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  1. Avatar von Raratonga
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    AW: Wie mit der Untreue meines Vaters umgehen?

    Zitat Zitat von Scheherezade Beitrag anzeigen
    Kein Kind sollte immer auf der Kind-Rolle bestehen sollen.
    Es ist einfach ein sinnloser Anspruch - und erschwert oder verhindert nur das Wachsen.

    Um diesen Aspekt der Geschichte ging es mir nicht im geringsten.

    Das ist meiner Meinung nach eine völlig andere Baustelle und aus meiner Sicht auch nicht der Kern des Problems.

    Dieser stellt sich für mich folgendermaßen dar:

    Das Verhältnis zur Mutter ist durch die Mitwisserschaft jetzt belastet, völlig unverhofft und plötzlich, und zwar durch den alkoholbedingten Ausrutscher des Vaters.

    Wenn man der Mutter nichts sagt, kann man sich eventuell später Komplizenschaft vorwerfen lassen, dass man der Mutter indirekt wertvolle Lebenszeit gestohlen hat, denn jetzt wäre sie noch jung genug gewesen, die Konsequenzen zu ziehen und sich endlich zu trennen ... das ist der worst case an Folgen.

    Wenn man dafür sorgt, dass die Mutter Bescheid weiß und sie es gar nicht wissen wollte, kann sie auch in eine Krise stürzen.

    Auch schlecht. Beides ist sch...e. Das hat mit der Kind-Rolle gar nichts zu tun.

    Ich kann nur aus meinem Leben berichten: Mein Vater vertraute mir als Jugendliche mal an, unter der Pflicht zur Geheimhaltung, dass er - seit einigen Jahren getrennt von meiner Mutter - jetzt eine Freundin habe, und zwar eine alte Kollegin.
    Ich durchschaute seinen Plan, dass ich diese Nachricht meiner Mutter und kleinen Schwester überbringen sollte und dass er zu feige war, es selber zu sagen. Mir selber war sein Liebesleben wurscht, aber ich fand, das Wissen würde meine Mutter belasten und außerdem wollte ich seine Feigheit nicht unterstützen und mir später auch noch Indiskretion vorwerfen lassen.
    Deshalb sagte ich nichts.

    30 Jahre später hat meine kleine Schwester deswegen den Kontakt mit mir abgebrochen, sie fühlte sich von mir verraten. Sie sagte, dieses Wissen hätte ihr geholfen, ihr richtiges Bauchgefühl besser einzuordnen.

    Nur dazu, wie es gehen kann wenn man unfreiwilliger Geheimnisträger bleibt. Diese Rolle würde ich unbedingt vermeiden wollen. Man kann von allen Seiten Prügel dafür einstecken, egal wie man sich entscheidet. Und das, obwohl man unfreiwillig in diese Situation geraten ist.


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    AW: Wie mit der Untreue meines Vaters umgehen?

    Zitat Zitat von MannMann Beitrag anzeigen
    Als Vater macht man sein Kind mit solch einem "Geständnis" zum Komplizen. Und zwar zum Komplizen gegen das andere Elternteil. Das geht gar nicht. Ich würde dem Vater auch zu Verstehen geben, dass er das mit der Person zu klären hat, die es etwas angeht, und zwar zeitnah.
    Richtig. Und womöglich hat sein betrunkenes Ich durchaus darauf spekuliert, dass sich ein anderer die Hände schmutzig macht...

    Ich rate zu 2 - sich widersprechenden - Optionen:

    1. Du sagst deinem Vater sachlich, nüchtern aber mit Termin, dass du erwartest, dass er dich als dein Vater aus diesem von ihm im Suff verursachten Loyalitätskonflikt erlöst, indem er deiner Mutter sagt, dass er ihr untreu war. Und zwar bis Ende März '20.

    2. Du machst gar nicht. Wer A gehört hat muss nicht B tun. Du kannst den Ball liegen lassen bis er vergammelt. Das darfst du und das ist weder ignorant noch feige. Du könntest so tun, als ob niemals etwas gesagt worden wäre.

    Anmerkungen

    zu 1.

    Hier genügt diese Ansage! Du musst weder überprüfen, noch nachfragen. Du knallst ihm das vor den Latz und dann überlässt du ihn seinem Schicksal. Du bist das Kind. Daher musst du deinen Papa nicht zu was zwingen. Glaub mir, es wird so oder so sitzen.

    zu 2.
    Sollte das Thema erneut Thema werden - kannst du Punkt 1. sofort und auf der Stelle seine Wirkung tun lassen.

