@ opelius... Her Charlotte würde zu deinem Post einfach nicken.
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11.04.2017, 15:00Inaktiver User
AW: Affäre oder Partner - für wen soll ich mich entscheiden ?
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11.04.2017, 15:10Inaktiver User
AW: Affäre oder Partner - für wen soll ich mich entscheiden ?
Ich auch. Und ich bin eine Frau.
Ich kann das auch nicht. Stundenlang zerreden, meine ich. Es hilft mir nichts, es bringt mir nichts.
Mein Partner nimmt mich in den Arm und drückt mich. Und vielleicht hat er sogar ein, zwei konkrete Lösungsvorschläge parat. Das genügt vollauf. Mein Kummer wird ernst genommen - auch wenn nicht ewig darüber geredet wird.
Und nochmals: der Partner einer Frau, die eine Fehlgeburt erleidet, trauert in der Regel selber ebenfalls, insbesondere wenn er das Kind ebenso wollte wie sie. Auch er muss mit der Situation fertig werden. Er tut das aber womöglich auf andere Weise als die Frau. (Jeder Mensch verarbeitet Trauer und Kummer unterschiedlich - und das hat nicht mal sosehr was mit dem sterotypischen Mann-Frau-Klischee zu tun). Es gibt Menschen, die weinen nicht, die reden über Kummer nicht. Das heisst aber noch lange nicht, dass sie keinen Kummer fühlen. Allerdings wirkt das gegen aussen vielleicht so, als ob sie nichts fühlen würden. Das ist aber eine falsche Schlussfolgerung. (Die Ehe meiner Eltern ist unter anderem daran gescheitert.)
Nur weil jemand nicht weint und nicht redet, heisst das nicht, dass er nicht fühlt.
Und wenn jemand, der selber mit betroffen ist, nicht im gewünschten Masse (und in genau der gewünschten Form!) Unterstützung bietet, heisst es nicht, dass ihm der Kummer des anderen gleichgültig sein muss. Es kann auch sein, dass er aufgrund des eigenen Kummers und eigener Überforderung nicht mehr unterstützen kann.
Und es kann auch sein, dass die Unterstützung, die jemand leistet, anders aussieht, als die andere Person erwartet.
Der - verhinderte - Heiratsantrag könnte eine solche Unterstützung gewesen sein. Im Sinne von: wir haben das gemeinsam durchgemacht, wir machen auch alles Weitere gemeinsam durch, komme, was da wolle (denn genau das bedeutet doch eine Hochzeit, oder?). Nur hätte Liv in diesem Falle das Unterstützungsangebot nicht verstanden und daher zurückgewiesen - was für den Partner sicherlich auch nicht einfach ist.
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11.04.2017, 15:15
AW: Affäre oder Partner - für wen soll ich mich entscheiden ?
Ich schließe mich den letzten Beiträgen an.
Man kann lesen, wie verzweifelt du bist, aber stellenweise springt einen das selber gebaute Drama an, als würde man eine bisschen schlechte TV-Serie anschauen.
Ich glaube du bist sehr Ich-bezogen - es fällt dir tatsächlich schwer, dich für die Männer in deinem Leben empathisch zu zeigen.
Du lehnst seinen Antrag ab? Überlegst dir ernsthaft, ob du überhaupt ein Kind mit ihm willst? Da brauchst du doch keinen anderen Mann um zu erkennen, dass da irgendwie die Luft raus ist.
Andererseits redest du viel vom finanziellen und "was man dir bieten" kann. Ein Mann muss dir gar nichts bieten, das solltest du selber erledigen.
Und dann dein Affären-Mann. Hut ab vor dieser Geduld. Aber wie muss er sich fühlen, wenn du immer abends zu einem anderen heimfährst?
Die Männer wirken ein wenig wie Erfüllungsgehilfen in deinem Leben, und die Aufmerksamkeit die sie dir jeweils schenken ist das, was du brauchst. Sonst würde sie dir wohl jeweils nicht fehlen.
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11.04.2017, 15:18
AW: Affäre oder Partner - für wen soll ich mich entscheiden ?
Ich zitiere hier mal die TE:
Fällt das dann auch unter "zu hohe Ansprüche haben", "etwas zerreden wollen". Will hier keiner wahrhaben, dass das wohl der Auslöser dafür war, dass der andere Mann bei der TE offene Türen einrante?
Hatte hier schon einmal jemand eine Fehlgeburt und weiß, was das in einem auslösen kann?
