendeMyrte Beitrag anzeigen

    Wenn ich mich aber so für, oder gegen meine Ehe entscheide, dass ich ihm über diese Gefühle nichts sage, nehme ich ihm vielleicht die Chance um für mich zu kämpfen

    Markierung von jaws


    Würdest Du dir tatsächlich wünschen, dass dein Mann um dich kämpft?

    Hätte er denn überhaupt eine Chance gegen die Gedanken und Gefühle, die Du augenblicklich dem Anderen entgegen bringst?

    Ich persönlich würde keine Beziehung aufrecht erhalten wollen, in der meine Partnerin erwartet, dass ich um sie kämpfen müsse. Wenn sie nicht mehr glücklich und zufrieden ist und auch noch so starke Gefühle für einen anderen Menschen empfindet, dann soll sie diese ausleben und schauen, wohin ihr Weg führt.

    Dein Mann stünde doch trotz allen Kampfes auf verlorenem Posten, der kann doch augenblicklich gar nicht gegen das, was dich umtreibt ankommen, egal was er unternehmen "Würde".

    Vielleicht probierst Du das OdB einfach mal aus und kannst danach besser entscheiden, wie deine Zukunft aussehen soll.

    lg jaws
    Es gibt keinen Weg zum Glück -

    glücklich sein ist der Weg.

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    AW: Verliebt in einen anderen – trotz guter Ehe

    Zitat Zitat von Niloufar Beitrag anzeigen
    Eigentlich haben Lizzy und Kenzia bereits alles gesagt.
    Daher nur kurz zusammengefasst.
    In Deinem Bericht einer glücklichen Ehe klingt ein Widerspruch, ein Stören an:
    Du hast mit Deinem Mann schon viele Gespräche geführt- und er blockt ab.
    Ich denke hier musst Du ansetzen und Dir nachspüren- dort wirst Du Antworten finden.
    Liebe Grüsse!
    Nilou
    Volle Zustimmung!

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    AW: Verliebt in einen anderen – trotz guter Ehe

    Eine Userin hatte vor nicht allzu langer Zeit hier mal ein praktisch identisches Problem. Mal schauen, ob ich den Strang noch finde.

    Hier: Fremdverliebtheit unter Kontrolle halten...??

    Allerdings war das OdB dort verheiratet.
    Geändert von Azilal (02.06.2020 um 10:37 Uhr)

  8. User Info Menu

    AW: Verliebt in einen anderen – trotz guter Ehe

    Erst einmal vielen Dank für Eure bisherigen Anregungen, sie haben bereits jetzt sehr viele Gedanken in mir ausgelöst. Das ist genau, was ich suche: Meinen eigenen Kram aus unterschiedlichen Aspekten zu beleuchten und Ihr hilft mir dabei wirklich viel.

    Da ich Eure Fragen und Anregungen sehr interessant finde, versuche ich mal auf die einzelnen Punkte einzugehen. ;-)

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Zusätzlich kommt der Reiz des Verbotenen dazu.
    Was wir nicht dürfen, ist manchmal besonders reizvoll (wieviele Abenteuer gibt es noch in deinem Alltag?) und gerade, wenn uns unser Leben sehr festgefahren scheint- farblos, dröge........kann sich so ein Farbklecks wunderschön anfühlen.
    Ich kann es eigentlich nicht ausschließen, dass ich mich sogar schneller verliebt hätte, wenn ich Single gewesen wäre als ich ihn kennenlernte. Diese Tabus zwischen uns (und ich habe bei weitem nicht alle aufgelistet, zwecks Anonymität) haben uns beide immer schon eher abgeschreckt. Was ich damit sagen will, dass das berühmt berüchtigte „Verbotene“ meiner Meinung nach hier nicht die Hauptrolle spielt. Ja, das ist schon der Klassiker...das Verbotene reizt immer. Aber bei uns ist es eigentlich auch sehr abschreckend.
    Aber in der Tat fühlen wir uns beide lebendig – doch ich rechne das viel mehr der gegenseitigen Zuneigung und nicht dem Verbotenen an.


    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Es mag ja traumhaft aussehen- in der Vorstellung- wenn man sich so einer Liebe hingibt und endlich DIE Erfüllung leben kann......
    Wir blenden bei diesen Vorstellungen aus, dass es noch Kinder gibt, Schwiegereltern, eigene Eltern, Freundeskreise, einen Exmann, ein gemeinsames Leben..........alles wird zerfallen und diese Leiden stehen selten im Verhältnis einer neuen Liebe, die man meint zu spüren.
    Nein, ich blende da nichts aus. DIESE Dinge sind die, die mich am meisten abschrecken. Ich denke, wenn es nur um mich ginge, hätte ich meine Entscheidung schon getroffen (nicht für die Ehe).
    Aber es geht in meinem Gefüge um viel mehr Menschen und auch sein Gefüge wäre sehr betroffen, auch wenn er „ungebunden“ ist. Es würde auch rund um ihn einige Menschen betreffen, wenn er sich für mich entscheiden würde. Er hat mir mal vor einem Jahr gesagt, dass er sich mit mir in eine Beziehung einlassen würde, wenn ich nicht verheiratet wäre. Damit ist es für mich auch klar, wie seine Entscheidung wäre.