    Insgesamt:

    Schätze, er bereut es eh schon bitter. Also das Outing
    Moralkeule würde ich auch zumindest klein halten - dass dir das alles extrem zusetzt und unangenehm ist, ist normal - deswegen sind die einen die Kinder und die anderen die Eltern
    Nie! solltest du das von dir aus thematisieren deinem Vater gegenüber in Form von "also, wie war das neulich?"
    Und schon gar nicht "warum" - das wären zusätzliche Runden Grenzüberschreitung.

    Ich sehe tatsächlich nur 1. oder 2. - in Varianten und Mischformen, aber sonst ?

    Ich würde übrigens zu 2. tendieren (glaube ich) - und mich im Internet oder bei der besten Freundin ausheulen (letzteres evtl. auch mit 2 Flaschen im Gepäck)

    Nimms nicht so tragisch@Herbie

  3. Avatar von Raratonga
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    AW: Wie mit der Untreue meines Vaters umgehen?

    Rokeby, wenn man Deine Option Nr. 2 wählt, dann muss man auch eisern schweigen, und zwar immer!

    Und dieses Schweigen schafft eine Distanz zur Mutter und treibt einen Keil in das Vertrauensverhältnis.
    Auch setzt man sich - noch Jahrzehnte später, wie bei mir - der Gefahr aus, dass man der Illoyalität beschuldigt wird und dass die anderen bzw. in diesem Fall die Mutter, die Hauptbetroffene, sich mit diesem Wissen in der Vergangenheit anders verhalten hätte und womöglich jetzt eine bessere Gegenwart hätte.

    Gerade weil die Ehe in der Vergangenheit schon schlecht war und auch jetzt wohl das Verhältnis nicht so gut ist, könnte das Wissen um den Betrug in der Vergangenheit der notwendige Tropfen sein, der das berühmte Fass zum Überlaufen bringt.
    Und da bin ich ehrlich gesagt für die Wahrheit und Offenlegung aller Fakten, für alle Beteiligten, damit eine gute Entscheidung getroffen werden kann.

    Im Übrigen war ich übrigens selber mal in der Situation, dass eine gute Freundin meinen Ex gezwungen hat, ein Geheimnis mir gegenüber aufzugeben.
    Wir hatten eine sehr schwere Ehekrise und wollten eine Paartherapie beginnen. Da offenbarte mein Ex meiner Freundin, dass er eine Neue im Internet gefunden habe und plane, zweigleisig zu fahren, nämlich Paartherapie mit mir und gleichzeitig die Neue antesten.

    Ich bin meiner Freundin sehr dankbar, dass sie ihm eine Frist gesetzt hat, mir selber von der Neuen zu erzählen.
    Die Paartherapie fiel dann aus und ich habe mich sofort getrennt. Das hat mir sehr viel psychisches Leid und auch Zeit erspart. Manche Menschen haben nämlich einen entschlossenen Tritt in den Allerwertesten verdient, und je eher und entschlossener der erfolgt, um so besser.

    Sie hätte auch sagen können, das geht mich nichts an, ich hab damit nichts zu tun und ich mische mich nicht ein...

    Das hätte ich als feige empfunden, denn jeder Mensch hat die Wahrheit verdient, sonst kann er nicht frei entscheiden, was für ihn am besten ist.
    Und umso schlimmer, wenn manche, sehr nahestehende Menschen die Wahrheit kennen und sie einem aus Feigheit/falscher Rücksicht nicht sagen und einen wissentlich im Unklaren lassen, obwohl das manche Entscheidungsfindung und Weichenstellung für das eigene Leben sehr erleichtern würde.

    In dem Fall mit meinem eigenen Vater habe ich nichts gesagt, weil meine Eltern sowieso schon getrennt waren und diese Information meine Mutter nur zusätzlich gekränkt hätte.


  4. Registriert seit
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    AW: Wie mit der Untreue meines Vaters umgehen?

