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    AW: Jahre nach der Affäre, dem Seitensprung

    Zitat Zitat von Beachnoodle Beitrag anzeigen
    .....
    Bei einer Frau über 30 Jahre sogar danach noch. Sie wirft ihrem Exmann (2Jahre Ehe) und seiner 2. Frau ( mittlerweile sind die beiden fast 28 Jahre verheiratet) immer noch vor ihr, ihr Leben "gestohlen" zu haben.
    ...
    .

    Ja Beachnoodle, fast 30 Jahre nicht darüber weg zu kommen ist sehr extrem. Da sollte echt ernsthaft das eigene Ich mal erforscht werden. Kein anderer Mensch ist in der Lage einem das Leben zu stehlen. Aber bei 30 Jahren Verbitterung stiehlt man es sich selbst.

    Sehr viele "Betrüger" werden ihre Affären wohl in Jahren noch mit einigen positiven Erinnerungen und Gefühlen in Verbindung bringen. Solche Dinge behält man im Kopf und verklärt sie leider oft mit der Zeit. Und für den "Betrogenen" macht es genau das noch nach Jahren nicht leicht. Zu ahnen, dass der Partner immer mal wieder in Erinnerungen "schwelgt".

    Den sicher mit weiten Abstand größten Anteil von den negativen Gefühlen und Erinnerungen an eine Affäre hat nun mal der "Betrogene". Der muss eben lernen das alles einzuordnen, zu bewerten und einfach damit zu leben. Und das dauert länger, als auf der anderen Seite.

    Hier bei dem Thema schreiben auch recht wenig "Betrüger" von ihren Gedanken, Gefühlen und Erinnerungen an ihre Affäre nach Jahren. Zuzugeben, dass man während der Affäre billigend in Kauf genommen hat so einigen Menschen so richtig weh zu tun und man trotzdem nach Jahren mit einiger Wehmut an diese Affäre zurückdenkt, ist nicht leicht. Viel leichter ist es sich die negativen Gedanken daran zu verbieten. Aber eben das ist vielleicht auch das von der Natur dazu vorgesehene Notfallprogramm.

    Die andere Seite hat so ein Programm leider nicht. Die muss da voll durch. Ob man sich trennt oder nicht nimmt sich dabei nicht viel. Viele "Betrogene", die geschafft haben damit offensiv nach aussen und nach innen umzugehen, haben dabei gerade für sich eine neue und gute Lebensmitte finden können. Ruhiger, gelassener, weitsichtiger, weniger verbittert. Ja, dass kann möglich sein.

    Ein offensiverer Umgang damit, und bitte nicht erst auf dem Sterbebett, wäre für viele "Betrüger" auf längere Sicht auch einfacher und dann wirklich leichter.
    Wenn du laufen willst dann lauf eine Meile. Willst du aber ein neues Leben, dann lauf Marathon.“
    Emil Zátopek

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    AW: Jahre nach der Affäre, dem Seitensprung

    Zitat Zitat von marathonmann Beitrag anzeigen
    Ja Beachnoodle, fast 30 Jahre nicht darüber weg zu kommen ist sehr extrem. Da sollte echt ernsthaft das eigene Ich mal erforscht werden. Kein anderer Mensch ist in der Lage einem das Leben zu stehlen. Aber bei 30 Jahren Verbitterung stiehlt man es sich selbst.

    Sehr viele "Betrüger" werden ihre Affären wohl in Jahren noch mit einigen positiven Erinnerungen und Gefühlen in Verbindung bringen. Solche Dinge behält man im Kopf und verklärt sie leider oft mit der Zeit. Und für den "Betrogenen" macht es genau das noch nach Jahren nicht leicht. Zu ahnen, dass der Partner immer mal wieder in Erinnerungen "schwelgt".

    Den sicher mit weiten Abstand größten Anteil von den negativen Gefühlen und Erinnerungen an eine Affäre hat nun mal der "Betrogene". Der muss eben lernen das alles einzuordnen, zu bewerten und einfach damit zu leben. Und das dauert länger, als auf der anderen Seite.

