Ich sehe die Geliebte nicht in der Verantwortung für die Ehe. Der Betrug kommt nicht durch die Geliebte zustande. Der Betrug kommt dadurch zustande, dass der verantwortliche Ehemann meint, nicht treu sein zu müssen. Ich sage es mal überspitzt: wenn mein Mann in einer Bar 10 Frauen fragt, ob sie mit ihm ins Bett wollen, dann sehe ich es nicht in der Verantwortung der Frauen "nein" zu sagen, sondern ich sehe die Verantwortung bei meinem Mann, die Frauen nicht zu fragen.
Als Geliebte mit vollem Wissen über die Dreiecksbeziehung muss mir allerdings klar sein, dass ich mit einem Lügner zusammen bin. Da muss ich mich fragen, ob ich das will. Und wenn er es schafft, mir und seiner Frau was vorzulügen, schafft er das vielleicht auch bei anderen.
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30.07.2018, 13:49
AW: Vermutlichen Seitensprung des Ehemannes kontaktieren?
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30.07.2018, 22:14
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30.07.2018, 22:46
AW: Vermutlichen Seitensprung des Ehemannes kontaktieren?
So sieht es aus.
Es ist ja die Frage, ob er seiner Geliebten (falls das hier überhaupt der Fall ist) etwas vorlügt.Und wenn er es schafft, mir und seiner Frau was vorzulügen, schafft er das vielleicht auch bei anderen.
Manche Geliebte weiß ja sehr wohl um seine Ehefrau und führt die Affäre trotzdem.
Ihre Motive können von einem hoffnungsvollen "vielleicht trennt er sich ja" bis hin zu einem pragmatischen "ist doch praktisch, ich habe ihn nur für schöne Stunden und weiter keine Verpflichtung" reichen.
In den seltensten Fällen dürfte eine Geliebte an einem ehrlichen (!!!) Austausch mit der Ehefrau interessiert sein.
Außer vielleicht bei Rosamunde Pilcher.
Ich kenne durchaus die doofe betrogene Ehefrau-Position (das Fremdgehen war klar erwiesen und nicht zweifelhaft), aber für kein Geld der Welt hätte ich ein Wort mit der Geliebten gewechselt. Wozu auch?
Ich habe den Mann rausgeworfen und die Scheidung eingereicht, als ich es nicht mehr hinnehmen konnte und wollte.
Die damalige Geliebte ist längst Geschichte, der Rückweg versperrt.
Das hat er sich ganz alleine selbst eingebrockt.
Einen Seitensprung hätte ich vielleicht hinnehmen können.
Eine längere Beziehung, von der zudem lange viele Bekannte im Umfeld wußten, nur ich nicht, habe ich nicht ertragen.
Mein Groll hat sich aber nicht gegen die Geliebte gerichtet, sondern auf meinen Mann. Diese Frau war mir letztlich völlig schnuppe... es war allein der Mann, der mir ein Ehegelöbnis gegeben und es gebrochen hat.
Inzwischen habe ich auch die Geliebten-Position kennengelernt. That's Life.
Aber ich bleibe dabei: Die Ehe ist das Ding zwischen den Eheleuten.
Da hat eine Geliebte nichts zu melden und auch im Gespräch mit der Ehefrau nicht.
Für mich ist die Hemmschwelle da gegeben, wo ich die Ehefrau kenne oder gar mit ihr befreundet bin.
Zu diesem Doppelbetrug bin ich nicht fähig. Aber ich wäre mir nicht sicher, ob alle das so sehen.Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)
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30.07.2018, 23:03
AW: Vermutlichen Seitensprung des Ehemannes kontaktieren?
Ich meinte jetzt so "klassische Lügen" wie "wir verstehen uns kaum noch, wir bleiben wegen der Kinder zusammen, im Bett läuft nichts mehr, ich kann sie jetzt nicht verlassen, ich liebe nur dich, meine Ehefrau liebe ich gar nicht mehr" usw. Der Wahrheitsgehalt dieser Aussagen verhält sich manchmal wie der Limes von 1 geteilt durch x: er geht gegen Null.
