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    Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit

    Hallo liebe Bri-Gemeinde,

    ich weiß gar nicht, wie ich hier anfangen soll. Irgendwie ahne ich die Antworten ja schon. Ich drehe mich fürchterlich im Kreis. Ich habe Angst vor den Konsequenzen, vor jeder Konsequenz gerade. Auch vor dem, dass ich hier schreibe. Ich weiß ja noch nicht einmal, ob ich hier richtig bin.

    Ich hab das noch nie verbalisiert aber: Ich bin nach meiner Definition verliebt in einen anderen Mann und es vergeht einfach nicht. Mir das selbst so einzugestehen, hat jetzt vier Jahre gedauert und das Problem ist auch offensichtlich. Ich sollte das nicht sein. Ich bin seit vielen Jahren verheiratet, es gibt Kinder. Das Thema "Affäre" war mir bis dahin völlig fremd. Es existierte nicht für mich und auch nicht in meinem Umfeld.

    Es begann mit einem Flirt - nur schmeichelnde Worte. Zwei Wochen lang habe ich mich wie ein bescheuerter Teenager benommen. Wir haben uns geküsst und viel geschrieben miteinander in der Zeit, bis mich mein schlechtes Gewissen auffraß. Ich habe lange gebraucht, das zu verdauen. Letztendlich fällt es mir immer noch sehr schwer es wahr zu haben.

    Ich habe es meinem Mann nicht gesagt, denn "Fremdgehen" ist ein Tabu in der Beziehung. Er legt den Begriff "Fremdgehen" allerdings sehr dehnbar aus. Flirten ist erlaubt, weggehen und schreiben, ja sogar Umarmen und Küsschen wären erlaubt. Es käme wohl immer darauf an, was man dabei fühlt und nicht wie es aussieht. Solange es nur Spaß ist, wäre es erlaubt und kein Fremdgehen.

    Real sieht es aber so aus, dass er das für sich in Anspruch nimmt, aber für mich andere Regeln gelten. Das zu erläutern sprengt etwas den Rahmen hier. Fakt ist, es war ja kein Spaß und somit habe ich die Grenze überschritten. Es waren/sind Gefühle im Spiel, auch wenn sie nach dieser "zwei Wochen Aktion" eher nur im Kopf abspielen.

    Ich habe dann all meinen Mut zusammen genommen und mit meinem Mann über meine Gefühle geredet. Welche Sehnsüchte ich habe, wie es mir geht und was ich vermisse. Die Reaktion von ihm war niederschmetternd: ich solle akzeptieren, dass die Zeiten vorbei sind. Das sei ihm alles zu anstrengend und er schaffe es nicht mir hier den Gigolo zu spielen. Ich soll doch zufrieden sein mit dem, was wir haben. Das sei völlig normal und gut so. Und nun läuft das so seit 4 Jahren. Es wird immer weniger, ich bin unglücklich, er hält das für normal.

    Den Anderen sehe ich berufsbedingt mal mehr, mal weniger. Manchmal flammt wieder eine private, innige Kommunikation auf. Allein die Art und Weise wie wir uns ansehen und wie warm sein Blick ist, ist für mich schier unaushaltbar. Jedes Mal stehe ich unter Strom, wenn ich ihn sehe. Und dabei tut dieser andere nichts außer mir zuhören. Er ist begeistert von dem, was ich sage und wie ich denke. Er lacht viel, ist ausgeglichen und positiv. Alles hört sich verdammt leicht an. Und dann komme ich nach Hause und erlebe das Gegenteil: Frust, finstere Mienen, keine lockeren und lustigen Gespräche. Es ist zum Heulen.

    Natürlich habe ich darüber nachgedacht, ob das bei uns am Anfang auch so war. Ich muss mich ja schließlich in etwas Tolles bei meinem Mann verliebt haben.Und mir ist aufgefallen, dass unsere Beziehung so begann, dass ich ihn unheimlich attraktiv fand und die Worte, die er zu mir sagte, haben mich sehr beeindruckt. Ich war das kleine, graue Mäuschen, dass den tollen Mann "gefangen" hat. Das war unser Anfang. Ich war und bin bis heute im Hintergrund. Es ist für mich unbegreiflich, warum mich der Andere so toll findet.

