Nun ja... ich möchte nicht wissen, wie viele langjährige Ehen letztlich nur noch eine gut eingespielte Wohngemeinschaft sind. Ja, da nervt mal dieses oder jenes, aber eigentlich ist es doch ganz bequem, meist auch wirtschaftlich vorteilhaft, es einfach so laufen zu lassen.
Geht ja oft gut, solange nicht einer von beiden plötzlich z.B. durch eine neue Liebe ganz neue Ziele entwickelt.
Wenn aber dann der langjährig vertraute Partner weg ist (sei es durch Trennung oder Tod) ist es etwas ganz anderes, mit einem neuen Partner zusammenzuziehen und sich neuen Anforderungen, neuen Gewohnheiten und neuen Kompromissen zu stellen. Da kann das "Alleinleben" schon mal erstrebenswerter erscheinen.
Man soll bekanntlich nie "nie" sagen... aber ich kann mir auch nicht mehr vorstellen, mit jemandem zusammenzuleben und entsprechende Rücksichten zu nehmen oder von dem anderen einzufordern. Ich denke auch, je älter man ist, um so schwieriger wird das, denn niemand passt sich mehr so einfach an.
Es gibt durchaus Tage oder Abende, an denen ich mir wünsche, es wäre jemand da, der mich einfach mal in den Arm nimmt. Dann fällt mir ein, dass ich genau das in meiner Ehe in den letzten Jahren ja auch nicht hatte (ohne zu ahnen, dass mein Mann längst sowieso auf ganz anderen Wegen unterwegs war)... aber dafür deutlich mehr Stress und Verpflichtungen an der Backe.
Und dann kuschel ich mich auf mein Sofa, gucke Rosmunde Pilcher, Traumschiff oder so'n Quatsch im TV oder höre uralte Schallplatten... trinke vielleicht ein Glas Wein... und keiner redet mir rein.
Dann ist die Welt recht schnell wieder in Ordnung.
Brauche ich dafür einen neuen Mitbewohner, der z.B. nur Hardrock hört, meine Kuschelabende zum Heimwerker-Event umgestaltet oder sonstige eigenen Ideen durchsetzt, die mein vertrautes Zuhause durcheinander bringen? Oder der auch noch Frühaufsteher ist, wo ich es doch gerade nach sehr langem Berufsleben genieße, endlich mal weckerfrei auszuschlafen.
Nix gegen einen neuen Mann in meinem Leben, ich koche auch gern mal für ihn, mache ihm auch nach einer gemeinsamen Nacht Frühstück mit Rührei und Lachsbrötchen... aber er muss nicht unbedingt immer und täglich bei mir wohnen.
Wenn der Prinz auf dem weißen Pferd kommt und mich vom Gegenteil überzeugt, lasse ich es Euch wissen.
Aber ich rechne nicht damit.![]()
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Thema: Fragen einer Geliebten
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25.01.2019, 23:48
AW: Fragen einer Geliebten
Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)
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25.01.2019, 23:54
AW: Fragen einer Geliebten
Mich nervt das. Ist ja bei Männern nicht anders, als bei Frauen in meinem Alter.
Die sind gezeichnet und frustriert von ihrer langjährigen Ehe, wollen nur noch was Lockeres und blooooß keine Verbindlichkeit mehr. Ätzend, diese ganze Frustriertheit. Damit kann ich (noch) nicht dienen, mittlerweile sage ich: "leider". Wäre wohl leichter, ich wäre auch so drauf.
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26.01.2019, 00:17
AW: Fragen einer Geliebten
Ja, es ist ätzend. Und nervig.
Diese blöden Alten, die es einfach nicht hingekriegt haben, gemeinsam alt zu werden.
Und wenn die sich nicht mal umgehend einen neuen Partner suchen, sondern einfach in Ruhe und mit selbst bestimmtem Spaß vor sich hinleben wollen... das ist ja sowas von peinlich. (Für wen eigentlich?)
Ich wünsche Dir, dass Du nie in diese Situation kommst.
Die einen finden keinen passenden Lebenspartner/Mitbewohner... andere wollen keinen (mehr).
Kann man das nicht als Lebensmodell nebeneinander stehen lassen, statt andere zu kritisieren?
Man ist schneller da, wo man nie hinwollte, als man denkt.
Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)
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26.01.2019, 07:50
AW: Fragen einer Geliebten
Das ist sooo wahr

Und manchmal stellt man fest, dass es da, wo man nie hin wollte, gar nicht so schlecht ist
Mein verstorbener Mann war toll. Er hat mindestens 2/3 des Haushalts gemacht. Er war ein aufopferungsvoller, fürsorglicher Vater. Ein beliebter Kollege und Geschäftsmann. Er war mein Held. Ja, er war einfach nur toll. Und sah auch noch gut aus. Scheixx drauf, dass er 20 Jahre älter war als ich.
Ich wollte damals, als rebellische, moderne junge Frau, im Leben kein Hausfrauendasein fristen. Musste ich auch nicht. Er war einfach perfekt. *Sarkasmus off*
Der Preis den ich zahlte war hoch, denn ich habe lange nicht verstanden, dass ich trotzdem einfach nur sein Besitz war. Und er diese Haushaltssachen nur gemacht hat, weil er mich für zu blöd hielt, es so perfekt wie er zu machen.