Die Ehefrau informieren finde ich z.B. im Fall einer Geschlechtskrankheit gerechtfertigt. Nicht gerechtfertigt finde ich es, die Ehefrau nur deshalb zu kontaktieren in der Hoffnung, dass sie den Mann verlässt, sobald sie erfährt, was er denn so treibt.
Denn wenn ich als Geliebte weiß, dass der Mann seine Frau mit (mindestens) mir betrügt und mir dieses Wissen nicht reicht, den Kontakt mit ihm zu beenden, dann sollte ich nicht davon ausgehen, dass die Ehefrau das plötzlich machen wird, sobald sie das erfährt.
Allerdings: wenn ich die Frau kenne und der Mann würde mich angraben, dann würde ich die Frau möglicherweise doch informieren. Kommt natürlich stark auf den Einzelfall an, welches Vertrauensverhältnis wir zueinander haben. Und da hätte ich auch Hemmungen in der Hinsicht, dass ich nicht mit einem Mann intim werden will, der eine Bekannte/Freundin von mir betrügen will.
Die von bliblablupp geschilderte Situation kann ich aber auch sehr gut nachvollziehen. Es scheint ihnen auch beiden geholfen zu haben.
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31.07.2018, 00:51
AW: Vermutlichen Seitensprung des Ehemannes kontaktieren?
Die Affäre, den Seitensprung kontaktieren… Oh ja, diese Gedanken sind mir nicht fremd. Im ersten Moment des Wissens um diese Geschichte waren die Gedanken daran da.
Dann beginnen sich die Gedanken darum zu kreisen. Was will man fragen, welche Forderungen, Anschuldigungen, Drohungen? Was hilft es die Affäre dazu zu drängen den eigenen Partner in Ruhe zu lassen? Diese Sache zu beenden. Bringt das den Partner wieder zurück? Wohl kaum.
Und wie geht man mit dem um, was man dann doch eventuell von der Affäre zu hören bekommt? Sind das nur Ausreden, hohle Phrasen, Lügen?
Nein, es bringt wenig bis nichts. Es bringt weder die ersehnten Erklärungen und Antworten, noch den Seelenfrieden wieder. Ich habe es nicht gemacht. Ihn nicht kontaktiert, nicht zur Rede gestellt.
Dann hat er mich angerufen. Wollte mit mir reden. Wollte es mit mir „unter Männern“ klären. Ich habe nur nein gesagt und aufgelegt. Das Ganze war total unwirklich, komplett schräg für mich. Was wollte der? Mir Vorhaltungen machen warum ich weder meine Frau noch meine Familie aufgeben wollte? Diese dreiundzwanzig Jahre Beziehung. Sie hatte es vorher mit ihm beendet.
Heute, nach einigen Jahren frage ich mich schon doch manchmal was ich wohl zu hören bekommen hätte. Mit Sicherheit nicht das was ich gern gehört hätte. Sicher nur noch eine weitere Version der Geschichte. Seine. Wahrheitsgehalt? Zweifelhaft…
Nein, so ein Gespräch bringt nur noch mehr Zweifel, noch mehr Unsicherheit, mehr Gefühlschaos. Keine Lösungen für diese eine blöde Frage. Die nach dem warum. Das zu lösen geht wirklich nur mit dem „abtrünnigen“ Partner und mit einem selbst. Für sich selbst die Erklärungen und Antworten zu finden ist dabei der wichtigste Part. Denke ich zumindest.
Ja, ich bin froh nicht den „bösen“ Affärenmann zur Rede gestellt zu haben. Heilfroh!
Er sicher auch. Da sollte er mir dankbar für sein. Wer kann wissen wie „schlagkräftig“ meine Argumente hätten sein können…. Damals zumindest, so im ersten Schock, im ersten Chaos.„Wenn du laufen willst dann lauf eine Meile. Willst du aber ein neues Leben, dann lauf Marathon.“
Emil Zátopek
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31.07.2018, 06:01Inaktiver User
AW: Vermutlichen Seitensprung des Ehemannes kontaktieren?
Bei Pilcher verstehen sich solche Frauen eher..
Real kann es auch dazu führen, dass die Geliebte ein Bild der Ehefrau sieht, was die Haltung des Mannes bestätigt ....und die Geliebte das veranlasst, ihn sich ganz zu holen.
