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    AW: Jahre nach der Affäre, dem Seitensprung

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Berichtet wird aber umgekehrt, dass es den Betrüger oft auf die Nerven geht, wenn der Betrogene das Bedürfnis hat, auch längerfristig bzw. "immer wieder" darüber zu sprechen.

    Ich finde übrigens auch interessant, was Cariad hier schreibt und dass ein Austausch möglich ist - das schrieb ich auch.
    Wenn Betrüger/in und Betrogene/r miteinander reden, haben doch beide unterschiedliche Bedürfnisse.
    Der/dem Betrogenen geht es vermutlich eher darum, zu 'verstehen', dem Betrüger/der Betrügerin, wenn er/sie freiwillig ein Gespräch sucht, eher darum, sich seinen eigenen Schmerz, Trauer oder auch die erlebte Freude von der Seele zu reden. Sich selbst verstehen, verstanden zu werden, die vielleicht immer noch vorhandene Sehnsucht zu verarbeiten oder wenigstens aussprechen zu können.
    Im Dialog mit dem/der Betrogenen ist das aber sicher sehr schwierig.
    Denn wir erklärt man einem Menschen, der dieses Gefühl nicht kennt, dass man in der Tat bei Menschen liebt. Dass dieses Gefühl oder dieses Ausleben wollen des Gefühls nichts gegen den aktuellen Partner ist, sondern etwas für sich selbst?

    Betrüger (und auch ich finde dieses Wort sehr anklagend) haben doch gar nicht die Möglichkeit, darüber zu reden. Ausser vielleicht in der Therapie. Und im Ansatz in der Ehe, aber im Regelfall nur dann, wenn sie mitteilen (glaubhaft), dass da wirklich "nichts" mehr ist an Gefühlen oder ganz wenig.

    Ich habe mir den Strang von IhreMutterneu (Ich bin eine Ehebrecherin) durchgelesen. Ich fand es toll, wie sie von ihren Gefühlen Gedanken, Beweggründen, Ängsten, etc. schrieb. Diese Zerissenheit (auch zu dem Zeitpunkt, als ihr Mann von ihrer Affäre wusste).

    Jede Geschichte ist individuell.
    Und ja, irgendwie sollte Ehrlichkeit und Offenheit an oberster Stelle stehen in einer Partnerschaft. Ganz klar.
    Aber....
    Ich glaube auch daran, dass diese Gedanken, seinen aktuellen Partner nicht daüber informieren zu wollen, dass man sich fremdverleibt hat, um diesen Partner nicht wehzutun, ihn nicht zu belasten, ihre Berechtigung haben. Nicht jede Affäre wird geheim gehalten, um sich das beste aus dem allen rauszuziehen oder dem Partner eins auszuwischen.
    Ich habe diesen Zwiespalt noch nie in persona erlebt. Und doch kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es auch einen Betrüger innerlich zerreissen kann. Während der Affäre, aber auch im Nachhinein. Und ich würde darauf keinesfalls antworten mit "selber schuld, hättest du dir eher überlegen können".

    Für mich gibt es kein richtig/falsch, besser/schlechter.
    Es wäre schön, wenn der jeweilige Partner davon wüsste , sofern er im Dreieck steckt, damit er selbst entscheiden kann. Es wäre schön, wenn man Verletzungen vermeiden könnte ohne sich selbst zu sehr zu verbiegen, aus den Augen zu verlieren. Klar!
    Aber auch anders Handeln würde ich nicht verurteilen. Hinterfragen, wenn es mich betrifft, das ja. Verurteilen? Ich denke nicht.....

    Just my two cents
    lichtblick

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    AW: Jahre nach der Affäre, dem Seitensprung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Habe ich gelesen, dass Marathonmann das schrieb. Meine erste Reaktion war auch, dass ich das schade finde, dass sie da nicht mehr sprechen will. Andererseits kennen wir die Beweggründe nicht. Vielleicht spricht sie auch nicht, weil sie letztlich Marathonmann wünscht, dass er bei dem Thema "zur Ruhe" kommt und alles was sie dazu sagt, eben doch nur aufwühlend für ihn wäre.

    Sie müsste halt hier erzählen. Wird sie aber nicht tun, wie die meisten anderen auch nicht. Vielleicht auch, weil sie wieder zum Lügen "gezwungen" wäre und wie der Vater der TE von den schönen Erinnerungen (aus gutem Grund) nicht berichten wollen würde.