    Hier bei dem Thema schreiben auch recht wenig "Betrüger" von ihren Gedanken, Gefühlen und Erinnerungen an ihre Affäre nach Jahren. Zuzugeben, dass man während der Affäre billigend in Kauf genommen hat so einigen Menschen so richtig weh zu tun und man trotzdem nach Jahren mit einiger Wehmut an diese Affäre zurückdenkt, ist nicht leicht. Viel leichter ist es sich die negativen Gedanken daran zu verbieten. Aber eben das ist vielleicht auch das von der Natur dazu vorgesehene Notfallprogramm.

    Die andere Seite hat so ein Programm leider nicht. Die muss da voll durch. Ob man sich trennt oder nicht nimmt sich dabei nicht viel. Viele "Betrogene", die geschafft haben damit offensiv nach aussen und nach innen umzugehen, haben dabei gerade für sich eine neue und gute Lebensmitte finden können. Ruhiger, gelassener, weitsichtiger, weniger verbittert. Ja, dass kann möglich sein.

    Ein offensiverer Umgang damit, und bitte nicht erst auf dem Sterbebett, wäre für viele "Betrüger" auf längere Sicht auch einfacher und dann wirklich leichter.
    In vielem stimme ich dir vom "Hören-Sagen" oder was man in dementsprechenden Foren so liest überein.

    Würde mich in der Tat mal interessieren, die Seite eines oder mehrerer Betrüger zu hören/lesen.
    Weil es mich eben interessiert.

    Was meinst du mit dem letzten Satz?

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    AW: Jahre nach der Affäre, dem Seitensprung

    Zitat Zitat von Lichtblick2017 Beitrag anzeigen
    .....
    Würde mich in der Tat mal interessieren, die Seite eines oder mehrerer Betrüger zu hören/lesen.
    Weil es mich eben interessiert.

    Was meinst du mit dem letzten Satz?

    Du hast ja selbst geschrieben, dass Dein Vater erst auf dem Sterbebett irgendwie den Mut hatte über seine Daueraffäre zu reden. Erst jetzt noch was regeln, was zu Ende bringen.

    Warum so spät? Weil es vorher nicht wichtig genug war. Weil es bedeutet hätte sich entscheiden zu müssen. Entweder die Ehefrau verlieren oder die Affäre. Warum sich entscheiden wenn beides geht? Wenn man beides Leben kann. Ein schlechtes Gewissen kann man verdrängen.

    Ein "Betrogener" kann das nicht so leicht Leben. Eine Affäre des Partners lange tolerieren ist nicht einfach. Immer wieder hinnehmen verletzt zu werden, belogen und betrogen zu werden, dürfte kaum jemand ewig ertragen wollen. Die Alternative ist eine Trennung. Auch nicht leicht, wenn man den anderen ja eigentlich nicht verlieren will. Ein " Betrogener" wird sich recht schnell entscheiden müssen und dann die Konsequenzen akzeptieren.

    Aber so richtig toll ist das Leben als "Betrüger" auf Dauer wohl auch nicht. Verheimlichen und Lügen kosten auch Kraft. Deshalb bin ich der Meinung, dass es doch einfacher wäre für den "Betrüger" recht zeitnah eine Entscheidung zu treffen. Alles offenlegen und die Konsequenzen akzeptieren. Richtig zufrieden mit so einem Leben ist sicher keiner der Beteiligten. Das alles kann ja nicht offen gelebt werden, jeder Beteiligter so einer Aussenbeziehung wird auf viel verzichten müssen.

    Erfahrungsberichte von "Betrogenen" würdest Du in größerer Auswahl zu lesen bekommen. Die andere Seite ist da eben zurückhaltender. Auch mich interessieren die Aussagen der "Betrüger" sehr. Hilft manchmal bei Verarbeiten und Verstehen. Oft steht dann eben nur, sie würden eben mal nur an sich denken. Nur diese Augenblicke geniessen wollen, nur im Moment leben wollen. Und so einfach ist es dann auch, mehr oft nicht.
    Wenn du laufen willst dann lauf eine Meile. Willst du aber ein neues Leben, dann lauf Marathon.“
    Emil Zátopek

  4. User Info Menu

    AW: Jahre nach der Affäre, dem Seitensprung

    Okay, das habe ich verstanden und gebe dir Recht.

    In meinem fall war es ja aber anders. Die Affäre geschah ja vor über 20 Jahren und war eben nach aussen hin längst abgeschlossen und Geschichte. Und wir alle wussten davon.
    Daher war das keine Beichte erst auf dem Sterbebett.