Oder sie sagt der Ehefrau gleich, angesichts von Aussagen der Frau, wie konträr er sich verhält.....und das die Ehefrau wohl nicht die Richtige ist.
Oder....oder...
Es gibt alle Varianten.
Nur eine sicher am Wenigsten:
Mitleid für die Ehefrau.
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31.07.2018, 07:19Inaktiver User
AW: Vermutlichen Seitensprung des Ehemannes kontaktieren?
Es kann aber auch sein, dass sich die beiden Frauen austauschen über diesen Mann und seine Lügen. Aber warum kontruktiv denken, wenn man sowas wie siehe oben ablassen kann? Die TE weiß allerdings bereits, dass ihr Mann öfters mal lügt und öfters mal an anderen Frauen interessiert ist. Da gibt es gar nichts mehr zu klären und das berufliche Umfeld des Mannes würde ich da besser außen vor lassen.
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31.07.2018, 07:54Inaktiver User
AW: Vermutlichen Seitensprung des Ehemannes kontaktieren?
Rotfuchs hat es für mich wunderbar auf den Punkt gebracht.
Die/der Geliebte ist NICHT verantwortlich dafür, dass die Beziehung einseitig geöffnet wurde. Das hat der Partner zu verantworten, der sich einem/einer Dritten zugewandt und diesem/dieser Hoffnung gemacht hat.
Konflikte sind daher mit dem Partner auszutragen.
Geliebte haben das Recht, ja sogar die Verpflichtung, eigenverantwortlich zu handeln und ganz individuelle, aus Blickwinkel des/der Betrogenen EGOISTISCHE Ziele zu verfolgen. Sie sind nur für die Gestaltung IHRES Lebens verantwortlich, und das sollten sie natürlich ernst nehmen. Ich wüsste nicht, warum ich als Betrogene der Geliebten diesbezüglich Vorhaltungen machen oder ihr sogar drohen - wie albern ist das?!
sollte.
Es ist letztlich die Paarbeziehung, die am Boden liegt und krank ist, nicht die Zweitbeziehung zur/zum Geliebten. Die geht mich nichts an.
Zielführende Fragen können also nur lauten:
1. Ist es MIR wirklich wichtig, die Beziehung fortzuführen?
2. Bin ich bereit, dafür einiges an Arbeit auch an mir selbst in die Waagschale zu werfen?
3. Bin ich bereit, mich mit einigen unangenehmen Aspekten, die ganz sicher thematisiert werden, auseinander zu setzen?
4. Ist mein PARTNER ebenso zu dieser ehrlichen Auseinander_Setzung bereit?
Erst wenn diese Fragen geklärt und von beiden abgenickt sind, kann eine Aufarbeitung überhaupt stattfinden.
In der Folge muss geklärt werden, wie und unter welchen Bedingungen (Transparenz, Ehrlichkeit, Verbindlichkeit, Überprüfbarkeit) das ablaufen kann. BEIDE Partner müssen sich dazu verpflichten und das auch ernst nehmen, damit Vertrauen, das ebenfalls beide vorschiessen müssen, wieder Wurzeln schlagen kann.
Das sind eine Menge sehr schwieriger Klippen. So eine Aufarbeitung ist schmerzhaft und kann langwierig sein. Dabei kommen viele unangenehme Dinge auf den Tisch. Jeder muss bereit sein, die auch anzuschauen und sich dabei von Vorwürfen und Schuldzuweisungen distanzieren.
Das, worum es geht, ist die Übernahme von Verantwortung: Für das Individuum, für Individuation, die bei solchen Krisen oft eine gewichtige Rolle spielt, weil sie in der Paarbeziehung beispielsweise nur im Verborgenen, heimlich überhaupt Raum einnehmen durfte UND für das Paarwesen.
All das hat mit der/dem Geliebten gar nichts zu tun. Sie spielt da gar keine aktive Rolle. Sie ist diejenige, die über den Gartenzaun des Paarwesens lugt und Angebote für einen neuen "Paar-Schrebergarten" macht. Der wird von ihr natürlich bestmöglich verkauft und beworben - das ist legitim.
