liebe luci,
nach dem ich bis vor ein paar jahren auch eine "mir-passiert-das-nie" war, bin ich dann auch "so hineingerutscht"
seit dem versuche ich, mir urteile zu verkneifen, über leute in situationen, in denen ich noch nie war - sag niemals nie -
florett trägt hier sehr leidenschaftlich ihre prinzipien vor ...
aber ich glaube, das hilft dir im moment nicht weiter, soweit ist das kind ja schon in den brunnen gefallen.
lies dir doch mal den strang "ende einer affäre" und vielleicht noch "warum fremdgehen" (oder so ähnlich hieß der) durch.
in beiden habe ich für mich sehr interessantes gefunden:
zur "bewertung" der heftigen Gefühle in der eigenen damaligen affäre, (Liebe???)
über das WARUM, warum ist das gerade mit DIESEM typen und gerade zu DIESER ZEIT passiert.
und du wirst viel darüber finden, was dir antworten auf deine hier gestellten fragen gibt. wie LANGE es dauert, eine affäre zu verarbeiten, wie schwierig das ist, über rückschläge etc
viiiele leidensgefährtinnen mit den unterschiedlichsten facetten.
und: was dir aus eine "gesicherten Position" mit einem liebevollen partner im hintergrund reizvoll erscheint und schmerzhafte sehnsüchte weckt (du schreibst was von egoistisch und anziehend )
passiert wohl auch sehr häufig -
neben der frage der alltagstauglichkeit - wirst du dir irgendwann die frage beantworten können, ob du DAS / IHN wirklich als "Hauptpartner" hättest in deinem LEben haben wollen..
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Ergebnis 11 bis 20 von 31
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08.02.2007, 17:44
AW: Was zurückbleibt ist ein gebrochenes Herz
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08.02.2007, 18:27
AW: Was zurückbleibt ist ein gebrochenes Herz
Liebe Florett,
ich will mal versuchen, das einigermaßen in Worte zu fassen. Natürlich war unser Kind ein Wunschkind. Ich liebe mein Kind über alles. Sie ist wunderbar aber mein Freund und ich hatten auch eine schwierige Zeit. Am Anfang unserer Beziehung starb sein Bruder. Mein Freund zog sich (und es ist heute noch so) in seine eigene Welt zurück. Hat mich oft zurückgewiesen. Ich kam nicht mehr an ihn heran. Irgendwann starb sein Opa und wir hatten am Jahresende beschlossen, neu anzufangen. Mit einer dreckigen Erbauseinandersetzung, viel Ärger, Tränen ect hat er mich oft mit SEINEN und auch mit meinen Problemen allein gelassen. Er war oft im Ausland und wenn ich Ärger hatte, kam der Spruch: Bloss kein Streit, halt den Mund (und das kann ich eigentlich absolut nicht). Während der Schwangerschaft kauften wir uns ein Haus. Die meiste Zeit der Schwangerschaft habe ich allein verbracht. Entweder war er im Ausland, beim Haus. Selbst wenn er frei hatte, hat er die Zeit nicht mit mir verbracht. Entweder ist er abends auf dem Sofa eingeschlafen, Samstags auf dem Bau und Sonntag zum Fussball. Ich war immer allein und dann kam "ER". Er hat sich für mich Zeit genommen, mich zum Lachen gebracht, mir die Schwangerschaft sowas von schön gestaltet. Hat sich Sorgen gemacht, wenn ich zum Arzt war, immer nachgefragt, wie es mir ging. Meinem Freund hingegen konnte ich Arztbesuche vorankündigen und als ich ihn nach jeder Behandlung anrief meinte er nur ach, hattest Du heute einen Arzttermin?? So desinteressiert. Immernoch lebend in seiner eigenen Trauer, auf dem Bau, Fussball. Alles Andere war immer wichtiger als ich und so haben wir uns voneinander entfernt. Ich habe ihm sogar am Anfang erzählt, dass ich einen im Chat kennengelernt habe er meinte nur: Ach ja und der holt dir die Sterne vom Himmel oder was??? Es hat ihn nicht wirklich interessiert. Ich habe ihm oft um Hilfe gebeten, ihn gebeten, um mich zu kämpfen, weil ich selbst nicht wusste, was auf mich zukommt. Ich ziehe mir den Schuh auch nicht alleine an aber ich bin diejenige, die da jetzt durch muss. Mittlerweile hat er sich geändert. Verbringt die Zeit mit seiner Familie so oft und gut er kann. Im grundegenommen war ich tierisch unglücklich und leicht empfänglich für meine Affäre. Auch er hat nicht damit gerechnet, dass er sich in mich verlieben könnte und während der Geburt ganz schön gelitten.