Das eigentlich Furchtbare ist: Er hätte die ganze Manipulation, Erpressung und Kontrolle vermutlich gar nicht gebraucht. Ich hätte wahrscheinlich alles freiwillig gemacht, weil ich so verliebt war.
Naja. Dumm gelaufen.
Dann, nach vielen Jahren: Der Affärenmann. Konservativ ohne Ende, ein Macho vor dem Herrn. Hätte der wirklich seine Frau verlassen und wäre bei mir gelandet, wäre es schnell eskaliert. Weil der nicht mal Wasser kochen konnte, geschweige denn, eine Trommel Wäsche machen. Oder sonstwas im Haushalt konnte/wollte.
Aber dafür hat er mir alle persönlichen Freiheiten gelassen, im Gegensatz zu meinem Mann
Die hat er mir ja nicht gelassen, weil er so tolerant und selbstsicher ist, sondern weil er einfach nicht mehr Zeit hatte.
Mir ist jetzt schon klar, warum er seine Frau nicht verlassen konnte. Der hätte mit mir gar nix anfangen können. Ich war ja nicht alltagstauglich in seinen Augen.
Aber dummerweise wollte ich ihn trotzdem nur ganz oder gar nicht.
Tja, wieder dumm gelaufen. Wieder nicht gut genug gewesen. Es war mir nicht möglich, nur die guten Seiten dieser Affäre zu sehen. Und die gab es ja reichlich.
Es gibt eben Menschen, die sind einfach alleine besser bedient.
Und ich bin wirklich alles andere als frustriert
'Every saint has a past, and every sinner has a future.'
— Oscar Wilde —
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26.01.2019, 10:27
AW: Fragen einer Geliebten
Ja, einen "Koch" hatte ich auch schon, nur war dann die Küche ein Schlachtfeld, für das er sich nicht zuständig gefühlt hat. Mag sein, dass ich ein falsches Beute-Schema hatte, unbewusst, aber okay. So war es und ich habe meine Schlüsse daraus gezogen. Keine gemeinsame Wohnung mehr.
Und nein, es ist vermutlich für die meisten nicht besser, sich mit einem verheirateten Mann einzulassen. Ich hatte das so ja nicht bewusst gesucht, allerdings auch nicht verhindert, als es an der moralischen Zeit gewesen wäre. Für mich läuft es gut. Der Sex ist weit mehr als nur nett und die gemeinsamen Tage - oft auch mal 2 oder 3 - sind klasse und im Moment alles, was ich für mich brauche. Ich weiß, das ist egoistisch, aber es ist eben schon auch so, dass wir uns sehr gern haben. Wir tun uns gegenseitig gut. Und ich hoffe, seine Frau erfährt nie davon, denn das ist eigentlich meine einzige Sorge. Ich wäre für ihren Schmerz mitverantwortlich. Doch durch unsere "Regeln" sollte das nicht auffliegen, denke ich. Dass ich für mein Verhalten keinen Ethikpreis gewinne, ist mir schon klar.
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26.01.2019, 10:31
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26.01.2019, 10:35
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26.01.2019, 11:26
AW: Fragen einer Geliebten
'Every saint has a past, and every sinner has a future.'
— Oscar Wilde —
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26.01.2019, 12:40
AW: Fragen einer Geliebten
Im Moment passt es, und ob ich schnell genug weg bin, sollte sich gefühlsmäßig was ändern, wird sich zeigen. Das kann man im Vorfeld ja nicht sagen und passiert ja meist schleichend. Aber klar ist eines: es darf nicht weh tun, weder auf der einen noch auf der anderen Seite. Dann muss es beendet werden, bevor es außer Kontrolle gerät. Aber ich werde auf die Zeichen achten. Es fängt ja direkt damit an, wenn der AM zu viel "Denkraum" bekommt. Klar denke ich gerne an ihn, man schreibt etc. aber eben nicht den ganzen Tag und wenn er nicht gleich antwortet, ist das okay, ohne, dass Kopfkino losgeht. Ich antworte ja auch nicht immer sofort, weil ich gerade mit dem Kopf woanders bin.
Und wenn er ein Treffen vorschlägt, passiert es auch mal, dass es bei mir nicht passt, andersherum genauso. Wobei durch die große Entfernung schon immer frühzeitig geplant wird.
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26.01.2019, 13:09Inaktiver User
AW: Fragen einer Geliebten
Muss man denn wirklich immer vor Gefühlen davonlaufen?
Ich habe mich bei meinem Affärenmann nach einiger Zeit bewusst dagegen entschieden auf Sicherheit zu setzen. Meine Entscheidung damals war, dass ich von dieser Liebe mitnehmen will, was ich bekommen kann. Mir war klar, dass es weh tun würde, wenn es zu Ende geht, aber das war es mir wert.
Die Alternative war aus meiner Sicht damals aber auch nicht besser. Hätte ich es beendet, als ich merkte, es bedeutet mir mehr, dann hätte ich das Verlustgefühl ohne den vorherigen emotionalen Gewinn gehabt.
Alles beherrschend war mein Gefühl zu dem Affärenmann aber nie. Aber so ist Liebe ja auch eigentlich nicht, sondern nur die Phase der Verliebtheit.



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