    Der Andere mag mich sehr und über den Rest kann ich nichts mit Sicherheit sagen. Nach dem, was ich hier alles im Forum schon gelesen habe, ist nichts gesichert, was man empfängt. Und bei meinem Mann empfange ich nur widersprüchliches Verhalten. Er sagt, dass er mich liebt, verhält sich aber ambivalent dazu.

    Aber all das ändert nichts an meiner Haltung: Jeder soll für sich sein Eheleben klären und solange jeder an dem Ehepartner festhält, können die Gefühle nicht groß genug füreinander sein, um eine Beziehung einzugehen. Eine klassische Affäre kommt für nicht in Frage.

    Nach Außen also bin ich mir klar. Worüber ich mir nicht klar bin, ist, warum ich mich nicht von meinen Mann trennen kann. Ich habe Sehnsucht nach einen anderen Mann und lebe aber mit meinem Mann zusammen als wäre das, das einzig Richtige. Wovor habe ich Angst? Oder liebe ich meinen Mann noch so viel mehr als ich es spüre? Denn die Affäre nun vier Jahre lang abzulehnen ist "einfach". Einzig die Sehnsucht nach dem Anderen kann ich nicht abstellen.

    Gleichzeitig bin ich aber so wütend auf meinen Mann, weil dieser nichts tut? Und ich mich tatsächlich frage, warum? Andererseits will ich ihn nicht mit Gefühlen für einen anderen Mann bedrohen, kränken, damit er sich mehr Mühe macht. Es soll aus Liebe passieren und nicht weil er in Not ist. Versteht ihr, was ich meine?

    Ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin im Forum. Ich überlege seit Wochen, wohin mein Problem gehört. Ich kann nur mit Gewissheit sagen, dass egal wie schlecht es vor vier Jahren gelaufen ist, ich nie Augen für einen anderen Mann hatte. Ich bin gar nicht mal auf die Idee gekommen? Versteht ihr? Warum ist das passiert?

    Und dann ständig dieses Schwanken. Am liebsten würde ich sofort zu dem Anderen fahren und mich gut fühlen. Am liebsten würde ich mich in seine Arme werfen und ihn küssen. Ich sehne mich sehr danach, auch wenn sich das lächerlich liest. Aber so fühle ich. An manchen Tagen denke ich, dass ich jedes Recht habe mich gut fühlen (Egoismus), wenn man mein Mann mir das verwehrt. Und dann plagen mich wieder Schuldgefühle, dass das nicht richtig ist. Dann werde ich über den Egoismus meines Mannes wieder wütend, weil er sich das Recht herausnimmt zu sagen, dass er zu mehr nicht bereit ist in der Ehe, gleichzeitig mir das als die große Liebe verkauft. Ich bekomme das nicht sortiert?

    Ich hoffe, dass ihr etwas helfen könnt, Licht ins Dunkle zu bringen. Etwas fürchte ich mich vor euren Fragen und was sie mit mir machen werden. Aber mein Leidensdruck ist gerade sehr groß. Ich bin am Punkt angelangt, wo ich nicht mehr weiß, was richtig oder falsch ist.

    Liebe Grüße,
    Smoe
    Geändert von Smoe78 (16.11.2017 um 06:48 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Sehnsucht nach einem anderen Mann

    Abgesehen vom anderen Mann...DU bist sei mehr oder weniger 4 Jahren unglücklich, hast sogar mit deinem Mann darüber geredet..er sagt dir sinngemäß es wäre Blödsinn und du sollst zufrieden sein mit dem was du hast?
    DAS würde mir zu denken geben.
    Ich weiß nicht und werde es nie verstehen, wie man an so etwas festhalten kann....