Nein!! Die Geburt konnte ich nicht genießen, weil der falsche Mann an meiner Seite war und das Kind (in dem Moment) vom falschen war. Meine Affäre hat geweint vor Freude, dass wir gesund waren und weil die Situation so aussichtslos war
Aber anstatt dass ich meinem Freund geholfen habe, füge ich ihm noch mehr Schmerzen zu. Auch wenn es eineinhalb Jahre nach dem Unfall passiert ist. Ich will es jetzt auch nicht rechtfertigen aber Gefühle kann man einfach nicht steuern. Ich will auch nicht über meinen Freund herziehen aber er hat nie zu mir gestanden, während meine Affäre für mich da war, mir den Rücken gestärkt hat, mir das Gefühl gegeben hat, dass ich noch jemand bin.
Ich denke, mein Freund hat auch daraus gelernt. Er hat viel durchgemacht. sein Bruder war nicht nur sein Bruder er war auch sein bestern Freund. Er kämpft heute noch aber verschließt sich. Ich versuche mit ihm darüber zu reden aber er denkt, er würde alle damit nerven.
Ich habe ihm von meiner Affäre erzählt, habe oft geweint und er bringt es sogar übers Herz und tröstet mich! Ich frage ihn oft, warum er das macht??? Er müßte mich rausschmeissen, mich verlassen, mich hassen. Er meint nur, dass er es nicht ohne Grund macht. Er hat während der letzten Monate echt Stärke gezeigt obwohl ich es nicht im geringsten verdiene aber er hat mir auch gezeigt, dass es noch Hoffnung für uns gibt.
Ich hoffe, ich konnte Dir die Sache etwas verständlicher machen. Meine Affäre kam in den letzten Wochen noch nicht damit zurecht, dass ich ein Kind von einem anderen habe. Er hat sich auch nach der Geburt von mir distanziert. Er wollte, dass ich die Zeit mit meinem Kind verbringe und nicht mit ihm und meinem Kind nie einen Vorwurf aus der ganzen Sache machen. Ich habe ihn manchmal selbst nicht verstanden. Seine Frau hat sogar die Pille abgesetzt und wird wohl bald schwanger sein aber er hat mir ins Gesicht gesagt, dass er mich trotzdessen nicht verlieren möchte. Ich konnte es nicht und habe es beendet. Trotzdem schreit mein Herz. Du warst noch nie in solch einer Situation oder?? Ich wünsche es Dir auch nicht!
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08.02.2007, 19:38
AW: Was zurückbleibt ist ein gebrochenes Herz
Lucie,
Du hast Dich emotional verlassen gefühlt von Deinem Freund. Wie du schreibst, ließ er dich nicht wirklich an sich herankommen.
Dass Du empfänglich warst für jemanden, der Dir die Gefühle gab, die Dein Freund nicht gab (geben konnte? - Tod des Bruders) ist für mich schon verständlich.
Vielleicht kannst Du es - trotz allem Kummer - so sehen: diese Affaire hat Dir gezeigt, was Dir gefehlt hat, und hat Bewegung gebracht in Eurer System, das von Deinem Freund und Dir.
Und dadurch, dass Du Dich Deinem Freund anvertraut hast und er die Wahrheit über Dich und Deine Gefühle erfahren hat, konnte er Dinge ändern. Vielleicht ist ihm zum ersten Mal klar geworden, dass sein Verhalten auch nicht einfach für Dich war.
Wenn diese Affäre dazu geführt hat, dass Ihr Euch besser kennen lernt, dass Ihr Euch gegenseitig Eure Bedürfnisse sagen könnt, kann daraus ein Neuanfang für Euch werden.
