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  1. Inaktiver User

    AW: verliebt in Langzeitbeziehung

    Liebe TE,

    nach dem, was Du bisher schreibst, kommt es mir so vor, als ob Du die Nase voll hast von Deiner Ehe, jedoch Dich 1. noch nicht traust, zu dieser Erkenntnis zu stehen und 2. eben, das Alleinesein fürchtest.

    Der andere Mann ist nur ein Symptom, jedoch es ist ein Hinweis, den Dir das Leben gibt.

    Mir fällt dazu ein:

    Kommunikationssituationen, die geprägt sind von verbalen Eskalationen, vielleicht auch Gewalt, wo Vertrauen nicht gegeben ist (schreibst Du selbst), und das alles über Jahre, zermürben, kosten sehr viel Energie, die von Dir abgezogen wird.
    Denke, du bist energetisch am Boden und bist sehr dünnhäutig, das häufige Weinen lässt darauf schliessen.
    Du wunderst Dich, dass es Dir schwer fällt, zu Deinem Mann Nähe zuzulassen? Oder dass Du "so genug" hast?

    Das ist für mich kein Wunder, sondern normaler Selbstschutz und wenn Du so weitermachst, um den Schein zu wahren, vergewaltigst Du Dich nur selbst, meiner Meinung nach.

    Alleine sein kann niemals so schlimm werden wie das Zusammen sein mit dem falschen Partner.
    Kann mir vorstellen, Du würdest merken, wieviel Energie Du wirklich hast, um alles zu stemmen, allein schon weil Du die Energie nicht mehr aufbringen musst, Deine Beziehung auszuhalten.

    Es kann auch sein, dass Du zuerst zu etwas mehr Energie gelangen musst, um die Kraft zu finden, Dich zu trennen.
    Hilfreich könnte auch eine Beratung sein. Auch wenn Du noch nicht weisst, wo es hingehen soll, könntest Du eine in Anspruch nehmen, um sukzessiv ein klares Bild zu bekommen.

    Trau Dich!

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    AW: verliebt in Langzeitbeziehung

    Liebe saltnpepper,

    danke für deine Antwort.

    Teils hast du sicher Recht... Doch geht es mir nicht darum, den Schein zu wahren. Ich habe mein halbes Leben mit meinem Mann verbracht, hänge dadurch natürlich auch emotional an ihm, auch wenn ich nicht mehr die gleichen Gefühle habe. Und es hängt eine Familie mit drei Kindern dran. Auch gibt es, wie geschrieben, nicht nur Schlechtes, sonst wäre ich wahrscheinlich schon weg!

    Ja, stimmt, ich habe Angst vor dem Alleinsein (und wahrscheinlich bleiben...) und was mir noch mehr Angst macht, ist die Verlust der Familie, die wir danach nie mehr sein werden.

    Energie habe ich viel, ich arbeite, hab drei Kinder.

    Vielleicht wäre eine Beratung nicht schlecht, da hast du Recht! Einfach um für mich klarer zu werden...

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    AW: verliebt in Langzeitbeziehung

    Zitat Zitat von igelfischin Beitrag anzeigen

    Aber die emotionale Distanz zu meinem Mann bleibt und ich frage mich, ob was dieses Verlieben zu bedeuten hat. Es ist ja nicht so ein leichte Schwärmerei, sondern ich habe gelitten /leide, weine viel, verliere mich in Träumen..
    auf mich wirken deine Posts so, als hätte dieses Fremdverlieben mit einer Sehnsucht nach Leichtigkeit zu tun.
    Kommt das hin?

    Du schreibst von Schwere, Konflikten und ich lese, dass du viel Kraft in deiner Ehe brauchst. Mit einem verbal-agressiven Mann Leichtigkeit zu leben, stelle ich mir auch sehr schwer vor. Ich kann mir aber sowieso nicht vorstellen, wie man das 18 Jahre aushalten kann, denn so ein Verhalten geht ja i.d.R. mit vielen Respektlosigkeit und geringer Wertschätzung des Partners einher.

