Hallo zusammen,
ich möchte hier endlich einmal loswerden was mir passiert ist. Im näheren Freundes/Familienkreis kann ich mit niemandem darüber reden (so sehr schäme ich mich).
Ich bin 40 Jahre alt und Mutter von drei Kindern. Als mein Jüngster ca 1 Jahr alt war, trat unser "Kindermädchen" in unser Leben. Mein Partner und ich waren/sind selbständig und somit auf Betreuung der Jungs angewiesen. Sie hat sich anfangs wirklich toll um meine Kinder gekümmert und stand mir oft bei Alltagsproblemen zur Seite. Man kann sagen, dass sie zu einer richtig guten Freundin von mir wurde (zumindest dachte ich das). Dadurch hat sie natürlich auch immer wieder mal mitbekimmen, wenn es Zoff zwischen mir und meinem Partner gab. er hat es auch nie eingesehen, sich um die Kinder zu kümmern. So war ich froh, wenn ich mich auf mein "Kindermädchen" verlassen konnte. Wir haben auch ausserhalb ihrer Arbeitszeiten viel miteinander unternommen. Aktivitäten, bei denen eigentlich mein Partner als Vater hätte dabei sein müssen, hat sie mitgemacht. So waren wir zum Beispiel des öfteren zu Tagesausflügen ans Meer oder in den Zoo unterwegs. Sie ist beinahe jeden Tag bei uns gewesen. Immer wieder hat sie dabei auch betont, dass sie meinen Partner zwar attraktiv finden würde, er jedoch tabu für sie sei, da er ja vergeben ist.
Freunde und Familie haben immer wieder gesagt, ich solle zusehen dass ich sie los werde, da sie es auf meinen Partner abgesehen habe. ich habe sie dann jedes Mal vehement verteidigt. Und ihr weiterhin bei Stress mit ihm mein Herz ausgeschüttet.
Im Sommer kam sie dann jedes Mal knapper bekleidet zu Besuch und liess sich gerne von ihm nach Hause bringen, da sie keinen Führerschein besitzt. Ich habe dann in der Zeit die Kinder ins Bett gebracht und mir nichts weiter dabei gedacht. Durch meine Berufstätigkeit und die Kinder war ich abends sowieso oft hundemüde und froh, mich ins Bett legen zu können. Mein Partner hat sich wie gesagt nie um die Jungs gekümmert.
Dann kam es immer öfter vor, dass sie zufälligerweise nie Zeit hatte aufzupassen, wenn ich mal mit ihm ins Kino oder essen gehen wollte. Mein Partner begann zu kritisieren, dass ich nie Zeit für ihn hätte und mich immer nur um die Kinder kümmern würde. Mittlerweile schlief er dann auch immer öfter auf dem Sofa. Ich war ja abends auch immer noch so müde.
Irgendwann lud sie ihn dann zu ihrem Geburtstag ein. Ich habe mir nichts dabei gedachht, weil ich ja eh nicht mit gekonnt hätte. Einer musste ja bei den Kindern bleiben.
Wenn er sie jetzt nach Hause brachte, dauerte die Fahrt immer länger. Schöpfte ich mal Verdacht, wurde ich von beiden belächelt und als albern hingestellt.
Nachdem Sie mittlerweile 4 Jahre bei uns ein und aus gegangen war (und sich übrigens in der gesamten Zeit nicht um einen regulären Job gekümmert hat-und das mit unter 25 Jahren), eröffnete sie mir eines Tages schwanger zu sein. Der Vater des Kindes sei ihr Ex-Freund, mit dem sie hin und wieder mal was gehabt haben wollte. Damals drehte sich mir bei dieser Nachricht unwillkürlich der Magen um. Ich schob aber jeden schlechten Gedanken bei Seite. Wie schlecht war es doch von mir, meine Freundin zu verdächtigen etwas mit meinem Partner gehabt zu haben?