    Aber es hat ihn, meinen Vater, offensichtlich doch noch lange innerlich beschäftigt. Oder immer mal wieder. Oder auch fast nie, wer weiss. Aber es war so, dass er sie am Ende seines Lebens als die Liebe seines Lebens betitelte. Also war sie doch nicht so schnell vergessen.
    Dies also meine äusserliche Einschätzung eines Betrügers (ohne dass ich wirklich viel Wissen davon habe).

    Wenn tatsächlich ein Betrüger/eine Betrügerin (erst) auf dem Sterbett beichten würde.... wow -diese Situation möchte ich mir erst gar nicht ausmalen.

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    AW: Jahre nach der Affäre, dem Seitensprung

    In meiner Familie gibt es einen Fall, da haben die Ehefrau und die Kinder erst kurze Zeit nach der Beerdigung erfahren, dass der Vater seit 7 Jahren eine Affäre hatte.
    Die Geliebte hatte sich selbst mit Ihnen in Verbindung gesetzt und es offenbart. Ganz grausam...
    Aber das Seltsame ist: nach einigen Jahren hat die Ehefrau ihm trotzdem vergeben und trauert noch um ihn.

  6. Moderation

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    AW: Jahre nach der Affäre, dem Seitensprung

    Es wurde ja nun ein paarmal nach Sichtweisen der "Fremdgeher" gefragt.
    Ich bin "fremdgegangen", allerdings haben wir uns bewusst nie physische Treue versprochen, was dem ganzen vielleicht eine etwas andere Ausgangslage gibt. Allerdings hatte ich - vielleicht weil ich mich immer eher in Richtung offene Beziehung platziert hab - in diverse andere "Fremdgeher"-Situationen im engen Freundeskreis Einblick.

    Insofern berichte ich mal aus diesem Blickwinkel:
    Ob man eine Affaire bereut oder nicht, liegt nach meiner Erfahrung allein daran, wie die Beziehung der Affairenpartner verlief. Das hat emotional gar nichts mit der Hauptbeziehung zu tun. Es ist genauso, wie man an andere Expartner zurück denkt: an manche erinnert man sich gerne, manchen träumt man hinterher, andere würde man am liebsten aus dem Gedächtnis streichen.

    Meiner Erfahrung nach ist das eine Erkenntnis, die verständlicherweise selten bei den Betrogenen ankommt: Sie haben mit den Gefühlen in der Affaire erstmal rein gar nichts zu tun. Da geht es nicht um sie, nicht um Konkurrenz, nicht um Betrug, nicht um Geheimnisse, sondern um zwei Menschen, die sich voneinander angezogen fühlen. Der betrogene Partner ist allerhöchstens eine Nebenfigur in dieser Geschichte. Die Beziehung ist nach einer beendeten, nicht aufgeflogenen Affaire genauso gut oder genauso schlecht, wie sie es davor war.

    Was ist mit dem schlechten Gewissen? Ich weiß, dass ich meinen Partner manchmal verletzt habe. Aber im Laufe eines Paar-Lebens sammeln sich Verletzungen an, auf beiden Seiten. Manche sehen auf den ersten Blick "unverzeihlich" aus, ebenfalls auf beiden Seiten. Trotzdem lebt man weiter, liebt man weiter. Es ist nur ein Posten auf einer sehr langen Liste mit Rechnungen und Gutschriften. Das Scheidungsrecht hat schon lang anerkannt, dass man niemals in einer Beziehung den Bösen und den Guten hat (oder zumindest nur in seltenen Fällen).

    Jemand schrieb das Beispiel von der Frau, die noch 30 Jahre später um ihr verlorenes Leben trauert. 30 Jahre Trauer, etwas Schlimmeres kann man einem Menschen kaum antun - und doch, muss sich der Exmann allen Ernstes dafür verantwortlich fühlen? Finde ich nicht. Er fühlt sich vermutlich verantwortlich für eine vergleichsweise kurze Zeit des Betrugs und der Lügen. Für das, was die Exfrau dann daraus gemacht hat, fühlt er sich hoffentlich nicht verantwortlich.