    Weil es irgendwann nichts mehr dazu zu sagen gab. Der „Betrogene“ sucht nach dem warum, nach der Antwort auf das alles. Nur gibt es diese eine Antwort nicht. Es brauchte lange, bis das klar war.

    Eine Affäre ist eine komplexe Angelegenheit. Da passiert so viel ungewollt, ungeplant und selten mit Vorsatz. Es passiert eben. Dabei werden Fakten geschaffen. Jeden Tag ein wenig mehr. Es dauerte auch Monate vom bloßen Kennenlernen bis es wirklich eine Affäre wurde. Diesen einen Grund, warum das alles, den gibt es einfach nicht. Langeweile, Übermut, Überdruss am Anderen, der Alltag, die Sehnsucht wieder mal Schmetterlinge im Bauch zu spüren. Es gibt viele Gründe.

    Sie hat mir einige genannt. Nichts besonderes, es sind diese Dinge die ich oben genannt habe. Weil es solche banalen Sachen sind, kann der „Betrogene“ es kaum fassen und bohrt weiter, will den „wahren“ Grund. Sich auf einen anderen Menschen einzulassen, kann ein Spiel mit dem Feuer werden. Ist es geworden. Und oft verzehrt das Feuer dann alles.

    Ich weiss, dass sie heute oft mit Erschrecken zurückdenkt, was alles zu Bruch gegangen wäre. Vor gar nicht so langer Zeit hat sie mal gesagt, es ist für sie unbegreiflich wie viele Menschen sie enttäuscht hat damit, wie viele sie verletzt hat. Das hätte sie niemals vorgehabt. Das glaube ich ihr.

    Ja, es wühlt sehr auf zu hören, wie aufregend ein anderer sein kann. Das es toll war ihn zu küssen und solche Dinge. Das braucht, bis es verdaut ist. Wir haben viele geredet, auch über diese Dinge. Irgendwann spürt man das vieles Wunschdenken war, Projektion. Der andere hat unterdrückte Bedürfnisse und Gefühle bedienen dürfen. Wurde dazu „gebraucht“. Uns war es eben nicht möglich zu diesem Zeitpunkt darüber zu reden. Das wurde ihr klar als ich weg war. Unser großes Kind mit mir. Da hat sie gespürt, dass dieser andere ihre Probleme auch nicht lösen kann. Das auch nie wollte. Sie hatte aber gehofft, dass er das kann.

    Wir haben dann beschlossen genau diese Probleme doch endlich mal zusammen anzusprechen und nach Lösungen zu suchen. Und einiges gefunden.

    Die TE hatte ja nach Erfahrungen von "Betrügern" gefragt. Manchmal kann die andere Seite da auch Einsichten liefern, hoffe ich.
    Wenn du laufen willst dann lauf eine Meile. Willst du aber ein neues Leben, dann lauf Marathon.“
    Emil Zátopek

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    AW: Jahre nach der Affäre, dem Seitensprung

    Zitat Zitat von Lichtblick2017 Beitrag anzeigen
    Wenn Betrüger/in und Betrogene/r miteinander reden, haben doch beide unterschiedliche Bedürfnisse.
    Der/dem Betrogenen geht es vermutlich eher darum, zu 'verstehen', dem Betrüger/der Betrügerin, wenn er/sie freiwillig ein Gespräch sucht, eher darum, sich seinen eigenen Schmerz, Trauer oder auch die erlebte Freude von der Seele zu reden. Sich selbst verstehen, verstanden zu werden, die vielleicht immer noch vorhandene Sehnsucht zu verarbeiten oder wenigstens aussprechen zu können.
    Im Dialog mit dem/der Betrogenen ist das aber sicher sehr schwierig.
    Denn wir erklärt man einem Menschen, der dieses Gefühl nicht kennt, dass man in der Tat bei Menschen liebt. Dass dieses Gefühl oder dieses Ausleben wollen des Gefühls nichts gegen den aktuellen Partner ist, sondern etwas für sich selbst?