    Wenn eine Beziehung mehr Kraft kostet anstatt gibt, dann wird man sich irgendwann davon ausgelaugt fühlen. Dann ist Fremdverlieben eine naheliegende "Tankstelle". Im Grunde flüchtest du dich damit aus deinem Ehefrust, auch wenn du dir damit neues Leiden zulegst. Aber so ein unerfülltes Fremdverlieben ist halt eher ein bitter-süßes Leid, während das reale Leid sich meist nur bitter anfühlt. Noch dazu, wenn man sich vor lauter Ängsten darin gefangen fühlt.

    Was kannst du machen? Beratung ist, um sich zu sortieren, natürlich kein Fehler.
    Du kannst auch mal gucken - falls es in etwa so ist, wie ich geschrieben habe - wo und wie du Leichtigkeit für dich finden könntest.

    Die Ängste vor dem Alleinsein: wie sieht es bei dir mit Freundes-/Bekanntenkreisen aus? Hast du außerhalb deiner Ehe eine befriedigende soziale Einbindung, die unabhängig von deiner Ehe besteht? Wenn nicht, dann bau dir so etwas auf. Dafür sind gemeinsame Interessen /Hobbies usw. immer ein ganz guter Ansatz. Es müssen ja nicht gleich Freundschaften sein, es reicht, wenn du Menschen um dich herum hast, mit denen du dich verstehst und deine Freizeit verbringen willst.

    Grundsätzlich scheint Angst in deiner Ehe ein treibender Faktor zu sein. Deshalb kann ich mir nicht wirklich vorstellen, dass eine Veränderung nicht letzten Endes deine Lebensqualität verbessern würde. Angst ist immer ein schlechter Ratgeber, zumindest wenn sie lähmt. Natürlich spielen da wirtschaftliche Faktoren auch noch eine Rolle. Wie sieht es da aus? Was käme im Falle einer Trennung da auf dich zu? Wie sehr müsstest du dich von deinem Lebenstandard einschränken und wäre es dir das wert?

    Den worst case gedanklich durchzuspielen kann auch bei der eigenen Standortbestimmung helfen. Denn egal, für welchen Weg man sich entscheidet: man wird immer einen Preis bezahlen, es ist deshalb wichtig den etwaigen Preis zu bestimmen und sich zu überlegen ob man bereit ist ihn zu bezahlen, weil er Leidensdruck auf dem bekannten Weg zu groß geworden ist. Also lautet das Lebensmotto noch "lieber das bekannte Elend als das Elend des Unbekannten" oder ist das Risiko eines Wagnisses geringer als das bekannte Elend?

    Mich jetzt in eine Liebschaft mit einem neuen Mann verrennen, das würde ich mir an deiner Stelle auch überlegen, ob das die "Lösung" ist. Du lehnst es ja momentan eher ab und ich finde, das klingt in deinem Fall auch stimmig, weil es um grundlegendere Fragen und Entscheidungen geht. Du bist so gesehen schon weiter als viele Frauen, die sich erst noch in einer Affaire stürzen müssen, weil du schon in der Lage bist, Ursache und Symptom auseinander zu halten bzw das, was ein Mensch in dir auslöst, von dem Menschen selbst zu trennen. Damit kannst du dir schon einige leidvolle Umwege sparen.

    Manchmal ist so ein "Übergangsmann" nicht unpraktisch, um die Kraft zu finden, um aus einer bestehenden Beziehung auszusteigen. Aber das hat auch viele Risiken z.B. dass Erwartungen enttäuscht werden, dass man sich (wieder) verliert und zu viel reininterpretiert, dass man einen weiteren Menschen verletzt usw. Insofern finde ich es nicht schlecht, wie du das ganze angehst: du benennst deine Ängste, d.h. du stellst dich ihnen, auch wenn du sie jetzt noch als lähmend empfindest.

    Aber die Lähmung kannst du nur überwinden, wenn du ehrlich mit dir selbst umgehst, und das tust du. Deine Fragen sind absolut berechtigt, auch wenn sie sich (noch) nicht beantworten lassen. Aber sehr oft, gerade bei Veränderungen, sind Fragen oft wichtiger als Antworten. Denn in die Antworten leben wir durch die Veränderungen dann erst langsam hinein.