Wenn überhaupt könnte man dem Mann zugestehen, dass er offenbar auch mit diesem Verlust überfordert war, aber unfähig war, mit der TE über diesen Verlust zu sprechen, wie es ihm damit geht. Ich weiß nicht, aber ich habe das Gefühl, dass diese Fehlgeburt der Grundstein für die jetzige Situation ist.Der Humor ist die Maske der Weisheit. Maskenlos ist die Weisheit unerbittlich. - Dürrenmatt -
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11.04.2017, 15:31
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11.04.2017, 15:35Inaktiver User
AW: Affäre oder Partner - für wen soll ich mich entscheiden ?
Hallo Liv,
In meiner Interpretation der ganzen Geschichte liegt hier der Knackpunkt der ganzen Misere.
Eine Fehlgeburt wird von Menschen sehr unterschiedlich wahrgenommen und empfunden, von "passiert, laß es uns nochmal versuchen" bis zu einer niemals vergehenden Trauer um genau dieses Kind und dieses Leben, das keine Zukunft leben durfte, für das man aber sozusagen schon gedanklich die Hochzeit und den ganzen Lebensweg liebe- und erwartungsvoll geplant und erhofft hatte.
Ich fürchte, @ Liv, Euer größtes Problem ist, daß Du und Dein Partner da verstummt seid- kein Austausch von Gefühlen und Wahrnehmungen mehr stattgefunden hat.
Ihr seid leider nicht mehr ins Gespräch gekommen und habt Euch so auch emotional voneinander entfernt.
Stattdessen deinerseits wahrscheinlich stilles, stummes Leiden und die Hoffnung, daß Dein Partner Deinen Schmerz von selbst wahrnimmt und Dich stützt.
Ich nehme weiter an, daß Du es als fehlende Loyalität, Liebe und Wertschätzung empfunden hast, als von ihm nicht die gebrauchte, erhoffte emotionale Unterstützung kam.
In einem Satz:
Für Dich ist er - dadurch- zuerst aus Eurer Zweisamkeit und Liebe "ausgestiegen"?!
Und dadurch wurdest Du empfänglich für den anderen Mann.
Als Re-Aktion sozusagen.
Das meine ich auf der emotionalen Ebene, nicht in der Handlung.
Dafür habe ich sehr großes Verständnis, es ist eine zutiefst menschliche, hilflose Reaktion.
Dein Partner hat all das offensichtlich aber nicht so empfunden, der angedachte Heiratsantrag nach der Fehlgeburt ist ein Indiz dafür und eigentlich ein wunderschöner Liebesbeweis.
Eine Hochzeit war für Dich zu der Zeit (schon) unvorstellbar, auch das ist ziemlich aussagekräftig.
Was mich allerdings wirklich erschüttert ist, daß Du es dann hast so lange zweigleisig laufen lassen.
Das ist unfair, beiden Männern gegenüber.
Nicht moralisch gemeint (das auch
), aber vor allem pragmatisch.
Dein Affairen-Mann hat sich sehr schnell getrennt.
Neuverlieben passiert und ist keine Schande oder unfair,
dann ist es aber eine Frage der Integrität, nicht ewig zweigleisig zu fahren, sondern die Situation klarzustellen.
Nicht nur das, es war ihr unvorstellbar und extrem unangenehm,Sie fühlte sich auch nicht ernst genommen, als er nach der Fehlgeburt ihr einen Heiratsantrag machte.
so unangenehm, daß sie ihrem Partner den Antrag "ausredete".
Liv, ich wage mich jetzt sehr weit vor, ich hoffe, Du kannst meine rationalen Gedankengänge aber vielleicht mit der Zeit nachvollziehen (und ich bitte anderen Betroffene, das auf keinen Fall auf andere Fälle zu beziehen, es ist natürlich nicht verallgemeinernd gemeint), aber ich halte es, gerade durch das von Dir vorher Geschriebene bezüglich Deiner Gefühle zu Schwangerschaftsbeginn und bezüglich der Hochzeit auch für möglich, daß Dein Körper sich innerlich gegen diese unerwartete und zu dem Zeitpunkt ungewünschte Schwangerschaft "gewehrt" hat. Die Psyche spielt ja sowohl beim Schwangerwerden als auch in den ersten Wochen eine Rolle, kann Hormone "verschieben" etc. Das meine ich ganz gewiß nicht als Vorwurf oder Anschuldigung, sondern als Gedankenansatz, daß Deine Psyche vielleicht spürte, mit diesem Mann kein Kind haben zu "wollen" oder zu "können".
