Vor ein paar Jahren lernte ich einen Handwerker kennen. Er arbeitete bei mir im Haus. Irgendwann wurden unsere Gespräche immer länger und hatten nichts mehr mit der Baustelle zu tun. Irgendwann fing es an, dass seine Frau oder seine Älteste ständig anriefen oder krank waren, und ich war zu blöd das zu checken. Wir hatten ziemlich schnell verstanden, dass wir uns gut verstehen. Ich beschloss anfangs, Abstand zu halten bis zum Ende der Baustelle, konnte das dann aber irgendwann nicht mehr einhalten, und so wurden wir Freunde. Plötzlich träumten wir davon, beruflich gemeinsame Sache zu machen. Ich begann eine Umschulung ins Handwerk, doch nachdem ich den ersten Kurs in Betriebsführung abgelegt hatte, wobei es zunächst eigentlich hätte bleiben sollen, erzählte er mir, seine Frau würde sich unseren Plänen widersetzen. Ich war natürlich enttäuscht und verzweifelt, suchte Auswege und da fing es an, dass er mich auch emotional an sich band. Eines Tages sagte ich ihm, wir sollten Schluss machen, da seine Frau dagegen ist. Da umarmte und küsste er mich zum ersten Mal auf die Stirn. Da er gläubiger Moslem ist, dachte ich, dass er fortan für unsere Beziehung, die er Geschichte nannte, eintreten würde, doch das ging immer so weiter, und ich wurde ständi g verzweifelter. Er kam nur noch kurz zu mir, ich musste oft eine Woche warten, bis ich ihn sehen konnte und eine Antwort auf dringende Fragen bekam. Ich floh zu Freunden, die die Geschichte bald nicht mehr hören wollten, doch er war für mich zugleich Krankheit und Medizin. Ich war süchtig. Als ich Antworten im Internet suchte, fand ich schliesslich heraus, dass ich in die Geliebtenfalle getappt war, obwohl wir keinen Sex hatten. Vor zwei Jahren verstarb meine Mutter, und ich zog in unser Elternhaus. Ich bot ihm damals an, mich zu begleiten, um dort einen Betrieb zu gründen. Eine Wohnung konnte ich ihm und seiner Familie bieten. Er willigte umgehend ein. Etwas später sagte er mir, er habe mit seiner Frau gesprochen, die einverstanden sei, aber unsere Probleme gingen weiter und irgendwann schrieb ich ihm in meiner Verzweifelung und seine Frau las meine Mail. Sie klagte mich darauf an, ihren Mann fertigzumachen ; sie seien eine Familie ohne Geschichten , und sie habe nun beschlossen, mit ihrer Familie zurückzubleiben. Er haute daraufhin, eine Woche von zuhause ab, angeblich, um zu testen, ob er ohne sie und seine Kinder leben könnte, kehrte dann aber reumütig nach Hause. Seine Frau hatte ihm damals erklärt, wenn er gehe, würde er die Kinder verlieren. Damit war es für uns erst mal aus. Sechs Wochenlang haben wir uns nicht mehr gesehen, nicht geredet, bis mein Umzug bevorstand. Da war er wieder da, um mir zu helfen. Wir verbrachten ein wunderschönes Wochende zusammen und unser Traum wachte wieder auf. Zu Weihnachten kam er mit Kind und Kegel, und als die Frau die Wohnung sah, war sie plötzlich wieder einverstanden. Doch dann scheiterte unser Projekt an administrativen Hürden, auf die ich hier nicht weiter eingehen will. Irgendwann rief er mich dann an und sagte mir, er könne nicht kommen. Drei Monate später brach er den Kontakt ab. Zuvor hatte er mir gesagt, dass der Druck zu gross sei. Fünf Monate später gelang es mir endlich, ihn aufzutreiben. Er erklärte mir, dass seine Frau sich unserem Vorhaben erneut widersetzt habe. Er besuchte mich wieder regelmässig, aber immer mit Kind, so dass eine Aussprache schwierig war. Erneut stand das Thema Scheidung im Raum, wobei er mich fragte, ob er sich scheiden lassen sollte. Ich war über diese Frage zunächst verblüfft, dachte dann aber, dass er von mir eigentlich die Antwort, nein hören wollte. Als Retourkutsche fragte ich ihn, ob ich mir einen Ersatz suchen sollte. Auf diese Frage reagierte er überrascht.