Während der gesamten Schwangerschaft kam sie weiterhin wie gewohnt, um mich zu besuchen oder auf meine Kinder aufzupassen, wenn ich arbeiten musste. Ich war so dankbar, dass sie mich nicht im Stich ließ.
Nach der Geburt kam sie halt mit ihrem Baby zu uns. So verging ein weiteres Jahr.
Irgendwann im August vor zwei Jahren eröffnete mein Partner mir dann, dass er sich gerne von mir trennen würde, da es bei uns ja eh nur noch wie in einer Bruder-Schwester Beziehung ablaufen würde. Ich war zu der Zeit nicht mal sonderlich schockiert, denn wir hatten uns bis dato wirklich auseinander gelebt. Er schlief fast ausschliesslich auf dem Sofa und Sex gab es vielleicht 2 mal im Monat (aber es gab ihn noch!!).
Er wollte aber weiterhin bei uns auf dem Grundstück wohnen bleiben, weil wir ja auch unseren Betrieb zusammen weiterführen mussten (gemeinsame Schulden etc). So kam es, dass ich trotz Trennung weiter seine Wäsche wusch und brav seine Launen ertragen habe. Die Kinder waren übrigens immer noch nicht sein "Problem" (mir fällt kein anderes Wort ein-meine Jungs sind natürlich kein Problem). Er fuhr aber immer öfter seinen Vater (wohnt 220km weit weg) besuchen. Seine Eltern lebten mittlerweile getrennt, weil sein Vater damals ein Verhältnis mit einer Angestellten hatte (und mit ihr ein Kind bekam).
Um Ostern herum hat meine "Freundin" dann herausgefunden, dass mein (nun) Ex wohl nicht seinen Vater besucht hat, sondern seine neue Freundin (ein 20 jähriges Mädel). Also ich meine jetzt nicht die neue Freundin vom Vater... (lach). Sie hat sich tierisch darüber aufgeregt, dass er einfach heimlich eine Freundin habe. Dabei ist ihr dann in ihrer Wut herausgerutscht, dass mein Ex der Vater ihres Kindes ist. Und er solle bloß aufpassen, dass er nicht noch mehr Kinder in die Welt setzen würde. Hinterher hat sie es dann ins Lächerliche gezogen und immer wieder betont, dass sie nur Witze gemacht habe. Er hat auch weiterhin vehemennt bestritten, dass der KLeine von ihm sei. Ich war so dumm, ihnen zu glauben obwohl ich nun ständig diese Zweifel hatte, die an mir nagten. Sie ist noch ein weiteres Jahr ei mir ein und aus gegangen. In der Zwischenzeit nannte ihr Sohn meinen Ex "Papa". Ihre Ausrede: "Ja das hört er ja von deinen Kindern".
Irgendwann im Dezember letzten Jahres näherten mein Ex und ich uns langsam wieder an. Wir sprachen über viele Dinge, die in unserer Beziehung schief gelaufen waren. Bis dahin dachte ich eigentlich auch, dass ich nichts mehr für ihn empfinde und gut mit der Trennung klar kommen würde. Jedoch bemerkte ich auch, wie ich mich freute wenn er zum Frühstück herein kam oder wenn er mich (freundschaftlich) zum essen einlud. Schliesslich gestand er mir, dass er immer noch etwas für mich empfindet und ihm die gemeinsamen 17 Jahre durchaus etwas bedeuten. Ich war total hin und hergerissen.
Im Januar ließ er eines Tages sein Handy zum Aufladen bei mir liegen, während er hinaus ging zum Arbeiten. ich habe (Schande über mein Haupt) in seinen Whats App geschnüffelt und eine Nachricht von ihr gelesen, in der sie sich beschwerte, dass er sich immer seltener bei seinem Sohn sehen lasse.
Das hat mir echt den Boden unter den Füssen weggezogen. Bis dato war ich immer noch mit ihr befreundet. Ich fühle mich so hintergangen und vor aller Welt lächerlich gemacht. Ich war so dumm, es erst schwarz auf weiß lesen zu müssen, dass dieses Kind sein Sohn ist, bevor ich es wirklich glauben konnte. Wie dumm und naiv von mir. Dafür schäme ich mich so sehr. Ich schäme ich dafür, dass ich mich jahrelang an der Nase herumführen lassen habe.