Und er hat Recht, Liv.
Das, was dieser Mann selbstverständlich tat, nämlich, sich sehr schnell voll und ganz zu Dir bekennen, das tust Du bist heute nicht.
Ist Dir eigentlich klar, was Du ihm damit emotional antust?!
Wie gesagt, Fremdverlieben passiert leider, er hat sich dann aber seiner Partnerin (und Dir) gegenüber fair verhalten und alles geklärt.
Ganz ehrlich, mich würde es nicht wundern, wenn Du ihn auch noch verlierst, weil Du Dich so lange nicht zu ihm bekennen konntest/wolltest und er kann sich eigentlich nur verraten fühlen.
Denn auch das Bekennen ist/wäre eine Frage von Loyalität.
Er kann sich vorstellen dass wir heiraten, nicht jetzt aber irgendwann und er sagt wenn ich ein Kind mit ihm möchte, wäre er bereit dazu. Er ist sehr verständnisvoll wegen der Fehlgeburt und fragt auch , ob er mir überhaupt Babyfotos seiner Kinder zeigen kann oder ob es mich traurig macht. Das fühlt sich halt gut an, dass jemand wirklich daran interessiert ist wie es mir geht.
Ich wiederhole meine Frage, machst Du Dir eigentlich einen Gedanken, was das alles mit ihm macht und wie es ihn verletzt?
Du willst anscheinend gerade den "sicheren Hafen" nicht verlassen, der Dir aber emotional nicht mehr genügt,andererseits verletzt Du gerade willentlich Deinen Affairenmann durch Deine Unentschiedenheit.
Von Deinem Mann ganz zu schweigen.
Bitte, Liv, ich will hier nicht den Moralapostel geben
,
aber mich erschüttert, was Du da aus Deinem (in meinen Augen berechtigten) Gefühl von fehlender Empathie, Liebe und Loyalität nach der Fehlgeburt nun machst.
Du verletzt beide Männer, den einen (bisher) ohne sein Wissen, den anderen (der Deine Gefühle sieht und wichtig nimmt) auch noch wissentlich und damit willentlich.
Ich sehe und verstehe Deinen ursprünglichen Schmerz,
aber diesen nun sozusagen "weiterzureichen", das verstehe ich nicht.
Hierfür habe ich großes Verständnis.
Dein "Wertegerüst" mit ihm schien ok, war stabil, aber unerprobt- durch die Belastungsprobe wurde Dir bewußt, daß es Dir nicht reicht, daß es für Deine Bedürfnisse nicht stabil genug ist.
Ich hätte ganz sicher genauso gefühlt.
Aber das wäre der Moment gewesen, die Partnerschaft zu hinterfragen, ganz ohne Affaire- und sich nicht mit einer Affaire von der eigentlichen Baustelle abzulenken.
Als ich die Fehlgeburt hatte war ich eine Woche krank geschrieben. Er fand das übertrieben.
Das tut mir ehrlich leid!
Auch wenn das nicht wichtig ist, aber ich finde eine Woche wenig, denn es geht doch um so viel mehr als das Körperliche.
Manche lenkt Arbeit dann ab, dann sollen sie natürlich gehen, aber andere trauern eben um ihr Kind- und da ist eine Woche nichts.
Ich kann also wie gesagt gut verstehen, daß Du Dich da im Stich gelassen gefühlt hast.
Diesen Teil kann ich verstehen.Mir ging es echt schlecht und in der Zeit habe ich ihn kennengelernt.
Ich wollte nicht aktiv nach einer Affäre suchen. Das wäre nicht mein Ding gewesen. Es war eher so dass er selber so viel von sich erzählt hat, und ich dadurch auch offen sein konnte- und es tat mir unheimlich gut
Wir waren beide in Partnerschaften und wollten es auch nicht ändern. Wir haben uns dann zum spazieren gehen getroffen. Einige Male. Es war sehr vertraut aber trotzdem auf Abstand. Er sagte es ist als wären wir schon ewig bekannt. Und das Gefühl hatte ich auch. Totales Vertrauen.
Wenn Du an diesen Mann denkst, spürst Du dann Liebe?Ich war dann mit meinem Partner im Urlaub. Ich habe ständig an den anderen Mann gedacht.
Könntest Du es so klar benennen oder ist es konfus?