Tatsächlich gibt es doch einige Beziehungen, die so eine Affaire überleben und sogar daran wachsen. Die Sirene vom Gartenzaun hat dabei das Nachsehen - sie investierte und hat verloren. Jede Minute, die ich mich mit ihr befasse, ist verschenkte Zeit, denn ich habe mit ihr nicht das geringste zu tun. Sie ist nicht MEINE Beziehungspartnerin.
Was nun die hier angedachten Allianzen (gemeinsam Lügen aufdecken und anderer Mumpitz) angeht: Wie tief darf ein Mensch sinken? Da hocken sich zwei Frauen, die gleichermassen angeschmiert werden, zusammen und heulen dasselbe Ströphken vom Betrug. Na tolle Wurst. Jede würde keine Sekunde zögern, die andere in die Pfanne zu hauen, wenn ihr das einen Vorteil verschaffte, und der Popanz dazwischen erfreut sich an der Klaviatur seiner Betrugshymne und denkt darüber nach, ob man da nicht auch noch Nummer drei und vier ins Boot holen könnte. Bissken bunt geht immer!
Hilft meines Erachtens kein bisschen. Dass mir Lügen aufgetischt werden, kann ich im Fall des Falles ganz allein heraus finden, sobald ich dazu bereit bin, genauer hinzuspüren und -schauen.Geändert von Inaktiver User (31.07.2018 um 10:28 Uhr)
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31.07.2018, 08:11Inaktiver User
AW: Vermutlichen Seitensprung des Ehemannes kontaktieren?
Ach komm....ist das Leben wirklich so?
Es ist eben meist viel banaler.
Da ist Frau eben einfach nur neugierig, oder traurig - oder will sich mal aussprechen, oder einfach schlichtweg wütend.
Und dann ist eben gut.
Wir sind doch alle keine Uhrwerke die von morgens bis abends nur ticken.
So manche spätere Geliebte hat sehr wohl ein Auge auf das Objekt der Begierde geworfen.
Ich finde das kein "tiefes Sinken" wenn man mal heult, auch um den selben Mann - um sein Leben.
Wie bist du denn drauf?
Im Gegenteil, ich für meinen Teil kann als eine eigentlich sehr stolze Frau sagen: es hat was auch mal in den "Niederungen" des Lebens gesteckt zu haben....
Ehrlich gesagt bewundere ich die sogar ein bisschen.
Mal als Beispiel die Ex vom Schwarzenegger....
Solche Frauen sind keine Doofen. Eher die ringsherum da agiert haben.
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31.07.2018, 08:27Inaktiver User
AW: Vermutlichen Seitensprung des Ehemannes kontaktieren?
Sagen wir mal so, es gibt auch genügend Partnerschaften, welche ganz traditionell stabil sind, bei denen ein Seitensprung nichts so wesentlich ändert und die Beziehung nicht in Frage stellt. Da wird gar nichts groß in Frage gestellt, da wird bisschen beruhigt, bisschen der gute Wille gezeigt und bald geht es einfach weiter so wie bisher. Eine Verbesserung der Beziehung stellt ein Seitensprung für wenige dar. Wobei ich nicht behaupten will, dass schlechte Beziehungen nicht auch verbinden können und eine hohe Haltbarkeit haben. Manch ein Problem im Hintergrund bei den jeweiligen Partnern dürfte auch nicht kurzfristig zu beheben sein.
Manchmal bessert sich also zwar kurzfristig was und damit geht es einfach nur in eine neue Runde. Das was Du beschrieben hast, wäre der Idealzustand bei Partnern mit einem Seitensprung umzugehen. Das könnte ich mir eher vorstellen bei einem Paar, welches sehr ehrlich miteinander umgeht, sich richtig füreinander entschieden hat und im Grund sehr gefestigt ist miteinander und wo das ein einmaliger Ausrutscher war. Die TE erlebt aber nicht zum ersten Mal mit ihrem Mann. Sie klingt schon eher frustriert, hat kein Vertrauen in ihren Mann, will ihn aber nicht loslassen sondern eher kontrollieren. Ich würde sagen, dass da egal auf welcher Seite loslassen angesagt, überprüfen, ob es noch passt und den eigenen Weg gehen. Wenn dieser Weg wieder dazu führt sich als Paar richtig zusammenzufinden wunderbar und wenn nicht auch gut. Dafür sollte das eigene Glück eben nicht von dem Mann abhängen.



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