Das war jetzt nur die Kurzversion meiner Geschichte. Wenn ich alles aufschreiben würde, wird das hier vermutlich ein Roman.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 103
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22.06.2018, 19:40
Jahrelang belogen und betrogen
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22.06.2018, 20:04
AW: Jahrelang belogen und betrogen
Ja und jetzt?

Bleibste weiter mit dem Typen zusammen wohnen und wäschst dem die Wäsche, oder wie?
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22.06.2018, 20:06
AW: Jahrelang belogen und betrogen
Ich bemühe mich, mein leben auf die Reihe zu bekommen. Unter anderem warte ich auf den Beginn meiner Psychotherapie. Ich muss herausfinden, warum ich mich überhaupt so behandeln lasse und Auswege finden.
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22.06.2018, 20:09Inaktiver User
AW: Jahrelang belogen und betrogen
im januar hast du die nachricht gelesen?
was ist jetzt passiert, dass es dich nach einem halben jahr umtreibt?
ich kann dir nur raten: mache dich von ihm unabhängig- vorallem in wirtschaftlicher hinsicht.
so lange du beruflich/finanziell von ihm abhängig bist- hast du schlechte karten.
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22.06.2018, 20:11
AW: Jahrelang belogen und betrogen
Nicht du sollst dich schämen sondern dieser Mann samt seinem "Kindermädchen"!
Du hast den beiden vertraut und sie haben dein Vertrauen aufs schäbigste mißbraucht.
Was hast du nun vor?
An deiner Stelle würde ich ganz weit ausholen und einen rundum Schlag austeilen (natürlich im übertragenen Sinne).
Selbsständigkeit hin oder her, zumal aus der Fa nicht mehr viel übrig bleibt bei der Alimente die er all den Kindern zahlen muss.
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22.06.2018, 20:12
AW: Jahrelang belogen und betrogen
Geändert von Vienna__ (22.06.2018 um 20:30 Uhr)
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22.06.2018, 20:13
AW: Jahrelang belogen und betrogen
Liebe TE,
das ist eine schlimme Geschichte. Beim ersten Lesen ist mir allerdings aufgefallen, dass du die Kinderfrau verantwortlich für das ganze machst. Sie trägt "falsche" Kleidung und ist die "böse", die dir den Mann wegnehmen will und deine Bekannten sagen, dass du sie schnell "loswerden" sollst.
Über deinen Mann verlierst du kaum ein Wort. Wie denkst du denn über ihn? Einen Mann, der das Kindermädchen schwängert?
Dein letzter Absatz liest sich nämlich so, dass du dich von dem Kindermädchen hintergangen fühlst. Aber du bist auf die falsche Person sauer. Dein Mann hat dich hintergangen.
Was auch sein könnte: vielleicht hat sich das Kindermädchen gedacht, dass sie dir einen Gefallen tut? Weil du dich bei ihr ständig über den Stress mit deinem Mann beschwert hast?
Ich verstehe, dass du verletzt und gekränkt bist. Aber ich mag die Einstellung nicht, dass Frauen sich "züchtig" und "anständig" zu verhalten haben, damit sie ja niemanden "verführen" und Männer alles dürfen.
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22.06.2018, 20:15Inaktiver User
AW: Jahrelang belogen und betrogen
@ vloubout
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22.06.2018, 20:20
AW: Jahrelang belogen und betrogen
Er hat ihr die Kinder gemacht und denkt halt, nun kann er machen mit ihr was er wil.
Weltweit existiert diese Einstellung.
Wir werden die auch in den nächsten 500 Jahren nicht ausmerzen können, auch in Europa nicht.
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22.06.2018, 20:32
AW: Jahrelang belogen und betrogen


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