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Dein Mann sieht keinen Bedarf der Veränderung- nur leider ist er nicht der einzige, der euch beide lebt
    Es liest sich, als ob du durchaus weißt, welche Themen zwischen euch stehen?
    Was braucht dein Mann damit er DICH ernst nimmt?

    Nun erscheint es immer verlockender, in das Neue zu investieren als das Alte zu re-aktivieren, beleben........hier hilft dann der Blick auf alles, was man gemeinsam HAT.........angefangen mit den Kindern.
    Ich weiss zumindest welche Themen für mich im Raum stehen (und ich bin nicht sicher, dass da irgend etwas zu reaktivieren gibt, weil manches vielleicht auch nie da war). Ich hatte in den letzten 1,5 Jahren (seit ich die Gefühle für den anderen realisiert habe) genug Zeit um mich damit auseinanderzusetzen. Ich gehe darauf gleich noch ein, denn diese Punkte passen zu einem anderen Kommentar noch haargenauer und ich möchte mich nicht wiederholen. ;-)

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Ich sehe jetzt nicht, dass du deinem Mann von allem erzählen musst.
    Der andere ist jetzt erst einmal nur ein Symptom für etwas, was in deinem Leben fehlt- ob dieser Mann oder ein anderer........vermutlich ist dieser Mensch austauschbar (auch, wenn du jetzt sagen wirst "keinesfalls")
    Viel wichtiger ist zu erkennen, WAS dir fehlt und inwiefern dein Mann Einfluss auf euer Zusammenleben hat.
    Ja, ich schließe es nicht einmal aus, dass er nur ein Symptom ist dafür, was in meinem Leben fehlt und dass er rein theoretisch austauschbar wäre. (klar, jetzt nicht mehr )
    Wie ich schon beschrieben habe, ich habe mich mit dem Thema auseinandergesetzt und einiges gefunden, was mir zwar Erkenntnisse lieferte, mir dennoch „qualitativ“ nicht weitergeholfen hat.

    Was mir im Alltag fehlt, ist unter anderem die Wertschätzung. (Weitere Punkte kommen noch in anderen Antworten.) Ich bin da. Ich bin immer da. Ich funktioniere. Ich koche, sammle den Kram vom Boden, mache die Wäsche und das alles auch wenn ich zusätzlich noch arbeiten gehe. Niemand vertritt mich hier. Wenn ich aus Frust Wäschestreik mache, gehen sie neue Klamotten kaufen; wenn ich mal aus Protest nicht koche, holen sie was zum Essen...und für mich aber nichts, da sie ja nicht dachten, dass ich auch was essen wollen würde. Usw. Das sind jetzt nur kleine Beispiele, die mir meinen Alltag aber oft zu einer Irritation machen. Ansprechen half bisher nicht, vielleicht mache ich da was falsch.

    Was er brauchen würde um mich ernst zu nehmen? Vielleicht eben mal mich entbehren zu müssen?
    Geändert von MaulendeMyrte (02.06.2020 um 19:36 Uhr)

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    AW: Verliebt in einen anderen – trotz guter Ehe

    Zitat Zitat von Lizzy1234 Beitrag anzeigen
    Was an ihm findest Du toll? Was fasziniert Dich an ihm? Wovon fühlst Du Dich angezogen?
    Sieh Dir die Antworten mal näher an, vielleicht führen diese Dich zu Deiner ausgehungerten Seite.
    Der andere Mann ist kein selbstbewusster Typ (mein Mann schon). Er ist eher schüchtern und zurückhaltend, manchmal ein Nerd. Er himmelt mich gewisserweise an, als gäbe es keinen morgen mehr. Wir sind keine Arbeitskollegen, haben aber öfters gemeinsame Projekte. Er folgt meiner Ratschläge, er setzt auf meiner Meinung, ihm entgeht nichts von dem was ich mache, er ist sogar stolz darauf, welche Ideen ich immer wieder einbringe. Noch nie hat mich jemand so verliebt und bewundernd angeschaut. Noch nie habe ich erlebt, dass jemand so glücklich ist, einfach nur weil er mich sieht.
    Ich weiss, die von mir gewaschenen Unterhosen würde er vermutlich auch nicht so wertschätzen. Der Alltag wandelt Vieles zum alltäglichen um.
    Aber ich habe jetzt trotzdem das Gefühl, dass er MICH sieht und auch in vielerlei Hinsicht braucht. Er hat nicht viel Erfahrung mit Frauen. (Das hängt mit seiner bisherigen Erlebnissen mit Frauen zusammen und nicht, weil er asexuell ist). Wie er mich behandelt, wirkt auf mich, als wäre ich die Frau, auf die er immer schon gewartet hat. Er hat es zwar nie gesagt, es fühlt sich aber so an.