    Und noch ein Aspekt: es gibt bestimmt viele bigotte Fremdgeher, die selbst durch die Betten hüpfen, aber sofort eifersüchtig werden, wenn der Partner mal ein bisschen flirtet. Aber es gibt natürlich auch die Menschen, für die Treue einfach nicht besonders wichtig ist (wie mich, siehe oben). Für die ist Fremdgehen schlicht kein Tatbestand.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

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    AW: Jahre nach der Affäre, dem Seitensprung

    Wenn man keine körperliche Treue vereinbart hat, dann kann man ja auch nicht fremdgehen ;)

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    AW: Jahre nach der Affäre, dem Seitensprung

    Zitat Zitat von marathonmann Beitrag anzeigen
    Auch mich interessieren die Aussagen der "Betrüger" sehr. Hilft manchmal bei Verarbeiten und Verstehen. Oft steht dann eben nur, sie würden eben mal nur an sich denken. Nur diese Augenblicke geniessen wollen, nur im Moment leben wollen. Und so einfach ist es dann auch, mehr oft nicht.
    Die Aussagen der Betrüger werden hier im Forum aufgrund der Mistgabel-Dichte eher gering sein.

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    AW: Jahre nach der Affäre, dem Seitensprung

    [QUOTE=Cariad Ob man eine Affaire bereut oder nicht, liegt nach meiner Erfahrung allein daran, wie die Beziehung der Affairenpartner verlief. Das hat emotional gar nichts mit der Hauptbeziehung zu tun. Es ist genauso, wie man an andere Expartner zurück denkt: an manche erinnert man sich gerne, manchen träumt man hinterher, andere würde man am liebsten aus dem Gedächtnis streichen.

    Meiner Erfahrung nach ist das eine Erkenntnis, die verständlicherweise selten bei den Betrogenen ankommt: Sie haben mit den Gefühlen in der Affaire erstmal rein gar nichts zu tun. Da geht es nicht um sie, nicht um Konkurrenz, nicht um Betrug, nicht um Geheimnisse, sondern um zwei Menschen, die sich voneinander angezogen fühlen. Der betrogene Partner ist allerhöchstens eine Nebenfigur in dieser Geschichte. Die Beziehung ist nach einer beendeten, nicht aufgeflogenen Affaire genauso gut oder genauso schlecht, wie sie es davor war.

    Was ist mit dem schlechten Gewissen? Ich weiß, dass ich meinen Partner manchmal verletzt habe. Aber im Laufe eines Paar-Lebens sammeln sich Verletzungen an, auf beiden Seiten. Manche sehen auf den ersten Blick "unverzeihlich" aus, ebenfalls auf beiden Seiten. Trotzdem lebt man weiter, liebt man weiter. Es ist nur ein Posten auf einer sehr langen Liste mit Rechnungen und Gutschriften. Das Scheidungsrecht hat schon lang anerkannt, dass man niemals in einer Beziehung den Bösen und den Guten hat (oder zumindest nur in seltenen Fällen).

    Jemand schrieb das Beispiel von der Frau, die noch 30 Jahre später um ihr verlorenes Leben trauert. 30 Jahre Trauer, etwas Schlimmeres kann man einem Menschen kaum antun - und doch, muss sich der Exmann allen Ernstes dafür verantwortlich fühlen? Finde ich nicht. Er fühlt sich vermutlich verantwortlich für eine vergleichsweise kurze Zeit des Betrugs und der Lügen. Für das, was die Exfrau dann daraus gemacht hat, fühlt er sich hoffentlich nicht verantwortlich.


    [/QUOTE]

    Sehr schön. Unterschreibe ich zu 100%.

  10. Inaktiver User

    AW: Jahre nach der Affäre, dem Seitensprung

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Eben!

    Wir haben nur ein Leben - richtig.
    Aber das heißt nicht, dass "Liebe über alles geht".
    Zumal er mit einer Trennung ja nicht nur die Familie zerstört hätte, sondern auch überhaupt nicht klar ist, wie sich "die große Liebe" im Alltag bewährt hätte. Siehe Granny.

    Und "wir haben nur ein Leben" sollte auch nicht zum Verbrämen von Egoismus gebraucht werden, wie es öfter mal der Fall ist.
    Wenn dieser Mann noch kurz vor seinem Tod von der "Liebe seines Lebens" spricht und diese Affaire meint, DANN war es wohl mehr als die Liebe zu seiner Frau oder?

    Und das meinte ich im Zusammenhang mit dem einen Leben das wir haben.

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