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    AW: Ethischer Konfliktfall in der Arztpraxis - Wie würdet Ihr entscheiden?

    Tristania



    Es ist definitiv ein spannendes Thema- und mir stehen die Haare zu Berge wenn ich daran denke eventuell je "in echt" in so eine Situation zu kommen.......

    Es ist halt schwer da abzuwägen........alleine schon weil- wie ja auch in dem Artikel geschildert- auch viele andere Erkrankungen zu Gefährdungen der Umwelt führen können.......wo zieht man da die Grenze??
    Diagnostiziere ich bei jemandem Epilepsie und er versichert mir er wird nicht mehr autofahren- ist damit die Gefahr gebannt? Soll ich ihm vertrauen? Weiter bohren?

    In Fällen wo der Patient keine Einsicht zeigt ist es natürlich "leichter"- aber wenn er sie zeigt und versichert entsprechend zu handeln wäre es ja fast vermessen seine Versicherung in Zweifel zu ziehen- da läge jedes Vertrauensverhältnis darnieder.

    Solche Situationen fangen ja oft "im Kleinen" an- wobei es hier keine Diskussion über die Schweigepflicht gibt, es aber manchmal genauso bitter ist- wenn z.B. ein Patient eine Diagnose bekommt, die seinen nahenden Tod bedeutet- er aber nicht will, das seine Familie darüber aufgeklärt wird.
    Damit wird der Familie die Chance zur Vorbereitung, zum Abschied genommen- aber man kann nichts machen wenn der Patient nicht will. Da steht man dann vor Angehörigen die einem erzählen das der nächste Urlaub geplant ist.....tja.


    Das sind die Seiten am Beruf die ich hasse- und wegen denen Pathologie doch immer wieder als ein sehr attraktives Feld erscheint.
    Geändert von polar (09.03.2007 um 11:14 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Ethischer Konfliktfall in der Arztpraxis - Wie würdet Ihr entscheiden?

    Das sind die Seiten am Beruf die ich hasse- und wegen denen Pathologie doch immer wieder als ein sehr attraktives Feld erscheint.
    *purst*..........
    In der Patho würde ich wegen des Geruchs eingehen, daran kann man sich doch nicht gewöhnen, oder?
    Aus diesen gründen bin ich sehr froh, nur mit Patientendaten und nicht mit Patienten zu tun zu haben.
    Meine Kollegen haben häufig recht diffizile Geschichten am Telefon zu klären - ich habe mich bewusst gegen diese Tätigkeit entschieden.


    Diagnostiziere ich bei jemandem Epilepsie und er versichert mir er wird nicht mehr autofahren- ist damit die Gefahr gebannt? Soll ich ihm vertrauen? Weiter bohren?
    Ich habe einen Kollegen, der so gut wie blind ist (leider wahr). Der fährt Auto und keiner im Kollegenkreis mag ernsthaft drüber nachdenken.

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    AW: Ethischer Konfliktfall in der Arztpraxis - Wie würdet Ihr entscheiden?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    *purst*..........
    In der Patho würde ich wegen des Geruchs eingehen, daran kann man sich doch nicht gewöhnen, oder?
    Aus diesen gründen bin ich sehr froh, nur mit Patientendaten und nicht mit Patienten zu tun zu haben.
    Meine Kollegen haben häufig recht diffizile Geschichten am Telefon zu klären - ich habe mich bewusst gegen diese Tätigkeit entschieden.



    Ich habe einen Kollegen, der so gut wie blind ist (leider wahr). Der fährt Auto und keiner im Kollegenkreis mag ernsthaft drüber nachdenken.

    Zur Patho- makaber gesprochen sind ja die Patienten mit denen wir es dort zu tun haben noch relativ....frisch. Die Geruchsbelästigung hält sich in Grenzen- ich hatte damit nie ein Problem. Später arbeitet man ja den Großteil der Zeit am Mikroskop- da ist das Problem dann sowieso nicht mehr existent. In der Rechtsmedizin hingegen....*schauder*.

    Was den Kollegen angeht- DAS ist zum Beispiel ein Fall, in dem der Behandelnde die Schweigepflicht brechen und ihn melden dürfte. Wird immer wieder gerne als Beispiel gegeben wenn Schweigepflicht diskutiert wird- Patient, der aufgrund seiner Augen an sich nicht mehr fahren kann und den Führerschein abgeben müsste- es aber weiterhin tut.

  4. Inaktiver User

    AW: Ethischer Konfliktfall in der Arztpraxis - Wie würdet Ihr entscheiden?

    Ich kann das Thema nicht aus juristischer oder medizinischer Sicht beantworten, jedoch auch meiner, denn eine Klage würde ja aufgrund meiner Sicht der Dinge angestrengt werden:

    Für mich ist die Schweigepflicht des Arztes ein grosses Gut und eine Sicherheit, die mich vor Schaden schützt, den mir "Verwandte" zufügen könnten, die mir etwas antun wollen. Gesetzt den Fall, mit meinen 60 werde ich noch wunderlicher, dann wäre es mir schon recht, wenn mein Arzt hier mit seiner Schweigepflicht meiner Schwägerin eine Abfuhr erteilen kann, auch wenn sie ihm noch so plausibel machen mag, wie wichtig seine Information für die Familie sein mag - meine Argumentation ist wohl etwas wirr, aber vielleicht dennoch nachvollziehbar.

    Ich denke, man kann nicht ein bisschen Schweigepflicht haben.

    Ich persönlich würde es akzeptieren, wenn mein Arzt in einer solchen Situation seine Behandlung niederlegte und mir ankündigte, meine Frau weiter zu behandeln. Und unausgesprochene Hinweise führen nicht zu einer Rechtssache, da kann der Arzt dann schon einen Weg finden, zu helfen und dennoch sich zu schützen.

    Wobei ich der Meinung bin, dass HIV-Erkrankungen nicht in die Praxis des Allgemeinmediziners gehören, sondern in die eines darauf spezialisierten Arztes - ich weiss, von was ich spreche, eine Nichte ist seit 21 Jahren HIV-positiv, und wir trinken aus demselben Glas.
    Aber das ist ein anderes Thema, aber vielleicht ein Weg für den hier diskutierten Arzt, das Problem Kundigeren zu übertragen, auf die Gefahr hin, dass der Patient keinen Arzt mehr aufsucht.

    Und eine umfassende Aufklärung des Patienten ist unumgänglich notwendig, denn die hier angesprochenen Mythen einschliesslich der, dass eine Übertragung durch Blutkonserven weniger "schmutzig" sei - ich überziehe - als die durch Spritzen oder GV, finde ich sehr traurig in einem doch angeblich informierten Kreis.

    Denn leider, den Verwandten und Partnern HIV, Krebs oder Alzheimer oder Parkinson oder MS oder eine Schwangerschaft zu "gestehen" hat dem Kranken schon immer sehr viel Ängste in unterschiedlicher Stärke gebracht, so dass viel Zeit vergangen ist, die zu zukunftsweisenden Aktionen hätte verwendet werden sollen. Denn dann kommt die Frage: Was bin ich noch wert, warum gerade ich, wie geht es weiter - in einer Situation, in der an sich nichts als Sicherheit und Verständnis angebracht wäre, rechnet man mit Vorwürfen und Streit.

    Auch daran sollte ein Arzt denken.

    Liebe Grüsse
    Elke

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