Hallo in die Runde,
ich wollte nur einmal von Außenstehenden hören bzw. lesen, wie sie die Situation einschätzen. Wenn man sich selbst damit auseinandersetzen muss, ist die Gefahr groß, in Selbstmitleid zu ertrinken oder sich an Details hochzuschaukeln. Zumal ich niemanden im Freundeskreis habe, mit dem ich darüber reden kann oder - um korrekt zu sein - mit niemandem im realen Leben darüber reden will.
Ich muss nun schauen, wie und in welcher Form ich damit umgehen kann. Auf jeden Fall, das habe ich aus euren Zeilen gelesen, ist das keine solche Lappalie, die frau einfach mal eben so wegstecken muss.
Euch einen schönen (Rest-)Sonnntag und danke.
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15.10.2017, 14:05
AW: Bin ich naiv? Sorry, sehr lang.
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15.10.2017, 16:41
AW: Bin ich naiv? Sorry, sehr lang.
Warum nicht?
Auch wieder aus Rücksichtnahme, damit sein Bild im Freundeskreis nicht angekratzt wird?
Oder weil du dich irgendwie für ihn und sein Verhalten "schämst"?
Ich frage das, weil ich auch so empfunden hatte. Das war aber Quatsch! Und es tut gut, auch im wirklichen Leben zu reden.
Du hast doch sicher ein, zwei enge Freundinnen. Sprich mit ihnen. Das hilft!
Und wenn er Probleme damit hat - sein Ding!
Meinem Mann hat das damals auch nicht gefallen, aber schließlich war ich nciht diejenige, die diese beschi** Situation verursacht hat. Ich musst sie aber (mit-) bewältigen. Und deshalb habe ich mir auch die Hilfe meiner besten beiden Freundinnen gegönnt. Und würde es immer wieder tun!
Alles Gute für dich
Die Größe eines Menschen ist daran zu erkennen, wie er Geschöpfe behandelt, von denen er keinen Vorteil zu erwarten hat(Teddy, Polizeihund in Berlin)
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23.10.2018, 11:36
AW: Bin ich naiv? Sorry, sehr lang.
Hallo in die Runde,
ich habe in anderen Threads gelesen, dass einige Threaderöffner*innen ein Update geben. Weil ich es sehr schön finde, wenn man dann erfährt, wie es den Betroffenen nach einiger Zeit geht, möchte ich hier auch "updaten", in der Hoffnung, dass es einige noch interessiert.
Ihr habt ja gelesen, wie mies es mir vor einem Jahr ging und das hat auch noch eine ganze Zeit angehalten. Ich wusste einfach nicht weiter, mir ging es gesundheitlich echt sehr, sehr schlecht.
Nachdem mein Mann anfangs alles abwiegelte nach dem Motto "Da war doch nichts", hat er dann wohl doch erkannt, dass das für mich keinesfalls eine Lappalie war. Trotzdem, es hat geknirscht und geknackt, wir haben gestritten, uns oberflächlich wieder vertragen und dann ging es von vorne los. In dieser Zeit hatte ich einen kleinen Koffer, den ich jeden Morgen auf mein Bett gestellt und überlegt habe, ob ich packen und gehen sollte.
Aber wäre das die Lösung gewesen? Irgendwann habe ich ganz genau definiert, wie ich mir unser künftiges Zusammenleben wünsche und dass ich keine Kompromisse mehr eingehe(n) (kann). Von da an wurde es besser. Wir haben "Zwiegespräche" eingeführt, jeden Sonntag, nach dem Frühstück, anfangs 90 Minuten, später 60 Minuten. Das hat Wunder gewirkt. Vor allem, weil jeder ohne Unterbrechung, ohne "Moment mal" oder "Das sehe ich aber anders" reden konnte.
Ich habe versucht, mehr bei mir zu sein und zu bleiben, mir etwas Gutes zu tun (das mache ich auch jetzt noch jeden Tag
) und vor allem, nicht mehr so wütend auf mich zu sein wie ich anfangs war (eben wie der Thread schon heißt: Bin ich naiv? Bin ich blöd? Blauäugig? Wie dämlich bin ich eigentlich?). Ich habe diese "Naivität" für mich als Stärke erkannt: Ich bin ehrlich. Loyal. Ich tue nichts hinter dem Rücken meines Lieblingsmenschen. Also bin ich ein "guter" Mensch - und das ist doch eine Stärke, oder?
Wir errichten jetzt auf den Trümmern neue Mauern, haben unsere (gemeinsamen) Werte neu definiert und arbeiten beide gleichermaßen emsig an unserem Gebäude "Ehe".
Ich habe - nicht zuletzt durch eure Anregungen - gelernt, dass Reden das Aller-, Allerwichtigste in einer Partnerschaft ist. Und ich habe gelernt, mich abzugrenzen, wieder ICH zu sein.
Danke fürs Lesen
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23.10.2018, 13:51
AW: Bin ich naiv? Sorry, sehr lang.
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