Es wird noch weh tun, an den Anderen zu denken, aber vielleicht kannst Du irgendwann mit einem (etwas wehmütigen?) Lächeln und Dankbarkeit zurückblicken.
Aber das geht nur, wenn Du innerlich mit dem Anderen abschließt, nach vorne siehst und Deine Erergien auf die Beziehung zu Deinem Freund richtest. Ich denke, es lohnt sich!
Tabea57Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
Aber macht!
ausgeborgt von Uli_F-2009
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08.02.2007, 19:43
AW: Was zurückbleibt ist ein gebrochenes Herz
Liebe Sonja,
vielen Dank für Deine lieben Zeilen. Ich fühle mich von Dir wenigstens verstanden. Ich bin schon oft zu dem Entschluss gekommen, dass er mich nicht glücklich machen kann. Er wird mich genauso behandeln wie seine Frau. Er lebt sein Leben ohne Rücksicht auf seine Mitmenschen. Er hat sein Unternehmen und das ist sein Leben. Er fährt alleine in den Urlaub, sie fährt alleine in den Urlaub. Er widmet sein Leben seinem Unternehmen ohne Rücksicht auf sie. Er verschuldet sich hoch ohne sie zu fragen, ohne ihre Meinung einzuholen und wenn ja, dann interessiert es ihn nicht wirklich. Ich würde spätestens dann erkennen, dass ich einen großen Fehler gemacht habe. Aber momentan sagt mir das mein Verstand. Mein Herz ist anderer Meinung. Ich weiss doch, dass ich eines Tages froh darüber sein werde, dass ich diesen Weg gegangen bin aber noch ist es nicht soweit und es wird noch lange dauern. Ich habe mir die Foren angesehen "Das Ende einer Affäre"..............Habe mich oft wiedererkannt und konnte gut nachvollziehen, was diejenigen fühlen. Ich habe bei meinem damaligen Exfreund bestimmt 8 - 10 Monate gebraucht und wir sind im Streit auseinandergegangen aber jetzt bin ich aus Vernunft gegangen. Ich gebe mir ein Jahr. Wenn es mir in einem Jahr noch nicht besser geht und ich mit meinem Freund nicht glücklich bin, muss ich mir ernsthaft Gedanken über mein Leben machen. Ich will es aber auf jeden Fall mit meinem Freund nochmal versuchen.
Ich danke Dir für Dein Verständnis und Deine aufbauenden Worte.
Luci
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08.02.2007, 19:50
AW: Was zurückbleibt ist ein gebrochenes Herz
Danke Tabea,
als ich Deinen Beitrag gelesen habe, schossen mir sofort die Tränen in die Augen. Ich hätte jetzt gedacht, dass ich sowas von einen um die Ohren bekomme, weil ich, nach allem, was mein Freund durchgemacht hat, eine Affäre angefangen habe, anstatt auf ihn Rücksicht zu nehmen. Wenn ich darüber nachdenke, wie oft ich als Jugendliche Liebeskummer wegen eines Mannes hatte und heute mit demjenigen darüber lachen kann, denke ich, dass ich früher oder später auch über diese Affäre hinwegkommen werde, vorausgesetzt er läßt mich jetzt endgültig gehen. Obwohl es ja letztendlich an mir liegt. Es wird noch einige Zeit, ach was sage ich, es wird noch gaaaaaaaanz viel Zeit brauchen.
Danke. ich drück Dich
Luci
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08.02.2007, 20:00
AW: Was zurückbleibt ist ein gebrochenes Herz
Luci,
Drücker zurück!
Kann doch sein, dass Du unbewusst den Umweg über die Affäre genommen hast, weil Du anders einfach keine Bewegung in Eure Beziehung bekommen hast. Ist natürlich ein denkbar schlechter Weg mit sehr viel Schmerz auf allen Seiten, aber eins ist sicher: es wirkt wie ein Erdbeben und reisst Eure Beziehung (die ja offenbar nicht she gut lief) völlig ein.
Wenn nun eure Fundament gut sind, dann fangt an und baut Eure Beziehung neu, und baut sie diesmal gut!