    Zitat Zitat von Raratonga Beitrag anzeigen
    Rokeby, wenn man Deine Option Nr. 2 wählt, dann muss man auch eisern schweigen, und zwar immer!
    ja. Ich sehe numero due auch eher als verdrängen/vergessen als als verschweigen. Der Mensch hat die durchaus wichtige Fähigkeit Dinge zu verdrängen und in eine sehr erdferne Umlaufbahn zu schicken - vielleicht um mit seinen Eltern klar zukommen.

    Jede Problematik dabei ist mir bewusst. Mir ist mein Hemd am nächsten. So zusagen.

    Ich sage natürlich nicht, dass das optimal ist. Aber optimal gibts da nicht.

    Ich finde auch, es hängt vom Verhältnis zum Papa ab, ob man es schafft eine Haken dran zu machen und sich zu denken "Unterm Strich kriegt er trotzdem eine 3-" .

    Schwierig.

    "ob jeder Mensch die Wahrheit verdient" - Ich will jetzt kein sophistisches Fass aufmachen, aber ich finde, das klingt immer schöner als es in der Praxis ist. Das Problem dabei ist, dass "der Mensch" das ja nicht selber entscheidet, sondern dass man ihm die Wahrheit sagt... Und damit nimmt man ihm die Möglichkeit, etwas nicht zu wissen. Und das Recht auf Nichtwissen ist meiner Ansicht nach genauso hoch zu bewerten.

    ich würde die Lage übrigens anders beurteilen (glaube ich), wenn die @Herbert nicht das Kind der beiden, sondern z. B. die Schwägerin, die Nachbarin, die Freundin der Mutter wäre. Dann wäre ich auf jeden Fall für #1.

    Aber einem Kind ist es nicht zuzumuten, die Mutter über die Promiskuität des Vaters ins Bilde zu setzen. Das ist einfach ein Rollenkonflikt und berührt - sehen wir ja an der Zerrissenheit quasi aller Posts - tiefste Bindungen.
    Geändert von R_Rokeby (13.12.2019 um 17:28 Uhr)

  5. Avatar von Raratonga
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    AW: Wie mit der Untreue meines Vaters umgehen?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Jede Problematik dabei ist mir bewusst. Mir ist mein Hemd am nächsten. So zusagen.

    Ich sage natürlich nicht, dass das optimal ist. Aber optimal gibts da nicht.

    Ich finde auch, es hängt vom Verhältnis zum Papa ab, ob man es schafft eine Haken dran zu machen und sich zu denken "Unterm Strich kriegt er trotzdem eine 3-" .

    ...Das Problem dabei ist, dass "der Mensch" das ja nicht selber entscheidet, sondern dass man ihm die Wahrheit sagt... Und damit nimmt man ihm die Möglichkeit, etwas nicht zu wissen. Und das Recht auf Nichtwissen ist meiner Ansicht nach genauso hoch zu bewerten.

    ich würde die Lage übrigens anders beurteilen (glaube ich), wenn die @Herbert nicht das Kind der beiden, sondern z. B. die Schwägerin, die Nachbarin, die Freundin der Mutter wäre. Dann wäre ich auf jeden Fall für #1.

    Aber einem Kind ist es nicht zuzumuten, die Mutter über die Promiskuität des Vaters ins Bilde zu setzen. Das ist einfach ein Rollenkonflikt und berührt - sehen wir ja an der Zerrissenheit quasi aller Posts - tiefste Bindungen.
    Das ist die Frage wie das mit dem Hemd ist - ist es einem nicht doch am allernächsten, das Verhältnis zur Mutter die nächsten Jahrzehnte ungetrübt zu lassen und nicht jedesmal zu denken "mein Gott wenn sie wüsste"?

    Man selber muss die Vaterrolle trennen von dieser Verfehlung. Er kann sogar als Vater immer noch eine 1 kriegen, nur diese Offenbarung im Suff trübt die Note.. und zwar die Grenzverletzung dem Kind gegenüber, nicht der Betrug an seiner Ehefrau.

    Ja, es gibt das Recht auf Nichtwissen. Das Problem ist hier nur, dass sogar mindestens ein Unbeteiligter, nämlich das eigene Kind schon davon weiß, und das macht die Sache heikel und verletzend für die Mutter. Wer will schon, bei allem Recht auf Nichtwissen, der einzige Unwissende in der Umgebung sein, noch dazu als Hauptbetroffene?