    Also vielleicht ist eine Beratung z.B. in einer psychologischen Beratungsstelle wirklich ein ganz guter erster Schritt, damit du all das mal unzensiert aussprechen kannst, was dich bewegt, um dann zu sortieren.

    Was grundsätzlich auch bei Ängsten hilft: in eine andere Richtung gucken, dahin wo Freude ist. Manchmal kriegt man etwas besser aus seinem Leben, indem man einfach etwas neues hinein holt. Vielleicht ist auch das der Motor, der hinter deinem Fremdverlieben steckt? Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, wie die oben von mir benannten. Die sind u.U. nachhaltiger und du machst dich nicht schon wieder emotional von einem Mann abhängig und damit verletzbar.

    Auch gibt es, wie geschrieben, nicht nur Schlechtes, sonst wäre ich wahrscheinlich schon weg!
    Das sagen auch Frauen, die geprügelt werden

    Wahrscheinlich gilt das für jede Beziehung, in der Menschen sehr unglücklich drin hängen. Das Argument dient wohl dazu sich selbst zu beschwichtigen, und es verhindert, etwas an der unglücklichen Situation zu verändern. Wenn du dich veränderst und in der Folge die Beziehung verlassen willst, dann heisst das ja nicht, dass du keine Wertschätzung und Anerkennung für diese guten Dinge hättest. Es bedeutet lediglich, dass diese guten Dinge die schlechten eben nicht überwogen haben, so wie es sein sollte, wenn man sich mit einem anderen Menschen freiwillig zusammen tut. Und dass diese Verbindung deshalb dauerhaftes Leid auslöst. Und es macht keinen Sinn, sich mit einem Menschen zu verbinden, der Leid auslöst und nichts dafür tut (tun kann), um dies zu ändern.

    Und es ist auch nicht so, als würde das alles spurlos an gemeinsamen Kindern vorbei gehen. Denen gebenüber hast du eine Vorbildfunktion. Und das, was du in deiner Beziehung vorlebst kann prägend für deren geschlechtliches Rollenverständnis sein.

    Zumindest in meiner Generation gibt es immer noch Heerscharen von Frauen, die innere Konflikte haben zwischen weiblichem Aufopferungsverhalten, das ihnen von ihren Müttern vorgelebt haben und verantwortlicher Selbstbestimmung, zu der wir heute eigentlich alle angehalten sind.

    und es gibt auch viele Männer, die weibliche Unterwürfigkeit immer noch erwarten, wenn auch oft unbewusst diese für selbstverständlich nehmen.

    Wir machen es den jungen Generationen nur leichter, wenn wir für uns selbst die Verantwortung übernehmen, die wir haben. Meine Überzeugung. Die haben dann trotzdem noch genug Probleme. Aufopferung und Fremdbestimmung müssen sie deshalb nicht auch noch zusätzlich durch Vorbilder lernen.
    Geändert von Amelie63 (09.04.2017 um 10:24 Uhr)
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

  4. Inaktiver User

    AW: verliebt in Langzeitbeziehung

    Zitat Zitat von igelfischin Beitrag anzeigen
    ...
    Ich habe auch schon daran gedacht, es ihm zu sagen. Wenn wir eine vertrauensvolle Beziehung hätten, könnten wir darüber reden...aber ich bin sicher, es wird Theater geben, Vorwürfe, Diskussionen, Streit...und die Situation wäre dann schlimmer als vorher. Deshalb versuche ich es irgendwie mit mir selbst auszumachen.

    Ob du deinem Mann direkt sagst, es geht um einen anderen Mann oder ihm deine Befindlichkeit innerhalb euerer Beziehung mitteilst, solltest du erwägen.

    Allerdings glaube ich nicht, dass du es nur mit dir selbst ausmachen kannst!
    Die Probleme resultieren aus der bestehenden Partnerschaft heraus und die besteht nun einmal aus dir und deinem Mann - entsprechend wirst du dein Dilemma nicht alleine lösen können.