Nun haben wir endlich grünes Licht für unser Vorhaben, aber seine Frau bleibt nach wie vor stur. Ich muss dazu sagen, dass ich mehrfach den Kontakt zu ihr gesucht habe, in der Regel erfolglos. Nun hatten wir eine Aussprache, und er sagte mir, seine Frau wolle nicht, dass er bei mir übernachte, und unser gemeinsames Vorhaben missfalle ihr. Er verteigte sie, indem er sagte, schliesslich habe sie Anspruch auf ihren Mann und ihre Kinder (ich habe mich des Öfteren um seine Älteste gekümmert, die sehr an mir hängt) und er wolle seine Frau nicht verlieren. Plötzlich verneinte er andauernde Ehekonflikte, die bereits da waren, bevor wir uns kennen lernten. Ich sagte ihm, falls wir nicht bald einen Ausweg fänden, müssten wir uns trennen. Dann würde er mich halt verlieren, und die Kleine würde mich wohl vergessen. Dagegen protestierte er heftig. Ich habe nun erneut versucht, seine Frau zu erreichen, habe aber verständlicherweise wenig Einfluss auf sie. Ich denke, es wird auf eine Trennung hinauslaufen, oder es wird so weiter gehen, und ich gehe dabei drauf. Ich habe versucht, ihn zu verstehen. Ein Teil der Erklärung ist, dass er in seiner Gemeinschaft verhaftet ist, und eine Scheidung nicht in sein Weltbild passt. Ein anderer Teil der Erklärung ist, dass er Beides will, auch für seine Kinder, denen ich bildungsmässig mehr bieten kann, als er und seine Frau. Wobei ich das verdammte Gefühl habe, dass der Druck seiner Frau auch auf mich abfärbt. Nachdem er sich in der Vergangenheit immer gewehrt hat, wenn ich meinte, die Beziehung beenden zu müssen, scheint es mir heute so, dass seine Frau den ideologischen Kampf gewonnen hat. Während er früher immer betonte, dass wir eine gemeinsame Geschichte hätten, spricht er heute lediglich von Freundschaft. Ich habe das Gefühl, dass er unsere Beziehung und somit auch seine Gefühle zu mir, als illegitim betrachtet, und auch deshalb nicht für uns kämpfen kann. Ich bereite mich innerlich auf den Absprung vor, da ich mein Leben wieder in den Griff bekommen möchte, wozu für mich gehört, dass ich endlich im Handwerk arbeite, gleichzeitig hänge ich nach wie vor an ihm und an seinen Kindern. Wie schaffe ich es, diese Situation aufzubrechen ?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 71
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19.06.2018, 21:08
Beste Freundin eines verheirateten Mannes, der sich nicht traut
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19.06.2018, 21:19
AW: Beste Freundin eines verheirateten Mannes, der sich nicht traut
Ich hab das nicht so ganz verstanden: geht es um Liebe? Bist Du eine Frau oder ein Mann? Wie kommt es, dass die Frau so einen Einfluss auf Dich hat? Ihr hattet keinen Sex und er redet von einer Geschichte.
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20.06.2018, 01:11
AW: Beste Freundin eines verheirateten Mannes, der sich nicht traut
Ich denke , dass klar sein dürfte, dass da Gefühle im Spiel sind. Die Frau hat deshalb so einen grossen Einfluss auf mich, da sie massiven Druck auf ihn ausübt, u.a. auch über die Kinder. Ich denke auch, dass sie Schuldgefühle bei ihm aufkommen lässt.
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20.06.2018, 05:28Inaktiver User
AW: Beste Freundin eines verheirateten Mannes, der sich nicht traut
Ehrlich? Du bist keine "beste Freundin" - Du willst diesen Mann haben. Und mischt Dich dafür massiv in sein Leben und sogar in seine Familie ein.
Und er sitzt zwischen den Stühlen und will eigentlich und dann doch nicht.
Sieh es doch mal objektiv:
Wenn das seit Jahren nicht mehr oder anders geworden ist - warum sollte er was ändern?
Er will nicht.
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20.06.2018, 05:45Inaktiver User
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20.06.2018, 06:56
AW: Beste Freundin eines verheirateten Mannes, der sich nicht traut
Ich schreibe beste Freundin zwischen Anführungszeichen, da mehr im Spiel ist. Als ich versucht habe, von him loszukommen, mit Verweis auf seine Frau, hat er mich zurückgehalten. Er hat mir seine Kinder anvertraut. Ich habe seine Frau zum ersten Mal eingeladen, nachdem ein Fortbilder meinte, dass dieser Kontakt unerlässlich sei, damit sie unser Projekt einer Unternehmensgründung unterstützte. Bis zu ihrem Sinneswandel vor einem Jahr, machte sie mir dauernd Geschenke.
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20.06.2018, 06:58
AW: Beste Freundin eines verheirateten Mannes, der sich nicht traut
Sehr spitzfindig. Wirklich!
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20.06.2018, 07:02Inaktiver User
AW: Beste Freundin eines verheirateten Mannes, der sich nicht traut
Ich finde, du solltest endlich mal ehrlich sein, zuallererst zu dir selbst. Unter dem Deckmäntelchen der Freundin und der Geschäftspartnerin drängst du dich massiv in seine Beziehung.
Aber das ist es nicht, was du willst, oder?
Bei einem Geschäftspartner muss man nicht übernachten. Du schreibst, du hast ihn nach fünf Monaten ohne Kontakt "aufgespürt". Er wollte sich also bereits lösen, aber du hast es nicht zugelassen.
Die Ehefrau hat allen Grund, stinksauer und misstrauisch zu sein.
Was möchtest du denn wirklich? Und welchen Preis soll diese Familie für deine Pläne zahlen?Geändert von Inaktiver User (20.06.2018 um 07:07 Uhr)
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20.06.2018, 07:45
AW: Beste Freundin eines verheirateten Mannes, der sich nicht traut
Was soll diese Aggressivität? Die Freundschaft/Beziehung haben wir beide aufgebaut. Die Initiative ging zunächst von ihm aus. Wir wohnen inzwischen 800 km auseinander. Soll er vielleicht auf der Strasse übernachten?
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20.06.2018, 07:48Inaktiver User
AW: Beste Freundin eines verheirateten Mannes, der sich nicht traut
Hotel, Pension, Airbnb?
Die Frage ist nicht böse, sondern ernst gemeint: Was ist es, das du von ihm möchtest? Wenn du dir selbst klar bist, kannst du auch alles andere besser einordnen.


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