    Wenn @Herbert tatsächlich die Freundin oder Nachbarin der Mutter wäre, dann fände ich es besonders verletzend, auch von diesen hintergangen zu werden! Wieso decken sie den Mann? Kann ich von meiner Freundin nicht uneingeschränkte Loyalität verlangen? Das kennzeichnet doch eine Freundschaft? Wieso deckt sie meinen untreuen Ehemann? Doch wohl nur aus Feigheit! Oder weil er ihr näher steht als mir!

    Dass tiefste Bindungen von diesem Rollenkonflikt berührt werden, ist völlig richtig!
    Aber - wenn schon der Vater selbst sein Kind völlig ungefragt über seine Promiskuität ins Bild setzt, diejenige, die es tatsächlich etwas angeht - nämlich seine Ehefrau - aber nicht, ist es meiner Meinung nach dem Kind nicht zuzumuten, ihn auch noch gegenüber der Mutter zu decken.
    Der Vater muss jetzt manns genug sein und mit seiner Frau reden, soviel ist klar.

    Wie man ihn dazu bekommt, ist die andere Frage.


  6. Registriert seit
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    AW: Wie mit der Untreue meines Vaters umgehen?

    Zitat Zitat von Raratonga Beitrag anzeigen
    Wenn @Herbert tatsächlich die Freundin oder Nachbarin der Mutter wäre, dann fände ich es besonders verletzend, auch von diesen hintergangen zu werden! Wieso decken sie den Mann? Kann ich von meiner Freundin nicht uneingeschränkte Loyalität verlangen? Das kennzeichnet doch eine Freundschaft? Wieso deckt sie meinen untreuen Ehemann? Doch wohl nur aus Feigheit! Oder weil er ihr näher steht als mir!
    Ich sag ja, dass das dann was anderes wäre

    Ich könnte mir vorstellen, dass die Mutter das weiß...

    Mit eigenem Hemd habe ich tatsächlich gemeint, dass ich meine eigene Nicht-Involviertheit bzw. Unbeteiligtheit höher hielte als andere Motive und Emotionen, die ich auch hätte. Hätte hätte Fahrradkette im übrigen.

  7. Avatar von Raratonga
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    AW: Wie mit der Untreue meines Vaters umgehen?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen

    Ich könnte mir vorstellen, dass die Mutter das weiß...

    Mit eigenem Hemd habe ich tatsächlich gemeint, dass ich meine eigene Nicht-Involviertheit bzw. Unbeteiligtheit höher hielte als andere Motive und Emotionen, die ich auch hätte.

    Ja, könnte sein, dass die Mutter das weiß. Könnte aber auch nicht sein. Wir von hier aus können es gar nicht wissen, @Herbert eher.

    Leider ist jede der beiden Optionen eine Entscheidung und auch ein "Handeln", auch wenn es im einen Fall eher das "Unterlassen einer aktiven Handlung" ist.
    Etwas zu decken ist auch eine aktive Handlung, auch wenn man einfach - passiv- der Mitwisser bleibt.
    (Frei im Sinne von Watzlawick - man kann nicht "nicht kommunizieren".)

    Wie man in meinem Fall gesehen hat, kann einem das auch noch Jahrzehnte später sehr negativ angekreidet werden.
    Und es könnte auch noch Jahrzehnte später das Verhältnis sehr belasten, und als Verrat empfunden werden, wenn es herauskommt.
    Und es belastet eventuell - je nach Verdrängungsvermögen des Einzelnen, möglicherweise auch immer - die Gegenwart im Kontakt, wenn man denken muss "Mein Gott, wenn sie wüsste!"

  8. Avatar von Raratonga
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    AW: Wie mit der Untreue meines Vaters umgehen?

    Es kommt auch auf die Gesamtsituation der Eltern an und das Verhältnis der Beiden. Am grünen Tisch oder unter Moralgesichtspunkten kann das nicht entschieden werden. Auch das subjektive Empfinden ist nicht der ausschlaggebende Faktor.

    Schätzt man die Ehe als schlecht ein?
    Frauen leiden noch mehr unter schlechten Ehen und werden sogar öfters körperlich und seelisch krank dadurch.

    Wenn man es so einschätzt, dass die Mutter finanziell abgesichert ist und noch jung genug für einen Neuanfang, wäre es sicher gut, sie würde alle Puzzleteile des Dramas kennen um in Kenntnis aller Fakten entscheiden zu können, wie sie den Rest ihres Lebens planen will.