Mensch Liv, eigentlich liest sich das alles so liebevoll?!Und dass wir es lieber beenden sollten. Wir hatten dann eine Woche keinen Kontakt aber er hat mir so gefehlt und somit haben wir den Kontakt wieder aufgenommen. Und ja ich verliebte mich auch in ihn. Ich habe vor ihm viel geweint weil meine Gefühle total durcheinander waren. Er sagte sogar er lässt mich gehen damit ich dieses Chaos nicht mehr habe und ich gar nicht weiter an ihn denken muss. Er wollte nicht dass es mir so geht. Das alles hat uns noch viel mehr zusammengeschweißt.
Aber anscheinend kannst Du Dich ja auch nicht aus vollem Herzen zu ihm bekennen.
Frage ich mich auch.
Ja, nicht wahr?!
Es schrieben ja schon viele, der neue Mann sollte nicht der ausschlaggebende Grund für eine Trennung sein.Aber dann kommt der Gedanke in mir auf, sie war bedürftig als es begann, sie fühlte sich alleine, er war zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort,... Er trennte sich sofort, na ja, da war aber seine Beziehung eh am Ende, nicht nur Du warst der Grund dass er diese beendete, eher der Tropfen der sein Beziehungsfass zum überlaufen brachte...
Liv, ich würde mir auch eine Auszeit von beiden Männern nehmen, dem Affairenmann kannst Du es direkt erklären, daß Du einfach unbeeinflußt nachdenken und Dir nachspüren willst.
Und Deinem Partner kannst Du sagen, daß Du Zeit für Dich brauchst.
Allerdings wäre ich der Meinung, daß, solltest Du Dich innerlich für Deinen Partner entscheiden, er ein Anrecht auf eine Wahl und die Wahrheit hätte.
Eure Beziehung ist derzeit so sehr geprägt von einem Ungleichgewicht des Wissens und der Gefühle.
Ja, in die Affaire rutschen kann man so, das kann ich nachvollziehen,
aber eine Nebenbeziehung (inklusive Verlieben und Sex) ein Jahr zu leben, ist eine andere Hausnummer,
das haben beide Männer nicht verdient. Dann wäre eine faire Trennung ehrlicher gewesen.
Du schreibst:
Ganz im Ernst, hast Du dann nicht eigentlich innerlich schon eine Entscheidung gegen ihn getroffen, indem Du die Affaire nun ein Jahr lebst?
Oder möchtest Du für immer mit dieser Lüge leben?
So eine Therapie hat doch nichts mit "nicht normal" zu tun.
Du hast etwas für Dich extrem Schmerzhaftes und Lebenserschütterndes erlebt,
es hatte verheerende Auswirkungen auf Deine Partnerschaft,
es hat Dich extrem aus dem emotionalen Gleichgewicht gebracht und Du hast keine sinnvollen Mechanismen, damit "gut" umzugehen, sondern verletzt zwei Männer, die Dir viel bedeuten - und Dich -
und verbaust Dir mit Deinem unfairen, ambivalenten, verwirrten Verhalten recht wahrscheinlich gute Wege.
Ich würde sagen, das ist ein mehr als ausreichender Grund, sich Hilfe zu suchen.
Ihr habt anscheinend ein sehr unterschiedliches Nähe-Bedürfnis,
das ist Dir erst wirklich bewußt geworden, als Du mehr Nähe gebraucht hättest, verletzt und verletzlich warst.
Nein, ist es nicht, es ist einfach ein Faktum.Vielleicht ist das egoistisch. Aber das fehlt mir.
Es ist das, was Du bräuchtest und von ihm nicht bekommst bzw. bekommen kannst,
weil es das anscheinend nicht "leisten" kann, weil es ihm nicht entspricht.
Nun mußt Du Dir überlegen, was das für Dich bedeutet.Geändert von Inaktiver User (11.04.2017 um 15:49 Uhr)
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11.04.2017, 15:49
AW: Affäre oder Partner - für wen soll ich mich entscheiden ?
ja, mehrere.
hmh - aber weil sie ihre Probleme ihm zuschustert.Wenn überhaupt könnte man dem Mann zugestehen, dass er offenbar auch mit diesem Verlust überfordert war, aber unfähig war, mit der TE über diesen Verlust zu sprechen, wie es ihm damit geht. Ich weiß nicht, aber ich habe das Gefühl, dass diese Fehlgeburt der Grundstein für die jetzige Situation ist.
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11.04.2017, 15:54Inaktiver User
AW: Affäre oder Partner - für wen soll ich mich entscheiden ?