    Betrüger (und auch ich finde dieses Wort sehr anklagend) haben doch gar nicht die Möglichkeit, darüber zu reden. Ausser vielleicht in der Therapie. Und im Ansatz in der Ehe, aber im Regelfall nur dann, wenn sie mitteilen (glaubhaft), dass da wirklich "nichts" mehr ist an Gefühlen oder ganz wenig.

    Ich habe mir den Strang von IhreMutterneu (Ich bin eine Ehebrecherin) durchgelesen. Ich fand es toll, wie sie von ihren Gefühlen Gedanken, Beweggründen, Ängsten, etc. schrieb. Diese Zerissenheit (auch zu dem Zeitpunkt, als ihr Mann von ihrer Affäre wusste).

    Jede Geschichte ist individuell.
    Und ja, irgendwie sollte Ehrlichkeit und Offenheit an oberster Stelle stehen in einer Partnerschaft. Ganz klar.
    Aber....
    Ich glaube auch daran, dass diese Gedanken, seinen aktuellen Partner nicht daüber informieren zu wollen, dass man sich fremdverleibt hat, um diesen Partner nicht wehzutun, ihn nicht zu belasten, ihre Berechtigung haben. Nicht jede Affäre wird geheim gehalten, um sich das beste aus dem allen rauszuziehen oder dem Partner eins auszuwischen.
    Ich habe diesen Zwiespalt noch nie in persona erlebt. Und doch kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es auch einen Betrüger innerlich zerreissen kann. Während der Affäre, aber auch im Nachhinein. Und ich würde darauf keinesfalls antworten mit "selber schuld, hättest du dir eher überlegen können".

    Für mich gibt es kein richtig/falsch, besser/schlechter.
    Es wäre schön, wenn der jeweilige Partner davon wüsste , sofern er im Dreieck steckt, damit er selbst entscheiden kann. Es wäre schön, wenn man Verletzungen vermeiden könnte ohne sich selbst zu sehr zu verbiegen, aus den Augen zu verlieren. Klar!
    Aber auch anders Handeln würde ich nicht verurteilen. Hinterfragen, wenn es mich betrifft, das ja. Verurteilen? Ich denke nicht.....

    So sehe ich es auch. Hat lange gedauert, aber es ist so. In meinem Fall hat meine Frau nie vorgehabt mir mal so richtig eine reinzuwürgen. War dann aber leider fast so. Heute, mit unseren Erfahrungen würde vieles anders laufen. Aber dazu sind die Erfahrungen ja da, oder?
    Wenn du laufen willst dann lauf eine Meile. Willst du aber ein neues Leben, dann lauf Marathon.“
    Emil Zátopek

  4. Inaktiver User

    AW: Jahre nach der Affäre, dem Seitensprung

    Zitat Zitat von marathonmann Beitrag anzeigen
    So sehe ich es auch. Hat lange gedauert, aber es ist so. In meinem Fall hat meine Frau nie vorgehabt mir mal so richtig eine reinzuwürgen. War dann aber leider fast so. Heute, mit unseren Erfahrungen würde vieles anders laufen. Aber dazu sind die Erfahrungen ja da, oder?
    Würdest du sagen, dass deine Beziehung daran gewachsen ist? Und wenn ja, wie? Wenn ein nüchterner Blick auf die Beziehung und auf die Partnerin das Wachstum ist, stimme ich zu. Sonst erkenne ich nichts, was gewachsen ist, was nicht hätte auch so wachsen können.

  5. Inaktiver User

    AW: Jahre nach der Affäre, dem Seitensprung

    Mit Euren Posts kann ich viel anfangen, @marathonann und @lichtblick

    Wobei natuerlich jeder Fall anders ist. Wissen wir ja.

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    AW: Jahre nach der Affäre, dem Seitensprung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Würdest du sagen, dass deine Beziehung daran gewachsen ist? Und wenn ja, wie? Wenn ein nüchterner Blick auf die Beziehung und auf die Partnerin das Wachstum ist, stimme ich zu. Sonst erkenne ich nichts, was gewachsen ist, was nicht hätte auch so wachsen können.

    Die Beziehung ist anders geworden. Es gibt neue Abläufe, Rituale, ja es ist ein anderer Umgang. Es ist nichts mehr selbstverständlich und normal.