    Vllt. reicht es ja wirklich zunächst, deine Emotionen bzw. deren Erkalten anzusprechen und deinem Mann zu sagen, was du in euerer Beziehung brauchst, was du dir wünschst.

    Allerdings ergibt das nur Sinn, wenn du noch an dieser Beziehung festhalten möchtest.

    Du musst dich bewegen und das Gespräch wagen, sonst leidest du weiterhin in Erstarrung und Angst vor Konsequenzen paralysiert vor dich hin.
    Du bist in der Poleposition, denn dein Mann weiß offenbar weder von deiner Unzufriedenheit, noch von deinen Gefühlen für den anderen Mann.
    Er kann also nicht reagieren!

    Es ist an dir, ob du für Bewegung sorgen willst. Nur du kannst das gerade.

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    AW: verliebt in Langzeitbeziehung

    Zitat Zitat von igelfischin Beitrag anzeigen

    Ich habe auch schon daran gedacht, es ihm zu sagen. Wenn wir eine vertrauensvolle Beziehung hätten, könnten wir darüber reden...aber ich bin sicher, es wird Theater geben, Vorwürfe, Diskussionen, Streit...und die Situation wäre dann schlimmer als vorher. Deshalb versuche ich es irgendwie mit mir selbst auszumachen.
    ?
    ehrlich gesagt, ich würds ihm nicht sagen, denn damit thematisierst du das Symptom und nicht die Ursache. Abgesehen von einem weiteren kräfteraubenden Theater ohne Sinn gibst du ihm damit auch die Möglichkeit, wieder nicht auf sich gucken zu müssen, sondern ihn durch ein Feindbild im außen in seinem Verhalten noch zu stärken.

    Ich würde an deiner Stelle erstmal die eigene Klarheit suchen gehen und dann in dieser Klarheit mit ihm reden, was geht und was nicht geht. Und was für dich daraus für Konsequenzen entstehen. Dann kann er zwar auch rumtoben, aber der Ball ist dann klar bei ihm und er hat die Chance, jetzt auch mal Beziehungsarbeit zu machen, indem er auf das guckt, was er zu diesem Leiden beiträgt und ob er was daran ändern kann oder will.

    Wenn er nur Theater macht, dann kannst du das als ein Nein werten und du hast die Gewissheit, dass die Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Eine Veränderung innerhalb der Beziehung ist nicht machbar, da dazu zwei gehören. Es gäbe dann nur noch den Weg der Resignation für dich innerhalb der Beziehung.

    Ihr hattet schon mal Paartherapie, und die hat nichts gebracht? Ich würde das nicht nochmal anstreben, sondern in Erwägung ziehen, dass er jetzt auch mal für sich Persönlichkeitsentwicklung betreiben muss, damit wieder was gehen kann. Wenn es nach eurer Paartherapie keine tiefgreifenden Veränderungen und Verbesserungen gab, dann wird die bei einer Neuauflage womöglich nur zur Alibifunktion für ihn, um dich zu beschwichtigen und zu halten. Dass er die Paartherapie anscheinend nur zur Selbstdarstellung genutzt hat, würde ich als ein "ich will nix verändern" werten und insofern selbst nicht mehr aktiv werden, um ihn irgendwo drauf zu lupfen. Er hat den Schuss einfach noch nicht gehört.Dann muss er mit den Konsequenzen leben.
    Geändert von Amelie63 (09.04.2017 um 10:37 Uhr)
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

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    AW: verliebt in Langzeitbeziehung

    Volle Zustimmung, Amelie und auch den anderen.

    Ich würde auch nichts von der Fremdverliebtheit sagen, denn sie ist ein Symptom und eigentlich eine Projektion Deiner Sehnsüchte.