  3. Inaktiver User

    AW: Sehnsucht nach einem anderen Mann

    Ach Smoe, das hat kein Mensch verdient, unglücklich zu sein. Willst Du den Rest Deines Lebens so weitermachen?
    Ich würde Dich aber bitten, Deinem Mann zu sagen, dass Du im "Abflug" bist. Er sieht die Ernstahftigkeit sonst nicht.
    Ich war in der gleichen Lage. Und bin dann einfach gegangen. mein Mann fiel aus allen Wolken. Ich hätte doch nie was gesagt. Meine Kinder waren fassungslos. Sie haben zu meinem Mann gesagt: aber Mutti hat so oft geweint....
    Also sag es ihm.
    Und dann stelle Dich darauf ein: gehen ist sehr schwer. Unvorstellbar schwer. Aber mache es!

  4. User Info Menu

    AW: Sehnsucht nach einem anderen Mann

    Hallo Smoe,

    die große Baustelle ist nicht das Verliebtsein in den anderen Mann, sondern das Daherdümpeln deiner Ehe.

    In der Regel geht sowas gut, bis eben jemand kommt, der in einem Gefühle weckt, die man mal für den eigenen Mann hat. Plötzlich fühlt sich das, was eben noch "ok" war, fad an, denn seien wir ehrlich: das ist es auch.


    Dein Mann macht klare Ansagen und lebt sich in Rahmen seiner Treue-Definition außerhalb eurer Beziehung aus ...wobei ich hier durchaus Zweifel habe, ob er nicht doch weiter geht... Zuhause läuft es, man funktioniert, Spaß hat man sonstwo, warum sollte er was ändern.

    Was willst du? Unabhängig von dem anderen Mann. Eine Trennung, insbesondere nach so langer Zeit, zerreißt einen und es tut weh, sehr sehr weh - auch wenn man nicht mehr glücklich war. Aber: danach hat man die Chance auf einen schönen Neuanfang. Oder siehst du eine Chance deine Ehe zu "reaktivieren"?

    Nachtrag: vor dem Ende meiner Ehe versuchten mein Mann und ich 2 Jahre lang unsere Ehe wieder in Schwung zu bekommen. Der Wille war grundsätzlich auf beiden Seiten da, aber der schnöde Trott hat uns immer wieder eingefangen. Bevor wir uns nicht mehr in die Augen schauten konnten und uns nur noch stritten, haben wir beschlossen uns zu trennen.
    Es war ein hartes halbes bis 3/4 Jahr, aber wir haben es gut überstanden, sind heute gute Freunde und verstehen uns blendend. Und: wir sind glücklich.

    Ich wünsche dir viel Kraft!
    Geändert von Zada (13.11.2017 um 12:21 Uhr)
    Zada

    Hoffe nicht ohne Zweifel und zweifle nicht ohne Hoffnung.
    [Lucius Annaeus Seneca]

    Wer lebt, stört.
    [Tankred Dorst]
    In einer Familie, die nicht nur aus Mumien besteht, gehören Konflikte dazu.
    [Reinhard Mey]

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    AW: Sehnsucht nach einem anderen Mann

    Liebe(r) Kleinfeld,

    ganz so einfach ist es nicht. Dies sagte mein Mann in Bezug auf das Emotionale in unserer Beziehung. Er ist der Meinung, dass das absolut alles normal ist zwischen uns. Ich bin das Problem und meine negative Sichtweise. Und das lässt mich eben schwanken. Mal bin ich traurig, mal bin ich wütend und oft bin ich dann lethargisch. Wir sind seit 20 Jahren zusammen. Klassischerweise haben wir auch viel in den Jahren geschaffen gemeinsam. Immer wenn ich das "Krisengespräch" einleiten möchte, macht er mir deutlich, was ich alles aufs Spiel setzen will und das für ein bißchen "Romantik" und Liebesspielchen. Dann kommt man sich so klein und lächerlich vor. So egoistisch.

    Damit kriegt er mich immer wieder. Und man gewöhnt sich ja auch an Vieles. Bis ich diesen einen Mann traf, dachte ich, dass ich aufgrund der Belastungen klassischerweise die "Lust" an Liebe verloren habe und wir kein Problem haben. Ich bin von Arzt zu Arzt gerannt, weil ich mich "reparieren" lassen wollte. Bis ich diesen Mann traf, der in mir körperlich alles an Emotionen ausgelöst hat. Damit habe ich einfach nicht gerechnet. Wäre dieser eine Mann nicht da, dann wäre ja vielleicht "alles in Ordnung".