In Reaktion auf Admaros Post #64:
Nein, das Empfinden der TE nach der Fehlgeburt will ich ganz sicher nicht "abtun" oder kleinreden. Aber:
Zum Fettmarkierten: Der Partner hat Liv. nicht so unterstützt, wie sie es gebraucht hätte. Das ist eine Tatsache, die sicher niemand in Abrede stellt, das kann nämlich nur sie beurteilen. Allerdings sind für mich 2 Fragen offen:Ich hatte vor einiger Zeit eine Fehlgeburt und mein Partner hat mich in der Zeit nicht so unterstützt wie ich es gebraucht hätte. Es war für mich sehr schlimm. Für ihn war es aber kaum die Rede wert - passiert halt mal.
- Weiss der Mann, was sie gebraucht hätte, hat sie es ihm mitgeteilt? Männer sind keine Hellseher (Frauen ebenso wenig). Gerade WEIL jeder Mensch sehr unterschiedlich und individuell tickt in seinen Bedürfnissen, gerade in Kummer und seelischer Not, ist es so gut wie unmöglich für einen Dritten, das zu erraten und ganz genau so, wie gewünscht, zu befriedigen.
- Und sogar wenn der Mann es wusste: konnte er es wirklich, in genau dieser Form, wie die TE es sich wünschte? Auch hier: Menschen ticken sehr unterschiedlich. Jemand spendet vielleicht Trost in einer Form, die für ihn, den Trostspendenden, eindeutig als Trostspenden zu erkennen ist - aber der Empfänger nimmt das vielleicht nicht so wahr, weil für den Empfänger Trostspenden etwas anderes bedeutet.
Zum Kursiv-Unterstrichenen: das klingt erst einmal sehr abwertend seitens des Mannes. Allerdings: vielleicht hat der Mann es gar nicht so gemeint / geäussert, sondern es ist vielleicht bei der TE so angekommen? Und selbst wenn - gerade dieser Satz steht oft im Überforderungskontext. Eine salopp gesagte Schutzbehauptung, weil man selber nicht weiss, wie mit dem Kummer umgehen.
Das macht es nicht besser, klar. Und es ist eine mögliche Interpretation, es gibt noch andere.
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11.04.2017, 15:59Inaktiver User
AW: Affäre oder Partner - für wen soll ich mich entscheiden ?
Ich finde, man sollte nicht versuchen, ein allgemeingültiges Ranking von Schmerz aufstellen zu wollen.
Das scheitert an den verschiedenen Persönlichkeitsstrukturen und auch verschiedenen Umständen.
Um es vom schmerzhaften Thema Fehlgeburt weg hin zum allgemein verständlicheren Thema "Haustier" zu bringen:
Einige Menschen verstehen Trauer da gar nicht: "Ist ja nur ein Tier".
Andere empfinden den Verlust wie den eines Familienmitgliedes.
Und diese wiederum unterteilen sich oft:
Manche holen sich eine Woche nach Tod ihres Tieres das nächste, können es sozusagen ersetzen oder betäuben ihren Schmerz durch die Freude am neuen oder lenken sich einfach ab.
Andere können erst nach Monaten oder gar Jahren ein neues Tier in ihr Herz schließen oder gar nie.
All diese Empfindungen gibt es und alle haben (für diese Menschen persönlich) ihre Berechtigung.
Aber wie soll man denn beurteilen, was der jeweils andere für einen Trauermechanismus und eine Trauerintensität hat.
Erst recht würde ich den Verlust eines Kindes durch Fehlgeburt so sehen und auch da verstehe ich viele Reaktionen.
Das Problem ist hier nur, daß es gezeigt hat, daß die TE und ihr bisheriger Partner in diesem Punkt keinen Konsens finden und unterschiedliche Bedürfnisse zu haben scheinen und ja, das kann bei etwas so Grundsätzlichem sehr entzweiend sein.
Ich habe da vollstes Verständnis für die Gefühle von Liv.
Nur ihr Weg raus aus alldem ist ungut.
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11.04.2017, 16:10Inaktiver User
AW: Affäre oder Partner - für wen soll ich mich entscheiden ?
Es gibt noch die Version, dass Unterstützung gar nicht gewollt ist, d. h. die unterstützende Person kann machen, was sie will, es wird nicht genug sein bzw. nicht als Unterstützung gesehen. Das soll jetzt hier keine Unterstellung sein.
Dennoch klingt ihre Begründung für mich nach einem Versuch, die Entwicklung für sich und vor sich selbst begründen zu wollen/müssen.


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