    Bei den Paartherapien gibt es solche und solche. Es gibt den tiefenpsychologischen, verhaltenstherapeutischen, kommunikationspsychologischen oder systhemischen Ansatz, um nur einige zu nennen und auch die "Paarberatung", die mehr an der Oberfläche bleibt. Wenn die erste Therapie nichts gebracht hat, ist noch lange nicht gesagt, dass eine andere ebenso erfolglos wäre.

    Ist Dein Mann generell ein guter Selbstdarsteller? Hast Du ihn früher sehr bewundert? Braucht er die Bewunderung von anderen Menschen?
    Dann spricht Einiges dafür, dass er narzisstische Anteile hat und in diesem Fall wäre meiner Meinung nach wenig Änderung von seiner Seite zu erhoffen.
    Wenn nicht, solltest Du auch einmal Dein eigenes Verhalten unter die Lupe nehmen. Könnte es sein, dass Du in Richtung "Übermutter" und "Powerfrau" gehst? Solche Frauen neigen dazu, ihren Mann zu bevormunden, was die oben genannten Reaktionen provozieren könnte.

    Es könnte auch sein, dass Du momentan hormongebeutelt durch die Wechseljahre bist und deshalb besonders empfindlich.
    Immerhin war er früher auch nie sonderlich kontrolliert sondern sehr leidenschaftlich und das hat Dir ja gut gefallen!
    Es könnte auch sein, dass auch er momentan in einer Lebenskrise ist weil ihm das Älterwerden zu schaffen macht.

    Ich rate Dir also auch, Dich mit professioneller Begleitung zu sortieren, schon einmal Dein Verhalten zu analysieren und ggf. zu ändern, und Deine Bedürfnisse besser zu kommunizieren. Trennen kannst Du Dich dann immer noch.
    Unterschätze nicht den Schock, den das bei allein Beteiligten auslösen wird und auch die Energie, die es braucht, bis jeder sein Leben wieder auf der Reihe hat.

    Einen Bruchteil dieser Energie würde ich jetzt in einen letzten Versuch der Klärung und der Änderung stecken.

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    AW: verliebt in Langzeitbeziehung

    Zitat Zitat von Amelie63 Beitrag anzeigen
    auf mich wirken deine Posts so, als hätte dieses Fremdverlieben mit einer Sehnsucht nach Leichtigkeit zu tun.
    Kommt das hin?

    Du schreibst von Schwere, Konflikten und ich lese, dass du viel Kraft in deiner Ehe brauchst. Mit einem verbal-agressiven Mann Leichtigkeit zu leben, stelle ich mir auch sehr schwer vor. Ich kann mir aber sowieso nicht vorstellen, wie man das 18 Jahre aushalten kann, denn so ein Verhalten geht ja i.d.R. mit vielen Respektlosigkeit und geringer Wertschätzung des Partners einher.

    Wenn eine Beziehung mehr Kraft kostet anstatt gibt, dann wird man sich irgendwann davon ausgelaugt fühlen. Dann ist Fremdverlieben eine naheliegende "Tankstelle". Im Grunde flüchtest du dich damit aus deinem Ehefrust, auch wenn du dir damit neues Leiden zulegst. Aber so ein unerfülltes Fremdverlieben ist halt eher ein bitter-süßes Leid, während das reale Leid sich meist nur bitter anfühlt. Noch dazu, wenn man sich vor lauter Ängsten darin gefangen fühlt.

    ...


    Wahrscheinlich gilt das für jede Beziehung, in der Menschen sehr unglücklich drin hängen. Das Argument dient wohl dazu sich selbst zu beschwichtigen, und es verhindert, etwas an der unglücklichen Situation zu verändern. Wenn du dich veränderst und in der Folge die Beziehung verlassen willst, dann heisst das ja nicht, dass du keine Wertschätzung und Anerkennung für diese guten Dinge hättest. Es bedeutet lediglich, dass diese guten Dinge die schlechten eben nicht überwogen haben, so wie es sein sollte, wenn man sich mit einem anderen Menschen freiwillig zusammen tut. Und dass diese Verbindung deshalb dauerhaftes Leid auslöst. Und es macht keinen Sinn, sich mit einem Menschen zu verbinden, der Leid auslöst und nichts dafür tut (tun kann), um dies zu ändern.