    Ob das bedeutet, dass die Beziehung gewachsen ist? Weiss nicht. Wir standen auf einmal vor Problemen, von deren Existenz wir keine Ahnung zu haben glaubten. Die aber sehr real vorhanden waren. Das zu lösen, dazu brauchte es andere Verhaltensweisen als wir bisher hatten. Und da haben wir welche gefunden, denke ich.

    Das war schon eine Entwicklung, Veränderung, etwas Neues. Klingt abgedroschen, ist aber so. Ob das durch einen nüchternen Blick auf die Beziehung, den Partner auch so in Gang gekommen wäre? Glaube ich nicht, diese Motivation entstand erst, als das ganze Fundament einzustürzen drohte.

    Erst wenn es wirklich wehtut, dann will man auch Dinge ändern. Es gibt sicher Menschen, die solche Entwicklungen vielleicht auch ohne katastrophale Begleitumstände in die Wege zu leiten in der Lage sind. Wir waren es nicht.
    Wenn du laufen willst dann lauf eine Meile. Willst du aber ein neues Leben, dann lauf Marathon.“
    Emil Zátopek

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    AW: Jahre nach der Affäre, dem Seitensprung

    Ich habe auch den Strang gelesen von Ihrermutterneu und „Ich bin eine Ehebrecherin“. Ich bin eine Ehebrecherin. Wegen guten Sex und dem Kick habe ich alles verlassen. Alles verlassen heißt meinen Ehemann, mein Haus (er hat mich ausbezahlt), mein sicheres Leben, ihn, meinen Mann, mit dem ich lachen, reden, planen konnte. Wir hatten die gleichen Einstellungen zu allem, alles hat gepasst, aber ich verliebte mich, dachte ich liebe meinen Mann nicht mehr. Falsch gedacht! Letztendlich bin ich in eine eigene Wohnung gezogen und mit meinem Freund , wegen dem ich alles aufgab, immer noch zusammen. Hätte ich das wissen vor 6 Monate gehabt, hätte ich noch die Chance gehabt, alles rückgängig zu machen. Jetzt muss ich sehen wie ich mein Leben meister. Er war und ist es nicht wert. Ich brauche Unterhaltung und Lachen und davor ist er meilenweit entfernt und in seinem Leben bzw Alter kann er sich nicht mehr ändern. Und klar, nach den Enttäuschungen, die ich meinem Mann zugefügt habegibt es kein Zurück mehr. Deshalb an alle, die denken, sie nehmen den Kick mit: LASST ES! Ich eröffne keinen eigenen Strang ( für was?!) mein Zug ist abgefahren. Alles wichtige für ein bisschen Sex verspielt und den geilen Sex gibt es nicht mehr. Wie hat mal jemand geschrieben .... nimm von 98% den heimlichen Sex/Affäre raus und es bleibt nichts mehr! Damals hab ich gelacht. Heute weiß ich, dass es stimmt!

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    AW: Jahre nach der Affäre, dem Seitensprung

    Zitat Zitat von Ebru17 Beitrag anzeigen
    IAlles wichtige für ein bisschen Sex verspielt und den geilen Sex gibt es nicht mehr. Wie hat mal jemand geschrieben .... nimm von 98% den heimlichen Sex/Affäre raus und es bleibt nichts mehr! Damals hab ich gelacht. Heute weiß ich, dass es stimmt!
    Jo und - es gibt nicht nur "schwarz und weiß". Meine Güte, Du hörst Dich an .... Kannst Du nicht alleine für Dich sorgen und das Leben jetzt so annehmen wie es ist?!

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    AW: Jahre nach der Affäre, dem Seitensprung

    Sorgen schon, annehmen nicht. Zuviel kaputt gemacht.

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    AW: Jahre nach der Affäre, dem Seitensprung

    Zitat Zitat von Ebru17 Beitrag anzeigen
    Sorgen schon, annehmen nicht. Zuviel kaputt gemacht.
    Warum bist du dann mit dem Mann noch zusammen?

    Viel kaputt gemacht, ja.
    Auch das kann man annehmen. Es ändert sich ja nichts, in dem du nun den Rest deines Lebens damit haderst.

    Ich verstehe nicht, was du mit deiner Antwort hier eigentlich sagen willst?
    Außer vielleicht, nicht völlig kopflos und unüberlegt zu handeln.
    Demnächst frage ich vorher, welche Meinung ich haben darf. Damit auch alle zufrieden sind.

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