    Ist sie alt, krank, belastet und finanziell nicht abgesichert, wäre vielleicht eine weitere Belastung des Verhältnisses zu ihrem Mann nicht ratsam, weil sie eine Trennung nicht verkraften würde.

    Das kann aber nur @Herbert entscheiden bzw. die Geschwister, wenn es welche gibt. Wie wird die Mutter eingeschätzt? Muss sie unbedingt vor der Wahrheit beschützt werden?

    In diesem Fall würde ich für die Option 2 plädieren.


  9. Registriert seit
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    AW: Wie mit der Untreue meines Vaters umgehen?

    Deinem Vater würde ich einen überbraten und ihn fragen, was er sich überhaupt dabei gedacht hat, dich in so einen Gewissenskonflikt zu bringen sowie dich so zu belasten und ich würde ihm auch sagen, dass du ihn für einen ehrlichen Mann gehalten hast und dass du niemals gedacht hättest, dass er, dein Held, so etwas tun könnte.

    Des Weiteren rate ich, die Ehe deiner Eltern als ihre Sache anzusehen und von eurer Familienebene zu trennen. Sie waren vielleicht als Paar nicht ideal, ihr wart und seid aber eine ideale und glückliche Familie. Zusammen seid ihr doch nach wie vor toll.
    Ihr hattet immer Spaß zusammen und denke dran, dass deine Eltern doch wunderbare Eltern waren. Fehler, die Menschen machen, machen sie nicht weniger liebenswert, nur menschlich.

    Es gehört zum Erwachsenwerden dazu, seine Eltern als Menschen mit ein paar Fehlern zu sehen.


  10. Registriert seit
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    AW: Wie mit der Untreue meines Vaters umgehen?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Ich sag ja, dass das dann was anderes wäre

    Ich könnte mir vorstellen, dass die Mutter das weiß...

    Mit eigenem Hemd habe ich tatsächlich gemeint, dass ich meine eigene Nicht-Involviertheit bzw. Unbeteiligtheit höher hielte als andere Motive und Emotionen, die ich auch hätte. Hätte hätte Fahrradkette im übrigen.
    Daran dachte ich nämlich auch....

    Es kann ja sein, dass sie es weiß, ist meist übrigens der Fall.
    Wie man sich entscheidet ist individuell. Sich für etwas zu entscheiden halte ich aber für besser.

    Ich, als Älteste,hatte meiner Mutter mal geraten auf das Scheidungsbegehren meines Vater einzugehen.
    Das hat sie dann als Verrat und und Einmischung empfunden. Heute weiß ich auch mehr über ihre Gründe, lach, wirklich.

    Es ging um Rentenpunkte - und um ihren Status.
    Das finde ich heute auch ehrlich gesagt okay.

    Nur, war es damals eben nicht meine Meinung.
    Ich glaube, mit sich immer raus zu halten macht man sich noch mehr Probleme.

    Es hat ja sowieso Jeder ne Meinung, nur wird die eben nicht gesagt.

    Damals äußerte ich mich auch nur so - wegen der Klarheit. Nicht weil ich grundsätzlich für oder gegen eines meiner Elternteile gewesen bin.
    Und mit der Reaktion meiner Mutter konnte ich dann eben gut leben.

    Ich finde, das was Herberth hier beschreibt gehört für mich in den Bereich des "normalen Lebens".
    Ist weder Drama noch Elend.

    Übrigens finde ich auch, dass man eher nicht Fronten schafft wenn man eine Meinung äußert.

    Was ich aber nicht vergessen möchte zu erwähnen: Ein Schock ist das schon zunächst so was zu erfahren.
    Ging mir auch immer so bei allen "Geheimnissen" die ich so erfahren habe.

    Der Opa war im Puff, der Opa, den ich doch nur arbeitend und in die Kirche gehend erlebt habe...das passte überhaupt nicht.
    Ehrlich gesagt, spannend fand ich es aber schon.

    Und mein Held blieb er trotzdem - auf seine Art.

    Raratonga, das soll jetzt keine Kritik an deinem Verhalten sein.
    Man sieht nur mal wieder wie einen alles später einholen kann....
    Der Mensch ist nichts
    anderes, als wozu
    er sich macht
    Jean Paul Sartre

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