    Und es ist auch nicht so, als würde das alles spurlos an gemeinsamen Kindern vorbei gehen. Denen gebenüber hast du eine Vorbildfunktion. Und das, was du in deiner Beziehung vorlebst kann prägend für deren geschlechtliches Rollenverständnis sein.

    Zumindest in meiner Generation gibt es immer noch Heerscharen von Frauen, die innere Konflikte haben zwischen weiblichem Aufopferungsverhalten, das ihnen von ihren Müttern vorgelebt haben und verantwortlicher Selbstbestimmung, zu der wir heute eigentlich alle angehalten sind.

    und es gibt auch viele Männer, die weibliche Unterwürfigkeit immer noch erwarten, wenn auch oft unbewusst diese für selbstverständlich nehmen.

    Wir machen es den jungen Generationen nur leichter, wenn wir für uns selbst die Verantwortung übernehmen, die wir haben. Meine Überzeugung. Die haben dann trotzdem noch genug Probleme. Aufopferung und Fremdbestimmung müssen sie deshalb nicht auch noch zusätzlich durch Vorbilder lernen.
    Liebe Amelie

    Herzlichen Dank für deine Gedanken und Hilfe.

    Das mit dem Fremdenlieben könnte so hinkommen, ich denke, das siehst du ganz richtig! Es ist eine Sehnsucht nach Leichtigkeit, Lebensfreude. Ja, und wenn ich ehrlich bin, helfen mir die Träumereien aus der oft schwierigen Beziehung mit meinem Mann zu entfliehen... Aber ausserdem habe ich auch noch nie ein Mann getroffen, der mich in seiner Art so beeindruckt hat...

    Schöne Seiten in der Beziehung: Die gibt es wirklich und das macht es auch so schwierig. Mein Mann kann lustig, spontan, unternehmungsfreudig sein. Er kann auch warmherzig und leidenschaftlich sein. Aber da ist seine andere Seite, die sehr schwer auszuhalten ist (kommt auch vermehrt hervor, sobald er meine Distanz spürt).

    Und ja, das was du von den Kindern schreibst, stimmt. Andererseits bleibt ihr Vater (mit seinem Charakter) ihr Vater auch wenn wir getrennt sind. Und momentan bricht es mir einfach das Herz, die Familie auseinander zu reissen..

    Herzlichen Dank für deine Inputs!


    Schöne

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    AW: verliebt in Langzeitbeziehung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ob du deinem Mann direkt sagst, es geht um einen anderen Mann oder ihm deine Befindlichkeit innerhalb euerer Beziehung mitteilst, solltest du erwägen.

    Allerdings glaube ich nicht, dass du es nur mit dir selbst ausmachen kannst!
    Die Probleme resultieren aus der bestehenden Partnerschaft heraus und die besteht nun einmal aus dir und deinem Mann - entsprechend wirst du dein Dilemma nicht alleine lösen können.

    Vllt. reicht es ja wirklich zunächst, deine Emotionen bzw. deren Erkalten anzusprechen und deinem Mann zu sagen, was du in euerer Beziehung brauchst, was du dir wünschst.

    Allerdings ergibt das nur Sinn, wenn du noch an dieser Beziehung festhalten möchtest.

    Du musst dich bewegen und das Gespräch wagen, sonst leidest du weiterhin in Erstarrung und Angst vor Konsequenzen paralysiert vor dich hin.
    Du bist in der Poleposition, denn dein Mann weiß offenbar weder von deiner Unzufriedenheit, noch von deinen Gefühlen für den anderen Mann.
    Er kann also nicht reagieren!

    Es ist an dir, ob du für Bewegung sorgen willst. Nur du kannst das gerade.
    Danke für deine Gedanken!
    Es ist nicht so, dass ich es nicht angesprochen habe. Er weiss auch, mit was ich Mühe habe und er merkt natürlich meine Distanz. Zeitweise hat er sich auch mehr Mühe gegeben, dann wieder ist es schwieriger denn je, gerade weil er es weiss. Aber eine wirklich positive Entwicklung gibt es nicht.