    Abgesehen davon, dass wir es immer anziehend finden, wenn uns jemand toll findet (menschliche Natur), finde ich ihn mit all seiner Verzwicktheit auch toll. Er hat ein sehr warmes Herz, er ist sehr intelligent, sehr hübsch. Wie er es auch sagt, wir sind auf der gleichen Wellenlänge, haben einen ähnlichen Humor. Und einige gemeinsame Weltanschauungen, die ich nur mit ihm so richtig teilen kann. (Aber ich weiss, es gibt andere Sachen, die ich mit ihm nicht teilen kann.)
    Geändert von MaulendeMyrte (02.06.2020 um 19:37 Uhr)

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    AW: Verliebt in einen anderen – trotz guter Ehe

    Zitat Zitat von jaws Beitrag anzeigen
    Würdest Du dir tatsächlich wünschen, dass dein Mann um dich kämpft?

    Hätte er denn überhaupt eine Chance gegen die Gedanken und Gefühle, die Du augenblicklich dem Anderen entgegen bringst?
    Mir geht es nicht darum, dass ich umkämpft werden will. Ich denke nur, dass es eine ganz andere Situation ist, ein Krisengespräch zu führen, wenn man wirklich weiss, was Sache ist, wie wenn man im Nebel ist. Das meine ich mit Kämpfen, er hätte jetzt wenig Chance auf Klarsicht. Bei einer Problemlösung ist es schon wichtig das Problem auch vollumfänglich zu kennen, oder? Wenn er wüsste, er könnte mich verlieren, würde er auf meine Wünsche vielleicht anders eingehen. Ob das ehrlich und vor allem dauerhaft wäre, weiss ich nicht. Ich bezweifle das sogar eher. Aber soll er nicht die Chance bekommen?

    Zitat Zitat von jaws Beitrag anzeigen
    Vielleicht probierst Du das OdB einfach mal aus und kannst danach besser entscheiden, wie deine Zukunft aussehen soll.
    Das ist ziemlich sicher ausgeschlossen. Er würde sich auf nichts einlassen, solange ich nicht frei bin. Das ist mir sehr klar und sehr bewusst. Und da gebe ich ihm sogar recht, das würde alles vermutlich noch komplizierter machen. Und das „Nicht-Körperliche“ habe ich schon sehr ausführlich „ausprobiert“, durch vielen Gesprächen, gemeinsamen Projekten und Erlebnissen.

    Im Übrigen, ich kann durchaus daran was genießen, dass das OdB nicht aufs körperliche drängt. Mein Mann gibt mir das Gefühl, körperlich sehr wichtig zu sein. Er liebt und genießt unser Intimleben, das sich in den letzten 20 Jahren stets weiterentwickelt hat. Wenn es nach ihm ginge, könnte ich Sex on mass haben.
    Er möchte sich auch nicht umschauen, er sieht schlichtweg keinen Sinn daran, was anderes auszuprobieren, wenn er doch mich begehrt. Das ist wunderschön und bedeutet mir auch viel – wie viele wären hier glücklich, wenn Sie diese Sätze schreiben könnten.
    Mich setzt das aber letzter Zeit trotzdem unter einen gewissen „Leistungsdruck“. Den ganzen Tag zu funktionieren und dann auch noch, wenn ich müde ins Bett falle, soll ich mich erneut auf Bedürfnisse von jemandem anderen einlassen (das Tat ich den ganzen Tag lang schon und wurde dabei kaum wahrgenommen). Nicht weil keine eigenen Bedürfnisse habe, sondern wegen der Müdigkeit und des Gefühls von „Nicht-Wahrgenommen-Sein“ will ich oft nur mehr schlafen.
    Und deswegen setzt mich sein Begehren doch vermehrt unter Druck. Nicht weil ich ihn körperlich grundsätzlich nicht will. Sondern weil ich mich „reduziert“ und „nicht-gesehen“ fühle. Das ist für uns beide neu und irritierend. Früher war ich ja „meistens zu haben“.

    Der andere Mann schließt das Körperliche vorerst aus, weil ich verheiratet bin. (Eine Moralvorstellung, die man (frau) akzeptieren und respektieren muss. Für ihn ist das eine Sicherheitsmaßnahme, mich nicht anzufassen. Er hält den Fuß auf der Bremse.) Das ist mir sogar ganz recht, weil es nicht auch noch hormonell alles komplizierter macht.
    Und dadurch fühle ich mich als Person und Persönlichkeit automatisch deutlich mehr wahrgenommen. Ja, es mag komisch klingen, aber es hat für mich auch seinen Reiz, ohne körperliche Aktivitäten trotzdem angehimmelt zu werden. Ich sehe es ihm sehr wohl an, dass er mich auch körperlich begehrt. Er macht kein Geheimnis daraus und seine Augen machen mir Komplimente, für die Worte nicht ausreichen würden. Aber er stellt es vorerst weiter hinten an. Das passt zu meiner Situation sogar zu gut. Denn das ist etwas, was mir im Moment unter anderem fehlt: Wahrgenommen zu sein und gesehen zu werden, auch ohne Einsatz des Körpers.

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