Ach ja: schon mal an eine Paartherapie gedacht? Damit Du andere, bessere Werkzeuge an die Hand bekommst, Dich Deinem Freund verständlich zu machen?Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
Aber macht!
ausgeborgt von Uli_F-2009
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08.02.2007, 20:23Inaktiver User
AW: Was zurückbleibt ist ein gebrochenes Herz
Liebe Lucie !
Ich wollte es nur VERSTEHEN können und darum ging es mir. Weil ich es nicht nachvollziehen konnte.
Nachdem, was du jetzt schreibst, verstehe ich um einiges besser.
Und ich verstehe, dass du gerade in dieser Situation jemanden gebraucht hast, der dir das gegeben hat, zumindest ein Teil davon, wonach du dich gesehnt hast.
Und nein....es ist nicht zu verurteilen, dass du dir zu der Zeit eine Affäre gesucht hast und keine Rücksicht auf deinen Freund genommen hast. Man kann versuchen, jemandem in so einer schlimmen Situation zu helfen. Man ist am Anfang auch sehr leidenschaftlich bei der Sache. Aber erstens wird man immer hilfloser, wenn man sieht, dass man gar nichts bewirkt, weil man immerzu wie gegen ein Mauer rennt.
Und zweitens kann es sein, dass es einem derart über den Kopf wächst, dass man es nicht mehr hören und sehen will.
Und da ist man drittens sehr froh, wenn jemand einen aus dieser "Leier" herausholt.
Weil man ja schließlich auch jemand ist, der Bedürfnisse und Gefühle hat. Und wenn das der Partner nicht wahrnimmt......
Ich kanns jetzt nicht so klar formulieren. Aber genau DAS kenn ich.
Ich finde, du solltest dir klar werden, was du genau erreichen willst. (das ist an einer Stelle hier schon gesagt worden)
Weiter auf die Affäre zu bauen, hat ja keinen Sinn, oder ?
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08.02.2007, 20:34Inaktiver User
AW: Was zurückbleibt ist ein gebrochenes Herz
Was ich schrieb, hat nichts mit PRINZIPIEN zu tun. Prinzipien, das ist für mich was mit Vernunft Behaftetes. Es ging mir nicht um Vernunft, sondern darum, was man FÜHLT.
Zitat von sonja66
Und da hatte ich die Lucie nicht so recht verstanden. Aber woher auch - wenn man die Geschichte nicht kennt ? Ich habe ja kein Urteil gefällt, sondern nur meine Eindrücke wiedergegeben.- Aber wenn man will, dass man verstanden wird, sollte man schon darüber genauer reden, oder ?
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08.02.2007, 23:52
AW: Was zurückbleibt ist ein gebrochenes Herz
Liebe Florett,
ich habe Dich nicht dafür verurteilt. Ich wollte nur nicht, dass man denkt, dass der Tod meines evtl. vielleicht irgendwann "Schwagers" Grund für meine Affäre ist. Obwohl er uns ganz ganz viel genommen hat besonders seinem eigenen Bruder und auch mir. Eigentlich hat er einen Großteil auch aus meinem Leben entfernt, nur weil er leichtsinnig Motorrad gefahren ist. Würde er heute vor mir stehen, würde ich ihn treten.
NEIN! Er hat schon etwas Schuld an dieser Situation. Ich habe nicht nur den Bezug und die Liebe zu meinem Freund verloren sondern auch meinen besten Freund, da er der Bruder ist von der Verlobten meines "Schwagers". Es ist alles in Streit auseinandergegangen und ich habe meinen besten Freund, mit dem ich mein Leben verbracht habe (seit meinem 2. Lebensjahr), mit dem ich zusammen alles erlebt habe, 26 Jahre Freundschaft verloren, weil ich zwischen den Stühlen saß und wir uns aus den Augen verloren haben.
Liebe Florett. Ich habe mir keine Affäre gesucht. Es war nicht meine Absicht. Ich bin nicht in den Chat gegangen um jemanden zu finden sondern um mir die Zeit zu vertreiben. Habe einige veräppelt, habe mir mit meiner Kollegin daraus einen Spaß gemacht, der heutzutage sehr schmerzvolle Konsequenzen hat.