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    AW: Sehnsucht nach einem anderen Mann

    Hallo overknee,
    nein, das will ich nicht. Es macht mich ja schon krank. Liebesentzug macht krank. Gefühle zu unterdrücken macht krank. Ich unterdrücke sowohl die negativen Gefühle, um mich mit meiner Lebenssituation zu arrangieren, aber auch die Liebesgefühle, weil ich keine Affäre eingehen möchte. Und dazwischen fühle ich mich kraftlos und wie ein kleines Kind, das sich am liebsten in die Arme des Anderen werfen wollte, um gesehen und geliebt zu werden.

    Es ist ja nicht so, dass mein Mann nichts mehr von mir will. Angeblich liebt er mich, sagt er. Angeblich tut er viel für mich. Nur wenn ich darum bitte, es so zu tun, wie es mir gefallen könnte, sagt er, nein. Er tut es auf seine Art und Weise und ich sei gemein, weil ich ihn ständig nur kritisiere.

    Und ja, es stimmt, er sieht die Ernsthaftigkeit gar nicht. Und ich verstehe mich nicht, warum mich das nicht sooooo wütend macht, dass ich einfach gehe. Ich meine, gesagt hat er das. Ich soll gehen. Ich soll nicht ständig drohen, ich solle doch einfach gehen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Ich muss alles stehen und liegen lassen. Das fällt mir so schwer.

    Und immer die Frage im Hinterkopf: wird meine Entscheidung durch die Gefühle für den Anderen beeinflusst. Wäre wirklich alles nicht so schlimm, wenn die Sehnsucht für den Anderen nicht da wäre. Ach das hört sich so blöd an...

  7. Inaktiver User

    AW: Sehnsucht nach einem anderen Mann

    Auch mit einem anderen Mann würdest du früher oder später an einen Punkt kommen, wo das mit der Lust flauer wird. Auf so ein Strohfeuer würde ich nicht setzen.
    Wichtig ist nur die Frage, ob Du jetzt glücklich bist, oder ob Du allein glücklicher wärst.
    Wenn das so wäre, solltest Du gehen. Wenn Du ein romantsicher Typ bist, musst Du Dich verbiegen, um dartauf zu verzichten. Wenn Dein Mann sich dazu zwingen muss, verbiegt er sich. Wenn Du ohne nicht kannst, solltest Du aufhören, Euch beide zu quälen.
    Wenn er nicht reden will, Du es aber so nicht aushältst, geh.
    Es kann Dir keiner diese Entscheidung abnehmen.

  8. Inaktiver User

    AW: Sehnsucht nach einem anderen Mann

    Zitat Zitat von Smoe78 Beitrag anzeigen
    Liebe(r) Kleinfeld,
    ...das "r" kannst du weglassen
    Ich weiß dass das nicht einfach ist, ich komme selbst aus so einer "liebevollen" Ehe.
    Auch kein Wunder das du die Lust verloren hast....aber lass dir bitte nicht einreden, es sei normal oder deine Schuld.
    Dieser ist im Prinzip nur der Auslöser, aber definitiv nicht die Ursache.

  9. Inaktiver User

    AW: Sehnsucht nach einem anderen Mann

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Auch mit einem anderen Mann würdest du früher oder später an einen Punkt kommen, wo das mit der Lust flauer wird..
    Das sehe ich völlig anders...

  10. User Info Menu

    AW: Sehnsucht nach einem anderen Mann

    Zitat Zitat von Smoe78 Beitrag anzeigen
    Immer wenn ich das "Krisengespräch" einleiten möchte, macht er mir deutlich, was ich alles aufs Spiel setzen will und das für ein bißchen "Romantik" und Liebesspielchen. Dann kommt man sich so klein und lächerlich vor. So egoistisch.

    Damit kriegt er mich immer wieder.
    Er kriegt dich also damit wieder, indem er dich abwertet und dir das Gefühl gibt, eine undankbare Egoistin zu sein, die ja nur zu viel erwartet?

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