    Es ist ja so, dass wir uns vor vier Jahren schon mal getrennt haben für einige Monate. Ich war eigentlich fertig mit der Beziehung, aber irgendwie haben uns die Gefühle wieder überrumpelt und wir wollten es nochmals versuchen. Wir haben zu Beginn Vieles verändert, und die Beziehung war ausgeglichener, schöner. Aber dann sind wir langsam wieder in die alten Muster gerutscht.

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    AW: verliebt in Langzeitbeziehung

    Zitat Zitat von Raratonga Beitrag anzeigen
    Volle Zustimmung, Amelie und auch den anderen.

    Ich würde auch nichts von der Fremdverliebtheit sagen, denn sie ist ein Symptom und eigentlich eine Projektion Deiner Sehnsüchte.

    Bei den Paartherapien gibt es solche und solche. Es gibt den tiefenpsychologischen, verhaltenstherapeutischen, kommunikationspsychologischen oder systhemischen Ansatz, um nur einige zu nennen und auch die "Paarberatung", die mehr an der Oberfläche bleibt. Wenn die erste Therapie nichts gebracht hat, ist noch lange nicht gesagt, dass eine andere ebenso erfolglos wäre.

    Ist Dein Mann generell ein guter Selbstdarsteller? Hast Du ihn früher sehr bewundert? Braucht er die Bewunderung von anderen Menschen?
    Dann spricht Einiges dafür, dass er narzisstische Anteile hat und in diesem Fall wäre meiner Meinung nach wenig Änderung von seiner Seite zu erhoffen.
    Wenn nicht, solltest Du auch einmal Dein eigenes Verhalten unter die Lupe nehmen. Könnte es sein, dass Du in Richtung "Übermutter" und "Powerfrau" gehst? Solche Frauen neigen dazu, ihren Mann zu bevormunden, was die oben genannten Reaktionen provozieren könnte.

    Es könnte auch sein, dass Du momentan hormongebeutelt durch die Wechseljahre bist und deshalb besonders empfindlich.
    Immerhin war er früher auch nie sonderlich kontrolliert sondern sehr leidenschaftlich und das hat Dir ja gut gefallen!
    Es könnte auch sein, dass auch er momentan in einer Lebenskrise ist weil ihm das Älterwerden zu schaffen macht.

    Ich rate Dir also auch, Dich mit professioneller Begleitung zu sortieren, schon einmal Dein Verhalten zu analysieren und ggf. zu ändern, und Deine Bedürfnisse besser zu kommunizieren. Trennen kannst Du Dich dann immer noch.
    Unterschätze nicht den Schock, den das bei allein Beteiligten auslösen wird und auch die Energie, die es braucht, bis jeder sein Leben wieder auf der Reihe hat.

    Einen Bruchteil dieser Energie würde ich jetzt in einen letzten Versuch der Klärung und der Änderung stecken.
    Danke Rarotonga auch deine Gedanken helfen mir sehr!

    Ja, mein Mann ist ein Selbstdarstellung. Gegen aussen positiv, sehr offen, kommunikativ, lustig...
    Aber leider auch sehr schwierig: sehr stolz, empfindlich, aggressiv, unberechenbar, verletzend...

    Nein, bemuttern tu ich ihn nicht. Ich manage schon sehr viel (eigentlich praktisch alles) mit Kindern und Beruf, aber bin auch verletzlich, eher eine ruhige Frau.

    Wechseljahre denke ich nicht .Ich habe keine Beschwerden, bin auch erst 39 Jahre alt. Aber evtl doch die Zukunft, die mir zu schaffen macht, 40 ist ja auch so ein Wendepunkt.

  10. User Info Menu

    AW: verliebt in Langzeitbeziehung

    Danke an alle für eure Antworten und Gedanken. Es tut mir gut, mit euch darüber schreiben zu können. Leider kann ich hier nicht auf alle Aspekte eingehen.

    Liebe Grüsse

    Igelfischin

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