Es hört sich jetzt vielleicht blöd an aber ich bin so durcheinander, ich wüßte nicht einmal, was ich machen würde, wenn meine Affäre vor mir steht und mir sagt, dass er einen Weg gefunden hat, um mit mir eine Zukunft aufzubauen.
Es ist traurig, dass ich nicht einmal sagen kann, dass ich mich auch in dem Moment für meinen Freund entscheiden würde. Ich weiß nicht einmal ob ich mich jemals für einen von beiden entscheiden könnte. Manchmal möchte ich nur laufen. Davonlaufen. Mein Kind nehmen, abhaun und irgendwo ein neues Leben beginnen. Neu anfangen und mein Leben ordnen aber wäre ich dann glücklicher?? Vielleicht sollte ich es machen, um mir meiner Gefühle klar zu werden. Ich kann und ich werde mein Leben nicht auf diese Affäre aufbaun. Es hat keine Zukunft und es tut nur weh. Ich gebe meiner Beziehung ein Jahr. Wenn es dann nicht hinhaut dann werde ich mich wohl trennen müssen und einen anderen Weg finden.
Fühle Dich bitte nicht angegriffen. Du magst ja Recht haben mit meinen Zeilen. Der Hintergrund der Geschichte fehlte.
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09.02.2007, 00:09
AW: Was zurückbleibt ist ein gebrochenes Herz
Liebe Tabea,
ich wünschte, ich wäre diesen Umweg nicht gegangen aber ich konnte ihn auch nicht aufhalten.
Es ist immernoch sehr schwer, wieder zueinander zu finden. So, wie ich noch um den Verlust meiner Affäre trauer, so trauert mein Freund immernoch um seinen Bruder. Er kann nicht los lassen. Es ist schon fast 3 Jahre her und er bezieht alles auf ihn. Sei es ein Vogel, der bei uns auf dem Fensterbrett sitzt oder Geschehnisse, die sein Bruder getan hat um ihm sein Leben zu erleichtern. Er redet nur und weint nur über seinen Bruder, wenn er was getrunken hat. Letztens sind wir zusammen mit dem Auto unterwegs gefahren und er hat eine Stunde nicht mit mir geredet und das im Auto. So eng nebeneinander. Er ist so verschlossen und in sich gekehrt. Es erdrückt mich und ich komme mir vor, als wäre ich in einer Vakuum-Packung gefangen. Auch über unsere Probleme mag er nicht reden. Nach dem Motto: Je mehr ich weiss, desto mehr tut es weh. Ich habe ihn gefragt, wie weit es noch kommen muss. Er weiss immernoch nicht alles von meiner Affäre, weil ich auch nicht weiss, wie weit ich gehen kann, wie viel ich ihm zumuten kann. Wenn ich dann rede, starrt er auf dem Boden oder gegen die Wand und sagt nichts. Es dauert genau 3 Minuten und ich rasste aus, weil ich das Gefühl habe zu ersticken. Jede Probleme schüttelt er von sich. Anstatt mir zu sagen, was er empfindet, wie er sich fühlt vergräbt er sich. Ich bin schon (vor der Schwangerschaft) so oft abgehaun, weil ich diesen Druck des Schweigens zu Hause nicht mehr ertragen konnte. Es ist viel Arbeit, ihn aus seinem Loch wieder herauszubekommen und sehr schwer, wenn man selbst um einen Menschen trauert. Es geht ganz langsam voran aber nur Millimeter für Millimeter. Er ist schon ein kleines bißchen offener geworden. Vielleicht bin ich jetzt hier mit dieser Geschichte im falschen Forum aber manchmal weiss ich einfach nicht weiter. Ich möchte nicht mit einem Menschen zusammenleben und uns in 30 Jahren zusammen schweigend vor dem Fernseher sitzen sehen. Er bemüht sich und es geht ja auch langsam voran. Es gab Zeiten, da hat er mich zurückgewiesen mit dem Argument: Was sollen denn die Leute denken. Ich habe gerade meinen Bruder verloren und kann jetzt nicht in der Öffentlichkeit küssen. Mittlerweile toben wir auch wieder rum aber es hat extrem schwere Zeiten gegeben.
Danke fürs Zuhören bzw. lesen
Luci


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